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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.02.2022

Ungwöhnlich, Düster, Spannend!

Der Tod ist ein Spieler aus Graz
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Unzufrieden mit seiner Arbeit möchte Armin Trost seinen Job als Chefermittler bei der Grazer Polizei an den Nagel hängen. Dann wird in der Nähe seines Hauses eine Leiche gefunden und seine Familie wird ...

Unzufrieden mit seiner Arbeit möchte Armin Trost seinen Job als Chefermittler bei der Grazer Polizei an den Nagel hängen. Dann wird in der Nähe seines Hauses eine Leiche gefunden und seine Familie wird bedroht. Zufall? Der gleiche Täter? Trost ist sich in einem sicher, er muss den Mörder finden. Er folgt den Spuren, die ihn eine Welt aus Rollenspielen, Sagengestalten und Geheimbündlern entführen. Die Zeit drängt, der Täter kommt ihm immer näher.
Den Regionalkrimi ”Der Tod ist ein Spieler aus Graz” hat Robert Preis am 20. Januar 2022 gemeinsam mit dem Verlag emons herausgebracht. Es handelt sich um eine überarbeitete Neuauflage aus 2011. Das düstere Cover passt hervorragend zu der im Krimi vorherrschenden Stimmung. Der Titel, der Name des Autors und des Verlags sind gut lesbar.
Diese Erzählung habe ich in zwei Abschnitten gelesen. Im ersten Abschnitt lese ich zügig über die erste Leiche und viel über das Leben, die Gedankengänge von dem Ermittler Armin Trost, seinen Frust und seiner Frau Charlotte. Die Haupt- und Nebenfiguren sind sauber gezeichnet, ihre Handlungen sind nachvollziehbar und für sie realistisch. Gerne hätte ich hier mehr von Charlotte gelesen. Für Armin hätte ich mir weniger Frust und einen Hauch von Ambitionen z. B. für einen lange Reise im Ruhestand gewünscht.
Ausgezeichnet finde ich die Einwürfe von Charlotte, mit denen jedes Kapitel startet. Das lockert die Geschichte auf. Richtig in Fahrt kommt Robert Preis im zweiten Abschnitt. Ausgezeichnet gelingt es ihm hier, die Spannung aufrecht zu halten und immer wieder neu anzufachen. Die mittelalterlichen Rollenspiele, die Sagengestalten und die Geheimbündler haben meinen Geist fasziniert und somit sind sie lebendig geworden. Am Ende löst sich alles sauber auf.
Robert Preis hat mit “Der Tod ist ein Spieler aus Graz” einen ungewöhnlichen Regionalkrimi auf den Büchermarkt gebracht, der sich in einem Setting aus Rollenspielen, Sagengestalten und Geheimbündlern bewegt. Wer sich von einem frustrierten Ermittler nicht abschrecken lässt und Sinn für sarkastischen Humor hat, ist hier richtig.

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Veröffentlicht am 23.09.2021

Spannend, Dramatisch, Verzwickt!

Fischland-Fluch
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Der Bestsellerautor Paul Freese veröffentlicht seine Bücher unter einem Pseudonym. Nun soll er mit einem renommierten Literaturpreis ausgezeichnet werden. Paul lehnt ab. Er möchte seine Privatsphäre schützen. ...

Der Bestsellerautor Paul Freese veröffentlicht seine Bücher unter einem Pseudonym. Nun soll er mit einem renommierten Literaturpreis ausgezeichnet werden. Paul lehnt ab. Er möchte seine Privatsphäre schützen. Doch dann passiert etwas, mit dem er nicht gerechnet hat. Sein Pseudonym wird enttarnt, es hagelt vernichtende Kritiken und er erhält anonyme mails, in denen er bedroht und seine Familie verleumdet wird. Während die Polizei der Sache nachgeht, ermitteln Paul und seine Freundin Kassandra auf eigene Faust. Ehe sie sich versehen, stoßen sie auf eine Geschichte über Diebstahl, Mord und andere Missetaten...
Den Regionalkrimi “Fischland-Fluch” hat Corinna Kastner am 22. Juli 2021 gemeinsam mit dem emons:Verlag herausgebracht. Das Cover zeigt dunkle Wolken über dem idyllischen Festland. Es wirkt auf mich bedrückend und trifft die Atmosphäre des Küstenkrimis auf den Punkt. Der Titel des Buches und der Name der Autorin sind gut lesbar. Es handelt sich um den 7. Teil der Fischland-Serie mit Kassandra Voß und Paul Freese. Dieser Teil ist ohne Kenntnisse der vorigen Bände gut lesbar.

Im Vordergrund dieses Bandes steht Paul Freese, der mir gleich sympathisch gewesen ist. Mit nur wenigen Sätzen transportiert die Autorin die klassische Atmosphäre der Region Fischland in den Kopf ihres Lesers. Sie erzählt in ruhiger und unaufgeregter Sprache ihre Geschichte in 2 Zeitsträngen. Zu jeder Zeit sind die Anspannung und die Gefühle von Paul und den anderen Haupt- und Nebenfiguren deutlich ausgearbeitet und kommen gut beim Leser an. Ihre Handlungen sind nachvollziehbar. In der Gegenwart beschäftigen wir uns mit dem Autor Paul Freese, der nach Ablehnung des Literaturpreises bedroht wird. Zügig sind 2 Verdächtige ausgemacht. Sind die Vorwürfe berechtigt? Die Recherche von Paul und Kassandra beschäftigt sich mit Pauls Familiengeschichte. Durch den Einsatz von Briefen und Tagebüchern lockert Frau Kastner ihre Erzählung in der Vergangenheit auf. Diesen Regionalkrimi habe ich in 4 Abschnitten gelesen. In den ersten 3 Teilen konnte ich das Buch vor lauter Anspannung kaum aus der Hand legen, so sehr hat mich Pauls Geschichte gefesselt. Mit dem letzten Abschnitt habe ich mich dann etwas schwerer getan. Hier löst die Autorin sauber, detailliert, sorgfältig und nachvollziehbar beide Zeitstränge auf und führt sie zu einem sauberen Abschluß zusammen. Ich hätte mir eine etwas schlichtere Lösung gewünscht. Dennoch habe ich mich in diesem Küstenkrimi zu jeder Zeit sehr gut unterhalten gefühlt und mit ihm viele spannende Lesestunden verbracht. Die Fischländer habe ich in mein Herz geschlossen. Da dies mein erster Fischland-Krimi gewesen ist, ist meine Neugier geweckt. Ich habe Lust bekommen, mich intensiver mit der Fischland-Reihe zu beschäftigen.

Corinna Kastner hat mit Fischland-Fluch einen unterhaltsamen, spannenden und empfehlenswerten Küstenkrimi auf den Büchermarkt gebracht. Er richtet sich an alle Liebhaber des Regionalkrimis, die Lust auf eine verzwickte Familiengeschichte haben.

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Veröffentlicht am 07.12.2020

Luft nach oben

Hexenjäger
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Der Schriftsteller Roger Koponen feiert einen Überraschungserfolg mit seiner Trilogie “Hexenjäger” und befindet sich auf einer Lesung. Da wird seine eigene Frau tot in unnatürlicher Position aufgefunden. ...

Der Schriftsteller Roger Koponen feiert einen Überraschungserfolg mit seiner Trilogie “Hexenjäger” und befindet sich auf einer Lesung. Da wird seine eigene Frau tot in unnatürlicher Position aufgefunden. Es folgen weitere tote Frauen in ebenfalls ungewöhnlichen Stellungen. Schnell wird dem ermittelnden Team mit Jessica Niemi klar, dass der/die Mörder die Morde aus dem Roman von Roger Koponen “Hexenjäger” nachstellt. Besonders erschreckend ist, dass die toten Frauen Jessica erschreckend ähnlich sehen. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Kann Jessica das Töten beenden?

Mit “Hexenjäger” hat der skandinavische Autor Max Seeck einen Thriller herausgebracht, der am 21.12.2020 im Verlag Lübbe erschienen ist. Das Cover hat mich gleich zugreifen lassen. Ein rotes Kreuz vor grauem Hintergrund. Den Namen des Autors in weißer Blockschrift geschrieben. Gefällt mir gut. Der Schreibstil von Max Streeck hat mir den Einstieg leicht gemacht.

Das Buch habe ich in 3 Abschnitten gelesen. Den ersten habe ich als sehr spannend empfunden. Schnell war mir klar, dass wir es hier nicht mit einem Mörder sondern zumindest mit mehreren Mördern oder gar einer Gruppe von Mördern zu tun haben. Der 2. Abschnitt hat ein wenig gelängelt und diente meiner Meinung nach eher dazu, mich mit Informationen zu versorgen, die für mein Verständnis notwendig sein sollten. Der 3. Abschnitt war dann wieder richtig spannend und endete mit einem Showdown. Ich habe mit einer anderen Auflösung gerechnet.

Leider hinterlässt dieses Ende bei mir einen schalen Beigeschmack. Ich bin ein Freund von Ermittlern, die ihre eigenen Ecken, Kanten und Probleme haben. Das macht sie menschlich. In diesem Fall nehmen nach meiner Meinung nach die persönlichen Probleme der Ermittlerin Jessica Niemi zu viel Raum in diesem Thriller ein und behindern sie massiv in ihrer Arbeit bei der Polizei. Der Thriller “Hexenjäger” von Max Seeck hatte Raum für mehr.

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Veröffentlicht am 28.12.2025

Unkonventionell!

Gamsalp
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Gemeinsam mit dem Verlag emons: hat der Autor für Spannungsliteratur Christian Gauer den Regionalkrimi Gamsalp herausgebracht. Das Cover und der Titel passen gut zur Geschichte. Dies ist mein erster Krimi ...

Gemeinsam mit dem Verlag emons: hat der Autor für Spannungsliteratur Christian Gauer den Regionalkrimi Gamsalp herausgebracht. Das Cover und der Titel passen gut zur Geschichte. Dies ist mein erster Krimi mit dem Autor.
Der Privatermittler Elwood leidet unter dem Tod seiner Hündin Viva. Er geht auf eine Wanderung durch das Toggenburg und trifft auf eine Gruppe zwielichtiger Gestalten. Unfreiwillig muss er eine Nacht bei Ihnen verbringen. Dann trifft er auf Bänziger von der Kripo St. Gallen, der ihn um Unterstützung bittet. Es wurde ein Toter entdeckt und es gibt Zweifel, ob es ein Unglücksfall oder ein Mord gewesen ist. Elwood startet mit seinen Ermittlungen und trifft schnell wieder auf seine Peiniger…
Man sieht sich immer zweimal. Mit diesem Satz bin ich aufgewachsen und mit diesen Satz habe ich im Kopf, während ich an der Seite von Elwood durch das Toggenburg streife. Sehr gut gelungen ist es dem Autor, die Landschaft und die Atmosphäre einzufangen. Mir ist beim Lesen oft unheimlich zumute. Intensiv und einfühlsam beschreibt er Elwoods Gefühlsleben. Der Tod seiner Hündin setzt ihm zu und die Erlebnisse mit der Gruppe tragen ihren Teil dazu bei, dass es ihm nicht besser geht. Detailreich und offen zugleich beschreibt Christian Gauer die zusammengewürfelte Truppe, die ich auf keinen Fall bei einer Wanderung treffen möchte.
Nicht so einfach ist der Schreibstil des Autors für mich und so hat es drei Anläufe und einige Seiten gebraucht, bis ich mich eingelesen hatte. Dann ging es gut und gegen habe ich meinen Gefallen an der wenig konventionellen Erzählweise gefunden.
Der eigentliche Kriminalfall ist sauber gelöst, meine Fragen sind beantwortet. Leider finden die Ermittlungen eher im Hintergrund statt, hier hätte ich mir mehr Konzentration auf den Fall gewünscht.
Alles in allem hat Christian Gauer mit Gamsalp einen Regionalkrimi auf den Büchermarkt gebracht, der für die Leser geeignet ist, die Sinn für eine unkonventionelle Erzählweise, einen unkonventionellen Ermittler und unkonventionelle Persönlichkeiten haben. Von mir bekommt der Autor 3 Lesesterne.

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Veröffentlicht am 30.07.2025

Mörderischer Ammersee

Mordshitze am Ammersee
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Im Juni 2025 hat die Autorin Inga Persson gemeinsam mit dem Verlag emon: den Regionalkrimi „ Mordshitze am Ammersee“ herausgebracht. Das Cover ist wunderschön gestaltet und zeigt eine abendliche Idylle ...

Im Juni 2025 hat die Autorin Inga Persson gemeinsam mit dem Verlag emon: den Regionalkrimi „ Mordshitze am Ammersee“ herausgebracht. Das Cover ist wunderschön gestaltet und zeigt eine abendliche Idylle mit zwei Booten im Sonnenuntergang. Doch die Idylle trügt.
Im oberbayrischen Ammertal schlägt der Sommer gnadenlos zu. Es herrscht eine irre Hitze und der Wasserpegel des Ammersees sinkt. Dabei gibt der See die Leiche eines Mannes frei, der schon lange vermisst wurde. Der zuständige Kommissar Meisinger findet heraus, dass er zu Lebenszeiten Streit mit der Gemeinde um ein Grundstück hatte. Ein Grundstück, das auch heute noch für Zündstoff sorgt. Dort soll gebaut werden. Gegner und Befürworter sind fleißig am diskutieren und während Meisingers Freundin Carola versucht, eine Lösung zu finden, findet sich stattdessen ein toter Gemeinderat.
Der Krimi startet vielversprechend. Im ersten Drittel befindet sich die Autorin voll auf einem 4 Sterne Kurs. Der Einstieg in die Geschichte gelingt mir leicht. Den Schreibstil von Inga Persson empfinde ich als leicht und locker, die Beschreibungen der Landschaft gefallen mir sehr gut. Leider wendet sich mein Leseeindruck dann. Die Ermittlungen gestalten sich eher wirr als nachvollziehbar und statt einer sauberen Spannungslinie finde ich viele Schuldzuweisungen und Diskussionen. Es ist für mich beim Lesen so, als sei ich in einen Saal voller unterschiedlicher Meinungen gekommen, in dem jeder dem anderen die Schuld für alles gibt. Auch das letzte Drittel wird nicht besser. Dazu trägt die letzte Szene bei. Nachdem ich sie gelesen habe, frage ich mich, ob ich im Krimi konzentriert genug gewesen bin, oder, ob ich etwas überlesen habe. Mit der Wendung habe ich nun nicht gerechnet und sie trifft auch nicht meinen Krimigeschmack. Letztendlich bin ich froh, dass ich „Mordshitze am Ammersee“ nach ca. 256 Seiten zuschlagen darf.
Alles in allem hat Inga Persson mit „Mordshitze am Ammersee“ einen Regionalkrimi aus Oberbayern auf den Büchermarkt gebracht, der vor allem mit einem tollen Cover und wunderbaren Landschaftsbeschreibungen glänzt. Das reicht für mich nicht und somit gibt es drei Lesesterne.

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