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Veröffentlicht am 05.04.2022

Ruhrpottfeeling

Der Markisenmann
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Jan Weiler beschreibt in „Der Markisenmann“ Kims Sommer, in dem sie 16 wird. Weil sie „etwas Schlimmes“ gemacht hat, wird sie über die Sommerferien zu ihrem Vater ins Ruhrgebiet verfrachtet. Sie kennt ...

Jan Weiler beschreibt in „Der Markisenmann“ Kims Sommer, in dem sie 16 wird. Weil sie „etwas Schlimmes“ gemacht hat, wird sie über die Sommerferien zu ihrem Vater ins Ruhrgebiet verfrachtet. Sie kennt ihren Vater nicht, bisher lebte Kim immer bei ihrer Mutter, deren Mann und dem gemeinsamen Sohn. Als Ventil für die fehlende Zuneigung war sie egoistisch und faul, was ihr aber erst bei ihrem Vater auffällt. Kim erlebt Langeweile, Ruhrpottfeeling und erlangt ganz neue Erkenntnisse.

Das Buch ist unterhaltsam und unaufgeregt, regt aber trotzdem zum Nachdenken an. Jan Weiler gelingt es, mit seinem Schreibstil "Bilder" vor meinen Augen entstehen zu lassen. Die Charaktere sind liebevoll angelegt, man muss schmunzeln. Solche Typen gibt es wirklich, irgendwo da draußen hat man so jemanden bereits gesehen oder kennt so jemanden. Außerdem weiß man zwischen den Kapiteln, da muss noch etwas kommen, es sind noch Fragen da, es ist noch etwas offen.

Von mir aus hätte es noch mehr von Alik geben können, dieser Charakter wäre für mich noch ausbaufähiger gewesen.

Ich könnte mir dieses Buch auch sehr gut als Verfilmung vorstellen, den Film würde ich mir sofort ansehen.

Insgesamt ein Buch, das einem mit einem guten Gefühl zurücklässt. Man ist etwas traurig, weil man das Buch ausgelesen hat, aber insgesamt ist alles stimmig und man wurde gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 30.03.2022

Traurig und berührend

Die Königin des Ritz
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Hier wird die (Liebes)geschichte von Blanche und Claude Auzello erzählt. Er ist der Geschäftsführer des berühmten Hotel Ritz in Paris, sie wird zur "Königin des Ritz". Es ist ein Roman, der die Geschichte ...

Hier wird die (Liebes)geschichte von Blanche und Claude Auzello erzählt. Er ist der Geschäftsführer des berühmten Hotel Ritz in Paris, sie wird zur "Königin des Ritz". Es ist ein Roman, der die Geschichte des real existierenden Ehepaares Auzellos erzählt, von der Kennenlernzeit in den Zwanzigern über die Besetzung der Nazis bis zu ihrem Tod.
Melanie Benjamin ist ein berührender Roman gelungen, der nie kitschig wird oder zu arg auf die Tränendrüse drückt. Sie beschreibt die Grauen des 2. Weltkriegs, aber zwischendurch wünscht man sich, in den Glanzzeiten des Ritz vor der Besatzung dort gewesen zu sein und die Pracht mit eigenen Augen gesehen zu haben. Toll geschrieben, gut recherchiert.

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Veröffentlicht am 05.03.2022

Ein Knochenjob, den man lieben muss

Die Irren mit dem Messer
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Verena Lugert trifft mit 39 Jahren die Entscheidung, einen neuen Beruf zu lernen, Köchin zu werden. Obwohl sie ein abgeschlossenes Studium hat und als Journalistin arbeitet. Sie berichtet humorvoll und ...

Verena Lugert trifft mit 39 Jahren die Entscheidung, einen neuen Beruf zu lernen, Köchin zu werden. Obwohl sie ein abgeschlossenes Studium hat und als Journalistin arbeitet. Sie berichtet humorvoll und trotzdem schonungslos, wie hart dieser Job ist, warum "man" bereit ist, sich diesen Strapazen zu stellen.
"Die Irren mit dem Messer" ist ein toller Titel, der genau treffend gewählt ist. Denn für uns "Nichtköche" muss man irre sein, wenn man sich diesem Druck, dieser Hektik und diesen langen Schichten stellt. Aber zum Glück gibt es diese Irren, denn man lässt sich ja gerne im Restaurant von einem guten Essen verwöhnen. Verena Lugert hat uns Leser einen Blick hinter die Kulissen gegeben, das war interessant, spannend und sehr gut geschrieben.
Chapeau, Frau Lugert!

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Veröffentlicht am 13.02.2022

Spannend

Ein Wort, um dich zu retten
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Der Schriftsteller Nathan Fawles schreibt seit zwanzig Jahren nicht mehr, gibt keine Interviews und lebt zurückgezogen auf der Ile Beaumont. Ein junger Schriftsteller und eine Journalistin kommen unabhängig ...

Der Schriftsteller Nathan Fawles schreibt seit zwanzig Jahren nicht mehr, gibt keine Interviews und lebt zurückgezogen auf der Ile Beaumont. Ein junger Schriftsteller und eine Journalistin kommen unabhängig voneinander auf die Insel, um Fawles zu treffen. Als wegen eines Mordes die Insel abgeriegelt wird, kann keiner mehr entkommen und ein Treffen wird unvermeidbar.
"Ein Wort, um dich zu retten" ist wieder ein typischer Musso-Roman, der einen packt und einen das Buch nicht mehr aus der Hand legen lässt. Ich habe das Buch an einem Tag ausgelesen, weil ich wissen musste, wie es endet. Die Zitate berühmter Autoren am Anfang eines jeden Kapitels haben mir gut gefallen und passen gut zum Buch, genau wie das Cover.
Guillaume Musso schafft es auch in diesem Roman wieder, dass man nicht mit diesem Ende rechnet und überrascht von den Wendungen ist. Dieses Unvorhersehbare mag ich sehr und unterscheidet Musso von vielen anderen Autoren.
Merci, Monsieur Musso!

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Veröffentlicht am 12.02.2022

Lesenswert

Über Menschen
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Dora, Werbetexterin aus Berlin, flüchtet mit ihrer Hündin "Jochen der Rochen" nach Brandenburg. Vor Corona, vor der zunehmenden Entfremdung von ihrem Freund Robert. Sie hat sich in Bracken ein altes Haus ...

Dora, Werbetexterin aus Berlin, flüchtet mit ihrer Hündin "Jochen der Rochen" nach Brandenburg. Vor Corona, vor der zunehmenden Entfremdung von ihrem Freund Robert. Sie hat sich in Bracken ein altes Haus gekauft und versucht sich u.a. im Kartoffelanbau. Dabei lernt sie ihren Nachbarn "Gote" alias den Dorf-Nazi kennen. Alle ihre Vorstellungen von "schwarz und weiß" werden in Frage gestellt.
"Über Menschen" ist ein Juli-Zeh-Roman, der einen berührt. Er wirft einen Blick hinter die Kulissen unserer Gesellschaft und lädt uns ein, genauer hinzuschauen. Viele Dinge sind nicht so, wie sie auf den ersten Blick scheinen. Man sollte nicht auf Vorurteile reinfallen, sondern sich sein eigenes Bild machen. Wenn das jeder beherzigen würde, wären wir alle ein großes Stück weiter.

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