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Veröffentlicht am 14.08.2025

Wenn Papa arbeiten will, aber das Kind zu laut ist

Die laute Hedda
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Die Laute Hedda beschäftigt sich mit einem Thema, das wohl viele Kinder und ihre Eltern regelmäßig beschäftigt: Lautstärke und Wildheit, denn Heddas Papa muss arbeiten, Telefonate führen und den Haushalt ...

Die Laute Hedda beschäftigt sich mit einem Thema, das wohl viele Kinder und ihre Eltern regelmäßig beschäftigt: Lautstärke und Wildheit, denn Heddas Papa muss arbeiten, Telefonate führen und den Haushalt schmeißen während Hedda verschiedenste Ideen hat die eines gemeinsam haben - Sie sind zu laut für Papa und stören ihn. Egal was Hedda tut, Papa ist genervt und verbietet es ihr, bis sie schließlich ausrastet.

Nun sieht der Papa ein, dass er vielleicht etwas zu streng war, entschuldigt sich bei Hedda und erklärt ihr, dass sie sich richtig so ist, wie sie ist. Anschliessend nimmt er sich die Zeit um mit ihr zu spielen und auch der Papa merkt, wie schön es sein kann zusammen laut zu sein und zu Lachen.

Ich finde es schön, dass schließlich so auf Heddas Bedürfnisse eingegangen wird, finde es aber schwierig, da trotzdem keine richtige Lösung oder ein Kompromiss geboten wird. Zwar ist für den Moment alles geklärt, doch werden solche Situationen ja immer wieder auftreten, hier hätte ich es noch gelungener gefunden wenn die beiden einen Weg gefunden hätten, damit die Bedürfnisse von beiden Parteien berücksichtigt werden.

Die kunterbunten Illustrationen gefallen mir dafür umso besser und machen richtig gute Laune beim anschauen!

Besonders toll finde ich auch die Darstellung von Heddas Papa, der alleinerziehend sein könnte, denn im ganzen Buch taucht kein weiteres Elternteil auf und am Abend, liegen beide zusammen in Papas Bett und ruhen sich zusammen aus. Alleinerziehende Papas finden sich immer noch eher selten in Kinderbüchern, sodass ich es schön finde hier auf einen zu treffen. Zudem räumt er ein wenig mit Geschlechterklischees auf und zeigt, dass auch Papas Nagellack und Ohrringe tragen können.

Der Ansatz des Buches hat mir gut gefallen, insgesamt fehlte mir aber eine Lösung, wie solche Situationen auch in Zukunft vermieden werden können.

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Veröffentlicht am 14.08.2025

Eine gelungene Gesprächsgrundlage

Große sind Schisser
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Große sind Schisser handelt, wie der Titel schon verrät vom Thema Ängste und bietet dadurch eine tolle Grundlage, um mit Kindern darüber zu sprechen.

Das Bilderbuch erzählt von drei Kindern, die gemeinsam ...

Große sind Schisser handelt, wie der Titel schon verrät vom Thema Ängste und bietet dadurch eine tolle Grundlage, um mit Kindern darüber zu sprechen.

Das Bilderbuch erzählt von drei Kindern, die gemeinsam in einem Mehrfamilienhaus leben und die anderen Bewohner*innen des Hauses gerne beobachten. Dabei fällt ihnen auf, dass selbst die stärksten unter diesen Angst vor irgendetwas haben. Mäuse, Zahnärztbesuche, Bärte, Kinder und noch viel mehr macht den unterschiedlichen Erwachsenen im Haus Angst.

Und während die Kinder sich mit ihren eigenen Ängsten auseinandersetzen und sich diesen stellen versuchen sie auch die Ängste der Erwachsenen zu kurieren, so die „Angst vor Bärten“ die Erna Wuttke plagt, denn die Kinder vermuten, dass dies der Grund ist warum sie so Angst vor Papa und Onkel Baran hat. Für uns Erwachsene lässt sich jedoch durch den Absatz „Bärte-Bammel ist allerdings so eine Sache, die gibt’s nur hier. Wo ich geboren bin, tragen fast alle Männer Bärte“ erschließen dass es vielleicht nicht der Bart ist der Erna Wuttke Angst macht. Auch hier bietet sich beim Lesen mit älteren Kindern Gesprächspotenzial an.

Der Zeichenstil ist nicht ganz meins, die Kids fanden ihn aber zum Schreien komisch und er passt gut zu dem Buch!

Schließlich zeigt uns die Geschichte, dass Kinder oft sogar viel mutiger als Erwachsene sind und diesen gerne mal etwas davon abgeben können. Manchmal hilft es eben sich seinen Ängsten zu stellen!

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Veröffentlicht am 11.04.2022

Packender Jugend-Mystery-Thriller

Ancora
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Ich habe vor längerer Zeit bereits „Wenn das Feuer ausgeht“ von Colin Hadler gelesen und war unheimlich gespannt, wie sich der Autor seitdem weiterentwickelt hat. Bereits das Cover des Buches mit dem „Guckloch“ ...

Ich habe vor längerer Zeit bereits „Wenn das Feuer ausgeht“ von Colin Hadler gelesen und war unheimlich gespannt, wie sich der Autor seitdem weiterentwickelt hat. Bereits das Cover des Buches mit dem „Guckloch“ drin ist der absolute Hammer und macht unheimlich neugierig.

In „Ancora“ planen die drei Freunde Romy, Aurel und Jannis ihren Sommer im komplett abgeschiedenen Selbstversorgerdorf Ancora zu verbringen, in dem es kein Handynetz gibt und die Bewohner in einer ganz eigenen Gemeinschaft leben. Doch schnell merkt Romy, dass immer wieder unerklärliche Vorfälle geschehen, einige Personen sich immer seltsamer Verhalten und sie immer tiefer in die Geschehnisse hineingezogen wird. Doch dann stellt sie fest, dass die Ereignisse in Ancora eins zu eins in einem Gedicht ihrer Mutter beschrieben werden.

Ancora beginnt mit einem spannenden Prolog, der mich direkt packen konnte und bereits andeutet, dass das Dorf Ancora nicht so friedlich ist, wie es zunächst scheint. Die eigentliche Handlung geschieht dann Schlag auf Schlag. Die Ankunft in Ancora war zunächst etwas holprig und die genauen Beweggründe für den Aufenthalt etwas unklar, doch die mysteriösen Ereignisse und die Atmosphäre von Ancora konnten mich schnell in ihren Bann ziehen. Da ich mir lange absolut keinen Reim darauf machen konnte, warum und wie all die übernatürlich scheinenden Ereignisse passieren und miteinander zusammenhängen und das Erzähltempo keine Längen zulässt konnte ich das Buch kaum noch zur Seite legen.

Gespickt ist die Handlung immer wieder durch Gedichte von Romys Mutter und ihr selbst, was gut zum Buch und zum Autor gepasst hat, dessen poetisch-philosophischer Schreibstil mir bereits im Vorgängerroman aufgefallen ist.

Etwas schwer getan habe ich mich mit den vielen verschiedenen Protagonistinnen und ihren Beweggründen, die teils offen bleiben oder erst spät deutlicher werden. Insbesondere Anfangs hatte ich Schwierigkeiten die Rolle der vielen Personen einzuordnen, bei manchen war es auch nicht relevant ihnen Tiefe zu verleihen, bei anderen hätte ich es mir im Nachhinein aber gewünscht.

Insgesamt ist Ancora ein ungewöhnlicher Jugend-Mystery-Thriller, dessen Schreibstil mich absolut gefesselt hat und dessen Erzähltempo dafür sorgt, dass keine Längen aufkommen. Zwischenzeitlich war mir manches etwas zu abgedreht, allerdings fand ich die Aufklärung am Ende gelungen. Lediglich bei den einzelnen Protagonist
innen hätte ich mir teils mehr Tiefe gewünscht, auch wenn das Buch als Gesamtwerk für einen 350 Seiten langen Jugendthriller recht tiefgehend ist. Insgesamt gebe ich daher 4 Sterne und bin gespannt darauf, was Colin Hadler in Zukunft noch schreiben wird.

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Veröffentlicht am 21.12.2021

Tolle Middle-Grade-Reihe!

Keeper of the Lost Cities – Das Feuer (Keeper of the Lost Cities 3)
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Keeper of the Lost Cities – Das Feuer ist bereits der dritte Band der in Amerika sehr beliebten Middle-Grade-Reihe von Shannon Messenger, die jetzt endlich auch auf Deutsch erscheint.

Die Reihe verfolgt ...

Keeper of the Lost Cities – Das Feuer ist bereits der dritte Band der in Amerika sehr beliebten Middle-Grade-Reihe von Shannon Messenger, die jetzt endlich auch auf Deutsch erscheint.

Die Reihe verfolgt die Geschichte von Sophie, die in der Menschenwelt aufwächst, bis sie erfährt, dass sie eine Elfe ist, was auch ihre Fähigkeit Gedanken zu lesen erkärt. Von da an beginnt sie ein neues Leben in der Elfenwelt und besucht die Foxfire Academy, an der sie lernt mit ihren Fähigkeiten umzugehen. Nachdem sie gemeinsam mit ihren Freunden bereits in den ersten zwei Bänden einige Abenteuer und Gefahren überwinden musste wird ihr Leben auch in Band 3 nicht langweiliger. Nach wie vor weiß sie nicht wer Freund und Feind ist, steht vor einigen ungelösten Rätseln und soll nun auch noch dem berüchtigten Pyrokinetiker Fintan seine Geheimnisse entlocken.

Das Buch hat mich direkt wieder in den Bann gezogen und durch die tolle magische Welt und den lockeren Schreibstil mitgerissen. Durch kleine Rückblenden, die immer wieder eingestreut werden, werden die wichtigsten Ereignisse aus den vorherigen Bänden nochmal ins Gedächtnis gebracht, während sich die Ereignisse auch in Band 3 nur so überschlagen.

Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass dieser etwas düsterer als die Vorgänger war, allerdings immer noch in einem Maß, dass für die Zielgruppe ab 12 geeignet ist. Zwischen düsteren Passagen gibt es immer wieder auch solche, in denen Freundschaft und Familie im Fokus stehen und Sophies charakterliche Entwicklung vorangetrieben wird.

Teilweise hat es mich allerdings gestört, dass Sophie eine unheimlich unterstützende Familie hat, der sie sich trotzdem nur im äußersten Notfall anvertraut, während sie teils etwas willkürlich entscheidet mit welchen Freunden sie welches Geheimnis teilt.

Die Geschichte von Keeper of the Lost Cities für sich ist nichts neues, es handelt sich um eine klassische Chosen One Story, in der ein recht junges Mädchen gegen böse Mächte kämpfen muss, ihrer Herkunft nachspüren will und dabei durch ihre Freunde unterstützt wird. In diesem Fall finde ich allerdings das World Building sehr gelungen und auch die Fülle an verschiedenen magischen Wesen, Fähigkeiten und Charakteren sehr gelungen.


Insgesamt ist Keeper of the lost cities eine tolle Reihe für Leser*innen ab 12, die mitreißt und verzaubern kann. Band 3 hat sich nahtlos in die Geschichte eingereiht und durch viele Entwicklungen für viele schöne Lesestunden gesorgt. 4 Sterne!

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Veröffentlicht am 20.10.2021

Endlich ein New Adult Buch, das in Hamburg spielt

Regenglanz
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Simon will eigentlich nur eines: Das peinliche Tattoo loswerden, dass er sich betrunken hat stechen lassen, denn das erinnert ihn stetig an seine Ex-Freundin Kiki. Doch beim Termin im Tattoo-Studio trifft ...

Simon will eigentlich nur eines: Das peinliche Tattoo loswerden, dass er sich betrunken hat stechen lassen, denn das erinnert ihn stetig an seine Ex-Freundin Kiki. Doch beim Termin im Tattoo-Studio trifft er auf die attraktive Alissa, der er das Tattoo auf gar keinen Fall präsentieren will. Schnell zeigt sich dass die Anziehung auf Gegenseitigkeit beruht, doch beide haben so einiges aus der Vergangenheit zu verarbeiten. Während Simon in der Vergangenheit oft mit Alkohol und Drogen eskaliert ist um seine Probleme zu verarbeiten, hat Alissa mit dem schwierigen Verhältnis zu ihrer Familie zu kämpfen, dass sich seit dem Tod ihrer Mutter immer mehr verschlechtert.

Der Grund für meinen Lesewunsch war insbesondere, dass es das erste New Adult Buch ist, dass in meiner Heimatstadt Hamburg spielt. Ich fand es schön, wie viele Orte ich dadurch kannte und die Beschreibungen der Stadt auch sehr gelungen. Ganz besonders umgehauen hat mich zudem das wunderschöne Cover mit den Regentropfen, dass gemeinsam mit dem tollen Buchschnitt der Erstauflage einen tollen Anblick bietet.

Schön fand ich, dass man durch die wechselnden Perspektiven beide Charaktere gut kennenlernen konnte und ihre Vergangenheit, ihre Eigenschaften und ihre Gefühle dadurch besser nachvollziehen konnte.
Simon ist definitiv eher der ruhige und hilfsbereite Typ, der immer für alle da ist. Alissas unsicheres Verhalten und die Schuld von der sie geplagt wird konnte ich gut nachvollziehen und habe dies auch nicht als überdramatisiert empfunden. Allerdings hatte die Handlung für mich in der zweiten Hälfte ein paar zu klischeehafte Zufälle und wurde mir dadurch etwas zu künstlich dramatisch. Trotzdem fand ich die eigentliche Thematik des Buches sehr gelungen aufgearbeitet, da hätte ich mir einfach ein wenig Drama weniger vorstellen können.

Die Handlung konnte mich recht schnell packen, auch wenn es zunächst etwas ruhiger losgeht. Schön fand ich, dass auch alltäglichere Szenen mit Freund*innen und Familie oder die Chats zwischen Alissa und ihren Freundinnen eine Rolle spielten und so auch das Umfeld der beiden gezeigt wurde, dass ihnen immer mit einem guten Rat zur Seite stand. Besonders Simons Oma hat mir das ein oder andere Schmunzeln entlockt und war eine meiner Lieblingspersonen im Buch.

Insgesamt hat mich das Buch fesseln können und viel Lesespaß bereitet, sodass ich 4 Sterne gebe und mich bereits auf die beiden Fortsetzungen freue, die ebenfalls in norddeutschen Städten spielen!

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