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Veröffentlicht am 13.07.2022

Eine Story, die dich nicht mehr loslässt

Das Hotel - ein Mysterythriller
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Endlich Urlaub! Alice checkt ein ins Hotel. Blauer Himmel. Sonnenschein. Leckeres Essen. Das Personal liest den Urlaubern jeden Wunsch von den Augen ab. Man muss an nichts denken und sich um nichts kümmern. ...

Endlich Urlaub! Alice checkt ein ins Hotel. Blauer Himmel. Sonnenschein. Leckeres Essen. Das Personal liest den Urlaubern jeden Wunsch von den Augen ab. Man muss an nichts denken und sich um nichts kümmern. Alles ist perfekt. Wirklich? Alice kommen immer mehr Dinge seltsam vor…
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WOW!!! Was für ein Buch. "Das Hotel" war mal wieder ein unerwartetes Lesehighlight für mich. Der Infotext bei Netgalley klang zwar nicht schlecht - aber so etwas Tolles hatte ich trotzdem nicht erwartet. Thriller, Mystery, SciFi/Dystopie und Liebesgeschichte - Was für ein Mix! Katharina V. Haderer ist eine Kombi gelungen, wie sie mir bis jetzt noch nicht begegnet ist. Es ist ein bisschen, als würde "Die Truman-Show" auf "Und täglich grüßt das Murmeltier" treffen - und doch auch wieder ganz anders.
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"Das Hotel" ist voller Überraschungen. Es ist spannend, fantastisch, emotional, aufwühlend. Da steckt so viel drin. Das Buch passt in keine Schublade und lässt sich kaum in Worte fassen. Die Story geht unter die Haut und ans Herz. Sie berührt, regt zum Nachdenken an und klingt nach.
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Fazit: "Das Hotel" ist kein Buch wie jedes andere. Es hebt sich von der Masse ab. Was man hier liest, vergisst man nicht so schnell - es klingt nach. Ach ja, sollten noch Zweifel bestehen: Das hier ist eine absolute Leseempfehlung für ein ganz besonderes Buch. Eine Perle!

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Veröffentlicht am 19.06.2022

Roman in bester Jane Austen-Tradition

Wie man sich einen Lord angelt
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"Jane Austen trifft Bridgerton - im aufregendsten Debüt des Jahres" - so verspricht der Klappentext. Und das ist mal kein leeres Versprechen. "Wie man sich einen Lord angelt" von Sophie Irwin wird dem ...

"Jane Austen trifft Bridgerton - im aufregendsten Debüt des Jahres" - so verspricht der Klappentext. Und das ist mal kein leeres Versprechen. "Wie man sich einen Lord angelt" von Sophie Irwin wird dem aufgedrückten Stempel tatsächlich gerecht.

Der Ausgangspunkt der Story ist altbekannt. Kitty Talbot braucht einen Ehemann - undzwar einen wohlhabenden. Nachdem der Vater der Familie einen Berg Spielschulden hinterlassen hat, kann Kitty sich und ihre Schwestern nur mit einer guten Partie vor dem Armenhaus bewahren. Also macht Kitty sich auf nach London um ihre Fangnetze auszuwerfen. Da kommt ihr Archie de Lacy gerade recht. Der Junge ist noch grün hinter den Ohren, naiv und leicht zu manipulieren. Das nutzt Kitty voll aus - bis schließlich Archies älterer Bruder James zu Hilfe eilt, um das arme Opfer aus Kittys Fängen zu befreien.

Sophie Irwin hat einen Regency-Roman in bester Jane Austen-Manier geschrieben. Stilvoll und kultiviert, charmant und authentisch entführt das Buch die Leser*innen in das Jahr 1818. Kitty Talbot ist eine tolle Protagonistin. Sie weiß genau was sie will und verfolgt ihr Ziel mit allen Mitteln. Dabei ist sie mir aber nicht eine Sekunde unsympathisch geworden, sondern Seite um Seite nur immer noch mehr ans Herz gewachsen. Genauso, wie die anderen Charaktere. Kittys Schwester Cecily, Tante Dorothy, die de Lacys und wer da sonst noch alles mitmischt - die versammelte Mannschaft ist so stimmig dargestellt, dass das Lesen mir eine reine Freude war. Natürlich sind die Entwicklungen absehbar. Aber der Roman verliert dadurch nicht seinen Reiz.

Fazit: Es war mir ein großes Vernügen, dieses Buch zu lesen. "Wie man sich einen Lord angelt" ist für mich zum Glück letztendlich mehr Jane Austen als "Bridgerton". Der Roman konzentriert sich auf das, was wichtig ist und ist weniger auf Effekthascherei angelegt. Der Schreibstil ist einfach wundervoll. Man merkt natürlich die moderne Handschrift - aber alles in allem könnte man wirklich fast meinen, ein noch unentdecktes Werk von Jane Austen vor sich zu haben. Kompliment, Sophie Irwin!

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Veröffentlicht am 15.06.2022

Der zweite Topp-Thriller von Faber

Kaltherz
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Ist ein erfolgreiches Debüt eher Fluch oder Segen? Nach Henri Fabers Thriller-Erfolg "Ausweglos" im vergangenen Jahr, waren meine Erwartungen an den Nachfolger "Kaltherz" sehr groß. Und was soll ich sagen? ...

Ist ein erfolgreiches Debüt eher Fluch oder Segen? Nach Henri Fabers Thriller-Erfolg "Ausweglos" im vergangenen Jahr, waren meine Erwartungen an den Nachfolger "Kaltherz" sehr groß. Und was soll ich sagen? Ich bin nicht enttäuscht worden.
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Zur Handlung verliere ich gar nicht viele Worte. Es geht um ein entführtes Mädchen - das muss reichen. Kommissarin Kim Lansky übernimmt den Fall. Sie ist schon ne richtig coole Socke, schwimmt auch mal gegen den Strom und hält sich nicht immer an Regeln. Faber hätte es sich leicht machen und Ermittler Elias Blom aus "Ausweglos" wieder auftauchen lassen können. Aber nein, die Leserinnen bekommen mit Lansky einen ganz neuen Charakter, der perfekt zur Story passt.
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Von einem Stilmittel macht Faber auch in "Kaltherz" wieder Gebrauch - er erzählt aus verschiedenen Perspektiven. Neben Ermittlerin Lansky kommen auch noch die Eltern des entführten Kindes und die kleine Marie selbst zu Wort. Daraus entsteht ein Psychospiel allererster Güte, bei dem man ganz tief ins Gefühlsleben der Protagonisten eintaucht und nicht weiß, woran man ist. Kann man hier überhaupt jemandem trauen? Das ist bis zum Schluss die große Frage. Hinter jeder Ecke warten überraschende Wendungen. Faber schickt die Leser
innen auf eine emotionale Achterbahnfahrt, bringt mit seinem präzisen Schreibstil automatisch das Kopfkino in Gang und führt immer wieder gekonnt in die Irre.
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Fazit: "Kaltherz" ist ein Topp-Thriller! Bis ins Kleinste durchdacht mit fein geschliffenen Charakteren. Temporeich, dynamisch, fesselnd, verwirrend-genial und auf den Punkt. Damit ist Faber nach "Ausweglos" ein weiterer großer Wurf gelungen.

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Veröffentlicht am 04.06.2022

Klassischer englischer Krimi

Die Toten von Fleat House
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Vorweg: Lucinda Riley ist im vergangenen Jahr ihrem Krebsleiden erlegen. Damit habe ich die Autorin erst nach ihrem Tod kennengelernt. Und das mit ihrem einzigen Kriminalroman. Riley hat "Die Toten von ...

Vorweg: Lucinda Riley ist im vergangenen Jahr ihrem Krebsleiden erlegen. Damit habe ich die Autorin erst nach ihrem Tod kennengelernt. Und das mit ihrem einzigen Kriminalroman. Riley hat "Die Toten von Fleat House" bereits 2006 geschrieben. Veröffentlicht wurde der Krimi jetzt posthum.
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Bekannt ist Lucinda Riley für ihre Roman-Reihe "Die sieben Schwestern". "Die Toten von Fleat House" zeigt: Krimi konnte sie auch ganz hervorragend. Und das bestimmt auch in Reihe. Dann hätte ich Riley mit Sicherheit verschlungen. Denn "Die Toten von Fleat House" erinnert mich durchaus an Zeiten, als ich noch ein großer Fan der Inspector Lynley-Reihe von Elizabeth George war.
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Riley hat einen wunderbaren Schreibstil. Sie schafft eine tolle Atmosphäre und zeichnet intensive Charaktere. Von der ersten Seite an ist man als Leser*in mittendrin im Geschehen. Der Krimi ist geheimnisvoll und spannend. Und ja, von Detective Inspector Jazz Hunter hätte ich gerne noch so viel mehr gelesen und erfahren, wie es für sie weitergeht.
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Die weibliche Ermittlerin in diesem Krimi ist eine fesselnde Persönlichkeit. Eigentlich will sie aus Gründen den Dienst quittieren. Dann steckt sie aber doch wieder mitten in Ermittlungen. Das Privatleben nimmt gebührenden Raum ein und hätte viel Potenzial für weitere Krimis um DI Hunter geboten.
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Rileys Beschreibungen und Darstellungen der Szenerie und Charaktere sind sehr ausführlich, aber nie langatmig oder gar langweilig. An keiner Stelle hatte ich das Bedürfnis, mal ein paar Seiten zu überfliegen. Ganz im Gegenteil, wollte ich das Lesen genießen und Wort für Wort einatmen.
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Fazit: "Die Toten von Fleat House" ist ein klassischer englischer Krimi. Sehr, sehr schade, dass es der einzige Kriminalroman von Lucinda Riley ist. Dafür ist er für mich ein Anreiz, sich auch mal ihren Romanen zu widmen.

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Veröffentlicht am 29.05.2022

Ein Wohlfühlroman zum Entspannen und Genießen

Liebe funkelt apfelgrün
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„Liebe funkelt apfelgrün“ von Pauline Mai ist ein ganz zauberhafter Unterhaltungs-Roman. So frisch, leicht, romantisch, harmonisch und pastellig wie das Cover, ist auch die Geschichte, die sich zwischen ...

„Liebe funkelt apfelgrün“ von Pauline Mai ist ein ganz zauberhafter Unterhaltungs-Roman. So frisch, leicht, romantisch, harmonisch und pastellig wie das Cover, ist auch die Geschichte, die sich zwischen den Buchklappen entfaltet.
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Darum geht’s: Mila erlebt eine Liebes-Enttäuschung. Hals über Kopf hat sie sich in Theo verliebt – aber der ist nicht ehrlich zu ihr. Mila braucht Abstand. Kurzentschlossen verlässt sie ihre Freunde und kehrt Heidelberg den Rücken und nimmt für zwei Monate einen Job als House-Sitterin in einem schottischen Dörfchen an.
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Oh, wie schön ist Applemore. Die heimeligen Beschreibungen von Pauline Mai haben in mir sofort das Bedürfnis geweckt: Da will ich auch hin! Im Pladderregen auf der Dorfstraße stehen, dann einen warmen Porridge im Pub essen und schließlich die kauzigen Bewohner liebgewinnen. So hat es Mila gemacht. Als Neue ist sie zunächst die Außenseiterin im Dorf und wird von allen skeptisch beäugt. Aber dann nutzt Mila eine Marktlücke für sich. Im Dorf gibt es keinen Bäcker und nur pappiges Toastbrot – und so packt Mila ihre Backkünste aus und bietet frisches Brot im Tausch gegen alles Mögliche an.
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Der Roman regt alle Sinne an. Fühlen, riechen, schmecken … Ich konnte mich sowas von wohlig in diese warmherzige Geschichte reinfallen lassen und einfach nur genießen. Die Personen sind mir alle in Null Komma Nix ans Herz gewachsen – bis auf den blöden Theo, den ich am liebsten schon auf den ersten Seiten aus dem Buch gestrichen hätte. Aber es gehört einfach dazu, dass Mila noch einen kleinen Umweg zum Happy End nehmen muss.
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Fazit: Mein Herz hat beim Lesen viele kleine Hüpfer gemacht. Die Story ist einfach zauberhaft. Liebevoll, romantisch, lustig mit einer kleinen Portion Drama. Aber die fröhliche Leichtigkeit dominiert. Das Buch hat mir von der ersten bis zur letzten Seite gefallen. Für mich ist Applemore zu einem echten kleinen Sehnsuchtsort geworden.

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