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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.04.2025

Weitschweifige Geschichte, mit wenig Spannung, aber viel Lokalkolorit

Verdeckte Spuren
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Zunächst einmal will ich deutlich sagen, dass ich es auch verstehen kann, wenn andere Leser dieses Buch mögen. „Verdeckte Spuren“ von Jochen Brunow hat durchaus seine Stärken. Zunächst einmal ist der Lokalkolorit ...

Zunächst einmal will ich deutlich sagen, dass ich es auch verstehen kann, wenn andere Leser dieses Buch mögen. „Verdeckte Spuren“ von Jochen Brunow hat durchaus seine Stärken. Zunächst einmal ist der Lokalkolorit von Sardinien, wie auch von Berlin wunderbar herausgearbeitet. Mitunter liest sich die Geschichte finde ich so detailliert wie ein Reiseführer und macht Lust auf die jeweilige Gegend. Auch der Schreibstil ist etwas besonderes und wer ausschweifende, detailreiche und bildhafte Erzählungen mag, wird dieses Buch lieben. Mich persönlich konnte der Stil leider nicht abholen, ich fand ihn wirklich anstrengend zu lesen und auch wenn ich mich nach etlichen Seiten an diesen gewöhnt hatte, begeistert war ich bis zum Ende nicht davon. Letztlich bleibt aufgrund der vielen Ausschweifungen nämlich jegliche Spannung auf der Strecke. Die Handlung verliert sich immer wieder in unwichtigen Nebensträngen, von Ermittlungen kann man nicht sprechen, nur durch Zufall und viel technische Hilfe wird alles aufgeklärt. Was mich zunehmend störte war außerdem die sehr "männliche Schreibe". Alle wichtigen Figuren sind zunächst Männer, die wenigen vorkommenden Frauen sind mehr oder weniger schmückendes Beiwerk und nur als (mögliche) Partnerinnen interessant. Außerdem sind die Beschreibungen der weiblichen Figuren finde ich beispielhaft für den "Male Gaze", sehr auf Äußerlichkeiten bedacht und wenn sie mal nicht normschön sind werden sie mit abwertenden Bezeichnungen wie etwa Matrone bedacht. Auch durch den Bechdel-Test fällt das Buch durch, was finde ich bezeichnend ist. Auf über 300 gibt es keine Interaktion zwischen zwei Frauen, welche sich nicht um Männer dreht. Versteht mich bitte nicht falsch. Normalerweise bewerte ich Krimis nicht nach feministischen Maßstäben. In diesem Fall zieht sich die patriarchale Denke aber dermaßen deutlich durchs Buch, dass es für mich auch die restliche Geschichte abwertet. Dazu kam dann noch der mühsame Schreibstil und ein etwas zu konstruierter Fall. Auch wenn es mir leid tut, mehr als 2 Sterne kann ich in diesem Fall nicht vergeben.

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Veröffentlicht am 30.08.2024

Enttäuschend langatmig

Das Wesen des Lebens
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Selten war ich so froh ein Buch endlich beendet zu haben. Mehrmals war ich kurz davor „Das Wesen des Lebens“ von Iida Turpeinen abzubrechen. Da mich das Werk inhaltlich aber durchaus interessierte hielt ...

Selten war ich so froh ein Buch endlich beendet zu haben. Mehrmals war ich kurz davor „Das Wesen des Lebens“ von Iida Turpeinen abzubrechen. Da mich das Werk inhaltlich aber durchaus interessierte hielt ich letztendlich doch bis zum Schluss durch. Was also gibt es über den Roman zu sagen, außer das ich froh bin die Lektüre geschafft zu haben? Zunächst einmal erstreckt sich Handlung über einen unglaublich langen Zeitraum. Dabei wechseln die erzählenden Protagonisten immer wieder, was einerseits irritierte, anderseits aber auch gut war, denn Manche der (männlichen) Erzähler hätte ich definitv kein ganzes Buch lang ertragen. Als positiv empfand ich hingegen die wenigen weiblichen Stimmen, welche zum Glück auch eine Rolle in der Geschichte der Seekuh spielten. Trotzdem blieb die Stimmung durchgehend gedrückt, teils war ich fassungslos ob der menschlichen Grausamkeiten den faszinierenden Tieren gegenüber, teils von häufig langatmigen Passagen einfach nur gelangweilt. Ausgestorbene Tierarten und ihre Geschichte verdienen auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit, auch durch die heutige Aktualität des Themas. Die Beschäftigung damit lohnt allemal, nur kann ich „Das Wesen des Lebens“ dafür leider nicht empfehlen. Anstatt zu fesseln ließ die Lektüre mich deprimiert zurück. Natürlich ist meine Bewertung höchst subjektiv, ich persönlich kann aber nicht mehr als 2 Sterne vergeben.

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Veröffentlicht am 31.10.2022

Interessante Idee, mangelhafte Umsetzung

Die Perspektive des Zwielichts
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„Die Perspektive des Zwielichts“ von Andrea Fehringer und Thomas Köpf verspricht Horror und Humor zu vereinen und hält 10 Kurzgeschichten bereit. Bevor ich zu meiner eigentlichen Bewertung komme, zunächst ...

„Die Perspektive des Zwielichts“ von Andrea Fehringer und Thomas Köpf verspricht Horror und Humor zu vereinen und hält 10 Kurzgeschichten bereit. Bevor ich zu meiner eigentlichen Bewertung komme, zunächst einmal ein paar Worte zum Aufbau. Das Buch ist in 5 Abschnitte unterteilt, jeder Abschnitt widmet sich einer Ausgangssituation. Zunächst gibt es dazu einen Horrorversion zu lesen, im Anschluss folgt eine humorvolle Interpretation. Am Ende ergeben sich so jeweils fünf Horror und fünf Humor Short Stories. Auf den ersten Blick klang diese Idee für mich wirklich interessant, da ich gute geschriebene Kurzgeschichten äußerst gerne lese! Die Umsetzung sorgte hier aber für kein gelungenes Leseerlebnis. Von den fünf Abschnitten schaffte es einzig ein Szenario mich zu gruseln und im Anschluss daran zu amüsieren. Alle anderen Kurzgeschichten ließen eine gute Unterhaltung vermissen. Tendenziell waren die Horror-Versionen zwar etwas stärker, vollumfänglich überzeugen konnte diese aber auch nicht, da der Horror oft sehr dezent blieb. Langatmig und oft verworren kamen die Humor-Versionen daher, mehr als ein müdes Schmunzeln konnte mir hier leider keine der Geschichten entlocken. Dabei lag es prinzipiell gar nicht mal an den ausgewählten Settings, sondern schlicht und einfach an der schreiberischen Umsetzung. Der Schreibstil liest sich eher sperrig und auch den regelmäßig vorkommenden österreichischen Dialekt muss man schon mögen. Am meisten störten mich aber die Abschweifungen und Längen der Geschichten. Einige schafften es dadurch mich nicht nur zu langweilen, sondern auch noch zu verwirren. Alles in allem kann ich leider nicht mehr als 2 Sterne vergeben. Schade, denn die Idee klang so verheißungsvoll!

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Veröffentlicht am 09.10.2022

Hält nicht was es verspricht – Für ein Sachbuch eindeutig zu sehr von der Meinung des Autors geprägt

Kaputte Wörter?
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Obwohl ich die Sachbücher aus dem Duden-Verlag normalerweise sehr schätze, lagen der Autor Matthias Heine und ich von Beginn an nicht auf einer Wellenlänge. Unter dem Titel „Kaputte Wörter? - Vom Umgang ...

Obwohl ich die Sachbücher aus dem Duden-Verlag normalerweise sehr schätze, lagen der Autor Matthias Heine und ich von Beginn an nicht auf einer Wellenlänge. Unter dem Titel „Kaputte Wörter? - Vom Umgang mit heikler Sprache“ habe ich mir fälschlicherweise eine sachliche Auseinandersetzung mit bestimmten Wörtern und einem anschließenden Appell für sensiblen Sprachgebrauch vorgestellt. Bereits im Vorwort stellte der Autor dann aber unmissverständlich klar: "Ich gehe von der Grundüberzeugung aus, dass keine Regierung, keine Behörde, und erst recht keine Minderheiten den 200 Millionen Deuschsprechern vorzuschreiben haben, welche Wörter sie gebrauchen dürfen. Auch dann nicht, wenn solche Minderheiten sich von Wörtern betroffen oder diskriminiert fühlen." (S.11)
Und genau in dieser Manier widmet sich der Autor dann den von ihm ausgesuchten 80 Wörtern. Nur sehr selten positioniert er sich dabei klar gegen den Gebrauch, meist eiert er um eine eindeutige Aussage herum und immer wieder tut er seine sehr persönliche Meinung kund, warum dieser oder jener Diskurs im reichlich übertrieben erscheint. Allgemein stellte sich mir bei der Lektüre die Frage, aus welcher Intention heraus das Buch überhand entstanden ist. Anstatt ein Ratgeber im wortwörtlichen Sinn zu sein, gibt das Buch zwar interessante Einblicke in Wortursprung und Gebrauch, die Punkte Kritik und Einschätzung sind aber reichlich von der persönlichen Meinung des Autors geprägt. Auch die Auswahl der Wörter erscheint immer wieder willkürlich, es wirkte auf mich leider so als müsste der Autor eine gewisse Anzahl erfüllen und hat deswegen stellenweise tief gegraben um weitere Wörter des Anstoßes zu finden. Schlussendlich wechseln sich so äußerst diskriminierende und rassistische Begriffe, mit Banalitäten ab. Die alphabetische Anordnung hilft dabei auch nicht, eine Einordnung nach Themengebieten hätte wirklich mehr Sinn gemacht. Alles in allem bin ich von „Kaputte Wörter?“ leider enttäuscht. Anstatt hilfreiche Einschätzungen zu liefern, gelang es dem Autor mehrmals (vor allem auch mit seiner Meinung zu feministischen Debatten) mich richtiggehend wütend zu machen.
Mein Fazit: Finger weg! Nicht geeignet um sich ernsthaft mit sensiblen Sprachgebrauch auseinander zu setzen.

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Veröffentlicht am 06.06.2022

Inhaltlich anders als gedacht – Konnte mich nicht überzeugen

Die Erfüllung wartet in dir
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Die Bewertung des Buchs „Die Erfüllung wartet in dir“ von Julian Heppt fällt mir ehrlich gesagt ziemlich schwer. Allgemein habe ich mir einfach etwas anderes erwartet. Bisher bin ich nämlich noch von keinem ...

Die Bewertung des Buchs „Die Erfüllung wartet in dir“ von Julian Heppt fällt mir ehrlich gesagt ziemlich schwer. Allgemein habe ich mir einfach etwas anderes erwartet. Bisher bin ich nämlich noch von keinem Buch des mvgverlags enttäuscht worden und hatte auch deshalb nicht eine solch krude thematische Ausrichtung hinter dem Titel vermutet. Überraschenderweise ist das Buch aber sehr esoterisch ausgerichtet und hält eine wilde Mischung aus unterschiedlichen Glaubensrichtungen bereit. Mit einigen dieser Theorien konnte ich leider so gar nichts anfangen, wobei ich mir durchaus vorstellen kann, dass das aufgeführte Konzept durchaus Menschen helfen kann. Ich persönlich konnte aber wenig mit Begriffen wie „Transformation“ und „Schwingungserhöhung“ anfangen. Kritisch sehe ich außerdem, dass bei einigen der aufgeführten Lebensthemen bzw. Traumata, dringend eine wissenschaftlich anerkannte Therapie (wie z.B. Psychotherapie) angeraten wäre. Dies erwähnt der Autor leider an keiner Stelle. Vielmehr preist er am Ende seine eigenen Angebote an und auch das sehr kurze Quellenverzeichnis am Ende des Buchs lässt erkennen, das es sich hier um kein wissenschaftlich erprobtes Konzept handelt. Und auch wenn ich stellenweise so manchen Impuls interessant fand, blieb mir Vieles zu abstrakt um wirklich etwas im eigenen Leben verändern zu können. Gut gefiel mir hingegen der Schreibstil, die persönliche Ansprache, weckt Vertrauen und sprachlich lässt sich das Buch wirklich gut lesen. Da ich für mich persönlich aber wenig mitnehmen konnte und manche aufgestellte These zweifelhaft finde kann ich nicht mehr als 2 Sterne vergeben.

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