Großartiger Auftakt.
Der Stern von Erui„Der Stern von Erui: Heimkehr“
Als ich den ersten Schritt hinter den Nebelschleier wagte, die verwischte, nur leicht glimmende Grenze zwischen Realität und Fiktion überschritten hatte, war ich gefangen. ...
„Der Stern von Erui: Heimkehr“
Als ich den ersten Schritt hinter den Nebelschleier wagte, die verwischte, nur leicht glimmende Grenze zwischen Realität und Fiktion überschritten hatte, war ich gefangen. In den „Chroniken von Erui“.
Die Saga wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, mit Traumsequenzen durchflutet. Rückblenden ergänzen das Erfassen und Verstehen der Gegenwart, sodass ein greifbares und logisches Gesamtes entsteht. Es ist Sylvia Rieß ausgesprochen gut gelungen, einzelne Handlungsstränge nach und nach zusammen fließen zu lassen, den Leser durch eine bildhafte und emotionale Schreibweise in das Geschehen einzubinden. Die raue Realität trifft auf eine facettenreiche Welt, in der es von Drachen, Zauberei, Einhörnern und mystischen Völkern wimmelt. Das Herzblut, das die Autorin in das beeindruckende Worldbuilding gesteckt hat, wird mit jedem neuen Schritt, den wir an Fenias Seite wagen, jedem neuen Detail deutlich. Viele Rätsel und Geheimnisse warten allein im Auftakt der epischen Trilogie darauf, ergründet zu werden, machen das Verlangen, noch tiefer in die Geschichte einzutauchen, unumgänglich – denn in "Heimkehr" wird nicht alles geklärt. Neugier, eine schiere Ungeduld machten sich bei jedem weiteren Kapitel breit, durch Lebendigkeit und ausdrucksstarke Beschreibungen wurde das wechselhafte Abenteuer zu keiner Zeit langweilig, erfordert Aufmerksamkeit und ein „fallen lassen“. In all die Abgründe, Gefühle und unerwarteten, überraschenden sowie magischen Ereignisse. Neben einer teilweise ergreifenden Atmosphäre, der unberechenbaren Stimmung, einem Verlauf, der nie still steht, und doch Raum zum Atmen gibt, konnten mich auch die Charaktere, ihre Eigen- und Feinheiten überzeugen. Individuelle Entwicklungen waren authentisch und nachvollziehbar.
„Der Stern von Erui“ ist eine Reise in Mythen und Fantasie, in Gefahr und Wunder, gespickt mit Tiefsinn, Philosophie und Input zum Nachdenken. Abgründe wollen entdeckt, Katastrophen ausgehalten werden. Dieser Roman ist eine Mischung aus Ruhe und Aufregung, Spannung vermisste ich zu keiner Zeit, und trotz düsterer Szenen, den hoffnungslosen und trüben, fühlte ich mich in dieser außergewöhnlichen, wenn nicht gar einmaligen, Geschichte rundum wohl.
Nach dem Ende bleibt zu sagen, dass ich etwas wie Heimweh empfinde und Vorfreude darauf, weiter zu wandeln, zurückzukehren nach Erui.
Egal ob Fantasie-Fan oder nicht, ob Jung oder Alt: aus diesem Epos wird niemand leer gehen. „Der Stern von Erui“ : ein intensives, gewaltiges Erleben, das alle Sinne benötigt!
Das Hardcover ist qualitativ sehr hochwertig, die Zeichnungen liebevoll, ein absoluter Hingucker!