Profilbild von yezz

yezz

Lesejury Star
offline

yezz ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit yezz über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.08.2022

Mehr als eine Liebesgeschichte, aber auch zu viel gewollt

Und wenn du mich küsst
0

Gegensätze ziehen sich an. So wirkt es schon beim Blick auf den Klappentext. Wobei sich Thad und Olivia, vor allem in Sachen Karriere, nicht unähnlich sind. Beide leben für ihren Beruf, sehen es mehr als ...

Gegensätze ziehen sich an. So wirkt es schon beim Blick auf den Klappentext. Wobei sich Thad und Olivia, vor allem in Sachen Karriere, nicht unähnlich sind. Beide leben für ihren Beruf, sehen es mehr als Berufung und stellen dafür alles andere hinten an. Doch während ihres gemeinsamen Engagement für eine Uhrenmanufaktur kommen sie sich näher und es funkt natürlich gewaltig.

Gerade diese Phase, in der sich die Spannung zwischen den beiden beginnt aufzubauen, hat mir extrem gut gefallen. Auch die beiden Charaktere waren sympathisch, auch wenn Thad hier und da ein wenig drüber und bevormundend war.

Zudem wurde auch noch Spannung durch einen weiteren Handlungsstrang aus Olivias Vergangenheit eingebaut. So sind ist das erste Drittel geradezu dahingeflogen. Das Niveau konnte aber für mich danach nicht mehr gut aufrecht gehalten werden. Natürlich gab es hier und da noch einmal Abschnitte, die das Ganze noch einmal angekurbelt haben, aber schlussendlich war das nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Die, mit Neugierde, erwartete Auflösung war dann auch nur eher mittelmäßig und nur teilweise stimmig. Das hat auf mich sehr gewollt und konstruiert gewirkt. Es fühlte sich einfach nicht passend an. Der Epilog hat dem Ganzen in Sachen Klischee und Kitsch dann noch die Krone aufgesetzt und so bleibe ich etwas enttäuscht zurück.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.07.2022

Lakshmi kämpft um alles, was sie sich mühsam erarbeitet hat

Die Hennakünstlerin
0

Für viele Buchbegeisterte, die auch den Blick in anders sprachige Literatur werfen, war es sicher schwer, den Hype um "Die Hennakünstlerin" zu entgehen. Aufgrund der vielen guten Stimmen dazu, habe auch ...

Für viele Buchbegeisterte, die auch den Blick in anders sprachige Literatur werfen, war es sicher schwer, den Hype um "Die Hennakünstlerin" zu entgehen. Aufgrund der vielen guten Stimmen dazu, habe auch ich zu dem Buch gegriffen.

Der Anfang war für mich aber recht schleppend. Das lang für mich vor allem an den vielen indischen Wörtern, die zwar am Ende in einem mehrseitigen Glossar erklärt werden, aber immer wieder den Lesefluss störten. Ich kann nachvollziehen, wenn typisch indische Dinge auch bei ihrem Namen genannt werden. Aber wenn dann auch Wörter wie Flöhe oder Besen in indisch dort niedergeschrieben sind, frustriert es. Vor allem, wenn man schon zum 5. Mal für die eine Seite nach hinten geblättert hat.

Nachdem ich diese Startschwierigkeiten überwunden habe, war ich total in Lakshmis Geschichte und der fremden Welt versunken. Der Schreibstil machte es mir einfach, mir Szenen vorzustellen. Ebenso sehr hat mich Lakshmis Hennakunst fasziniert, aber auch ihr Nebengeschäft, das ich sehr clever, wenn auch etwas grausam fand.

Anfangs hat auch Radhas dazustoßen die Geschichte belebt. Vor allem Malik kam dann auch noch mehr zum Vorschein. Allerdings ist mir ihre naive, aufmüpfige Art auch irgendwann auf den Geist gegangen. Auch wenn Lakshmi sicher kein Engel war. Dass Kanta sich die Schuld gab, fand ich auch etwas übertrieben, hat Radha sie doch mehr oder weniger ausgenutzt.

So wurde das Ende doch sehr langatmig, vielleicht auch, weil das Happy End hier in einer doch teilweise düsteren Umgebung etwas überspannt wurde.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.06.2022

Royale Liebesgeschichte im verschlafenen Bowhaven

Secret Royal
0

Der Klappentext macht Lust auf einen Culture Clash mit Romantik, Humor und Prickeln. Garniert mit englischem Adel? Hervorragend, denn nicht viele können gegen eine gewisse Faszination der Royals wehren.

Ich ...

Der Klappentext macht Lust auf einen Culture Clash mit Romantik, Humor und Prickeln. Garniert mit englischem Adel? Hervorragend, denn nicht viele können gegen eine gewisse Faszination der Royals wehren.

Ich kam auch sehr gut rein, auch wenn die Perspektive, in der das Buch generell geschrieben ist, etwas gewöhnungsbedürftig ist. Aber dank eines sehr angenehmen und flüssigen Schreibstils hatte ich hier weniger Probleme und habe das Buch gut „verschlingen“ können. Nur der Perspektivwechsel der Charaktere war manchmal ein bisschen irritierend.

So ist der erste Abschnitt auch recht gut vorbei gegangen. Es hat zwischen den beiden Hauptfiguren geknistert, auch wenn mir Brooke etwas unnahbar vorkam und ich nicht ganz warm mit ihr wurde. Nick hingegen war für mich greifbarer. Doch die Dynamik zwischen den beiden war da, der Humor zwischen ihnen hat mir gefallen und diese knisternde Atmosphäre war schon sehr gut gemacht.

Leider ging es aber schon im ersten Drittel wieder bergab mit dem Buch. Die Handlungen der Figuren wurden noch schlechter nachvollziehbar und alles wirkte mehr und mehr konstruiert. Es tauchte ein Problem auf und gefühlt spätestens im nächsten Absatz war auch schon die Lösung da. Egal, wie sehr sie manchmal auch an den Haaren herbeigezogen wirkte. Das wurde schnell vorhersehbar und oberflächlich.

Auch die Kehrtwende, die Nicks Großvater, also der amtierende Earl of Englefield, machte, war für mich nur wenig nachvollziehbar. Als hätte ihn jemand in der Nacht ausgetauscht.

Der dramatische Höhepunkt ist dabei leider keine Ausnahme. Ich konnte hier leider nicht mitfiebern oder irgendeine andere Emotion aufbringen als Unverständnis. Es hat für mich einfach nicht so zusammengepasst.

Alles in allem ist es am Ende eine nette Liebesgeschichte für Zwischendurch geworden. Etwas beliebig und nichts, was wirklich hängen bleibt. Brooke und Nick haben durchaus ihre Momente und gerade das Kennenlernen hat mir viel Spaß gemacht.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 22.06.2022

Nicht ganz das, was ich erwartet habe

Breaking Through
0

Der Klappentext hat sich interessant gelesen. Dennoch bin ich am Ende recht uneins in meiner Meinung.

Man findet in dem Buch durchaus Ansätze, die zum Nachdenken anregen. Themen wie Klassenunterschiede ...

Der Klappentext hat sich interessant gelesen. Dennoch bin ich am Ende recht uneins in meiner Meinung.

Man findet in dem Buch durchaus Ansätze, die zum Nachdenken anregen. Themen wie Klassenunterschiede und Selbstliebe werden z. B., auch manchmal zwischen den Zeilen, angesprochen.

So folgt man eine Weile der Entwicklung der drei Hauptfiguren Celeste, Jamila und Milo. Die Perspektive wechselt ebenfalls zwischen den drei Figuren. Etwas, das ich sehr gerne mag, um mich in die Figuren hineinzuversetzen.

Dennoch kam bei mir bei der Art und Weise, wie die Handlung erzählt wurde, wenig Gefühl auf. Alles wirkte sehr distanziert. In der Printausgabe sind sehr viele Tippfehler zu finden, was den Lesespaß auch noch etwas gemindert hat.

Das Ende war sehr abrupt und wirkte übereilt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.05.2022

Durchaus schwere Kost

JAB
0

In "JAB" findet man insgeheim 8 Kurzgeschichten, die man auch durchaus als Charakterstudien bezeichnen kann. Gemeinen haben diese 8 Geschichten jedoch immer die düstere und stellenweise sogar trostlose ...

In "JAB" findet man insgeheim 8 Kurzgeschichten, die man auch durchaus als Charakterstudien bezeichnen kann. Gemeinen haben diese 8 Geschichten jedoch immer die düstere und stellenweise sogar trostlose Atmosphäre, Gesellschaftskritik und Abgründe des Lebens.

Triggerwarnungen zu Alkohol- und Drogensucht, Suizid und Vergewaltigung wären in meinen Augen angebracht gewesen. Schade fand ich auch, dass neben dem Wort "Inuit" die abwertende Beziehung "Eskimo" verwendet wurde. Warum man in der Bezeichnung nicht konsistent geblieben ist, konnte ich nicht nachvollziehen.

In meinen Augen ist das mal besser und auch mal schlechter gelungen. 3 Geschichten haben mir richtig gut gefallen, 2 waren recht gut und 3 haben mir nicht gefallen.

Alles in allem war der Schreibstil gut zu lesen und auch stellenweise extrem fesselnd. Gerade die 3 Geschichten, die mir sehr gut gefallen haben, haben dafür gesorgt, dass ich mich auch mal mit anderen Büchern von Kim Un-Su beschäftigen werde, auch wenn ich nicht oft Thriller lese.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere