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annamichalea

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.02.2022

Eine neue Serie nicht nur für Ballettbegeisterte

Ballet School – Der Tanz deines Lebens
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Was mich zu diesem Buch greifen ließ, war die Auswirkung von Ballettunterricht auf meine Töchter. Beide haben natürlich nie grosses Ballett getanzt, aber für ihr Selbstbewusstsein waren das Tanzen und ...

Was mich zu diesem Buch greifen ließ, war die Auswirkung von Ballettunterricht auf meine Töchter. Beide haben natürlich nie grosses Ballett getanzt, aber für ihr Selbstbewusstsein waren das Tanzen und die kleinen Erfolge bei Auftritten Gold wert.
Daher freut es mich, dass Ballett als Buchthema wieder aufgelegt wird, viele Kinder konnten wegen Corona Einschränkungen leider nicht in den Ballettunterricht und wenn, dann fielen die so wichtigen Auftritte aus. Vielleicht macht diese neue Serie auch Lust es mal auszuprobieren?
Das Buch macht einen hochwertigen Eindruck, Farbe und Design genau richtig für junge Mädchen.
April war ein Jahr alt als ihre Mutter, eine berühmte Primaballerina, starb. Nie wollte sie etwas mit Ballett zu tun haben. Durch Zufall und eine kleine Trickserei kommt sie dennoch zur Probezeit an eine renommierte Ballettschule. April will in der Royal Ballett School ihrer Mum näher kommen, aber sie wird immer nur mit ihr verglichen. Wie hart das Training, die nötige Disziplin und das Wegstecken von Misserfolgen ist könnt ihr in dem Buch erfahren. Auch wie April ihrer Mutter endlich nachspüren kann.
Natürlich kommt in dem Buch neben dem Tanz auch das ganz normale Teenieleben nicht zu kurz, Streit, Durchhänger, Verliebtsein...


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Veröffentlicht am 15.02.2022

Beckett aktualisiert

Die Feuer
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Drei Frauen sehen sich gerade ein Theaterstück von Beckett an, zeitgleich toben in relativer Nähe Buschfeuer. Überschaubarer Handlungsort, könnte man meinen. Wie in Beckets Stücken.
Was sich in diesem ...

Drei Frauen sehen sich gerade ein Theaterstück von Beckett an, zeitgleich toben in relativer Nähe Buschfeuer. Überschaubarer Handlungsort, könnte man meinen. Wie in Beckets Stücken.
Was sich in diesem Buch wiederfindet ist ein furioses Verweben von Theaterstück, den persönlichen Gedanken und Erinnerungen der drei Frauen und der Tragik der Buschfeuer als Symbol des Klima-Krisen-Showndowns.
An dieser Stelle rate ich jedem Leser dieses Buches sich bitte mit Samuel Becketts Stück Glückliche Tage vertraut zu machen.
Die Aussage ist ähnlich dramtisch wie die im Buch. Während der apokalyptische Untergang der Welt durch die Klimaerwärmung, symbolisiert durch die Buschfeuer, gerade stattfindet, sieht man sich in Selbstverständlichkeit ein Theaterstück an und sinnt eigenen Wünschen , Gedanken und Befindlichkeiten nach.
Diese vielen verscheidenen Ebenen werden so vorgestellt, dass man kein Gefühl von Zerstückelung hat. Eher lodern die Gedankengänge oder andere Textstellen auf wie die Flammen eines Feuers. Züngeln hoch, verschwinden um an anderer Stelle wieder zu lodern.
Das Spiel mit Sprache ist auch ein ganz besonderes, ein Beispiel die Textstelle: Der Leichnam als Verbraucher. Die verbrauchende Leiche. Leichen verbrauchen.
Die Autorin hat ein sehr schwieriges Thema für ihr Buch gewählt. Es hinterlässt bei mir eine Art Nachgeschmack. Ist es wirklich schon zu spät oder besteht doch noch Hoffnung?
Ein kleines Schmunzeln von mir zum Schluss des Buches. Die Autorin schreibt in der Danksagung von dem männlichen Verleger, den sie nie wollte, und der sich als einer der besten entpuppte.

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Veröffentlicht am 15.02.2022

Ein ganz besonderes Buch

Allein auf dem Meer
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Erst einmal habe ich mit Freude festgestellt, dass das Cover im Vergleich zur Originalausgabe fast unverändert ist. Die Faszination bleibt erhalten. Ebenso die Kürze des Titels ist gut wiedergegeben. Aus ...

Erst einmal habe ich mit Freude festgestellt, dass das Cover im Vergleich zur Originalausgabe fast unverändert ist. Die Faszination bleibt erhalten. Ebenso die Kürze des Titels ist gut wiedergegeben. Aus Girl. Boy. Sea. Wird Allein auf dem Meer.
Auch wenn ich vorab schon sicher war, dass das Buch auch mir als erwachsenem Leser sicher gefallen würde, war ich nicht darauf vorbereitet wie sehr.
In dem Buch finden sich neben spannenden und philosophischen Stellen auch poetische. Zum Beispiel die Beschreibung wie ein Insekt auf der lebensnotwendigen Wasserflasche von einem Tropfen trinkt. Bill bringt es nicht fertig, es zu erschlagen. Ebenso auch ganz essentielle Überlebensstellen, die so sehr ins Eingemachte gehen. Aus der poetischen Anmut einer vorbeiziehenden Schildkröte wird eine notwendige Schlachterei. Dabei kommen die kulturellen Unterschiede zwischen Bill und Aya zum Tragen. Was tut man um zu Überleben?

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Veröffentlicht am 15.02.2022

Starke Frau, starkes Buch

Manifesto. Warum ich niemals aufgebe. Ein inspirierendes Buch über den Lebensweg der ersten Schwarzen Booker-Prize-Gewinnerin und Bestseller-Autorin von »Mädchen, Frau etc.«
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Titel und Cover sind voll gelungen. Das O an Manifest reimt sich ja mit dem Nachnamen der Autorin Evaristo. Dadurch wirkt der Titel noch mal eindringlicher, persönlicher, eben authentischer. Das Cover ...

Titel und Cover sind voll gelungen. Das O an Manifest reimt sich ja mit dem Nachnamen der Autorin Evaristo. Dadurch wirkt der Titel noch mal eindringlicher, persönlicher, eben authentischer. Das Cover ist einfach wunderbar. Ich habe mal nach dem Originalcover geschaut, das ist weit weniger ansprechend. Der direkte Blick, die Grundfarben der Kleidung, die auch im Rahmen wieder aufgegriffen werden. Direkt und klar. Hier spricht die Autorin direkt zum Leser.
Zu dem Thema schwarze erfolgreiche Frauen ist in letzter Zeit sehr viel veröffentllicht worden. Misfits von Michaela Coel und von Natasha Brown Zusammenkunft. Eine ungewohnte Häufung, vielleicht auch, weil sich das gerade thematisch gut verkaufen lässt?
Der Hauptunterschied zu den genannten Büchern liegt im Lebensalter der Autorin. Sie hat da noch ganz andere Erfahrungen gemacht als ihre Autorenkolleginnen. Oder hat sich in Wirklichkeit nichts verändert? Am meisten betroffen macht mich die Editorische Notiz am Ende des Buches. Es ist wohl tatsächlich noch notwendig bestimmte Übersetzungen von Begriffen fast schon juristisch abzusichern. Hier heisst es zum Beispiel Schwarz wird als Selbstbezeichnung verwendet, manche Begriffe können nicht korrekt übersetzt werden, da bisher keine rassistisch konnotierte deutsche Entsprechung existiert. Alleine um diese Einordnung zu verstehen habe ich lange gebraucht.
Schade, dass es heute noch immer notwendig ist auf korrekte Wortwahl zu achten und ein Gespräch, auch eine Rezension zu diesem sehr schwierigen Thema nicht möglich scheint ohne Vorwissen um eine politisch korrekte Wortwahl.

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Veröffentlicht am 25.01.2022

Viel zu entdecken auf vielen Ebenen

Erschütterung
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Voranstellen muss ich die Tatsache, dass ich vieles an diesem Buch und dem Autoren noch nicht entdeckt oder verstanden habe. Einmal lesen reicht hier definitiv nicht.
Schon das Cover ist sehr deutungsvoll. ...

Voranstellen muss ich die Tatsache, dass ich vieles an diesem Buch und dem Autoren noch nicht entdeckt oder verstanden habe. Einmal lesen reicht hier definitiv nicht.
Schon das Cover ist sehr deutungsvoll. Hände sind ein starkes Thema in der Kunst, symbolisieren halten, beschützen, ergreifen und vieles mehr.
Eine Ebene des Buches, die Schachspiele Zachs mit seiner Tochter, spielen auch eine grosse Rolle. Mit den Händen werden die Figuren gezogen, verschoben, geopfert. Muss man Schach können um diese Ebene zu verstehen? Vielleicht ein bischen.
Ein weiteres Nebenthema ist der Rassismus. Einmal der tatsächliche, den auch Zach und vermutlich der Autor selbst alltäglich erlebt haben, dann als Ausrede um nicht an einer Prüfung teilzunehmen ( Studenten fordern dies im Buch als Folge eines Traumas, weil irgendwo weiter weg Schwarzen gerade etwas Böses geschehen ist) und als Teil des Lebens der schwarzen Studenten, wie Zach sinngemäss proklamiert: toben sie sich auf Demos für ihre Rechte aus bevor sie mit ihrer Ausbildung sich ein gutes Leben machen.
All diese Ebenen schon bevor die Hauptgeschichte hier erwähnt wird, in der Zach und seine Frau mit der Tatsache konfroniert werden, dass ihre Tochter an einer unheilbaren degenerativen Krankheit sterben wird.
Helfen kann Zach seiner Tochter nicht, daher verfolgt er einen Hilferuf auf einem Zettel, den er zufällig in einer Jacke findet. Im Zusammenhang mit dieser Hilfsaktion wieder ein Fundstück, ein Satz in dem gefordert wird, dass Mexiko eine Mauer bauen sollte, um sich vor den USA zu schützen.
Viel tiefer wurde die Vielschichtigkeit noch, als ich nach dem Originaltitel forschte, den ich in dem vorliegenden Buch nicht fand. Unter dem Titel Telephone veröffentlichte Percival Everett ohne es vorher anzukündigen drei verschiedene Versionen des Buches, die sich in "Kleinigkeiten" unterschieden.
Aber mehr dazu würde den Rahmen hier sprengen. Lest es einfach. Und nocheinmal und nochmal.

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