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Veröffentlicht am 28.01.2023

Spannendes Buch über eine wahre Geschichte und eine mutige Frau

Die Wagemutige
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Die Widerstandskämpferin Lisa Fittko flüchtet vor den Nazis nach Frankreich. Doch als diese dort einlaufen, gerät ihr Leben in Gefahr: gelangt sie in deren Hände, wird sie nicht mehr lange leben. Als sie ...

Die Widerstandskämpferin Lisa Fittko flüchtet vor den Nazis nach Frankreich. Doch als diese dort einlaufen, gerät ihr Leben in Gefahr: gelangt sie in deren Hände, wird sie nicht mehr lange leben. Als sie in ein Lager in Gurs gesteckt wird, gibt sie nicht so leicht auf. Zusammen mit ihrer Freundin Paulette versucht sie das Beste daraus zu machen und den anderen Frauen Mut zuzusprechen. Gemeinsam entwickeln sie eine Idee wie sie aus dem Lager entkommen können. Doch auch ausserhalb des Lagers ist das Leben risikobehaftet und die Frauen müssen aufpassen, dass sie nicht erwischt werden. Gross ist die Sehnsucht von Lisa nach ihrem Partner Hans und sie macht sich auf die Suche. Die Freude ist gross, als die beiden in Marseille zusammenfinden. Doch auch im Süden Frankreichs sind die beiden nicht sicher, die Gefahr entdeckt zu werden wird immer grösser und zusammen müssen sie einen Weg finden um das Land verlassen zu können. Aber dies ist gar nicht so einfach ohne Ausreisevisum und erfordert einiges an Fantasie. Werden es die beiden in Sicherheit schaffen oder ist ihre Geschichte in Marseille zu Ende?

Mit ‘Die Wagemutige’ ist Caroline Bernard ein eindrücklicher Roman gelungen. Beruhend auf einer wahren Geschichte wird dem Leser die Situation dieser Menschen näher gebracht und lassen einen einmal mehr sprachlos zurück. Die fiktiv eingearbeiteten Elemente passen sehr gut in die Geschichte und lassen sowohl die Protagonisten, wie auch den Leser auf andere Gedanken kommen. Einzig die kleinen Ungereimtheiten wie beispielsweise dass man es sich trotz Geldnot in einem Restaurant gut gehen lassen kann oder sich einen Coiffeurbesuch leisten kann, geben einen fahlen Beigeschmack.

Die Geschichte dreht sich mehrheitlich um Lisa Fittko, eine sympathische und sehr mutige Frau, welche sich nicht so schnell unterkriegen lässt. Der Titel dieses Buches passt sehr gut zu ihrem Charakter. Sie kämpft für sich, ihre Familie aber auch ihre Freunde. Meist kommen sie bevor sie sich um sich selbst kümmert. Mit Hans hatte ich jedoch zu Beginn Mühe. Er kommt als eher arrogante Person rüber, der nur an sich denkt. Doch mit der Zeit wird er weicher und kümmert sich auch rührend um Lisa, was das Bild von ihm um 180 Grad dreht.

Ein spannendes Buch über eine wahre Geschichte, das mich beeindruckt hat und ich gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 22.11.2022

Interessanter Einstieg in die Trilogie

Schloss Liebenberg. Hinter dem hellen Schein
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Völlig überraschend erhält Adelheid auf Schloss Liebenberg eine Anstellung als Stubenmädchen. Einen Einstieg in einer solch hohen Position ist für eine Tochter eines Taglöhners nicht vorgesehen und entsprechend ...

Völlig überraschend erhält Adelheid auf Schloss Liebenberg eine Anstellung als Stubenmädchen. Einen Einstieg in einer solch hohen Position ist für eine Tochter eines Taglöhners nicht vorgesehen und entsprechend hat sie viele Neider. Doch für Adelheid und ihre Familie ist es ein grosser Glücksfall, da sie nun Geld verdient und so ihre Eltern und ihre Geschwister ernähren kann. Denn als Tagelöhner haben sie kein regelmässiges Einkommen und haben nicht den Luxus jeden Tag genügend Essen zu haben. Adelheid hat jedoch gegen viele Vorurteile und Intrigen anzukämpfen und muss regelrecht um ihre Stellung zittern. Nach einem Vorfall wird sie zum Hausmädchen degardiert und verdient ab nun auch weniger. Ihre Familie wird darunter leiden müssen, doch nun hat Adelheid endlich Ruhe und kann getrost ihrer Arbeit nachgehen. Auf den Diener Viktor hat Adelheid ein besonderes Augenmerk gelegt. Der junge Mann hat es ihr angetan und sie möchte gerne mehr mit ihm zu tun haben. Aber als ein Skandal das Fürstenhaus erreicht, wächst die Unsicherheit und die Angestellten bangen um ihre Stellen. Schafft es Adelheid sich in der grossen Welt zu behaupten und ihre Familie über die Runden zu bringen?

Mit ‘Schloss Liebenberg -Hinter dem hellen Schein’ beginnt die Trilogie rund um die Fürstenfamilie von Eulenburg und Adelheid, der Tochter eines Taglöhners. Es ist spannend geschrieben und spiegelt die damalige Zeit sehr glaubhaft wieder. Leider sind einige Abschnitte sehr in die Länge gezogen, worunter die Spannung leidet.

Adelheid steht im Mittelpunkt der Erzählung. Die junge Frau hat eine grosse Last auf der Schulter und der Arbeitseinstieg gestaltet sich auch nicht gerade leicht. Ständig hofft man als Leser, dass sich alles zum Guten wendet und sich die Neider nicht durchsetzen können. Man hofft, dass sie nicht in einen grossen Fettnapf tritt und sie ihre Stellung verliert. Denn dadurch müsste ihre Familie wieder hungern und jeden Groschen mehrfach umdrehen. Eine andere Frau die mich als Leser beeindruckt hat, ist Constance die Gouvernante. Ein nicht einfacher Job bei drei jungen Komtessen, welche alle ihren eigenen Kopf haben.

Ein durchaus interessanter Auftakt in die Trilogie, wo man gespannt sein darf wie es weitergeht. An einigen Orten hätte das Geschehen abgekürzt werden kann, was die Spannung während des ganzen Buches aufrechterhalten hätte.

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Veröffentlicht am 21.06.2022

Eine berührende Lebensgeschichte

Das rote Adressbuch
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Als kleines Mädchen erhält Doris zum Geburtstag von ihrem Vater ein rotes Adressbuch. Dieses Buch begleitet sie durch ihr ganzes Leben, auch noch, als es schon ganz zerfledert ist und nur noch Klebeband ...

Als kleines Mädchen erhält Doris zum Geburtstag von ihrem Vater ein rotes Adressbuch. Dieses Buch begleitet sie durch ihr ganzes Leben, auch noch, als es schon ganz zerfledert ist und nur noch Klebeband und Leim helfen. In ihrem bewegten Leben ist sie einigen Personen begegnet, welche allesamt in diesem Adressbuch vermerkt sind. Im hohen Alter von 98 Jahren schaut sie nun zurück auf ihr Leben und auf die Begegnungen mit den Personen aus dem Buch. Ihr Leben wurde geprägt von Trennungen, Erfolgen, Enttäuschungen und Hoffnungen, welche sie bis nach Amerika und wieder zurück nach Schweden bringen. Nirgends scheint Doris ihren Platz zu finden und ist immer auf der Suche danach. Um ihrer Grossnichte Jenny ihre Lebensgeschichte näher zu bringen, schreibt sie ihre Erinnerungen und Geschichten auf, damit diese auch noch für die Nachwelt da sind.

‘Das rote Adressbuch’ liest sich sehr fliessend und ist von emotionalen Stellen geprägt. Die Erzählung von Doris Lebensgeschichte und ihren vielen Begegnungen ist sehr interessant. Dadurch dass bei den Kapiteln nicht vermerkt ist, in welcher Zeitepoche man sich nun gerade befindet, braucht es zuerst ein paar Sätze bis man in den Kapiteln drin ist. Schön fand ich, dass wenn es um eine bestimmte Person ging, beim Kapitelbeginn der entsprechende Namen stand. Einige Handlungen fand ich sehr realitätsfremd, auch gerade für die Zeit in denen die Handlung gespielt hat.

Doris als Hauptperson des ganzen Buches ist eine alte, sehr sympathische Frau, welche einen unglaublichen Kämpferwille hat. Zu Beginn scheint sie mit ihren 98 Jahren noch ganz fit zu sein, doch auch sie hat ihre Gebrechen, welche sich dann auch sehr schmerzlich bemerkbar machen. Dass sie mit der einzigen Verwandten, ihre Grossnichte Jenny, einen so innigen Kontakt pflegt, ist für sie unerlässlich. Dafür ist sie sich auch nicht zu Schade auf neue digitale Geräte zu setzen und skypt regelmässig mit ihr. Echt bewundernswert, was überhaupt nicht selbstverständlich ist. Auch Jenny finde ich sympathisch. Ihre Grosstante ist ihr unglaublich wichtig und dafür lässt sie auch mal einfach alles stehen und liegen.

Ein spannendes Buch über ein bewegtes Leben, das an einigen Stellen leider ein bisschen realitätsfremd ist. Ansonsten aber eine gute Unterhaltung.

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Veröffentlicht am 01.05.2022

Leicht lesbares Wohlfühlbuch

Der Geschichtenbäcker
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Nachdem Sofie ihre Tanzkarriere nicht fortsetzen kann, muss sie sich erst mit der neuen Situation zurechtfinden. Sie tut sich damit enorm schwer und hat keinen Elan sich einer neuen Herausforderung zu ...

Nachdem Sofie ihre Tanzkarriere nicht fortsetzen kann, muss sie sich erst mit der neuen Situation zurechtfinden. Sie tut sich damit enorm schwer und hat keinen Elan sich einer neuen Herausforderung zu widmen. Als sie dazu gezwungen wird, sich eine Arbeit zu suchen, bewirbt sie sich bei Giacomo als Aushilfsbäckerin. Was erst nur als kurzes Gastspiel gedacht war, entwickelt sich zu einer längeren Phase. Giacomo versucht Sofie das Handwerk des Backens beizubringen und sie aufzumuntern. Doch Sofie hat immer wieder Phasen in denen sie ihre Mitmenschen verletzt und nur an sich denkt. Dies belastet auch die Beziehung zu ihrem Ehemann Florian, welcher nach wie vor als Choreograph im Schauspielhaus tätig ist. Gelingt es Sofie durch das Backen in ihren neuen Lebensabschnitt zu gleiten und ihren neuen Platz zu finden?

‘Der Geschichtenbäcker’ ist ein leicht lesbares Buch, durch das man nur so durchfliegt. Gleich ab der ersten Seite ist der Leser mitten in der Geschichte der Hauptprotagonistin Sofie. Die junge Frau, welche ihren Traumberuf plötzlich nicht mehr ausüben kann, muss ihr Leben komplett umkrempeln und sich ihren neuen Platz zuerst suchen. Das ist gar nicht so einfach, da sich gleich mehrere Problemfelder ergeben.

Giacomo, der Bäcker, ist ein sehr sympathischer Italiener, der sein ganzes Leben dem Brotbacken widmet. Jedes seiner gebackenen Brote hat eine eigene Geschichte, welches das Brot noch schmackhafter macht. Sein gut gehütetes Geheimnis seiner guten Brote verrät er nicht jedem und auch Sofie muss sich zuerst sein Vertrauen erarbeiten. Die Szenen mit seiner Nonna, waren für mich das Highlight und gaben der Geschichte einen kleinen italienischen Touch.

Ein Wohlfühlbuch, indem es unrealistische Szenen hat, welche den Leser aber nicht weiter stören. Das Buch kann jedem begeisterten Leser, der leichte Kost mag empfohlen werden.

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Veröffentlicht am 10.01.2022

Spannende und brandheisse Ermittlungen

COLD CASE - Das gebrannte Kind
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Tess steckt in der Zwickmühle: eigentlich möchte sie den Cold Case von Jenny neu aufrollen, doch die Hilfe ihres Teams wird für einen aktuellen Fall benötigt. Ein Feuerteufel hat bereits mehrere Häuser ...

Tess steckt in der Zwickmühle: eigentlich möchte sie den Cold Case von Jenny neu aufrollen, doch die Hilfe ihres Teams wird für einen aktuellen Fall benötigt. Ein Feuerteufel hat bereits mehrere Häuser angezündet, wobei auch Personen zu Schaden gekommen sind. Die Überlebenden berichten davon, dass sie während des Brandes Streichermusik vernommen haben. Tess erinnert dies an einen früheren Fall, wo der dazumal 5-jährige Tim ebenfalls von dieser Streichmusik berichtet hat. Dieser Hinweis vom Jungen wurde jedoch nicht ernst genommen, denn kleine Kinder haben eine blühende Phantasie und die Aussage eines fünfjährigen ist nicht in jedem Fall einwandfrei. Hängen die aktuelle Brandserie und der ungeklärte Mord von Lena, Tim’s Mutter zusammen? Gelingt es Tess einen weiteren Cold Case und die aktuelle Brandserie zu lösen?

Mit ‘Cold Case – Das gebrannte Kind’ ist Tina Frennstedt ein weiterer spannender Cold-Case gelungen. Nach den beiden vorherigen Cold Cases macht es Spass mit dem bekannten Ermittlerteam auf weitere spannende Zusammenhänge zu stossen. Es stehen jedoch nicht nur die Ermittlungen im Vordergrund, sondern auch das Privatleben von Tess. Dieses wird ganz schön durcheinander gewirbelt, gibt jedoch dem Buch eine angenehme persönliche Note. Schade fand ich, dass schon sehr schnell klar ist, wer für die Brände verantwortlich ist. Die erhoffte Wendung am Schluss blieb leider aus.

Der dritte Teil der Cold-Case Reihe konnte mich überzeugen, jedoch hat mir am Schluss das gewisse Etwas gefehlt. Ein spannendes Buch, das einem wie die beiden vorherigen Bände fesselt und mit Tess mitleiden lässt. Für Fans der Cold-Case Reihe um Tess ein Muss und für jeden anderen der gerne Krimis aus dem Norden liest eine tolle Leseempfehlung.

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