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Veröffentlicht am 08.08.2022

Ein Kinderbuch-Schatz

Grimm und Möhrchen – Frühling, Sommer, Herbst und Zesel
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Und dann gibt es diese Bücher, die man einfach nur Knuddeln möchte - wenn der Einband nicht so hart wäre 😉 Ein solches Buch ist "Grimm und Möhrchen - Frühling, Sommer, Herbst … und Zesel." Autorin Stephanie ...

Und dann gibt es diese Bücher, die man einfach nur Knuddeln möchte - wenn der Einband nicht so hart wäre 😉 Ein solches Buch ist "Grimm und Möhrchen - Frühling, Sommer, Herbst … und Zesel." Autorin Stephanie Schneider legt hier den zweiten Band mit Geschichten um den Buchhändler Grimm und seinen kleinen Zesel Möhrchen (eine Kreuzung aus Zebra und Esel) vor. Stefanie Scharnberg hat das Ganze mit wunderschönen Illustrationen bildlich in Szene gesetzt. Ein niedliches Detail sind das schwarze und das weiße Lesebändchen. Erschienen ist das Buch im Juli beim dtv-Verlag.

Mit Grimm und Möhrchen geht es durch das Jahr. Dabei haben sie viel Spaß mit verschiedenen Bräuchen unserer Kultur. Grimm und Möhrchen feiern zum Beispiel Karneval, machen Urlaub, gehen ins MUHseum und schreiben einen Brief an den Weihnachtsmann. Es sind Alltagserlebnisse, denen die Autorin mit Witz, Sprach-Spielereien und Fantasie Leben einhaucht. Mein Highlight sind die Wachs-mal-Stifte, durch die der kleine Zesel gerne größer werden möchte. Oder wenn Möhrchen statt des Seepferdchen-Schwimmabzeichens das See-Zeselchen macht. Oder wenn er die Autorin seiner Lieblingsbücher trifft, weil er dringend ein neues "Ranunkel"-Buch braucht. Auch Grimms Schwärmerei für die freiwillige Feline von der Feuerwehr spielt eine Rolle. Ach, es gibt keine Episode, die nicht schön ist.

Das Buch ist ein wahrer Kinderbuch-Schatz. Freut euch auf 14 zuckersüße und herzige Geschichten, die mit unendlich viel Liebe erzählt sind - und kleinen Menschen dabei ganz selbstverständlich wichtige Werte mit auf den Weg geben. Mir hat der Besuch bei Grimm und Möhrchen im Haus mit der schiefen 7 sehr gut gefallen.

Zum Schluß noch ein Tipp: Lest die Geschichten unbedingt laut vor (im Zweifelsfall euch selbst), damit sie ihren vollen Charme entfalten können. Ihr werdet merken, dass ein kleiner Zesel in euch steckt dessen Stimme raus möchte!

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Veröffentlicht am 13.07.2022

Eine Story, die dich nicht mehr loslässt

Das Hotel - ein Mysterythriller
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Endlich Urlaub! Alice checkt ein ins Hotel. Blauer Himmel. Sonnenschein. Leckeres Essen. Das Personal liest den Urlaubern jeden Wunsch von den Augen ab. Man muss an nichts denken und sich um nichts kümmern. ...

Endlich Urlaub! Alice checkt ein ins Hotel. Blauer Himmel. Sonnenschein. Leckeres Essen. Das Personal liest den Urlaubern jeden Wunsch von den Augen ab. Man muss an nichts denken und sich um nichts kümmern. Alles ist perfekt. Wirklich? Alice kommen immer mehr Dinge seltsam vor…
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WOW!!! Was für ein Buch. "Das Hotel" war mal wieder ein unerwartetes Lesehighlight für mich. Der Infotext bei Netgalley klang zwar nicht schlecht - aber so etwas Tolles hatte ich trotzdem nicht erwartet. Thriller, Mystery, SciFi/Dystopie und Liebesgeschichte - Was für ein Mix! Katharina V. Haderer ist eine Kombi gelungen, wie sie mir bis jetzt noch nicht begegnet ist. Es ist ein bisschen, als würde "Die Truman-Show" auf "Und täglich grüßt das Murmeltier" treffen - und doch auch wieder ganz anders.
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"Das Hotel" ist voller Überraschungen. Es ist spannend, fantastisch, emotional, aufwühlend. Da steckt so viel drin. Das Buch passt in keine Schublade und lässt sich kaum in Worte fassen. Die Story geht unter die Haut und ans Herz. Sie berührt, regt zum Nachdenken an und klingt nach.
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Fazit: "Das Hotel" ist kein Buch wie jedes andere. Es hebt sich von der Masse ab. Was man hier liest, vergisst man nicht so schnell - es klingt nach. Ach ja, sollten noch Zweifel bestehen: Das hier ist eine absolute Leseempfehlung für ein ganz besonderes Buch. Eine Perle!

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Veröffentlicht am 19.06.2022

Roman in bester Jane Austen-Tradition

Wie man sich einen Lord angelt
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"Jane Austen trifft Bridgerton - im aufregendsten Debüt des Jahres" - so verspricht der Klappentext. Und das ist mal kein leeres Versprechen. "Wie man sich einen Lord angelt" von Sophie Irwin wird dem ...

"Jane Austen trifft Bridgerton - im aufregendsten Debüt des Jahres" - so verspricht der Klappentext. Und das ist mal kein leeres Versprechen. "Wie man sich einen Lord angelt" von Sophie Irwin wird dem aufgedrückten Stempel tatsächlich gerecht.

Der Ausgangspunkt der Story ist altbekannt. Kitty Talbot braucht einen Ehemann - undzwar einen wohlhabenden. Nachdem der Vater der Familie einen Berg Spielschulden hinterlassen hat, kann Kitty sich und ihre Schwestern nur mit einer guten Partie vor dem Armenhaus bewahren. Also macht Kitty sich auf nach London um ihre Fangnetze auszuwerfen. Da kommt ihr Archie de Lacy gerade recht. Der Junge ist noch grün hinter den Ohren, naiv und leicht zu manipulieren. Das nutzt Kitty voll aus - bis schließlich Archies älterer Bruder James zu Hilfe eilt, um das arme Opfer aus Kittys Fängen zu befreien.

Sophie Irwin hat einen Regency-Roman in bester Jane Austen-Manier geschrieben. Stilvoll und kultiviert, charmant und authentisch entführt das Buch die Leser*innen in das Jahr 1818. Kitty Talbot ist eine tolle Protagonistin. Sie weiß genau was sie will und verfolgt ihr Ziel mit allen Mitteln. Dabei ist sie mir aber nicht eine Sekunde unsympathisch geworden, sondern Seite um Seite nur immer noch mehr ans Herz gewachsen. Genauso, wie die anderen Charaktere. Kittys Schwester Cecily, Tante Dorothy, die de Lacys und wer da sonst noch alles mitmischt - die versammelte Mannschaft ist so stimmig dargestellt, dass das Lesen mir eine reine Freude war. Natürlich sind die Entwicklungen absehbar. Aber der Roman verliert dadurch nicht seinen Reiz.

Fazit: Es war mir ein großes Vernügen, dieses Buch zu lesen. "Wie man sich einen Lord angelt" ist für mich zum Glück letztendlich mehr Jane Austen als "Bridgerton". Der Roman konzentriert sich auf das, was wichtig ist und ist weniger auf Effekthascherei angelegt. Der Schreibstil ist einfach wundervoll. Man merkt natürlich die moderne Handschrift - aber alles in allem könnte man wirklich fast meinen, ein noch unentdecktes Werk von Jane Austen vor sich zu haben. Kompliment, Sophie Irwin!

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Veröffentlicht am 15.06.2022

Der zweite Topp-Thriller von Faber

Kaltherz
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Ist ein erfolgreiches Debüt eher Fluch oder Segen? Nach Henri Fabers Thriller-Erfolg "Ausweglos" im vergangenen Jahr, waren meine Erwartungen an den Nachfolger "Kaltherz" sehr groß. Und was soll ich sagen? ...

Ist ein erfolgreiches Debüt eher Fluch oder Segen? Nach Henri Fabers Thriller-Erfolg "Ausweglos" im vergangenen Jahr, waren meine Erwartungen an den Nachfolger "Kaltherz" sehr groß. Und was soll ich sagen? Ich bin nicht enttäuscht worden.
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Zur Handlung verliere ich gar nicht viele Worte. Es geht um ein entführtes Mädchen - das muss reichen. Kommissarin Kim Lansky übernimmt den Fall. Sie ist schon ne richtig coole Socke, schwimmt auch mal gegen den Strom und hält sich nicht immer an Regeln. Faber hätte es sich leicht machen und Ermittler Elias Blom aus "Ausweglos" wieder auftauchen lassen können. Aber nein, die Leserinnen bekommen mit Lansky einen ganz neuen Charakter, der perfekt zur Story passt.
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Von einem Stilmittel macht Faber auch in "Kaltherz" wieder Gebrauch - er erzählt aus verschiedenen Perspektiven. Neben Ermittlerin Lansky kommen auch noch die Eltern des entführten Kindes und die kleine Marie selbst zu Wort. Daraus entsteht ein Psychospiel allererster Güte, bei dem man ganz tief ins Gefühlsleben der Protagonisten eintaucht und nicht weiß, woran man ist. Kann man hier überhaupt jemandem trauen? Das ist bis zum Schluss die große Frage. Hinter jeder Ecke warten überraschende Wendungen. Faber schickt die Leser
innen auf eine emotionale Achterbahnfahrt, bringt mit seinem präzisen Schreibstil automatisch das Kopfkino in Gang und führt immer wieder gekonnt in die Irre.
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Fazit: "Kaltherz" ist ein Topp-Thriller! Bis ins Kleinste durchdacht mit fein geschliffenen Charakteren. Temporeich, dynamisch, fesselnd, verwirrend-genial und auf den Punkt. Damit ist Faber nach "Ausweglos" ein weiterer großer Wurf gelungen.

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Veröffentlicht am 04.06.2022

Klassischer englischer Krimi

Die Toten von Fleat House
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Vorweg: Lucinda Riley ist im vergangenen Jahr ihrem Krebsleiden erlegen. Damit habe ich die Autorin erst nach ihrem Tod kennengelernt. Und das mit ihrem einzigen Kriminalroman. Riley hat "Die Toten von ...

Vorweg: Lucinda Riley ist im vergangenen Jahr ihrem Krebsleiden erlegen. Damit habe ich die Autorin erst nach ihrem Tod kennengelernt. Und das mit ihrem einzigen Kriminalroman. Riley hat "Die Toten von Fleat House" bereits 2006 geschrieben. Veröffentlicht wurde der Krimi jetzt posthum.
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Bekannt ist Lucinda Riley für ihre Roman-Reihe "Die sieben Schwestern". "Die Toten von Fleat House" zeigt: Krimi konnte sie auch ganz hervorragend. Und das bestimmt auch in Reihe. Dann hätte ich Riley mit Sicherheit verschlungen. Denn "Die Toten von Fleat House" erinnert mich durchaus an Zeiten, als ich noch ein großer Fan der Inspector Lynley-Reihe von Elizabeth George war.
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Riley hat einen wunderbaren Schreibstil. Sie schafft eine tolle Atmosphäre und zeichnet intensive Charaktere. Von der ersten Seite an ist man als Leser*in mittendrin im Geschehen. Der Krimi ist geheimnisvoll und spannend. Und ja, von Detective Inspector Jazz Hunter hätte ich gerne noch so viel mehr gelesen und erfahren, wie es für sie weitergeht.
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Die weibliche Ermittlerin in diesem Krimi ist eine fesselnde Persönlichkeit. Eigentlich will sie aus Gründen den Dienst quittieren. Dann steckt sie aber doch wieder mitten in Ermittlungen. Das Privatleben nimmt gebührenden Raum ein und hätte viel Potenzial für weitere Krimis um DI Hunter geboten.
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Rileys Beschreibungen und Darstellungen der Szenerie und Charaktere sind sehr ausführlich, aber nie langatmig oder gar langweilig. An keiner Stelle hatte ich das Bedürfnis, mal ein paar Seiten zu überfliegen. Ganz im Gegenteil, wollte ich das Lesen genießen und Wort für Wort einatmen.
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Fazit: "Die Toten von Fleat House" ist ein klassischer englischer Krimi. Sehr, sehr schade, dass es der einzige Kriminalroman von Lucinda Riley ist. Dafür ist er für mich ein Anreiz, sich auch mal ihren Romanen zu widmen.

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