Profilbild von Wolly

Wolly

Lesejury Star
offline

Wolly ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Wolly über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.10.2022

Gemischte Gefühle

The Atlas Six
0

Meinung:
Ich finde meine Meinung zu diesem Buch doch recht schwierig zu beschreiben. Sie beruht auf einer Menge Gegensätze, die sich eigentlich schlecht unter einen Hut bringen lassen. Beispielsweise der ...

Meinung:
Ich finde meine Meinung zu diesem Buch doch recht schwierig zu beschreiben. Sie beruht auf einer Menge Gegensätze, die sich eigentlich schlecht unter einen Hut bringen lassen. Beispielsweise der Schreibstil, der zeitweise zäh zu lesen war, teilweise aber schon fast poetisch schön daher kam. Oder die Protagonisten, die man im echten Leben alle nicht mögen würde, denn sie sind alles andere als sympathische Zeitgenossen, aber trotzdem eine gewisse Anziehung an sich haben. Ebenso wie die Geschichte selbst, die zwischen Langeweile und Spannung schwankt. Tatsächlich passiert im Grunde in diesem Auftakt Band noch nicht wirklich viel, dafür lernt man die Figuren aber wirklich intensiv kennen. Durch immer wechselnde erzählerische Perspektiven bekommt man von ihnen und ihrem Gefühlsleben einen wirklich guten Eindruck. Die magischen Fähigkeiten, die ihnen zur Verfügung stehen, sind erstaunlich und bergen für die zwei Folgebände eine Menge Potenzial. Ob aber jeder der Leser des ersten Bandes der Trilogie treu bleiben wird, wage ich zu bezweifeln. Dafür ist dieses Buch einfach zu speziell. Ich bin selbst noch unschlüssig. Sehr neugierig wäre ich darauf zu erfahren, was alles wirklich hinter der alexandrinischen Gesellschaft steckt, wer welchen Part in diesem Puzzle noch übernehmen wird und welche Absichten Atlas tatsächlich hegt. Weniger interessiert mich das ständige wer mit wem Geplänkel und die Ränkeschmiede innerhalb der Figuren.

Fazit: Ein optisches Highlight mit kontroversem Inhalt. Ich überlege noch ob ich dran bleibe.

Veröffentlicht am 12.08.2022

Zu wenig Struktur

Wenn ich das kann, kannst du das auch!
0

Meinung:
Ich war im Vorfeld neugierig, wie ein Nichtkoch wohl ein Kochbuch gestalten würde und was sich dort für Rezepte finden lassen. Als ich dann begonnen habe, mit dem Buch zu arbeiten, war ich leider ...

Meinung:
Ich war im Vorfeld neugierig, wie ein Nichtkoch wohl ein Kochbuch gestalten würde und was sich dort für Rezepte finden lassen. Als ich dann begonnen habe, mit dem Buch zu arbeiten, war ich leider etwas ernüchtert. Mein erster Kritikpunkt ist die Massen an privaten Fotos und Text. Ich mag es, wenn ein Kochbuchautor schöne Schnappschüsse oder Anekdoten einbindet, aber hier war mir zu viel davon und zu wenig Kochbuch. Der zweite Aspekt, der mir negativ aufgefallen ist, war die Mischung der Rezepte. Sie sind mir zu wild durcheinander geraten und mir fehlt so ein wenig der rote Faden. Der Fokus liegt auf griechischen Rezepten durch die Herkunft von Zervakis, aber Currywurst, Zimtschnecken und griechisches Hähnchen passen für mich nicht so recht zusammen. Wer es kunterbunt liebt, wird vielleicht aber gerade diesen Aspekt gut finden. Was den Anspruch angeht, sind die Rezepte ebenfalls sehr unterschiedlich.
Die Bolognese für absolute Neulinge am Herd, die Pita ist schon was für Fortgeschrittene. Die hat Zervakis wahrscheinlich nicht ohne Grund mit ihrer Mutter zusammen gebacken.

Selbst ausprobiert habe ich die Bolognese, den klassischen Butterkuchen, ein Cashewpesto mit Burrata und den Wassermelonensalat. Geschmacklich waren alle Sachen in Ordnung und besonders das Pesto hat uns sehr geschmeckt. Auch die Umsetzung der Rezepte ging uns leicht von der Hand. Hier passt das Buch also. Auch die Übersichtlichkeit und grundsätzliche Wertigkeit des Buches sind gut. Trotzdem würde ich es mir nicht noch mal kaufen, weil es mich einfach nicht vollends überzeugt hat.

Fazit:
Für mich nicht ganz das Richtige, für Fans von Zervakis sicher einen zweiten Blick wert.

Veröffentlicht am 21.06.2022

Fernsehtauglich

Die Liebe braucht ein ganzes Dorf
0

Ein Wohlfühlroman, wie ihn ganz viele lieben werden, die sich einfach mit einer hübschen Geschichte unterhalten lassen wollen. Autorin Kerstin Rubel vermittelt ein ganz wunderbares Flair für die Schlei, ...

Ein Wohlfühlroman, wie ihn ganz viele lieben werden, die sich einfach mit einer hübschen Geschichte unterhalten lassen wollen. Autorin Kerstin Rubel vermittelt ein ganz wunderbares Flair für die Schlei, reetgedeckte Häuschen und Bootsausflüge auf dem Meer. Wer sich jetzt noch eine nette Geschichte erhofft, wird belohnt.
Für mich persönlich war das aber ein bisschen wenig. Ich hätte mir mehr kluge Wendungen und Ereignisse erhofft und weniger nur eine kluge Hauptfigur. Diese versucht trotz aller Romantik das Weltbild einer starken Frau mit Unabhängigkeit zu vermitteln. Ihr gegenüber steht ihre beste Freundin, die das nur augenscheinlich ist, tatsächlich aber noch nicht mal Zugriff auf das gemeinsame Sparkonto mit ihrem Göttergatten hat. Solche Details wären für mich eine schöne Idee, wirken aber künstlich in die Geschichte reingepresst. Hier läuft es einfach nicht rund. Genauso wenig wie zum Schluss des Buches, wo eine absolut unpassende Wendung eingebaut wird, um ein noch sentimentaleres Happy End zu erzwingen. Schade, denn bis dahin war die Story weitestgehend unterhaltsam. Hier gibts aber klar einen Punkt Abzug.

Eine solide Leistung liefert Sprecherin Karin Kaschub ab. Sie vertont das Buch aus Sicht von Annika und passt stimmlich gut zu dem wie ich mir Annika vorstelle. Neben dem Hörbuch könnte ich mir auch sehr gut einen Fernsehfilm auf dem ZDF oder so vorstellen, der durch die hübsche Kulisse bestimmt viele Zuschauer ansprechen würde. Damit würde das Buch seinen Zweck der Unterhaltung erfüllen, ohne das man sich vor dem Fernseher zu sehr verkopfen müsste. Halt einfach ein Wohlfühlbuch.

Fazit:
Wer abschalten will, ist an der richtigen Adresse. Lest aber am besten die letzten Seiten nicht.

Veröffentlicht am 07.05.2022

Keine klare Linie

Die Drachenschwestern
0

Meinung:
Bei den Drachenschwestern wirkt es so, als hätten sich Autorin oder Verlag nicht entscheiden können, in welches Genre das Buch gehören will. Wenn man auf das Cover und den Titel schaut, könnte ...

Meinung:
Bei den Drachenschwestern wirkt es so, als hätten sich Autorin oder Verlag nicht entscheiden können, in welches Genre das Buch gehören will. Wenn man auf das Cover und den Titel schaut, könnte man denken, man bekommt es mit einem (High-)Fantasyroman zu tun. Wenn man sich den Klappentext durchliest, ist man eher bei einem klassischen Roman. Wenn man das Buch liest, eher bei einem Liebesroman. So richtig viel mit rotem Faden findet hier leider nicht statt. Für Freude der Fantasy ist die Rolle des Drachen definitiv zu untergeordnet (wenn man es genau nimmt, ist er beliebig ersetzbar), für Liebesromanfans ist vielleicht etwas zu viel Wirtschaftsspionage Thema und für alle anderen ist es wohl zu kitschig. Das macht es einfach ein wenig schwierig, dafür zu sorgen, dass es durch und durch gefällt.

So kommt dieses Buch auch bei mir nicht über 3 wohlgemeinte Sterne hinaus. Die bekommt es für seichte Unterhaltung zum Abschalten, die ich gerade gut gebrauchen konnte. Eine nette Sprecherin, die gut zu Protagonistin Kaja und der Geschichte gepasst hat. Und für eine Großmutter, die ich jedem Menschen nur so wünschen kann. Wo wir aber schon beim Thema wünschen sind, würde ich mir von der Autorin erhoffen, das sie zukünftig auch bei fantastischen Elementen ein wenig mehr auf die Logik achtet. Da wird es hier immer mal wieder ziemlich dünn.


⭐⭐⭐

Fazit:
Unterhaltsam aber ohne roten Faden. Mir reicht hier der eine Teil.

Veröffentlicht am 02.04.2022

Zu viele Baustellen

Legend Academy. Fluchbrecher
0

Ein recht typisches Jugendbuch, bei dem die Protagonistin nichts ahnend feststellt, das sie übernatürliche Kräfte hat und natürlich zufällig auch noch in den Schulschönling reinstolpert. Nichts wirklich ...

Ein recht typisches Jugendbuch, bei dem die Protagonistin nichts ahnend feststellt, das sie übernatürliche Kräfte hat und natürlich zufällig auch noch in den Schulschönling reinstolpert. Nichts wirklich Neues also. Ich war aber trotzdem neugierig auf die Umsetzung der Mythen und Legenden, die im Buch eine Rolle spielen sollten. Denn das Internat wird von Nachfahren sieben verschiedener Mythen besucht, darunter beispielsweise Sirenen oder Gorgonen.

Leider erfährt der Leser bzw. Hörer über die einzelnen Mythen sehr wenig bis gar nichts. Nach diesem Ersten von zwei Teilen habe ich immer noch keine Ahnung, was Odins Söhne sind und was sie auszeichnet. Das finde ich schade und ich hätte mir hier viel mehr Fokus gewünscht.
Stattdessen ging es im ersten Band vor allem um einen Fluch, der immer wieder Schüler trifft.
Dies ist aber nur einer von mehreren Handlungssträngen, von denen bisher nicht einer zu Ende geführt wurde. Das soll natürlich dazu animieren, den zweiten Teil zu lesen, schreckt mich aber ab. Mir ist es lieber, wenn wenigstens manche Nebenhandlung abgeschlossen wird und man nicht nach so vielen Seiten nur offene Baustellen hat.
Daher wird es für mich auch bei diesem ersten Band bleiben, auch wenn mir sowohl das zu Grunde liegende Setting als auch die Umsetzung des Hörbuchs gut gefallen haben.
Sprecherin Pia-Rhona Saxe macht nämlich einen wirklich guten Job und passt stimmlich gut zu dem, wie ich mir Protagonistin Graylee vorstelle. Auch Graylee als Figur gefällt mir gut. Sie ist ein bisschen anders, hat eine sympathische Art und ist nicht ganz so zickig wie viele Hauptfiguren in diesem Genre. Trotzdem reicht es für mich einfach nicht für mehr als eine durchschnittliche Bewertung.

Fazit:
Eine schöne Idee nicht konsequent genug umgesetzt. Für mich zu viele Baustellen.