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Veröffentlicht am 02.07.2022

Bilderbuch oder Buch der Bilder

Blanche Monet und das Leuchten der Seerosen (Ikonen ihrer Zeit 6)
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In ihrem Nachwort nennt die Claire Paulin das Buch Jean-Pierre Hoschedé über seine Schwester Blanche „eine Hommage an ihre großartige Malerei, ihr sanftes Wesen und ihr ereignisreiches Leben, dem [sie ...

In ihrem Nachwort nennt die Claire Paulin das Buch Jean-Pierre Hoschedé über seine Schwester Blanche „eine Hommage an ihre großartige Malerei, ihr sanftes Wesen und ihr ereignisreiches Leben, dem [sie sich] mit diesem Roman nur in allergrößter Bescheidenheit anschließen möchte.“ Das „nur in allergrößter Bescheidenheit“ darf sie meiner Ansicht nach gerne streichen.
Ihr Roman „Blanche Monet und das Leuchten der Seerosen“ schildert das Leben der Blanche Hoschedé, die nach dem Bankrott ihres Vaters mit Mutter und mehreren Geschwistern bei dem zu diesem Zeitpunkt noch recht unbekannten und umstrittenen Maler Claude Monet und seiner Familie Unterschlupf findet. Auch wenn beide Familien immer wieder mit materieller Not und familiärem Unfrieden zu kämpfen haben, findet die kleine Blanche ihr Glück darin, dem Maler Monet bei seinen Arbeiten bei Wind und Wetter stundenlang über die Schulter zu schauen und zu lernen, ohne je von ihm gelehrt zu werden. So wird auch aus ihr eine talentierte Malerin. Doch das Leben verlangt ihr immer wieder allzu Übermenschliches ab. Die Reihe von Todesfällen in der Familie scheint nicht abzureißen. Auch ein privates Glück mit eigener Familie scheint ihr nicht vergönnt, stellt sie sich doch immer wieder in den Dienst ihrer eigenen Familie und vor allem Monets. Dieses ereignisreiche Leben, wie es der Bruder nennt, macht aus ihr eine Frau mit starker Persönlichkeit, doch dabei stets sanftem Charakter.
Die Stärke dieses Romans sehe ich zum einen in der Figurengestaltung: Die liebenswerte Blanche, die gerade in Teil 2 und 3 des Romans dem Leser immer mehr ans Herz wächst, ihre impulsiv-kindliche Schwester Suzanne, ihre stets etwas griesgrämig-verhärmte ältere Schwester Marthe, aber auch der teils cholerisch, teils liebevoll besorgte Ziehvater Monet sind sehr individuell und lebendig dargestellt. Nur der Vater und einer der Sohne Monets, Jean, der in Blanches Leben eine besondere Rolle spielen wird, bleiben in ihren abrupten Charakterumschwüngen dem Leser eher fremd. In beiden Fällen erfährt der Leser erst zum Ende hin den Grund für diese Brüche, die zwar plausibel sind, aber doch nicht hinreichend zu sein scheinen für die gravierenden Konsequenzen, die sich daraus ergeben.
Was aber ganz besonders an dem Roman besticht, sind die Beschreibungen der Landschaften und Stimmungen, die den Leser sofort an Monets Gemälde erinnern. Ganz besonders der Wohnsitz Monets in Giverny ist liebevoll detailliert beschrieben, sodass sich der Leser wünscht, diesen Garten selbst zu sehen oder, noch besser, gleich einen solchen selbst so hegen und pflegen zu können.
Weder der Titel noch das Cover werden dem Roman gerecht, neigen beide doch – auch wenn der Hintergrund des Covers Bezug auf Monets Seerosenteiche nimmt – zum Kitsch. Aber kitschig ist dieser Roman nun gerade nicht, sondern er erzählt die Geschichte von Blanche ebenso still und sanft wie das Wesen seiner Titelheldin.

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Veröffentlicht am 05.04.2026

Dingelbach - überwiegend heitere Dorfgeschichten

Der Dorfladen - Wie das Schicksal spielt
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Im letzten Band der Dorfladentrilogie von Anne Jacobs stehen wieder die drei Schwestern der Inhaberin des Dorfladens von Dingelbach im Mittelpunkt. Die älteste, Herta, ist plötzlich schwanger. Doch dass ...

Im letzten Band der Dorfladentrilogie von Anne Jacobs stehen wieder die drei Schwestern der Inhaberin des Dorfladens von Dingelbach im Mittelpunkt. Die älteste, Herta, ist plötzlich schwanger. Doch dass der Vater des Kindes sie heiraten wird, glaubt Herta allein. Das sorgt schon für Klatsch und Tratsch in Dingelbach. Frieda, die zweite, hat ein Theaterengagement in Bochum, und die Verehrer liegen ihr zu Füßen. Doch dass sie Dingelbach und ihren guten alten Freund, den Dorflehrer Hohnermann dann doch so vermissen könnte, hätte sie, die immer in die große weite Welt hinaus sollte, dann nicht gedacht. Die jüngste, Ida, steht endlich kurz vor dem Abitur. Aber nicht nur ihre vorlaute Art, sondern auch ihre Liebe zu dem Studenten Florian Häger gefährden ihren Schulabschluss. Denn dieser steht der KPD gefährlich nahe.
Auch den anderen mehr oder weniger lieb gewonnen Bewohnern von Dingelbach begegnen wir in diesem Roman wieder: der Fabrikbesitzerin Ilse Küpper, jetzt verheiratete Goldstein, und ihr Bruder, der Tunichtgut und Möchtegern, der sie bis in den Wahnsinn treibt, dem Heini Schütz mit seinem Vater und der Stiefmutter Marie sowie der Oma Gertrud, der lungenkranken Julia usw. Wieder entspinnen sich viele Geschichtsfäden rund um Dingelbach, heitere und ernste. Überwiegend liest man sie gerne diese liebevollen kleinen Dorfgeschichten und erfreuten sich an den Stärken und Macken seiner Bewohner. Da kriegt jeder sein Fett weg, aber nicht immer jeder, was er verdient. Das Dorfleben ist hart, insbesondere wenn das Wetter ihnen einen Strich durch die Rechnung macht. Aber man hält zusammen, wenn man sich nicht gerade die Pest an den Hals wünscht. Es geht um Liebe, um Neid und Missgunst, um Familie, um Talent und Bestimmung. So hat jeder sein Päckchen zu tragen und muss sich seinen Weg suchen, auch wenn er mal falsch abgebogen ist.
Der Roman bietet gute Unterhaltung. Bei einigen der Nebenfiguren erscheint das Übertriebene in der Darstellung des Klischees nicht störend, aber bei den Hauptfiguren hätte ich mir manchmal weniger Überspitzung gewünscht: Herta ist nervtötend nah am Wasser gebaut und wird als allzu einfältig und schon fast dämlich hingestellt, Ida ist bisweilen auch wiederum nervig frech und vorlaut und ohne Respekt, und auch Frieda ist bisweilen entweder zu naiv oder zu kokett gezeichnet. Aber Idas und Friedas Geschichten haben auch ernste Züge, was sie wieder lesenswert macht. Die Geschichte um Hertas uneheliches Kind und Ilse Küppers größenwahnsinnigen Bruder sind mir allerdings zu langatmig, zu redundant und enervierend einfältig. Zum Glück nehmen sie nicht so ganz viel Raum ein wie die Geschichte von Helga Schütz mit ihrem unermüdlich bejammerten Liebeskummer oder von Hertas von der Mutter vereitelten Liebelei im zweiten Band. Aber beide Bände erreichen für mich nicht mehr die herzlich erzählten Geschichte aus Dingelbach, wie die Autorin sie im ersten Band entspinnt. Selbst Hohnermann, ein sonst immer herzerwärmender Charakter, ist mir hier ein wenig zu schwärmerisch verliebt und übertrieben selbstbescheiden.

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Schlachtengetümmel

Das Amulett der Sekhmet
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Caesar ist tot, der Bürgerkrieg in der römischen Republik nur scheinbar durch das Triumvirat dreier starker Männer befriedet. Doch auch äußere Feinde bedrohen den Frieden. So kämpft Octavius gegen die ...

Caesar ist tot, der Bürgerkrieg in der römischen Republik nur scheinbar durch das Triumvirat dreier starker Männer befriedet. Doch auch äußere Feinde bedrohen den Frieden. So kämpft Octavius gegen die Piraten, die das Mittelmeer unsicher machen und Unterstützung durch den korrupten Statthalter von Sicilien finden. Auf Marc Anton kann er dabei nicht zählen, denn dessen Truppen sind gebunden im Krieg gegen die Parther. Und dabei droht ihm Verrat aus den eigenen Reihen.
In diesem Buch wimmelt es von unzähligen Schlachtgetümmeln, zu Lande und zu Wasser. Diese sind für sich immer packend geschrieben. In ihrer Häufung wurden sie mir zum Schluss hin allerdings etwas viel.
Die Atmosphäre ist gut eingefangen und das römische Leben in seinen üppigen sowie entbehrungsreichen Zeiten in farbigen Bildern beschrieben. Das Glossar enthält einige, wenn auch nicht alle Fachbegriffe, die hier kundig einfließen. Schön wäre dazu noch eine Karte gewesen, denn die Einzelheiten, die sehr häufig wichtig sind, wenn die Bewegung der Truppen oder die Feldzüge aus verschiedenen Richtungen gegen den auf Sizilien verschanzten Sextes, werden zwar detailliert beschrieben, sind ohne Karte aber bisweilen auch verwirrend.
Gerade mit ihren fiktiven Figuren, wie z. B. den Piraten, hat die Autorin schon sehr lebendige Charaktere erschaffen. Auch den realen Personen, die die Vorlage für die hier handelnden Charaktere bieten, kommt der Leser sehr nah, manchmal schon ein wenig zu nah: Man kann sich bei dem großen Octavius manchmal nur schwer vorstellen, dass er selbst hinter einem in Seenot geratenen „Matrosen“ herspringt, um ihn aus dem Meer zu ziehen, oder sich mit wenigen Getreuen durch die Büsche schlägt, um einem Hinterhalt zu entgehen. Aber es macht den späteren Divus Augustus durchaus etwas menschlicher.
Die Figur der Mara ist als solche ganz interessant, auch wenn ich eher glaube, dass die Ehefrauen oder Geliebten der Herrscher mehr Einfluss auf diese haben, als eine Frau, die noch dazu aus einer anderen Zeit kommt. Dieser Teil der Geschichte, die Möglichkeit der Zeitreise durch das Portal eines Amuletts ist für mich ein wenig befremdlich. Zum Glück kommt er hier nur marginal vor, denn die Geschichte läuft auch prima ohne diesen Part. Da erscheint mir eine gewogene Gottheit, die einen Pfeil lenkt oder ein Heilmittel schickt, plausibler oder eher passender als durch ein Zeitportal eingeschleustes Penicillin oder Satellitenkarten.
Wer auf Schlachtbeschreibungen steht und antiken Stoff à la Gladiator oder den Untergang von Pompeji sowie Kleopatra mag, wird hier sicherlich auf seine Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 18.09.2024

Ohne Heimat

Als wir Schwäne waren
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„Als wir Schwäne waren“ ist wohl ein Roman mit autobiographischen Zügen. Der Erzähler kommt als Junge mit seinen Eltern nach Deutschland. Er wächst auf in einer Siedlung in Bochum, aus der immer mehr ...


„Als wir Schwäne waren“ ist wohl ein Roman mit autobiographischen Zügen. Der Erzähler kommt als Junge mit seinen Eltern nach Deutschland. Er wächst auf in einer Siedlung in Bochum, aus der immer mehr deutschstämmige Bewohner weg- und in die immer mehr Migranten unterschiedlichster Herkunft zuziehen. Das Leben in diesem Ghetto gestaltet sich als perspektivlos und ist geprägt von Kriminalität und Gewalt. Viele der Bewohner stammen aus einer sozial benachteiligten Schicht, bildungsfern, ohne Aufstiegschancen. Sie verdingen sich als Drogendealer oder Kleinkriminelle, gerieren sich als Halbstarke und mehr als einmal endet ein solches Leben früh und gewaltsam. Die Eltern des Erzählers sind anders. Sie sind studiert, gebildet. Aber auch für sie gibt es kaum Chancen, in der neuen Gesellschaft Fuß zu fassen. Sie versuchen ihren Status zumindest im Privaten zu kultivieren, erfahren von der Gesellschaft aber auch wenig Wertschätzung und Ausgrenzung. Das Weiterkommen scheint ein Privileg der Einheimischen zu sein. Dennoch versuchen sie dem Sohn ein Gefühl von Stolz und Würde zu vermitteln. Dieser steht zwischen beiden Polen. Zum einen zieht er mit den anderen Jugendlichen um die Häuser, dealt mit und hat viele Kontakte zu kriminellen Existenzen. Auf der anderen Seite hält ihn vielleicht sein Elternhaus davon ab, ganz in den Sumpf der Ausweglosigkeit zu rutschen. Er bleibt immer ein wenig der distanzierte Beobachter zum Geschehen.
In seinem Roman schildert Khani dieses Leben durchaus anschaulich und nachvollziehbar. Die Entwurzelung und Heimatlosigkeit des jungen Erzählers, seine Wut auf ein Land, das er sich nicht ausgesucht hat und das ihm und seinen Eltern keine Chance gibt, ist sehr greifbar. Das respektvolle Denkmal, das er seinen Eltern hier setzt, nötigt auch dem Leser einen entsprechenden Respekt ab und ein Gefühl davon, dass das Schicksal, das Menschen nötigt, ihre Heimat zu verlassen und in einem Land zu leben, in das sie eigentlich nicht wollen, ein ungerechtes und grausames ist.
Befremdlich sind bisweilen die ein wenig kryptisch, lebensphilosophischen Zwischentöne, deren Sentenzen und Bilder sich dem Zugriff verweigern. So bleibt mir letztlich auch das Bild der Schwäne diffus. In einem Land werden sie für Zugvögel gehalten, ähnlich dem Schicksal der Migranten dazu genötigt, immer weiter zu ziehen. In Deutschland aber ziehen sie nicht fort, sondern bleiben sie in ihren Gefilden. Ähnlich den Migranten, die aus dem Auffangghetto nicht hinauskommen, weil das Weiter-, das Fortkommen nur etwas für die Deutschen mit ihren Redewendungen ist, für die von nichts nichts kommt, die keine Müdigkeit vorschützen, Nägel mit Köpfen machen und auf das A-Sagen das B-Sagen folgt.
Der Roman ist sicher keine leichte Kost, am Ende ähnlich perspektivlos und desillusionierend wie das Leben im Ghetto. Während die Eltern wenigsten zurückkehren können an ihre heimatlichen Wurzeln, so bleibt dem Erzähler über seine Wut hinaus nur das Fortgehen ohne Ankommen. Was fängt der Leser an mit dieser Wut und dieser Erkenntnis? Soll er damit etwas anfangen? Oder geht es dem Autor mehr um das Loswerden und Luftmachen?

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Veröffentlicht am 04.04.2022

Für die Hungrigen eher als für die Satten

Im Rausch des Aufruhrs
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Der Autor porträtiert mit großer Kennerschaft das Jahr 1923 monatsweise und gibt im Anhang einen Ausblick, „wie es weiter geht“, indem er kurze Porträts der historischen Figuren gibt, die im Buch vorher ...


Der Autor porträtiert mit großer Kennerschaft das Jahr 1923 monatsweise und gibt im Anhang einen Ausblick, „wie es weiter geht“, indem er kurze Porträts der historischen Figuren gibt, die im Buch vorher in die Ereignisse involviert waren oder die die Ereignisse überhaupt erst angestoßen haben. Und es ereignet sich viel im Jahre 1923. Viele Figuren haben ihren Auftritt, seien es Privatpersonen mit bewegtem Schicksal oder seien es historische Persönlichkeiten, die bereits eine große Rolle spielen, wie Stresemann oder Hitler, wie Anita Berber oder Kurt Tucholsky, oder die noch eine große Rolle spielen werden, wie Sepp Herberger, der in diesem Jahr als Geldzähler inflationäre Eintrittspreise zählen muss, oder Victor von Bülow, Loriot, der in diesem Jahr geboren wird. Wie auch die Mutter des Autors.
Für jeden Leser ist etwas dabei und für jeden Leser liest sich – je nach Interesse – die eine Passage leichter als andere. So kommt der kulturell Interessierte auf seine Kosten, wenn es um die schönen Künste geht, die Literatur, Kafka, Fallada, Gorki, oder das Kino. Der am Leben des kleinen Mannes, um mit Fallada zu sprechen, Interessierte, wenn es um die Sorgen und Nöte, aber auch die Freuden des einzelnen geht, auch wenn letztere eher dünn gesät sind. Wie vergnügt er sich, aber auch wie viel kostet ihn ein Brot? Ganz besonders angesprochen werden die politisch und historisch Interessierten, die sich nicht von den permanent wechselnden Verhältnissen und Regierungen der Weimarer Republik abschrecken lassen. Diejenigen, die der Kampf Rot gegen Braun interessiert, aber auch der gemeinsame Kampf gegen Franzosen im Ruhrpottstreik, wobei das Gemeinsame nicht wirklich verbindend ist. Auch die Inflation ist ein spannendes sowie aktuelles Thema. So hält sich der heutige Leser vor Augen, wie schlimm es einmal mit der Inflation gekommen ist und was wahrer Mangel in den Regalen der Läden, was realer Hunger und reale Not bedeuten. Auch wenn er sich dabei doch nicht ganz losmachen kann von dem Blick auf das, was ihn heute vielleicht doch einmal wirklich bedrohen könnte. So schwankt er zwischen dem Glück, das ihn damit getroffen hat, ein Hundertjahrenachherlebender zu sein, und der flehentlichen Hoffnung, ihn mögen solche Verhältnisse verschonen. Ein Blick über den Tellerrand jedoch hilft gegen den Egozentrismus, der im eigenen Leid immer das größte sieht, auch wenn es nur die vorübergehende Abwesenheit von Mehl, Speiseöl oder Klopapier ist. Worauf der Leser sich dabei allerdings einlassen muss, ist das „Ragout“, wie es der Theaterdirektor seinem Dichter und dem Narren schon in Goethes „Faust“ im Prolog abverlangt. Er muss sich einlassen auf ein buntes Durcheinander von Personen, von Ereignissen, von Anmerkungen zu einem Jahr in einer nicht immer ganz so anderen Zeit, von dem ihm eventuell der eine Happen besser munden wird als der andere. Aber für jeden ist auf jeden Fall etwas dabei. Und jeder wird seinen Lesehunger und seinen Wissensdurst, so er sich diesen in einer satten Zeit bewahrt hat, für eine Zeit – bis zum nächsten Buch – stillen können.

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