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Veröffentlicht am 04.07.2022

Augenaufschlag

Nils
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Die Augen sind der Spiegel zur Seele. Dieses Sprichwort bewahrheitet sich in diesem Thriller auf grauenvolle Weise. So lernen wir Nils kennen. Ein Junge dessen Augen im Moment eines schrecklichen Erlebnisses ...

Die Augen sind der Spiegel zur Seele. Dieses Sprichwort bewahrheitet sich in diesem Thriller auf grauenvolle Weise. So lernen wir Nils kennen. Ein Junge dessen Augen im Moment eines schrecklichen Erlebnisses erstarrten. Seinen Mitmenschen jagt er mit diesem starrenden Blick Angst ein. Er wird gemieden und ausgegrenzt. Und wir begegnen fünf Schülern, die in ihrer jugendlichen Arroganz eine verabscheuenswürdige Tat begehen und selbst Opfer eines Rachefeldzugs werden. Die Morde sind perfide, durchdacht und ausgeklügelt. Keiner gleicht dem anderen und jeder für sich bietet Gruselfaktor mit Gänsehautfeeling. Wir begleiten die Ermittler Julia Kramer und Dennis Lubinski durch die Münchener Schattenwelt. Und wir werden genau wie sie, ein ums andere Mal in die Irre geführt, stehen ungläubig vor den Trümmern und suchen im Wirrwarr den roten Faden. So verschieden die beiden Ermittler auch sind, in ihrem Herzen verschließen sie ein ähnliches Schicksal.
Schon nach wenigen Seiten hat mich das Buch nicht mehr losgelassen. Es hat Bilder in meinem Kopf entstehen lassen, bei denen ich gerne, wie bei einem Horrorfilm, schnell mal weggesehen hätte. Unvermeidlich sah ich das Unheil herannahen und war dann doch von der Raffinesse der Ausführung fasziniert. Nichts für schwache Gemüter- aber ein Muss für eingefleischte Thrillerfans!

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Veröffentlicht am 30.06.2022

Der Gandalf aber auch nicht

Frodo war’s nicht
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Und schon wieder habe ich eine neue Krimi-Reihe von Jürgen Seibold für mich entdeckt. Diese spielt im kleinen, schwäbischen Örtchen Remslingen. Dreh- und Angelpunkt ist der Buchladen von Robert Mondrian. ...

Und schon wieder habe ich eine neue Krimi-Reihe von Jürgen Seibold für mich entdeckt. Diese spielt im kleinen, schwäbischen Örtchen Remslingen. Dreh- und Angelpunkt ist der Buchladen von Robert Mondrian. Doch die beschauliche Ruhe trügt. Und auch der Buchhändler ist ein tiefes Wässerchen. Im dritten Teil der Reihe toben die Tolkien-Festspiele in Remslingen. Ein Gewusel an Orks, Elfen und Frodos, die den Ort bevölkern. Und mittendrin wird der Juwelier Gollmann überfallen und sein Verkäufer zum Opfer eines Verbrechens. Und so skurril die Szenerie auch wirkt, so hinterhältig ist die Tat. Robert Mondrian wird wiedererwartend in die Ermittlungen hineingezogen. Neben dem smarten Hauptprotagonisten fand ich auch die facettenreichen Nebencharactere sehr gelungen. Mondrians Assistent Alfons besticht nicht nur mit seiner Tollpatschigkeit, sondern ist auch Besitzer zweier witziger und liebenswerter Kakadus. Während die neugierige und geschwätzige Frau Heberle die Nerven strapaziert, sorgt der Senior-Italiener für Schmunzeln. Den dritten Teil habe ich ohne Vorkenntnisse der anderen Teile gelesen und hatte keinerlei Probleme mit fehlendem Hintergrundwissen. Dennoch werde ich mich jetzt mit viel Freude an die beiden Vorgängerbände machen. Wirklich wieder eine gelungene Krimireihe für Freunde der regionalen und witzigen Kriminalliteratur.

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Veröffentlicht am 16.06.2022

Dunkel wars

Schwarz Wald Nacht
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In einem Dorf mitten im tiefen Schwarzwald geschieht ein Mord, der die ganze Dorfgemeinschaft erschüttert. Auf den ersten Blick ist das Dorf im Südschwarzwald friedlich und beschaulich. Doch der zweite ...

In einem Dorf mitten im tiefen Schwarzwald geschieht ein Mord, der die ganze Dorfgemeinschaft erschüttert. Auf den ersten Blick ist das Dorf im Südschwarzwald friedlich und beschaulich. Doch der zweite Blick bereitet einem Gänsehaut. Kaum eine Familie ist ohne dunkles Geheimnis. Sanne konnte mit 18 Jahren der stillen Gewalt entfliehen. Hilfe suchte sie bei der Dorfgemeinschaft vergeblich, denn wer die Idylle stört wird ausgeschlossen. Und so wollte sie eigentlich nie zurückkehren. Doch dann stirbt ihre Oma und sie lässt sich von ihrem Bruder überreden zur Beerdigung zu kommen. Das Unternehmen endet in einer Katastrophe, als ihr auf dunkler Straße eine fremde Frau vor das Auto läuft. Mich hat schon auf den ersten Seiten der spannende Schreibstil total gepackt. Ein Buch, um völlig darin zu versinken und mal wieder die Ziel-S-Bahnstation zu verpassen. Lisa Straubinger versteht es dem winterlichen, dunklen, tiefen Südschwarzwald einen Klang von skandinavischer Melancholie zu verpassen. Die Schwere der Geheimnisse und der menschlichen Schicksale wirken bedrückend und düster und machen den besonderen Reiz dieses Kriminalromans aus. Lisa Straubinger hat hier mit ihrem Debütroman erstklassig gepunktet. Ich will unbedingt noch ganz viel mehr von ihr lesen. Weiter so, dass ist genau mein Fall!

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Veröffentlicht am 12.06.2022

Trügerische Idylle

Sturm über den Highlands
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Es könnte alles so idyllisch sein, dort oben im Norden Schottlands. Ein kleiner Ort umgeben von Schafweiden mitten in den Highlands. Doch dann wird das erste Schaf gefunden, auf grausame Weise getötet. ...

Es könnte alles so idyllisch sein, dort oben im Norden Schottlands. Ein kleiner Ort umgeben von Schafweiden mitten in den Highlands. Doch dann wird das erste Schaf gefunden, auf grausame Weise getötet. Und es folgen weitere schlimme Ereignisse. Kim reist aus Deutschland nach Schottland, weil sie eigentlich den Kopf frei bekommen möchte. Sie wollte Ruhe finden, sich sortieren und ihr Leben wieder in den Griff bekommen. Doch die Ruhe ist ihr nicht vergönnt. Die Ereignisse überschlagen sich und sie wird mitten reingezogen. Gemeinsam mit ihren neuen Freunden versucht sich hinter das Geheimnis zu kommen.
Das Setting war ganz großartig. Schottland ist einfach ein besonderer Fleck auf dieser Erde und Sybille Baecker hat mich mitten reingebracht in die Highlands, auf die saftig grünen Wiesen auf denen einem immer eine Brise um die Nase weht. Viele ihrer Protagonisten waren Sympathieträger, hatten aber auch ihre Ecken und Kanten. So wie es sein muss in Schottland: rau, frisch aber auch mit Wohlfühlatmosphäre. Ein toller Kriminalroman mit Urlaubsfeeling, bei dem ich mich sehr über eine Fortsetzung freuen würde.

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Veröffentlicht am 31.05.2022

Wie es war und ist

Alt-Buckower Geschichte(n)
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Zuerst einmal denke ich, dass es solch ein Buch für jeden Kiez, für jedes Dorf und jeden Landstrich geben sollte. Denn nur wer die Vergangenheit kennt kann auch die Zukunft angemessen gestalten. Alt-Buckow ...

Zuerst einmal denke ich, dass es solch ein Buch für jeden Kiez, für jedes Dorf und jeden Landstrich geben sollte. Denn nur wer die Vergangenheit kennt kann auch die Zukunft angemessen gestalten. Alt-Buckow ist mittlerweile ein Unterbezirk von Berlin-Neukölln und wurde, wie so viele andere Dörfer im Zuge der Eingemeindung 1920 Groß-Berlin angeschlossen. Doch es hat seine eigene ganz besondere Geschichte. Und diese Lobeshymne stimme ich hier nicht nur an, weil es mein Heimatbezirk ist, sondern weil ich mich beim Lesen in die alten Bauerhöfe und Menschen dort verliebt habe. Der Autor versteht es einfach die Geschichte durch viele spannende und lustige Anekdoten lebendig werden zu lassen. Alt-Buckow war zum Großteil von Bauernhöfen geprägt. Die Familien lebten (und leben immer noch) seit vielen Generationen hier. Und auch wenn sich viel verändert hat, ist doch ebenso viel noch sichtbar und lebendig. Selbst die alten Bäume der Allee haben ihre Geschichte. Das traditionsreiche Restaurant war mal ein Kinosaal und der Dorfteich ist Schauplatz manch tragischen Ereignisses geworden. Die alte Dorfkirche aus dem 13. Jahrhundert hat bestimmt auch viele kommen und gehen gesehen, manchen Krieg, manch Freud und Leid verfolgt. Und doch steht sie beständig seit Jahrhunderten an gleicher Stelle und trotzt der Welt. Hartmut Christians hat für mich meine alte Heimat lebendig gemacht und mir damit ein Gefühl von Vertrautheit wiedergegeben. Ein Ort wird doch erst besonders, wenn wir seine Geschichte kennen, ebenso wie Menschen uns erst so richtig vertraut werden, wenn wir ihre Vergangenheit kennen. Dieses Wissen ist ein unglaublicher Schatz, weil es uns Demut und Wertschätzung lehrt.

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