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Veröffentlicht am 16.12.2021

Kraftvolle und vielschichtige Charaktere

Boston Belles - Hunter
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Mit 'Boston Belles - Hunter' starten wir in eine neue Reihe von L. J. Shen, die immer noch Bezüge zur bereits bekannten Welt aufzeigt, in der die 'Sinners of Saint' und die 'All Saints High'-Reihe spielen. ...

Mit 'Boston Belles - Hunter' starten wir in eine neue Reihe von L. J. Shen, die immer noch Bezüge zur bereits bekannten Welt aufzeigt, in der die 'Sinners of Saint' und die 'All Saints High'-Reihe spielen. Der Protagonist Hunter im ersten Boston Belles Roman kennen wir als Nebenfigur durch Knight und Vaughn und nun darf er sich in all seiner Pracht zeigen. Ganz dem Stil der Autorin entsprechend starten wir die Geschichte mit einer kochend heißen und sehr einschlägigen Szene in der Hunters bisheriges Leben gerade zerbröckelt. Als Strafe für sein öffentlich gemachtes Sextape schickt sein Dad in nach Boston und gibt ihm eine Nanny an die Hand. Er soll sich endlich nicht mehr nur um Partys und Frauen kümmern sondern seine Fähigkeiten und die Karriere im Familienunternehmen voran treiben. Bei seiner Aufpasserin handelt es sich um Sailor, einer Olympionikin im Bogenschießen, die ihrem Namen alle Ehre macht. Sie erinnert mich ein bisschen an Merida: feuerrotes Haar, stark, zielstrebig und unabhängig und - natürlich - der markante Bogen. Hunter ist ein mit-dem-Kopf-durch-die-Wand-Typ und schockiert sein Umfeld gerne mal mit seiner unflätigen Artikulation. Er lebt in den Tag hinein und ist den puren Luxus gewöhnt. Als Jäger ist er es gewohnt, dass die Frauen seinem Charme reihenweise erliegen, doch an Sailor beißt er sich erst einmal die Zähne aus. Sie ist zwar etwas zurückhaltender, dafür im Gegensatz zu ihrem neuen Mitbewohner sehr ehrgeizig und bereit hart für ihre Ziele zu kämpfen. Dabei lässt sie allerdings alles andere um sich herum deutlich zu kurz kommen. Es gibt in ihrem Leben kaum Kontakte und schon gar keine Männergeschichten. Ob sich Hunter und Sailor vielleicht jeweils eine kleine Scheibe vom anderen abschneiden könnten…?
Die Geschichte zwischen Sailor und Hunter ist von Anfang an sehr amüsant, weil beide Charaktere stur und zäh genug sind um den anderen in den Wahnsinn zu treiben. Und obwohl sie auf den ersten Blick so unterschiedlich zu sein scheinen, lässt sich schnell erkennen wie sich hier die Gegensätze magisch anziehen. Neben diesem Handlungsstrang sind viele hintergründige Stränge eingeflochten, die sowohl die jeweilige Vergangenheit der beiden, sowie auch die familiäre Situation umfasst und demnach auch einige Nebencharaktere ins Spiel bringt. Somit werden hier kraftvolle und vielschichtige Charaktere erschaffen die greifbar sind. Der Plot bietet genug Drehungen und Wendungen um den roten Faden gut verfolgen zu können und doch nicht zu eintönig und vorhersehbar zu werden. Ich hab mich gut unterhalten gefühlt und absolut den eingängigen Schreibstil der Autorin wieder erkannt. Durch die gute Darstellung aller Charaktere freue ich mich schon jetzt auf die Fortsetzungen der Reihe.

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Veröffentlicht am 16.12.2021

Emotionaler Abschluss der Trilogie

What if we Trust
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'What if we trust' war für mich das lang ersehnte Ende einer Reihe, die mich emotional wirklich sehr erreicht hat und sehr begeisterte. Meine Freude wurde allerdings leider ein bisschen gedämpft, denn ...

'What if we trust' war für mich das lang ersehnte Ende einer Reihe, die mich emotional wirklich sehr erreicht hat und sehr begeisterte. Meine Freude wurde allerdings leider ein bisschen gedämpft, denn der Abschluss der Trilogie konnte meinem Geschmack nach nicht mit den ersten beiden großartigen Teilen mithalten. Je weiter ich in der Handlung fortschritt, desto mehr konnte mich aber auch hier die emotionale Komponente ergreifen und so konnte ich die Story doch noch mit einem guten Gefühl abschließen.
Die Protagonistin des dritten Teils ist den Lesern, die die Reihe verfolgen, bereits als Mitbewohnerin von Laurie (Prota erster Teil) und Emmett (Prota zweiter Teil) bekannt. Mir hat es großen Spaß gemacht, in diesen Freundeskreis zurückzukehren und die dritte im WG-Bunde genauer unter die Lupe zu nehmen. Als Nebencharakter hat sie sich mir bisher absolut von einer positiven und freundlichen Seite gezeigt. Ihre freundschaftlichen Skills konnte sie meiner Ansicht nach bereits vorstellen und hat sie in ihrer eigenen Geschichte noch vertiefen können. Hope charakterisiert sich dazu außerdem als wirklich sympathische Junior-Schriftstellerin, obwohl selbst dieser Titel eigentlich noch zu schwach ausfällt, wenn man bedenkt was ihre Fan-Fiction bereits für Wellen geschlagen hat und noch schlagen wird.
Allerdings muss ich zugeben, dass ihr krasses 'Fangirlen' für mich der große Kritikpunkt der Story war. Mir persönlich war es tatsächlich einfach to much und hob sich von ihrer sonst besonneneren Art und erwachsenen Haltung ab. Für mich hat dieser Zug sie negativer dargestellt. Das ist aber auch einfach mein Geschmack und ist mir nur zu Beginn der Geschichte etwas sauer aufgestoßen. Je näher Hope dem männlichen Hauptcharakter kam und je mehr ihre Sicht auch ihn offenbarte, desto mehr habe ich die Story in mein Herz geschlossen. Scott hat mehrfach die Schattenseite seines Ruhms zu spüren gekriegt und möchte nun eigentlich nur zu bodenständigeren Dingen zurückkehren. Doch diesen Plan hat er ohne Hope und ihre Obsession gemacht. Das Schicksal meint es allerdings gut mit ihnen und führt sie zusammen. Und obwohl Scott zunächst glaubt ein typisches Fangirl vor sich zu haben, muss er seine Ansichten bald schon überdenken.
Während Scott versucht sein Leben weniger chaotisch und turbulent zu gestalten, nimmt Hopes Leben so richtig Fahrt auf. So gegensätzlich beide Charaktere im ersten Moment skizziert sind, so zeigen sich doch mit der Zeit tief verborgene Eigenschaften, die besser kaum zusammen passen könnten. Besonders Hope entwickelt ein intuitives Gespür dafür Scotts Dämonen zu erkennen und ihm stützend zur Seite zu stehen. Die Emotionalität die die beiden Charaktere ausstrahlen und die sie eint, hat mich tief getroffen. Ich finde beide extrem gut und sehr authentisch ausgearbeitet. Viele wichtige Themen und Dinge die ruhig mal ausgesprochen werden dürfen sind hier in einen passenden Rahmen eingebettet. Ich habe die Geschichte letztlich noch sehr genießen können und habe begierig die Entwicklungen zwischen den Protagonisten verfolgt. Schwere Entscheidungen die hier getroffen werden müssen, sind nachvollziehbar dargestellt und bewahren sich die Glaubwürdigkeit dadurch, dass die Charaktere intensiv darüber nachdenken und auch nicht immer die richtigen Wege wählen.

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Veröffentlicht am 16.12.2021

Stürmisch und aufwühlend

Im Herzen so nah
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Zunächst einmal muss ich zugeben, dass mich 'Im Herzen so nah' von Paige Toon doch sehr aufgewühlt hat. Die emotionale Komponente hat mich immer wieder hart getroffen und doch hat es mich auch so sehr ...

Zunächst einmal muss ich zugeben, dass mich 'Im Herzen so nah' von Paige Toon doch sehr aufgewühlt hat. Die emotionale Komponente hat mich immer wieder hart getroffen und doch hat es mich auch so sehr berührt. Es beginnt mit einer Rahmenhandlung, in der die Protagonistin im Alter von vierzig Jahren, der eigentlichen Binnenhandlung vorweg greift und ihrem Sohn eine Geschichte erzählt. Im Anschluss daran fährt die Handlung fort in Zeitsprüngen über das Leben von Nell zu berichten und beginnt damit im Alter von fünf Jahren. Von einem weiteren Zukunftseinblick der Vierzigjährigen Version von Nell schreiten wir anschließend immer in fünf Jahres Schritten voran, bis wir chronologisch betrachtet erneut bei ihrem zukünftigen Ich ankommen. Jeder fünf-Jahresabschnitt umfasst ein großes Kapitel und bietet sowohl Erklärungen in Form von Rückblicken oder Zusammenfassungen. Ich war immer wieder sehr gespannt und oft auch überrascht wie sich das Leben der Protagonistin entwickelt hat und natürlich auch das des männlichen Protagonisten. Denn natürlich fehlt in der Gleichung noch eine entscheidende Person und zwar Vian. Im Alter von fünf Jahren lernen sich die beiden kennen und werden die besten Freunde. Doch nur fünf Jahre später reißt ein schwerer Schicksalsschlag sie auseinander. Nach weiteren fünf Jahren begegnen sie sich erneut und sind sich gleichzeitig vertraut und völlig fremd. Und schon bald bestimmt dieser fünf Jahres Rhythmus ihr Leben und sie müssen entscheiden ob das allein ausreicht.
Nell und Vian als Kinder schon kennenzulernen bringt beide dem Leser so nah und bewirkt ein massives Zusammengehörigkeitsgefühl. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge habe ich beobachtet, wie sie sich immer wieder annähern und entfernen, weil sie auf zwei verschiedenen Kontinenten versuchen erwachsen zu werden und im Leben des anderen eine Rolle zu spielen. Immer wieder legt das Schicksal ihnen neue Steine in den Weg und erschütterte jedes einzelne Mal mein Herz. Die Frage die sich mir aufdrängte, war immer nur wie man so leben kann. Als befände man sich immer wieder in einer Versuchsreihe, die alle fünf Jahre durch einen Wirbelsturm zerstört wird, nur um anschließend von vorne zu beginnen, die Trümmer aufzusammeln und dem nächsten Sturm entgegen zu sehen. Die Stärke der beiden ist wirklich beeindruckend. Ich habe furchtbar mit den Charakteren gelitten, bin immer wieder verzweifelt und habe reichlich Tränen verdrückt. Die Authentizität der Geschichte hat mich vollkommen überzeugt und mir beinahe das Herz zerrissen. Das Leben ist ein Sturm und trotzdem lassen sich Nell und Vian davon nicht aufhalten und strotzen immer wieder den heftigsten Gewittern. Insgesamt liebe ich die Story trotz allem Schmerz sehr, doch das Ende hat mich etwas enttäuscht. Das liegt allerdings lediglich an meiner persönlichen Präferenz und dem was ich mir gewünscht hätte und verdirbt mir dennoch diese eindrucksvolle Geschichte nicht.

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Veröffentlicht am 16.12.2021

Zwei kleine Snacks

Hades' Hangmen: Zwei Novellas in einem E-Book
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Aus irgendeinem Grund konnte ich an den zwei Novellen von Tillie Cole nicht vorbei gehen, obwohl ich ihre 'Hades Hangmen' Reihe nicht gelesen habe. Es handelt sich hierbei um zwei Kurzgeschichten die sich ...

Aus irgendeinem Grund konnte ich an den zwei Novellen von Tillie Cole nicht vorbei gehen, obwohl ich ihre 'Hades Hangmen' Reihe nicht gelesen habe. Es handelt sich hierbei um zwei Kurzgeschichten die sich an die Reihe anschließen und vermutlich den Kennern noch einmal ein süßes Happy End schenken.
Auch ohne die Bücher oder die Figuren zu kennen, wird hier schnell der große Zusammenhalt der Charaktere deutlich und für mich waren es zwei niedliche Storys für zwischendurch. Die erste Kurzgeschichte bietet uns Maes und Styx Hochzeit. Die scheint mir das Paar aus dem ersten Band zu sein und augenblicklich wird die tief empfundene Liebe zwischen den beiden überdeutlich und die unumstößliche Bindung. Doch Styx, der Präsident der Hades Hangmen hat ein Problem und einen Herzenswunsch…Wird ihm sein Vorhaben gelingen?
Die zweite Kurzgeschichte handelt von Tank, der sich nach turbulenten Jahren für einen anderen Weg entscheidet und dabei seine Beauty findet. Auch Beauty sehnt sich nach einer neuen Richtung in ihrem Leben und so machen sich die beiden gemeinsam auf den Weg um ihren Fleck zu finden an dem sie glücklich werden können. Und obwohl Tank von seiner Vergangenheit eingeholt wird, sind die Hangmen da und stehen füreinander ein. Insgesamt hatte ich trotz der Unkenntnis in Bezug auf die Vorgeschichten beide Storys als spannend und unterhaltsam empfunden.

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Veröffentlicht am 16.12.2021

Lesenswerte College-Romanze

The Memories We Make
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Mit "The Memories we make" habe ich mich auf eine neue Autorin und damit auch den ersten Teil der "Fulton-University"-Reihe gestürzt und wurde nicht enttäuscht. In dieser Geschichte geht es um das kleine ...

Mit "The Memories we make" habe ich mich auf eine neue Autorin und damit auch den ersten Teil der "Fulton-University"-Reihe gestürzt und wurde nicht enttäuscht. In dieser Geschichte geht es um das kleine Genie Persephone Alexander, genannt Seph, und den Football Star Reece Michaels, deren Kontakt sich doch eher unüblich ergibt. Seph ist immer schon eine Außenseiterin gewesen und viele Dinge des alltäglichen Lebens sind ihr völlig fremd, während ihre Studienkollegen schon deutlich mehr erlebt haben. Als Kind daheim unterrichtet, immer dazu angehalten mehr und besser zu lernen und schneller ihre Ziele zu erreichen als andere, hat sie nie wirklich Freunde gehabt oder Erlebnisse teilen können. Nun auf dem College spürt sie das erste mal so wirklich ein Gefühl von Freiheit. Bisher hat sie aber noch nicht wirklich Anschluss gefunden, vor allem nicht mit diesem Miststück als Mitbewohnerin und dazu quält sie noch ihre Jungfräulichkeit. Sie glaubt diese mit achtzehn schon längst verloren haben zu müssen. So schreibt sie kurzerhand eine Annonce und sucht den Mann, der ihr diese Last abnimmt. Durch ein Missverständnis gerät sie an Reece und der kann kaum glauben, was sie da tut. Man könnte annehmen, dass er nun so richtig das Arschloch raushängen lässt um seine erstklassige "Football-Aufreißer"-Attitüde unter Beweis zu stellen. Doch dem ist nicht so. Intuitiv beginnt er sich um Seph und die Auswirkungen ihrer Tat zu sorgen. Hier wurde meiner Ansicht nach ein typisches Sportler-Klischee einmal umgangen und auch wenn Reece sich vielleicht nicht als reiner Good-Guy kategorisieren lässt, so ist er im Prinzip schon ein lieber Kerl. Bald schon lernt er es zu schätzen wie ungefiltert Seph alles ausspricht, was ihr in den Sinn kommt. Besonders durch ihre fehlenden Kommunikations-Skills sind ihre Aussagen immer wieder herrlich erfrischend und witzig. Trotzdem habe ich immer wieder darüber nachdenken müssen, was Seph als Kind und als Jugendliche verwehrt blieb und mit welchen Defiziten und Zweifeln sie aufwachsen musste. Ihr Familienumfeld dient zweifellos nicht dazu, ein Kind liebevoll zu erziehen. Immer wieder habe ich verschiedene Gedankengänge durchgespielt, was ihr alles neu und ungewohnt erscheinen muss, wie anders sie sich zwischen den anderen Studenten fühlen muss und wie sie ihre miese Erziehung aber auch einfach unglaublich stark gemacht hat. Auch wenn sie immer wieder rohe Gedanken ausstößt, so ist eine gewisse Direktheit ist ja prinzipiell nichts schlechtes und ihr dickes Fell hilft ihr sich nicht zu übermäßig für Tritte ins Fettnäpfchen zu schämen. Ich habe sie auf jeden Fall schnell ins Herz geschlossen und als sehr unterhaltsam empfunden. Reece hat im Gegensatz zu Seph das Glück mit einer deutlich liebevolleren Familie gesegnet zu sein, doch auch zwischen ihm und seinem Vater gibt es Differenzen. Die gegensätzlichen Familiensituationen, die Unterschiede im sozialen Umfeld, die unterschiedlichen Denkweisen und Antriebe der Protagonisten verleihen der Geschichte eine eigene Dynamik, fortschreitende Spannungen und Emotionen die übergreifen. Besonders der Epilog bietet viel Raum für Gefühlsübergriffe und doch hätte ich mir eine ausführlichere Auflösung des Konflikts, der unterschwellig die komplette Handlung mindestens begleitet, wenn nicht sogar steuert, gewünscht. Dennoch eine sehr einfühlsame und lesenswerte College-Romanze.

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