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Veröffentlicht am 13.05.2022

Ganz viel Drama

SOMERSET. Sehnsucht und Skandal (1)
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Auf "Somerset", dass etwas für LeserInnen von Bridgerton sein soll, habe ich mich sehr gefreut. Man begleitet Isabella, die sich nach einem einschneidenden Ereignis nach Bath begibt, um schnellstmöglich ...

Auf "Somerset", dass etwas für LeserInnen von Bridgerton sein soll, habe ich mich sehr gefreut. Man begleitet Isabella, die sich nach einem einschneidenden Ereignis nach Bath begibt, um schnellstmöglich einen Ehemann zu finden, um so eine mögliche Schande von sich und ihrer Familie abzuwenden.

Zunächst begleitet man Isabella dabei, wie sie sich bei ihrer Tante in Bath einlebt. Der Beginn lässt einem einerseits Zeit, anzukommen, anderseits trifft Isabella recht bald auf Alexander, wodurch Spannung aufkommt. Denn obwohl die beiden in einem hitzigen Argument aneinandergeraten, spürt man die Chemie zwischen den beiden.

Isabella wirkt zunächst wie eine selbstständige, intelligente Frau, die zwar eigensinnig ist, diese Eigensinnigkeit jedoch aufgrund der damaligen Konventionen zu verstecken weiß. Alexander wirkt zuweilen zwar oft hitzig, aber auch selbstbewusst. Allerdings entwickeln sich die Charakterzüge der beiden im Verlauf der Geschichte und das nicht zum Positiven. Es ist fast so, als würden beide das Schlechteste im jeweils anderen hervorbringen. Alexander wird übergriffig, Isabella wankelmütig und naiv.

Die Nebencharaktere zeigen hier mehr Kontinuität, allen voran Isabellas Gesellschafterin und spätere Freundin Betty, die einen beständigen, sympathischen Charakter hat. Hier schließt sich ebenso Alexanders bester Freund an.

Aber nicht nur die Hauptcharaktere entwickeln sich mit der Zeit ins Negative, auch die Geschichte selbst verliert sich in ihrer Überdramatisierung, wodurch die Logik und der rote Faden der Geschichte verloren gehen. Von der anfänglichen Chemie zwischen Isabella und Alexander, die für mich unbestreitbar vorhanden war, bleibt zum Schluss nur wenig übrig.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr anschaulich. Auch dieser gefiel mir zu Beginn des Buches besser, denn am Ende mischen sich viele moderne Ausdrücke in die Sprache der ProtagonistInnen.

Alles in allem ein gelungener Start, der sich in der eigenen Dramatik verliert.

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Veröffentlicht am 05.04.2022

Eine sehr ruhige, atmosphärische Geschichte, die erst zum Ende hin Fahrt aufnimmt.

Die Liebe tanzt barfuß am Strand
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Lütteby ist ein wahrer Wohlfühlort im Norden Deutschlands, der durch Kleinstadtcharme und viel zu neugierige Mitmenschen auch perfekt in die Serie "Gilmore Girls" passen würde. Durch eine Verfeindung mit ...

Lütteby ist ein wahrer Wohlfühlort im Norden Deutschlands, der durch Kleinstadtcharme und viel zu neugierige Mitmenschen auch perfekt in die Serie "Gilmore Girls" passen würde. Durch eine Verfeindung mit dem Nachbarort Grotersum und dessen Bürgermeister kämpft Lütteby um den Erhalt der Werte der Stadt. Die Fehde der beiden Orte reicht aufgrund einer alten Geschichte bis weit zurück in die Vergangenheit...

Mittendrin im Spektakel ist Hautprotagonistin Lina, die sehr bodenständig, ruhig und auch ein wenig gefangen im Alltagstrott ist, das sie eigentlich andere Pläne für ihr Leben hatte und nun vor sich her lebt. Neben Lina gibt es noch deren äußerst sympathische (und weise) Großmutter Henrikje, ihre beste Freundin Sinje, den neuen Chef Jonas und die zahlreichen Mitbewohner Lüttebys, die selbst meine Nerven das ein oder andere Mal strapaziert haben. All das könnte eine super Mischung für einen Wohlfühlroman sein und für den ein oder anderen wird es das auch. Mich konnte die Geschichte leider gleich zu Beginn nicht abholen und dadurch auch im Verlauf nicht mehr fesseln.

Das liegt vor allem an der ruhigen Handlung, die überwiegend aus Ortsbeschreibungen besteht und innerhalb derer man zunächst in Ruhe die Bewohner und Lütteby selbst kennenlernt. Aber nebenher passiert doch recht wenig, was für mich darin resultierte, dass mir der rote Faden fehlte. Alles plätschert vor sich her, ohne einen wirklichen Spannungshöhepunkt. Erst ganz zum Schluss kommen viele Probleme zusammen, deren Ausgang aber auch nicht mehr aufgeklärt wird, sondern deren Lösung wohl auf den Folgeroman verschoben wurde.

Die Liebesgeschichte rundum Jonas und Lina war schön zu lesen und kommt ohne große Dramatik aus. Nur Linas Handlungen habe ich nicht wirklich verstanden, denn sie schafft Probleme, die recht leicht aus der Welt zu schaffen wären, insbesondere, weil der Verursacher absolut unsympathisch ist.

Fazit: Der Fokus des ersten Bandes liegt auf der Einführung des Ortes und der Menschen und weniger auf der Geschichte selbst.

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Veröffentlicht am 05.03.2022

Die Unsicherheiten einer jungen Erwachsenen nach dem Abitur

Viele Träume führen ans Ziel
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"Viele Träume führen ans Ziel" von Gloria Trutnau erzählt die Geschichte von Leni und Jonas, die beide gleichermaßen eine kleine Sinneskrise in ihrem jungen Leben haben. Während Leni noch nicht weiß, was ...

"Viele Träume führen ans Ziel" von Gloria Trutnau erzählt die Geschichte von Leni und Jonas, die beide gleichermaßen eine kleine Sinneskrise in ihrem jungen Leben haben. Während Leni noch nicht weiß, was das Leben für sie nach dem Abitur bringt (nur, dass es definitiv kein Jura-Studium sein wird), möchte Jonas sich von seiner Serien-Rolle und seinem Profit gierigem Vater loseisen. Beide treffen beim Set von Jonas aktueller Serie aufeinander und spüren schon bald, dass sie einiges verbindet. Eine Zweckgemeinschaft, geboren aus ihrer beider Verzweiflung, tut ihr Übriges ...

Der Schreibstil der Autorin ist super angenehm und man fliegt förmlich durch die Seiten. Dieses Buch würde ich von der Perspektive aus auch "Lesemuffeln" empfehle, weil man sich nicht durch die Seiten schlagen muss, sondern das Buch durch den einfachen, leichten Schreibstil schnell lesen kann.

Die Story schließt hier an. Während das Leben am Filmset gut rübergebracht wird und ein interessantes, neues Setting darstellt, konnten mich die Probleme und Hindernisse in Lenis und Jonas' Leben nicht ganz überzeugen. Die Bösewichte sind doch sehr schwarz-weiß gehalten und so manches Mal habe ich mich gefragt, warum auch andere Charaktere deren Machenschaften nicht durchschauen. So wirkte manches unnötig über dramatisiert. Auf der anderen Seite lösen sich viele Probleme zum Schluss wiederum recht schnell, sodass mir die Tiefe gefehlt hat.

Dies geht mit den Charakteren einher, wobei Leni und Jonas sehr sympathisch sind und man ihnen gerne folgt. Was ich auch noch einmal ganz besonders hervorheben will, sind die tollen Freundschaften in dem Buch, die für mich positive Vorbilder darstellen. Insbesondere Jonas' besten Freund, der ihn immer unterstützt, habe ich schnell in mein Herz geschlossen.

Fazit: Eine locker-leichte Geschichte, die mich aufgrund der fehlenden Tiefe nicht gänzlich überzeugen konnte, die aber durch einen tollen Schreibstil besticht.

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Veröffentlicht am 05.02.2022

Zeitreisen, Insta und die Arbeit als Zofe

#London Whisper – Als Zofe ist man selten online
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In #LondonWhisper begleitet der/die LeserIn Zoe, ein 15-jähriges Mädchen, das eigentlich nur innerhalb eines Austauchjahres nach London gereist ist, um dort zur Schule zu gehen. Allerdings reist Zoe plötzlich ...

In #LondonWhisper begleitet der/die LeserIn Zoe, ein 15-jähriges Mädchen, das eigentlich nur innerhalb eines Austauchjahres nach London gereist ist, um dort zur Schule zu gehen. Allerdings reist Zoe plötzlich durch die Zeiten und findet sich im Jahr 1816 als Zofe der schüchternen Miss Lucie wieder.

Das Buch ist stark geprägt durch einen jugendlichen, humorvollen Schreibstil, durch den man das Buch sehr schnell lesen kann. Es liest sich gut, allerdings habe ich mich als Zielgruppe einfach nicht angesprochen gefühlt und konnte mich dadurch mit Zoe auch schwieriger identifizieren. Es ist definitiv an jüngere LeserInnen gerichtet. Bei manchen Büchern fällt das für mich nicht so stark ins Gewicht, doch hier war manches für mich zu kindlich.

Zoe ist als Hauptprotagonistin erfrischend positiv. Sie nimmt sich jeder Herausforderung an und sprudelt nur so vor Leben. Ich mochte sie sehr gerne, ebenso wie Miss Lucie oder auch Hayden, der einen späteren Auftritt hat. Die Antagonisten sind im Buch dagegen sehr blass und haben kaum Auftritte - was auch an der Handlung liegt.

Diese ist nämlich gar nicht auf nur ein Buch ausgelegt, was aus der Buchbeschreibung nicht ersichtlich wird. In dem Buch dreht sich vieles um Zoes Zofenleben und ihr Ankommen im 19. Jahrhundert, wodurch sich die Handlung streckenweise zieht. Zum Ende hin ergeben sich eine Schwierigkeiten, doch die Meisterung dieser bleibt offen, denn das Buch endet sehr offen, was ich schade fand. Cliffhanger schön und gut, aber hier endet die Handlung gefühlt mittendrin.

Fazit: Jüngere LeserInnen werden ihren Spaß mit diesem Buch haben, sollten sich aber darauf einstellen, dass dies der 1.Teil einer Reihe ist.

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Veröffentlicht am 03.02.2022

Eine besondere Welt

One True Queen, Band 1 - Von Sternen gekrönt
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In "One true queen" wird Mailin nach Lyaskye verschleppt, einem Land, jenseits der Zeit. Hier soll sie Königin werden, doch Königinnen haben in dem Land kein langes Leben. Während Mailin verzweifelt versucht, ...

In "One true queen" wird Mailin nach Lyaskye verschleppt, einem Land, jenseits der Zeit. Hier soll sie Königin werden, doch Königinnen haben in dem Land kein langes Leben. Während Mailin verzweifelt versucht, nach Hause zurückzukehren,  begegnet sie Peter - einem Dieb, der ihr sagt, ihr nicht zu vertrauen. 

Es fällt mir schwer, dieses Buch zu bewerten, da ich so zwiegespalten bin. Ich wollte "One Truee Queen" schon eine Weile lesen, wegen dem schönen Cover und der interessanten Idee. Als ich jedoch endlich damit begonnen habe, konnte es mich so gar nicht fesseln. Ich wurde mit Mailin nicht so recht warm, weil sie auf mich nicht sympthatisch wirkte und auch die Geschichte auf den ersten 200 Seiten konnte mich nicht überzeugen. Vieles plätscherte vor sich hin oder ergab für mich wenig Sinn - auch zwischenmenschlich, wenn ich an Peter denke. Auch hier verstand ich nicht, was Mailin an ihm fand, denn er war einfach unfreundlich. 

Aber dann kam der zweite Teil und endlich, endlich konnte mich das Buch fesseln. Zu einem großen Teil lag das an der nun fantasievollen, kreativen Handlung mit unerwarteten Wendungen und auch einigen Wesen, die bei waren (insbesondere das Steinmonster). Aber auch beim Schreibstil hatte ich das Gefühl, mehr Magie zwischen den Zielen zu spüren. Selbst Mailin gefiel mir um Welten besser und ihre freche, selbstbewusste Art wurde für mich greifbarer.

Der zweite Teil hat mich also versöhnlich gestimmt und bei diesem Ende möchte ich Uch wissen, wie es weitergeht. 

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