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Veröffentlicht am 28.05.2022

Spurensuche

Die Widerspenstigkeit
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Wer das bezaubernde Buch „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry liebt, brennt darauf, vielleicht doch noch mal von einer Begegnung mit dem kleinen Prinzen zu lesen. Leider wird dieser Wunsch ...



Wer das bezaubernde Buch „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry liebt, brennt darauf, vielleicht doch noch mal von einer Begegnung mit dem kleinen Prinzen zu lesen. Leider wird dieser Wunsch in „Die Widerspenstigkeit“ nicht erfüllt. Aber wir erleben einem Urururahnen des kleinen Wüstenfuchses, der sich vom kleinen Prinzen zähmen ließ.

Der Erzähler, ein großer Liebhaber der Fliegerei und deren Anfängen, macht sich auf nach der am Silvestertag 1935 in der Sahara abgestürzten Maschine des berühmten Schriftstellers und Fliegers Antoine de Saint-Exupéry, zu suchen. Und auch der kleine Wüstenfuchs ist auf der Suche nach genau diesem Ort. Saint-Exupéry und seinem Mechaniker André Prévot haben hier fast ohne Wasser und Nahrung in den Dünenweiten zubrachte, ehe Beduinen die beiden zufällig entdeckten.

Das kleine Büchlein ist ansprechend und hochwertig ausgestattet. Es liest sich leicht und flüssig. Die Sprache ist teilweise sehr poetisch und manche Sätze klingen lange in einem nach. Besonders die Gespräche mit dem Fennek, so heißen nämlich die Wüstenfüchse, die zu den kleinsten Wildhunden der Sandwüsten Nordafrikas zählen, über das Leben, die Liebe, die Zähmung und die Widerspenstigkeit. Allerdings konnte mich das Büchlein, im Vergleich zum Original, nicht so stark begeistern. Aber es ist auch schwer gegen „Der kleine Prinz“ anzuschreiben. Mirko Bonnés Sprache hat mir gut gefallen und hat mich neugierig darauf gemacht, den Autor näher kennen zu lernen, deshalb werde ich mir in Kürze ein anderes Buch des Autors besorgen, weil ich glaube, dass sich das auf jeden Fall lohnen wird.

Fazit: Ein kleines Büchlein, dass nachdenklich stimmt.

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Veröffentlicht am 26.05.2022

Verhaltensmuster und Bewältigungsstrategien

Anleitung für dein Leben
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Die Autorin Dr. Sophie Mort hat es sich zur Aufgabe gemacht in ihrem Ratgeber Menschen psychologische Lebenshilfe anzubieten, ihnen zu helfen ihre Gefühle und ihr Verhalten besser zu verstehen. Ihre ...



Die Autorin Dr. Sophie Mort hat es sich zur Aufgabe gemacht in ihrem Ratgeber Menschen psychologische Lebenshilfe anzubieten, ihnen zu helfen ihre Gefühle und ihr Verhalten besser zu verstehen. Ihre Drei-Stufen-Methode gliedert sich in: Probleme benennen, Verhaltensmuster erkennen und Veränderungen herbeiführen.

Der erste Teil des Buches widmet sich dem Thema: Wie konnte es so weit kommen? Der zweite Teil beantwortet die Frage: Was hält mich gefangen? Und schließlich bietet der dritte Teil Tipps und Techniken an, unter der Überschrift: Wie kann es weitergehen?

Offen gestanden, ich hatte Probleme mit dem ersten Teil. Ich habe mich beim Lesen durch die Seiten gequält, vieles erschien mir zu langatmig. Während ich die Ausführungen zur Kindheit noch spannend fand, verlor ich spätestens ab der Schulzeit das Interesse. Ich musste das Buch eine Zeitlang liegen lassen um dann erneut zu starten. Inhaltlich bietet das Kapitel zwar immens viele Informationen, aber ich wurde darin eher wenig angesprochen.

Spannender wurde es für mich im zweiten Teil. Dr. Sophie Mort erklärt, wie wir unsere Welt auf der Grundlage von Vorahnungen erleben, die durch unsere Erfahrungen geprägt sind. Faszinierend auch der Abschnitt über die Emotionen. Der Vergleich mit dem Strandball veranschaulich es gut. Wenn wir Probleme verdrängen, dann sind sie nur kurz unter Wasser und schnellen dann wieder an die Oberfläche. Wichtigster Kernsatz war für mich: Emotionen haben einen Sinn. Wenn wir sie ignorieren, melden sie sich umso heftiger zu Wort.
Gelernt habe ich: Wir sollten unsere Emotionen wahrnehmen ohne sie zu bewerten. Es gibt keine guten oder schlechten Emotionen. Und ganz wichtig, wir sollten unsere Gedanken nicht immer ernst nehmen. In unserem Kopf läuft viel Gehirnspam ab.

Die Kapitel mit den Bewältigungsstrategien fand ich hoch interessant. Hier habe ich mir diesen Satz notiert: Indem wir uns allmählich und wohldosiert mit Aspekten unseres Lebens konfrontieren, vor denen wir uns fürchten, lernen wir am schnellsten, mit ihnen zurechtzukommen.

Absolut interessant fand ich das Thema: Emotionale Taubheit. Wir alle betäuben uns gelegentlich indem wir was Tröstliches essen, Netflix schauen, den Alltag ausblenden, dadurch entsteht Suchtgefahr. Es ist wichtig, dass wir von diesen Verhaltensweisen wegkommen. Wir müssen herausfinden, was diesen Bewältigungsstrategien zugrunde liegt. Was steckt dahinter?

Im dritten Teil gibt es jede Menge Tricks und Tipps, Techniken wie Achtsamkeit, Selbstfürsorge, Tagebuchschreiben, Atem- und Entspannungsübungen Mein Favorit ist das Journaling. Man kann sich alles Belastende von der Seele schreiben und bekommt wieder einen klaren Blick. Manchmal zeigt sich dadurch auch die Lösung eines Problems.

Fazit: Alles in allem ein informatives Buch mit guten Lösungsansätzen… wenn man nicht schon im ersten Teil die Geduld verliert.

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Veröffentlicht am 17.05.2022

Familiengeheimnisse

Schwarz Wald Nacht
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Susanne Stoll hat ihre Familie und ihre Schwarzwald-Heimat vor 9 Jahren hinter sich gelassen. Sie konnte nicht mehr mit den Übergriffen ihres Vaters leben. Und Hilfe war von niemanden zu erwarten. Nur ...


Susanne Stoll hat ihre Familie und ihre Schwarzwald-Heimat vor 9 Jahren hinter sich gelassen. Sie konnte nicht mehr mit den Übergriffen ihres Vaters leben. Und Hilfe war von niemanden zu erwarten. Nur zu ihrer Großmutter hielt sie den Kontakt. Als diese verstarb kommt sie zur Beerdigung zurück in das Dorf und steckt auch sofort wieder in Schwierigkeiten. Eine junge Frau läuft ihr vors Auto. Die Leiche wird Tage später im Wald entdeckt.
Lisa Straubinger ist ein spannender Debüt-Roman gelungen, der mich von der ersten Zeile an zu fesseln verstand. Ich habe oft mit angehaltenem Atem gelesen. Der Schreibstil ist flüssig und die kurzen Kapitel empfand ich als positiv. Sanne stößt in ihrem Heimatdorf auf kalte Ablehnung und das war für mich spürbar. Ihren Bruder Matthias hatte sie vor ihrer Flucht versprochen, ihn nachzuholen. Was nicht geschah. Das scheint er ihr Übel zu nehmen. Jedenfalls ist auch die Verbindung zu ihrem Bruder eher problematisch. Die Dorfgemeinschaft steht hinter Sannes Familie und hat kein gutes Wort für sie übrig. Aber auch Sanne verhält für meinen Geschmack sehr seltsam. Was ist in dieser Familie und diesem Dorf vorgefallen? Denn auch die Vergangenheit spielt mit rein.

Insgesamt ein spannender Debüt-Roman, den ich mit angehaltenem Atem verschlugen habe.

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Veröffentlicht am 08.05.2022

Wohin der Wind uns trägt

Das Geschenk der Adlerin
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Vier Freundinnen, ein gemeinsames Wochenende mit einer Bergtour auf dem Arlberg. Das klingt spannend. Vor allem für einen Wanderfreak wie mich. Da wäre ich gerne als fünfte Person mit dabei gewesen. Nachdem ...

Vier Freundinnen, ein gemeinsames Wochenende mit einer Bergtour auf dem Arlberg. Das klingt spannend. Vor allem für einen Wanderfreak wie mich. Da wäre ich gerne als fünfte Person mit dabei gewesen. Nachdem die Freundinnen sich seit zwanzig Jahren nicht mehr gesehen hatten, flatterte überraschend bei Susanne, Katja und Linda eine Einladung von Franziska zu diesem Wochenende ins Haus. Die Lebenswege der vier Frauen war bisher sehr unterschiedlich. Haben sich ihre Träume erfüllt? Was haben sie sich zu erzählen? Der Aufstieg erweist sich besonders für Susanne als beschwerlich. Die durchtrainierte Franziska hingegen hat sportlich gesehen keine Probleme. Aber für alle vier wird diese Bergtour zu einer echten Herausforderung.

Zunächst lernen wir die vier Freundinnen kennen. Jede von ihnen trägt eine eigene Last auf den Schultern. Vom Charakter her sind die Frauen grundverschieden. Ich fragte mich, warum möchte Franziska ihre ehemaligen Freundinnen treffen, was bezweckt sie damit? Zwanzig Jahre sind eine lange Zeit. Da können sie Menschen sehr verändern. Ob dieses tiefe Band der Freundschaft zwischen ihnen noch besteht? Oder hat der Alltag und das Leben die Freundschaft zerrieben?

Mein Lieblingscharakter war Susanne. Sie ist geerdet und eine total liebe. Linda war mir zu esoterisch unterwegs. Sie redet davon, Verantwortung zu übernehmen, Jammern und Ausreden schwächen uns. Sie sei die Schöpferin ihres Lebens. Sie sei kein Opfer der Umstände. Und doch macht ihr das Leben Angst, davon ist sie leider auch nicht frei. Katja empfand ich fast als aggressiv. Ihr Selbstoptimierungszwang ist sehr anstrengend, nicht nur für ihr Umfeld, auch für sie selbst. Und bei Franziska stieg ich lange nicht durch, was sie im Innern belastet. Ihre Geschichte machte mich dann sehr betroffen. Der Schreibstil der Autorin ist schnörkellos und leicht lesbar. Die Natur- und Landschaftsbeschreibungen versetzten mich als Leserin in die wunderschöne Welt der Alpen.

Eine gute Erkenntnis war für mich der Satz: Wir sollten viel öfter gemeinsam lachen. Und: Veränderung braucht ein starkes WARUM.

Fazit: Ein leicht lesbarer Unterhaltungsroman, um Frauenfreundschaft und Lebenswege, mit durchaus tiefgründigen Gedanken.

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Veröffentlicht am 26.04.2022

Fehlersuche

Der große Fehler
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Der Schwarze Cornelius William ermordet an einem Freitag dem 13., am helllichten Tag, mit fünf Schüssen, Andrew Haswell Green vor seinem Haus. Warum musste der große, alte Mann sterben? Er hatte sich ...



Der Schwarze Cornelius William ermordet an einem Freitag dem 13., am helllichten Tag, mit fünf Schüssen, Andrew Haswell Green vor seinem Haus. Warum musste der große, alte Mann sterben? Er hatte sich beträchtliche Verdienste um die Stadtentwicklung New Yorks erworben hat ein faires öffentliches Schulsystem einführte. Ihm verdankt New York unter anderem den Central Park und die New York Public Library. Er war der Vater von Greater New York. Er vereinte die beiden Städte New York und Brooklyn. Liegt hier ein Motiv?

Oder muss Inspekto McClusky seine Ermittlungen ganz wo anders ansetzen? Andrews Mörder Cornelius William, wollte die Adresse einer gewissen Bessie Davis. Hatte er diese Dame gekannt und was verband ihn mit ihr? Inspektor McClusky macht sich Sorgen, dass die Ermordung Greens mit dessen Lebensführung zu tun hatte. Das gäbe einen Skandal, ein großer amerikanischer Bürger und Held, der sich mit mörderischen Schwarzen und dessen Frauen abgab.

In Rückblicken, erleben wir den jungen Andrew. Er kommt aus einfachen Verhältnissen. Er erhält vom Vater keinerlei Anerkennung, so sehr er sich auch darum bemüht. In seiner Jugendzeit gierte er nach Bewegung. Das machte ihn mir schon mal sympathisch. Seine Neigung zum eigenen Geschlecht erschwert ihm das Leben. Andrew lernt den sechs Jahre älteren Samuel Tilden, einen angehenden Anwalt, der auf dem Weg zu Höherem ist kennen. Er verehrt den Gentleman, der es gewohnt ist, sich durch die wohlhabende Welt zu bewegen. Er ist ein besessener Büchersammler. Andrew spürte schon bei ihrem ersten Treffen, dass Samuel im Grunde ein einsamer Mann ist und das verband sie. Er nahm ihn als Vorbild, strebte danach zu sein, wie sein Freund. Er beobachtet Gentlemen, wie sie sich ausdrückten und gestikulierten und er ahmte sie nach. „Er strebte nach Freiheit, die man sich für Geld kaufen konnte, der Freiheit, keiner Anweisung zu folgen“, hieß es an einer Stelle.

Eine interessante Figur ist auch seine Haushälterin. Von ihr heißt es: „Sie besaß ein Auge für die kleinen Dinge.“ Seinen Freund Samuel Tilden empfand ich sehr oft als Snob, große Sympathien konnte ich für ihn nicht entwickeln. Doch diese Bessie Davis, sie hat mir echte Bewunderung abgerungen. Sie war eine erfolgreiche Schwarze. Sie wusste, was sie wollte. Auch wenn sie in einem anrüchigen Gewerbe tätig war. So hat sie ihre Chancen erkannt und genutzt.

Ich habe mich mit diesem Buch sehr schwergetan. Anfangs war ich hellauf begeistert von diesem ungewöhnlichen Schreibstil. Leider verlor sich mit der Zeit die Begeisterung und machte eine Ungeduld Platz. Mich nervte, dass ewige um den Brei herumreden, sich in Nebensächlichkeiten verlieren. Aber es gab auch humorvolle Stellen. Schmunzeln musste ich z. B. über Andrews Beschreibung der Krankheit von Frau Hingsdale. Sie selber sagt immer, sie seit 1822 an der Ehe erkrankt und leide seitdem an den Symptomen.

Einer meiner Lieblingssätze war: Eine Stimme, die Ausdruck einer lächelnden Selbstsicherheit ist, nach der manch einer sein Leben lang strebt, während sie anderen in die Wiege gelegt wurde. Oder auch: Man muss die Dinge ausprobieren, bevor man sie verwerfen kann.

Große Fehler gab es viele in Andrews Leben, wie auch in unser aller Leben. Das sein Tod hätte nicht sein müssen, war verhängnisvoll und beruhte auf einem Missverständnis. Wie es dazukam, wird nicht verraten.

Fazit: Ein faszinierender, aber doch sehr anstrengender Schreibstil.


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