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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.04.2022

Hart und einfühlsam zugleich - das geht!

Verdeckte Gerechtigkeit
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Ein Thriller, in dem es ganz schön heftig zugeht. Eine Familie steht unter Beschuss. Nicht irgendeine Familie, sondern die des größten Arbeitgebers der Region. Der zudem einen exzellenten Ruf genießt. ...

Ein Thriller, in dem es ganz schön heftig zugeht. Eine Familie steht unter Beschuss. Nicht irgendeine Familie, sondern die des größten Arbeitgebers der Region. Der zudem einen exzellenten Ruf genießt. Bis sie ins Visier einer bekannten Verbrecherfamilie geraet - zunächst, ohne es zu merken.

Nur dadurch, dass plötzlich eine Agentin ins Spiel kommt, die schon bald gezwungen ist, sich zu öffnen, bringen sie es überhaupt in Erfahrung. Zufällig ist sie jung attraktiv und hat das Herz am rechten Fleck - ebenso wie der Sohn des Hauses. Doch beide haben schon so einiges hinter sich, richtig üble Sachen. Werden sie sich einander öffnen können!

Ein Thriller, der berührt und bewegt. Einer, der Werte transportiert und den ich genau deswegen nicht vergessen werde!

Veröffentlicht am 28.03.2022

Frida und Kollegen im Nebel

Nebelopfer
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In der Elbmarsch gibt es viel Nebel - eine gute Voraussetzung für Mörder, die nicht gesehen werden wollen. So gibt es hier gleich mehrere Morde, die mit einem längst - genauer gesagt vor 17 Jahren - vollendeten ...

In der Elbmarsch gibt es viel Nebel - eine gute Voraussetzung für Mörder, die nicht gesehen werden wollen. So gibt es hier gleich mehrere Morde, die mit einem längst - genauer gesagt vor 17 Jahren - vollendeten Familienmord zusammenhängen, für den damals auch jemand verurteilt wurde. Nämlich der Familienvater.

Hier ist viel Unausgesprochenes im Raum - auch, was Frida und ihre Kollegen angeht. Ich bin normalerweise nicht so der Fan davon, aber im Zusammenhang mit dem Nebel in der Marsch - da passt das natürlich wie die Faust aufs Auge. Und auch mir selbst ist dieser Seelenzustand nicht so ganz unbekannt, so dass ich mich teilweise gut hineinversetzen konnte.

Mir gefällt diese Serie von Romy Fölck wirklich gut, aber dieser Band gehört aus meiner Sicht doch zu den Schwächeren, wenngleich es natürlich eine Schwäche auf hohem Niveau ist, denn schwach kann die Autorin gar nicht. Ich hatte auch den Eindruck, dass nicht ganz gründlich redigiert wurde - ab und zu wiederholten sich Redewendungen in aufeinander folgenden Sätzen, was dem Lesevergnügen natürlich abträglich war.

Auf jeden Fall hat es mir wieder großen Spaß gemacht, Frida, Bjarne Haverkorn und ihrem Umfeld beim Ermitteln und dem Umgang miteinander über die Schulter zu schauen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 24.03.2022

(Fast)Alle Teile einer Familie

Dschinns
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Vater, Mutter, vier Kinder: zwei Mädels, zwei Jungs. Allesamt aus der Türkei - zumindest mehr oder weniger.

Bei Ümit, dem jüngsten, erst 15jährigen definitiv weniger: er ist komplett in Deutschland ...

Vater, Mutter, vier Kinder: zwei Mädels, zwei Jungs. Allesamt aus der Türkei - zumindest mehr oder weniger.

Bei Ümit, dem jüngsten, erst 15jährigen definitiv weniger: er ist komplett in Deutschland aufgewachsen, spricht nur wenig Türkisch und kann sich mit seiner Herkunft in keinerlei Hinsicht identifizieren. Er ist ein Verlorener.

Wenn man jedoch genauer hinsieht - auch Ümits Eltern und Geschwister werden explizit vorgestellt - erkennt man schnell, dass es sich um ein Häuflein Verlorener findet, jede*r auf seine Art und Weise.

Eigentlich sollte man nicht sagen, dass es jemanden am schlimmsten getroffen hat im Laufe seines Lebens, doch mein Herz schlägt für Sevda, die ältere der beiden Töchter und insgesamt das älteste Kind, das in der Türkei zurückgelassen wurde, als die Familie nach Deutschland ging. Ohne Schulbildung, die sie auch nicht erhielt, als sie endlich nachziehen durfte.

Statt dessen bekam sie einen Mann. Viel zu früh und ohne es selbst zu wollen.

Ich habe den Eindruck, dass auch das Herz der Autorin für Sevda schlägt. Doch auch ihre Schwester Peri, ihre Brüder Hassan und Ümit und natürlich die Eltern Hüssein und Emine sind Teile des Puzzles, das "Familie" heißt.

Das nicht ganz vollständig ist. Tragische Schicksale, denen jedoch stellenweise jede Menge Kraft innewohnt. Nicht allen und nicht immer dann, wenn es gerade hilfreich wäre, doch strahlt dieser Roman eine Menge Lebensmut aus, den - wie könnte es sein - nicht zuletzt meine Favoritin Sevda transportiert.

Ein Roman, den ich nicht aus der Hand legen konnte, bis ich ihn ausgelesen hatte. Auch wenn ich mir ab und an ein paar mehr Details gewünscht hätte - aber vielleicht war/bin ich auch nur etwas langsam!

Veröffentlicht am 14.03.2022

1923 war ein schlimmes Jahr - aber nicht nur

Im Rausch des Aufruhrs
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Beziehungsweise eine neue, ihr bisher unbekannte Welt, mit der sie auf eine zunächst für sie unerklärliche Weise verbunden ist.

Denn für ihre Mutter ist es eine Rückkehr, doch die geriert sich ...

Beziehungsweise eine neue, ihr bisher unbekannte Welt, mit der sie auf eine zunächst für sie unerklärliche Weise verbunden ist.

Denn für ihre Mutter ist es eine Rückkehr, doch die geriert sich seltsam verschwiegen, ja geheimnisvoll. Warum wissen alle genau, wer Sylvia ist, sie selbst hingegen gar nichts über die anderen?

So sehr die Mutter den Aufenthalt genießt, sie will am liebsten wieder Weg.

Doch dann trifft sie einen kleinen Jungen und dann auch dessen älteren Bruder, der sie mit sich zieht. In einen ganz schön verwirrenden Strudel von Eindrücken und Erlebnissen. Die allesamt aufs Engste mit der Natur verbunden sind.

Das war ein origineller, aber für mich nicht sehr eindringlicher Lesegenuss. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass ihn so manch ein junger Mensch als recht oede bzw. langweilig empfinden wuerde. Eine tolle Idee, deren Realisierung allerdings recht ausbaufähig ist.