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Veröffentlicht am 12.06.2022

gelungene , abwechslungsreiche Fortsetzung

Im Schein der Morgenröte
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Elisabeth versucht weiterhin Zutritt zum exklusiven Kreis der Pflanzer zu bekommen. Noch immer konnte sie keinen Handel über die von ihrem Bruder geforderten Gewürznelken abschließen. Nur gut, dass sie ...

Elisabeth versucht weiterhin Zutritt zum exklusiven Kreis der Pflanzer zu bekommen. Noch immer konnte sie keinen Handel über die von ihrem Bruder geforderten Gewürznelken abschließen. Nur gut, dass sie Preston absolut vertraut und sich seiner Liebe sicher ist, bis dieser einen unverzeihlichen Fehler begeht. Nun steht Elisabeth alleine da und ihr bleibt nur noch Gramberg als letzter Ausweg. Ein gefährliches Spiel beginnt.

Schon im 1. Band habe ich Elisabeth, die ich für ihren Wagemut und Standhaftigkeit weiterhin bewundere, gewünscht, dass sie mit Preston glücklich wird. Zuerst deutet alles daraufhin, dass es so kommt. Es gibt ein paar sehr gefühlvolle Szenen zwischen den beiden, die nicht kitschig sind.

Dann begeht Preston diesen Fehler, den ich ihm so nie zugetraut hätte. Ich habe aufrichtig mit Elisabeth gelitten. Gleichzeitig war ich entsetzt, dass nun Gramberg, dem ich schon im 1. Band misstraut habe, wieder eine wichtige Rolle übernimmt. Auch weil er den Eindruck vermittelt, aufrichtige Gefühle für Elisabeth zu entwickeln.

Dann überstürzen sich die Ereignisse und es gilt einen Abschied von einer lieb gewonnen Figur zu nehmen. Das kam überraschend und hat mich deshalb sehr getroffen.

Wie erhofft, glätten sich die Wogen am Ende des Buches und die Autorin schenkt mir nochmals eine sehr romantische und bewegende Szene.

Ich kann das Buch jedem ans Herz legen, der sich für historische Liebesromane begeistert. Die Geschichte bietet viele emotionale Momente, einiges an Spannung, viel Exotik verbunden mit einem interessanten historischen Hintergrund. Ich habe den Roman mit Begeisterung gelesen und hoffe auf mehr Lesestoff aus der Feder der Autorin.

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Veröffentlicht am 09.06.2022

Die Minotaurus - Sage überzeugend neu erzählt

Der Prinz im Labyrinth
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ch habe als Jugendliche die klassischen Sagen geliebt. Deshalb war ich sehr gespannt , was die Autorin aus dem mir bekannten Sachverhalt gemacht hat.

Die Geschichte wird als Mordermittlung dargestellt. ...

ch habe als Jugendliche die klassischen Sagen geliebt. Deshalb war ich sehr gespannt , was die Autorin aus dem mir bekannten Sachverhalt gemacht hat.

Die Geschichte wird als Mordermittlung dargestellt. Asterion, Sohn von Pasiphae, Mina und Königin von Knossos, wird in seinem Zimmer im Palast tot aufgefunden. Es gab Gerüchte, er sei das uneheliche Kind der Königin mit dem Sklaven Tauros. Als man den Toten findet, fehlt auch jede Spur von der Königstochter Ariadne und dem Athener Theseus. Beide hatten gute Gründe, Asterion zu töten.

Pasiphae lässt Daedalos und seinen Sohn Ikarus gefangen nehmen, da sie ihnen eine Beteiligung an der Tat unterstellt. Bei einem Fluchtversuch, stürzt Ikarus zu Tode.

Die Lösung des Kriminalfalles ist am Ende eine echte Überraschung und hat mir ausgesprochen gut gefallen.

Ein Kompliment an die Autorin ! Ich finde, sie hat die Sage überzeugend , mit Respekt und ohne sie in einer Form zu beschädigen neu erzählt. Alle wesentlichen Punkte finden sich wieder und werden logisch und für unser heutiges Empfinden realistisch wiedergegeben. Ein gutes Beispiel hierfür ist Ikarus Tod. In der Sage kommt er der Sonne , dem Licht, zu nahe und stürzt ab. Hier fällt er in einen Lichthof.

Auch die Art und Weise , wie die Autorin die Geschichte erzählt, war in meinen Augen packend und hat die Spannung hoch gehalten. Die Ereignisse werden abwechselnd im Rückblick beginnend mit Pasiphaes Krönung und der Gegenwart sowie aus der Sicht der Beteiligten geschildert. So fügen sich die einzelnen Puzzleteile zu einem überraschenden Ganzen.

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Veröffentlicht am 06.06.2022

Der 2. packende Fall für die Hafenärztin

Die Hafenärztin. Ein Leben für das Glück der Kinder (Hafenärztin 2)
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Hamburg 1911 - Zeit der großen Auswanderungswelle
Für die einen ist es die Hoffnung auf ein besseres Leben, für die anderen eine gute Möglichkeit, sich die Taschen zu füllen.
Anne Fitzpatrick, Ärztin mit ...

Hamburg 1911 - Zeit der großen Auswanderungswelle
Für die einen ist es die Hoffnung auf ein besseres Leben, für die anderen eine gute Möglichkeit, sich die Taschen zu füllen.
Anne Fitzpatrick, Ärztin mit eigener Praxis, aktiv in der Frauenbewegung und belastet mit dunklen Punkten aus der Vergangenheit, arbeitet zusätzlich im Veddel, dem abgesonderten Wartebereich der Auswanderer.
Helene Curtius, gebildete Bürgertochter, frauenbewegt, arbeitet dort als Lehrerin. Als Kinder unter ungeklärten Umständen erkranken und sogar sterben, sind die beiden alarmiert. Gift scheint die einzige Erklärung, wird aber von der Leitung als Hirngespinst abgetan. Nur Kommissar Rheydt nimmt die Angelegenheit ernst. Zumal er einen Zusammenhang zu einem Mord im Mädchenhändlermilieu vermutet.
Aber wer sollte vom Tod der Auswandererkinder profitieren ?
Das ist der 2. Band, in dem die Hafenärztin Anne Fitzpatrick eine Hauptrolle spielt. Auch ohne Vorkenntnisse lässt es sich der Handlung gut folgen, da wichtige Informationen in der Geschichte erwähnt werden.
Mir eröffnet sich mit dem Betreten des Veddels eine völlig neue Welt. Ich wusste um die Auswanderungswelle, aber nicht wie es organisiert war und nichts über die Gefahren, vor allem für die jungen Mädchen. Das Ausmaß des Mädchenhandels hat mich erschreckt und gleichzeitig traurig gestimmt bei dem Gedanken, dass sich in den letzten hundert Jahren in dieser Hinsicht nichts geändert hat.
Anne und Helene waren mir beide gleichermaßen sympathisch. Ich konnte sie für ihren Mut, Stärke und Einsatz für die Frauenrechte nur bewundern. Um so überraschender und auch empörend empfand ich, dass Anne sich den Anfeindungen der "Lilith", einem Zusammenschluss militanter jüdischer Frauen, ausgesetzt sieht.
Zwiegespalten bin ich gegenüber dem Kommissar Rheydt. Mich hat seine akribische Ermittlungsarbeit beeindruckt und dass er den neuen Ideen der Frauenbewegung offen gegenüber steht. Weniger gut gefallen hat mir seine Rückwärtsgewandtheit im privaten Bereich.
Gefreut habe ich mich über historische Einsprengsel wie etwa das schlechte Ansehen des Fußballs oder die halsbrecherische Fahrt mit einem Mercedes durch die Nacht. Diese Kleinigkeiten machen den Roman lebendig und geben ein unterhaltsames Bild der damaligen Zeit.
Neben dem historischen Rahmen überzeugt das Buch mit der fesselnden Krimihandlung. Die war nervenaufreibend und gibt zugleich gute Einblicke in die sozialen Zustände. Überzeugend fand ich, wie die einzelnen Handlungsstränge zusammengeführt wurden. Das Ende war furios und hat mir zuletzt nochmals einige bange Lesemomente beschert.

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Veröffentlicht am 05.06.2022

Abschied von den Bewohnern des Dar-as-Salam

Der Strom des Lebens
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Die Zeit steht auch im Waisenhaus nicht still. Paare finden sich, die man so nicht erwartet hätte. Kinder werden geboren und tragen die Fackel weiter.

Doch da das Waisenhaus keine Insel ist, sind weiterhin ...

Die Zeit steht auch im Waisenhaus nicht still. Paare finden sich, die man so nicht erwartet hätte. Kinder werden geboren und tragen die Fackel weiter.

Doch da das Waisenhaus keine Insel ist, sind weiterhin die Feinde aktiv und versuchen , den Bewohnern zu schaden. Auch wenn es schon einige Jahre her ist, sinnt Sinan immer noch auf Rache für seine Schwester Salma, die vergewaltigt wurde. Die Täter wurden nie gefasst und er macht Vikram dafür verantwortlich. Aus diesem Grund hat sich Sinan einer radikal islamischen Gruppierung angeschlossen.

Wieder zwingt das Schicksal die Bewohner des Dar-as-Salam ihr Leben neu zu ordnen. Nur gut, dass die Bande des Vertrauens und der Freundschaft so fest geknüpft sind, dass neue Hoffnung entstehen kann.

Da ich wusste,, dass dieser 7. Band definitiv der letzte aus der Reihe sein würde, war ich - so glaubte ich zumindest - auf das schlimmste gefasst. Doch wie bereits in den wundervollen und absolut lesenswerten Vorgängerbänden haben mich die Autorinnen überrascht. Wer hätte gedacht, dass Ahmad, der gefeierte Sternekoch, die Küche im Dar-as-Salam übernimmt ? Auch dass Najiha Kamal sich nochmals verlieben würde, war eine freudige Wendung.

Da das Schicksal nicht nur gute Dinge im Gepäck hat, gab es es auch reichlich Gelegenheit, mit ihm zu hadern und ab und zu war ich für ein Taschentuch in der Nähe dankbar.

So erschreckend die Ereignisse am Ende des Buches sind, überwiegt dennoch die Hoffnung. Der Zusammenhalt der Bewohner und die Liebe zu einander geben mir die Gewissheit, dass ich mir keine Sorgen machen muss. Sie werden ihren Weg weiter gehen.

Ich aber bleibe allein zurück und bin den Autorinnen aufrichtig dankbar, dass sie mir die Tür zu dieser Welt geöffnet haben. Ich habe vieles über Kashmir gelernt wie die bedrückenden politischen und sozialen Verhältnisse, die Vielzahl der Gerichte, bei deren Beschreibung allein mir das Wasser im Mund zusammengelaufen ist und die Einblicke in indische Filmmusik. Das wird überstrahlt von den liebenswerten , lebendigen Charakteren, die ich über so viele Jahre begleiten durfte. Die Ereignisse waren oft erschreckend, berührend und auch zum lachen, aber nie pathetisch oder unrealistisch.

Shukriya !

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Veröffentlicht am 28.05.2022

eine bewegende Familiengeschichte

Was der Morgen verspricht
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Die Jüdin Hannah lebt in Berlin zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Ihr Weg ist klar vorgezeichnet - Ehe - Haushalt - Kinder. Doch Hannah träumt von einem Medizinstudium. Ihre Eltern planen die Hochzeit. ...

Die Jüdin Hannah lebt in Berlin zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Ihr Weg ist klar vorgezeichnet - Ehe - Haushalt - Kinder. Doch Hannah träumt von einem Medizinstudium. Ihre Eltern planen die Hochzeit. Ihr Verlobter Daniel liebt Hannah aufrichtig und erobert ihr Herz. Gemeinsam stellen sie sich gegen die engen Grenzen der Gesellschaft.

Das Buch erzählt in meinen Augen erster Linie die Geschichte zweier, wenn auch sehr unterschiedlicher Frauen .

Da ist die rebellische Hannah, Tochter einer Industriellenfamilie. Ich mochte sie von Anfang an und konnte gut verstehen, warum sie sich gegen die elterlichen Erwartungen sträubt. Hannah gegenüber steht Alma, das Dienstmädchen im elterlichen Haushalt. Alma hatte nie Zugang zu Bildung und lebt beinahe das Leben einer Leibeigenen, wie es für Dienstboten damals üblich war. Beide Frauen eint eine großes Einfühlungsvermögen und der Wunsch, die engen gesellschaftlichen Grenzen zu überwinden. Durch einige Schicksalsschläge werden die beiden zu engen Freundinnen und gehen ihren Lebensweg gemeinsam. Das ändert sich auch nicht, als Hannah doch noch Daniel heiratet. Endlich scheint es so, als ob die beiden ihre Träume leben könnten.

Ich habe im weiteren Verlauf des Romans , das Glück die beiden und Hannahs Familie über 20 Jahre zu begleiten. Geburt, Tod, Krieg und was sonst das Leben so an Wechselfällen bereit hält, will bewältigt werden. Das gelingt mal gut. Dann wieder scheint es, keinen Ausweg zu geben.

Was mir besonders gut neben der Handlung gefallen hat, ist der unaufgeregte Erzählstil. Gerade durch diese Nüchternheit hat mich manches besonders berührt. Überhaupt wurden bei mir ganz viele Emotionen geweckt, denn ich habe durch die lebendige Darstellung mit Hannah und ihrer Familie gelebt.

Die Geschichte hat mich völlig überzeugt. Sie ist unterhaltsam und spannend und gibt gute Einblicke in das Leben einer großbürgerlichen Familie.

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