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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.04.2022

Wenn das Leben andere Pläne hat

Gleichung mit zwei Unbekannten
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Cate liebt Zahlen, Ordnung und behält gerne die Kontrolle. Ihre Mitmenschen, allen voran ihre Kollegen, bereiten ihr dagegen Kopfzerbrechen. Diese scheinen sie ständig falsch zu verstehen und nur das Schlechte ...

Cate liebt Zahlen, Ordnung und behält gerne die Kontrolle. Ihre Mitmenschen, allen voran ihre Kollegen, bereiten ihr dagegen Kopfzerbrechen. Diese scheinen sie ständig falsch zu verstehen und nur das Schlechte in ihr zu sehen. Daher konzentriert sie sich vollkommen auf ihre Karriere in der Bank und ihr Ziel Mitglied des Vorstands zu werden. Als plötzlich ihre Cousine unangekündigt vor der Tür steht, wirbelt sie Cates Leben ganz schön durcheinander und erinnert sie außerdem an ihre schmerzhafte Vergangenheit, welche sie am liebsten vergessen würde. Als sie dann auch noch Matthis kennenlernt, ist das Gefühlschaos vorprogrammiert.

Zu Beginn ist Cate wirklich eine schwierige und anstrengende Person. Sie ist distanziert, mürrisch, überheblich, ungerecht, besonders in ihrer Führungsposition auf der Arbeit. Da wundert es einen nicht, dass ihre Mitarbeiter nicht gut auf sie zu sprechen sind. Schnell bemerkt man jedoch, dass vieles ein Schutzmechanismus ist und aus Erlebtem resultiert. Zum Glück erkennt auch Cate selber ihre Schwächen und möchte sich verändern. Von Seite zu Seite wurde sie mir sympathischer, auch wenn ich persönlich einige Reaktionen nicht ganz nachvollziehen konnte und recht unfair fand. Doch man kann seine Persönlichkeit eben nicht von heute auf morgen umkrempeln und Traumata nicht von jetzt auf gleich überwinden. Daher ist ihr Verhalten wahrscheinlich durchaus authentisch. Ich mochte ihre Entwicklung auf jeden Fall gerne.

Ihre Cousine Joanne und auch Matthis habe ich direkt ins Herz geschlossen. Joanne ist quirlig, extrovertiert und ständig auf Achse. Zudem ist sie für Cate da und das obwohl diese nicht immer nett zu ihr war. Matthis ist liebevoll, hilfsbereit, spontan und lässt sich von Cates Marotten nicht abschrecken. Einfach ein toller Typ. Außerdem erwähnenswert: Kater Whiskey, der gerne noch eine größere Rolle hätte spielen können.

Insgesamt wird es sehr emotional, es gibt einige Ungerechtigkeiten, aber natürlich auch viele schöne Momente. Außerdem können wir ein paar interessante Orte entdecken, denn die Geschichte spielt in Hamburg, aber auch teilweise am Meer, was mir echt gut gefallen hat.

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Veröffentlicht am 30.03.2022

Wechselbad der Gefühle

Ich kann dich fühlen
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Kat startet voller Elan in ihr Studium. Dabei will sie vor allem nicht unnötig auffallen und ihre Prüfungen möglichst gut bestehen. Sie erhofft sich durch diesen Neustart außerdem endlich ihre schmerzhafte ...

Kat startet voller Elan in ihr Studium. Dabei will sie vor allem nicht unnötig auffallen und ihre Prüfungen möglichst gut bestehen. Sie erhofft sich durch diesen Neustart außerdem endlich ihre schmerzhafte Vergangenheit hinter sich zu lassen. Doch gleich am ersten Abend durchkreuzt Frauenheld Carter ihre Pläne und wirbelt ihr unscheinbares Leben ganz schön durcheinander. Er lockt sie aus ihrer Komfortzone, weckt längst vergessene Gefühle in ihr. Grade als sie glaubt, sich einem anderen Menschen wieder öffnen zu können, wird ihr Vertrauen auf eine harte Probe gestellt.

Diese Geschichte ist hauptsächlich aus Kats Sicht geschrieben, einige wenige Kapitel legen aber auch Carters Gedanken- und Gefühlswelt offen. Für mich die perfekte Mischung. Er ist zwar äußerst charmant und fürsorglich, ohne diese Perspektivenwechsel hätte ich ihn aber wahrscheinlich weniger sympathisch gefunden, weil er oft ziemlich distanziert wirkt und von jetzt auf gleich „dicht macht“. So konnte ich mich gut in die Protagonisten hineinversetzen. Beide haben einiges zu verarbeiten und tun sich damit doch eher schwer. Auch Kats Unsicherheiten und Hoffnungen waren gut nachvollziehbar. Durch Carter und ihre neue Mitbewohnerin Vic wächst ihr Wunsch aus sich herauszukommen, ihre Ängste zu überwinden und ihr Leben wieder zu leben.

Auch das Setting hat mir gefallen: Uni-Alltag, Vorlesungen, das Leben im Wohnheim und auf dem Campus, Studentenverbindungen und Partys. Es ist einerseits locker und leicht geschrieben, manchmal humorvoll und herzerwärmend und dann wieder ernst, tiefgründig, herzzerreißend und sehr emotional. Mich hat „Ich kann dich fühlen“ direkt in seinen Bann gezogen und dann mit einem relativ fiesen Cliffhanger zurückgelassen. Natürlich sind noch einige Fragen offen, die beispielsweise ihre Familie betreffen oder auch die Ereignisse, die sie zu der gemacht haben, die sie heute ist. Zum Glück müssen wir nicht so lange auf den zweiten Band warten, dieser erscheint bereits im Mai.

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Veröffentlicht am 22.03.2022

Eine Freundschaft, die mich begeistert

Sommerträume auf Sylt
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Vier Mädchen lernen sich im Ferienlager kennen und freunden sich an. Sie schließen einen Pakt, der besagt, dass sie sich immer gegenseitig helfen werden ihre Träume zu erfüllen. 25 Jahre später hat sich ...

Vier Mädchen lernen sich im Ferienlager kennen und freunden sich an. Sie schließen einen Pakt, der besagt, dass sie sich immer gegenseitig helfen werden ihre Träume zu erfüllen. 25 Jahre später hat sich zwar viel verändert, ihre Freundschaft bleibt aber weiterhin bestehen. Lucy hat ihr eigenes Blumencafé und möchte endlich ihren Freund Vince heiraten. Rieke liebt es zu fotografieren, reist sehr gerne und viel, möchte aber dennoch irgendwo ankommen. Mado ist eine erfolgreiche Scheidungsanwältin und wünscht sich einen heißen One-Night-Stand, während die dreifache Mutter und Hausfrau Sonja einfach nur Zeit für sich braucht. Kurzerhand beschließt das Quartett, den Schwur zu erneuern und nochmals gemeinsam Urlaub auf Sylt zu machen, um dort ihre Träume wahr werden zu lassen.

Das Setting ist natürlich wunderschön: ein atmosphärisches und familiär wirkendes Hotel, Sonne, Strand und Meer, Wind in den Haaren, kleine und süße Dörfer. Dorthin bin ich gedanklich gerne gereist. Ich war noch nie auf Sylt, konnte mir aber alles bildlich vorstellen.

Besonders toll fand ich die tiefe Bindung zwischen den Frauen, ihr Vertrauen zueinander, ihre Loyalität, das Verständnis füreinander und das obwohl sie doch so unterschiedlich sind. Das ist wirklich bemerkenswert und schön zu beobachten. Jede von ihnen wirkte authentisch, ich konnte ihre Probleme und Wünsche durchaus nachvollziehen, auch wenn ich nicht immer selbst so gehandelt hätte wie sie. Auch die Nebencharaktere haben mir gut gefallen: die einen waren etwas skurril, allesamt aber sehr sympathisch und liebenswürdig (na gut, mit einer Ausnahme).

In "Sommerträume auf Sylt" geht es um Freundschaft, Liebe, Träume, Sehnsüchte, (Selbst)Vertrauen und Selbstfindung. Es ist unterhaltsam, humorvoll, leicht und herzerwärmend, aber auch tiefgründig, manchmal etwas melancholisch und regt damit zum Nachdenken an.

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Veröffentlicht am 21.03.2022

Ganz besondere Aufmachung, zudem unterhaltsam und informativ

Monster auf der Couch
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Eine Psychologin verschwindet spurlos. Zurück bleiben blutbespritzte Akten von vier ihrer besonderen Patienten: Dr. Jekyll, Vampir Carmilla, Dr. Frankenstein und Dorian Gray, allesamt Schauergestalten ...

Eine Psychologin verschwindet spurlos. Zurück bleiben blutbespritzte Akten von vier ihrer besonderen Patienten: Dr. Jekyll, Vampir Carmilla, Dr. Frankenstein und Dorian Gray, allesamt Schauergestalten der klassischen Literatur.

Wer hier einen Kriminalfall oder Rätselelemente erwartet, wird wahrscheinlich enttäuscht werden. Dafür bietet „Monster auf der Couch“ aber interessante Einblicke in die Psyche der oben genannten sowie eine ganz besondere Aufmachung. Es beginnt mit dem Cover, welches sich bereits haptisch anfühlt wie eine echte Patientenakte und auch das Buch an sich ist so aufgebaut: Sitzungsprotokolle mit Randnotizen, fachliche Artikel, Brief- und eMail-Verkehr, Auszüge aus dem persönlichen Arbeitsbuch, welches sich mit den Patienten und dem eigenen Privatleben der Psychologin beschäftigt. Dementsprechend ist es kein fortlaufender Roman, sondern besteht aus diesen vier Sammlungen von Schriftstücken, die unabhängig voneinander gelesen werden können und dennoch kleine Bezüge zueinander aufweisen. Denn eines haben alle Patienten gemeinsam: die Probleme, Moral- und Wertvorstellungen des 19. Jahrhunderts, die sich meist drastisch von den heutigen und somit denen der Psychologin unterscheiden. Es geht also auch um veränderte Weltsichten, Geschlechterrollen, Frauenbilder, Schönheitsideale sowie Homosexualität und Polyamorie. Man lernt einiges über die Psyche und Psychotherapie, denn neben dem unterhaltsamen Faktor, wird auch viel wissenswertes erwähnt wie beispielsweise Sigmund Freuds Lehren.

Es kommt außerdem zu allerlei Missverständnissen, da Frau Psychologin die Geschichten ihrer Patienten scheinbar überhaupt nicht kennt. Was natürlich nicht schlimm ist, ich kannte auch nicht alle Vorlagen, aber man sollte meinen, dass sie sich zumindest im Verlauf mal informieren würde. Übrigens wird deren Verschwinden letztendlich nicht aufgeklärt. Im Prinzip wäre das Buch komplett ohne diese Information ausgekommen, da sie eigentlich nur unnötig für Verwirrung sorgt und Leser:innen sich am Ende selber ihren Teil denken müssen.

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Veröffentlicht am 07.03.2022

Es wird heiß! Und das nicht nur wegen feuerspeiender Drachen.

Dragongames
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Eines Nachts reist Ariel im Traum nach Nestania, einer faszinierenden Welt, in der Drachenreiter in Wettkämpfen um den Sieg und einen ganz speziellen Preis konkurrieren. Einer der Teilnehmer ist Tristan: ...

Eines Nachts reist Ariel im Traum nach Nestania, einer faszinierenden Welt, in der Drachenreiter in Wettkämpfen um den Sieg und einen ganz speziellen Preis konkurrieren. Einer der Teilnehmer ist Tristan: attraktiv, düster, mysteriös und offensichtlich ein ziemlich von sich selbst überzeugter Frauenheld. Dennoch fühlt sich Ariel zu ihm hingezogen und so kehrt sie wider besseren Wissens immer wieder zurück.

Michelle LeFay hat eine spannende Welt erschaffen, über die ich gerne noch viel mehr erfahren hätte. Die Informationen über die Drachen und ihre Reiter, die Spiele und die Initiationsriten haben mich direkt in ihren Bann gezogen. Die Denkweisen und Traditionen wirken teilweise „veraltet“ und mittelalterlich. Auf der anderen Seite ist Nestania aber eigentlich eher fortschrittlich, es gibt dort beispielsweise Technologie. Grade diese Fantasy-Elemente machen für mich den besonderen Reiz der Geschichte aus.

Zwischen den beiden knistert es zwar gewaltig, allerdings Ariel führt eigentlich eine glückliche Beziehung. Doch weil es sich bei Nestania und Tristan schließlich nur um eine Fantasie ihrerseits handelt, geht sie schließlich einen Deal mit ihm ein.

Man merkt schnell, dass sich hinter Tristans Bad Boy Gehabe ein charmanter, intelligenter und sensibler Mann versteckt, der seine unschöne Vergangenheit möglichst vergessen möchte. Daher kann man sein oft eher dominantes und eifersüchtiges Betragen wahrscheinlich rechtfertigen. Ich mochte ihn auf jeden Fall sehr gerne.

Auch wenn Ariels Gedanken- und Gefühlswelt gut beschrieben wurde und ich ihre Hin- und Hergerissenheit durchaus nachvollziehen konnte, habe ich ihr Verhalten dennoch oft nicht unbedingt verstehen oder gutheißen können. Ich habe irgendwie immer ein Problem damit, wenn Protagonisten zu Beginn noch anderweitig liiert sind. Für mich hat das einfach einen faden Beigeschmack. Auch ihren Umgang mit dieser Situation fand ich persönlich schwierig.

Bei „Dragongames - Dunkle Verführung“ handelt es sich um eine gelungene Mischung aus Fantasy und Romance mit einigen spicy Szenen. Die Liebesgeschichte steht hier definitiv im Vordergrund. Diese ist leidenschaftlich, dramatisch, emotional. Es wird heiß! Und das nicht nur wegen feuerspeiender Drachen.

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