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Veröffentlicht am 09.03.2022

Enttäuschend

Hier sind Löwen
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Hier sind Löwen ist für mich wieder einmal der Beweis was ich von Buchpreisen zu halten habe. An sich klingt das Buch interessant und verspricht zum einen Einblicke in die Restauration alter Bücher und ...

Hier sind Löwen ist für mich wieder einmal der Beweis was ich von Buchpreisen zu halten habe. An sich klingt das Buch interessant und verspricht zum einen Einblicke in die Restauration alter Bücher und zum anderen Wissenswertes über ein fast unbekanntes Land und seine Kultur. Der Anfang war auch vielversprechend, doch schon bald musste ich feststellen, dass ich nicht das bekommen würde, was ich erwartet hatte. Manchmal muss das nichts Negatives sein, doch leider muss ich sagen, dass mich nur wenig an diesem Buch wirklich interessiert hat. Man erfährt ein bisschen über die Restaurierung eines alten Buchs und die Bedeutung dieses Buchs und ein bisschen über Armenien. Aber beides war nur oberflächlich, wie es das restliche Buch auch war. Und dabei hätte das Buch sehr viel Potential gehabt.
Manchmal scheint es so als würde sich Helen auch in die Geschichte ihrer eigenen Familie vertiefen, aber auch das war eher eine Randbemerkung und eher enttäuschend. Dabei hat Armenien so viel an geschichtlichem zu bieten, nicht nur den Genozid (der in meinen Augen auch nicht die Aufmerksamkeit bekommt, den er verdient hätte) oder den Ararat (der in der Türkei ist, wie ein bisschen zu oft erwähnt wird).
Hinzu kommt die gekünstelte Sprache, die vor allem in den abgehackten Dialogen spürbar wird und dem ganzen vielleicht literarischen Anspruch anhauchen will, dabei aber den Leser ratlos zurücklässt, da man den Eindruck bekommt wirklich wichtige Dinge zu versäumen. Auf diese Dialoge hätte man gut verzichten können.
Ich verstehe nicht, wie dieses Buch auf der Long-List für den Deutschen Buchpreis (2019) landen konnte, vielleicht bin ich aber auch nicht das Zielpublikum für dieses Buch oder meine Intelligenz reicht nicht aus, um es zu verstehen. Ein Buch ohne ersichtlichen roten Faden mit einem oberflächlichen Eindruck über zu viele Themen, als dass das Buch lange in Erinnerung bleibt.

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Veröffentlicht am 03.03.2022

Ganz nett

Mein Freund Pax
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Eine wundervolle Geschichte über eine Freundschaft zwischen Mensch und Tier hatte ich erwartet, unrealistisch, aber doch berührend. Aber bereits am Anfang wurde ich eines besseren belehrt. Die Geschichte ...

Eine wundervolle Geschichte über eine Freundschaft zwischen Mensch und Tier hatte ich erwartet, unrealistisch, aber doch berührend. Aber bereits am Anfang wurde ich eines besseren belehrt. Die Geschichte beginnt mit der Trennung von Peter und Pax und danach werden die nachfolgenden Ereignisse aus der Sicht der beiden erzählt. So liefert Sara Pennypacker die Geschichte eines Jungen während des Kriegs (wobei ich mich immer gefragt habe um welchen Krieg es sich handelte) und die eines Fuchses, die zwar versuchen sich wieder zu finden, aber jeder für sich seine eigenen Abenteuer erlebt. Düster wird Peters Geschichte erzählt, einfühlsam die von Pax. Aber überzeugt hat mich der Roman nicht. Die Geschichte von Pax ist berührend, die von Peter dagegen wenig überzeugend, da ich seine Reaktionen und Gedanken nicht nachvollziehen kann. Er wirkt unsympathisch und es fällt schwer Mitgefühl oder Interesse für ihn zu empfinden. Ich habe immer darauf gehofft, dass die beiden wieder zusammenfinden, was vielleicht auch der Grund war, warum ich durchgehalten habe. Es ist eine nette Geschichte, deren Stimmung für die Zielgruppe vielleicht auch verstörend sein mag, da eine fast schon dystopisch angehauchte Stimmung verbreitet wird (was ich bei einer „normalen Tiergeschichte so nicht erwarten würde), die aber wenig Gefühle übermitteln kann.
Das gelingt auch Jacob Weigert nicht, dem Sprecher des Hörbuchs. Manchmal kann ein Sprecher aus einem Hörbuch noch sehr viel mehr herausholen als es in der gedruckten Version der Fall ist, manchmal ist das Gegenteil der Fall. Jacob Weigert ist keine schlechte Wahl für die Vertonung, er versteht es die Stimmung des Buchs gut zu übertragen, aber auch er ist an Grenzen gebunden, welche die Vorlage vorgibt.
Der Pianist Rainer Bielfeldt begleitet die Abenteuerreise mit bewegender Musik. Ganz nett, hätte aber auch nicht sein müssen.
Das Buch kann man nebenbei hören, aber man muss es nicht. Ich hatte andere Erwartungen und während des Hörens tauchten immer wieder die selben Fragen auf, von denen die bedeutendste wohl war: Was soll mir diese Geschichte sagen? Eine Antwort habe ich nicht gefunden.

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Veröffentlicht am 24.02.2022

Enttäuschend

Der Feuerturm
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Großartige Unterhaltung wurde versprochen, eine spannende und interessante Familiengeschichte sollte mich in DER FEUERTURM erwarten: "In seinem fesselnden, ein Jahrhundert umfassenden Roman erzählt Catalin ...

Großartige Unterhaltung wurde versprochen, eine spannende und interessante Familiengeschichte sollte mich in DER FEUERTURM erwarten: "In seinem fesselnden, ein Jahrhundert umfassenden Roman erzählt Catalin Dorian Florescu von den Wechselfällen der Geschichte, von Familie und Freundschaft, Verrat und Liebe, von der Kraft der Resilienz und vom sich wandelnden, bunten und dann wieder traurigen Leben in dieser stetig wachsenden, bedeutenden europäischen Metropole." Aber dadurch wurde mein Interesse nur geschürt und im Endeffekt doch enttäuscht. DER FEUERTURM kann stellenweisen überzeugen, und immer wieder keimt die Hoffnung auf, doch noch das faszinierende Werk Literatur in Händen zu halten, das versprochen wird. Nur sind diese Momente selten und oft verliert man den Überblick. Oftmals bekommt man das Gefühl, dass der Autor sich von einem Moment zum nächsten schwafelt ohne wirklich die Höhepunkte zu schaffen, die man erwarten könnte. Auch der angekündigte Verrat ist zwar passend für den Roman, aber für das Seelenheil des Lesers eher nebensächlich. Ich habe versucht mich auf die Geschichte einzulassen und auch etwas mehr über ein mir unbekanntes Land. Aber es war sehr schwer. Oft war nicht ersichtlich in welcher Zeit ich mich gerade befand, dann wechselte der Autor vor und zurück und erschwerte das Lesen zusätzlich.
Die Charaktere bleiben farblos und austauschbar, die Highlights der Geschichte bleiben eher nebulös und wenn man nicht einigermaßen geschichtlich interessiert und informiert ist, bleibt man streckenweise ratlos zurück.

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Veröffentlicht am 17.02.2022

Enttäuschend

Spiegelfluch & Eulenzauber
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Cover und Klappentext waren sehr vielversprechend und ich war sehr gespannt, was mich erwarten würde. Aber inzwischen sollte ich es besser wissen und mich nicht immer nach Cover und Klappentext richten. ...

Cover und Klappentext waren sehr vielversprechend und ich war sehr gespannt, was mich erwarten würde. Aber inzwischen sollte ich es besser wissen und mich nicht immer nach Cover und Klappentext richten. So oft werden Erwartungen geweckt und dann enttäuscht. Aber ich werde mich bei der nächsten Gelegenheit wieder verführen lassen.
Aber nun zu Spiegelfluch und Eulenzauber.
Das Buch weist zwei unterschiedliche Handlungsstränge auf, die im Laufe der Geschichte zueinander führen. In beiden Strängen spielt ein Spiegel eine Rolle. Anthea und Matej suchen den Zauberspiegel, bzw. Matejs Geliebte. Unterstützt werden sie dabei von einer Wandlerin, welche die Gestalt einer Eule annehmen kann und die sie im Laufe ihrer Reise aufgelesen haben.
Die drei Charaktere sind gut beschrieben und erlangen schnell die Sympathien der Leser. Anders Lisbeth, um die es im anderen Handlungsstrang geht. Sie fühlt sich der Rolle als frischverheiratete Gräfin nicht gewachsen und nicht ernstgenommen, solange ihre Schwägerin in Abwesenheit des Ehemanns den Haushalt führt. Obwohl sie eher ein Opfer ist, das in ihrer Unsicherheit leiht beeinflussbar ist, fällt es schwer Mitleid mit ihr zu empfinden.
Märchenadaptionen oder märchenhafte Bücher sind seit einigen Jahren sehr beliebt und es gibt gute und auch schlechte. Das Konzept hinter Kathrin Stolbergs Geschichte ist interessant und vielversprechend doch leider zieht sich die Geschichte sehr zäh dahin und das Potential hinter vielen Szenen wird nicht genutzt, so dass ich länger mit dem Lesen beschäftigt war als ich sonst für ein Buch vergleichbarer Länge benötigt hätte.
Und dabei ist es nicht so, dass Kathrin Stolberg eine schlechte Autorin wäre. Kathrin Solberg ist das Pseudonym der Kinderbuchautorin Kathrin Tordasi. Und auch wenn ich von Kathrin Tordasi erst ein Buch gelesen habe (Nachtschattenwald), so hat mich dieses doch sehr beeindruckt. Ich hätte erwarten können, dass mich auch die Romane für ein älteres Publikum begeistern könnten, aber … das war nicht der Fall.
Spiegelfluch und Eulenzauber hätte eine geniale moderne Märchenversion sein können, aber … mich hat die Geschichte trotz interessanter Protagonisten nicht überzeugt.

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Veröffentlicht am 10.02.2022

Enttäuschend

Tamons Geschichte
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Dieser Roman hat allein in Japan 250.000 Leserinnen und Leser verzaubert und wurde mit einem der wichtigsten japanischen Literaturpreise ausgezeichnet. Er erzählt anhand eines Hundes und seiner verschiedenen ...

Dieser Roman hat allein in Japan 250.000 Leserinnen und Leser verzaubert und wurde mit einem der wichtigsten japanischen Literaturpreise ausgezeichnet. Er erzählt anhand eines Hundes und seiner verschiedenen Besitzer eine unvergessliche, Hoffnung spendende Geschichte von Mensch, Tier und Natur.
So ganz nachvollziehen kann ich das nicht, es gibt ergreifendere Hundeschicksale (wenn man beispielsweise an Wolfsblut oder Ruf der Wildnis von Jack London denkt). Ich gebe zu, dass ich am Ende von Tamons Geschichte geweint habe, irgendwie hat mich sein Schicksal doch berührt, aber selbst das kann ich nicht nachvollziehen. Die Geschichte selbst konnte mich nicht berühren, zumal die einzelnen Abschnitte doch mehr oder weniger sehr ähnlich sind:
Tamon trifft auf einen Menschen, der ihn bei sich aufnimmt und feststellt, dass es den Hund nach Süden zeiht. Der Teilzeitbesitzer stirbt (aus unterschiedlichen Gründen) und der Hund zieht weiter … zum nächsten Besitzer bis er sein Ziel schließlich erreicht. Tamon ist meist nur Beiwerk, es sind seine Besitzer (die man eigentlich als solche gar nicht bezeichnen kann), welche die Geschichte vorantreiben und die sich weiterentwickeln und positiv verändern. Nur … der vorzeitige Tod setzt alles wieder auf Anfang und so erweckt der Roman eher den Anschein einer Anthologie mit Geschichten, die sich sehr ähneln und durch den Hund verbunden werden.
Vielleicht hat der Japaner ein anderes Leseverhalten als der Europäer, oder ich verstehe die Geschichte nicht, aber ich kann den Erfolg in Japan nicht verstehen.
Tamons Geschichte ist ganz nett, mehr nicht. Der Roman stellt kein Highlight dar, es fehlt an Spannung und leider ähneln sich die einzelnen Geschichten zu sehr, dass kaum Dramatik erzeugt wird, da man im Großen und Ganzen erahnen kann was passieren wird.
Können sich 250.000 Leser irren? Ich weiß es nicht, aber mir zeigt es wieder, dass ich wohl für Bestseller nicht empfänglich bin.

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