Fesselndes Setting mit dramatischer, übertriebener Storyline
Dunbridge Academy - AnywhereNachdem ich den ersten Band der Dunbridge Academy-Trilogie beendet habe, mag ich das Buch gern, aber ich bin auch etwas enttäuscht. Ich fange mit den Dingen an, die mir gefehlt oder die mich gestört haben.
Es ...
Nachdem ich den ersten Band der Dunbridge Academy-Trilogie beendet habe, mag ich das Buch gern, aber ich bin auch etwas enttäuscht. Ich fange mit den Dingen an, die mir gefehlt oder die mich gestört haben.
Es sind kleine Spoiler in meiner Rezension enthalten. Es werden jedoch keine konkreten Momente oder Handlungen beschrieben. Ihr wisst also nicht, was genau passieren wird.
Die Dunbridge Academy wird hoch angepriesen und die Strukturen der Schule werden herausgearbeitet. Es gibt verschiedene Klassen, Dienste, Teams und einiges mehr. Leider kommt mir dabei einiges zu kurz. Beispielsweise gibt es einen Reitstall und ein Gewächshaus. Beides wird kaum bis gar nicht erwähnt. Die Dienste, die die Schüler haben, haben für die Geschichte keinerlei Bedeutung. Sie werden lediglich als Bestrafungen erwähnt. Das hat mir leider gefehlt. Bis auf das Rugbyteam kriegt man kaum Einblicke, was in den anderen Teams vor sich geht. Etwas schade, da ich gerne tiefer in die Strukturen und die Abläufe eingetaucht wäre.
Für mich ist zu viel in zu kurzer Zeit passiert. Die Geschichte erstreckt sich über ein paar Monate, in welchen super viel passiert. Gefühle entwickeln sich, Freundschaften verändern sich, Menschen kommen und gehen. Bis zur Hälfte des Buches war, meiner Meinung nach, alles gut und es ist angemessen viel passiert. Ab dann hatte ich das Gefühl, dass ein Grund gesucht wurde, um nochmal Drama zu integrieren. Das Schicksal ist grauenhaft. Das weiß ich. Aber es hat sich in diesem Buch gezwungen angefühlt. Die Fragen, die der Klappentext mit sich bringt, sind gefühlt nach der Hälfte des Buches schon beantwortet, was mich gestört hat. Hätte man die Geschichte rund um Emmas Vater nicht länger ziehen können? Oder auch das Knistern zwischen Emma und Henry? Es ging mir zu schnell.
Allerdings gibt es auch vieles, was mir in „Anywhere“ sehr gefallen hat. Angefangen mit dem großartigen Schreibstil von Sprinz. Sie hat das Setting, die Gefühle von den Charakteren und das ganze drumherum lebendig gemacht. Das Kribbeln, die Trauer, die Leere. Ich konnte mich sehr gut in die Geschichte und die Charaktere hineinversetzen. Vor allem die Leere und die Trauer haben mich bewegt. Sie waren real. Aber auch das Knistern zwischen den Charakteren hat sie greifbar gemacht.
Emma und Henry mochte ich gern. Beide waren nahbar, sympathisch und authentisch. Jeder auf seine eigene Art und Weise. Die Beziehung zwischen den Beiden hat sich langsam aufgebaut und es ist gab einige schöne Momente zwischen den Beiden. Man konnte das Knistern stark spüren. Die Autorin hat die Problematik mit Henrys Beziehung und Emma vorbildlich gelöst. Man merkt, wie Henry sich in Emma verliebt, aber er baut keinen Mist. Es wird vorweg schon erwähnt, dass die Beziehung der Beiden nicht mehr gut läuft. Deshalb sehe ich es nicht als radikal an, dass Henry sich in eine andere Frau verliebt, während er mit seiner Freundin noch zusammen ist. Dabei merkt er immerhin, dass es mit seiner Beziehung keinen Sinn mehr macht.
Das Setting und die Umgebung haben es mir ziemlich angetan. Ich liebe Burgen, Internate und Schottland. Eine Mischung daraus klingt nach einem Traum von mir. Die Bilder, die ich beim Lesen vor Augen hatte, haben mich verzaubert. Ich habe das Lesen und das Leben in der Dunbridge Academy echt geliebt.
Ich möchte trotzdem kurz erwähnen, dass dies der erste Band der Trilogie ist. Hoffentlich werden die kritisierten fehlenden Dienste und Teams in den weiteren zwei Bändern erwähnt und bekommen mehr Beachtung.
Fazit:
In „Anywhere“ trifft man zwei authentische Protagonisten, die sich auf legitime Weise ineinander verlieben. Der Leser kann sich nur in das glorreiche Setting der Academy und Schottlands verlieben. Jedoch wird die Storyline zum Ende hin von Drama überschüttet, was das magische Gefühl leider zerstört.