Schlachtengetümmel
Das Amulett der SekhmetCaesar ist tot, der Bürgerkrieg in der römischen Republik nur scheinbar durch das Triumvirat dreier starker Männer befriedet. Doch auch äußere Feinde bedrohen den Frieden. So kämpft Octavius gegen die ...
Caesar ist tot, der Bürgerkrieg in der römischen Republik nur scheinbar durch das Triumvirat dreier starker Männer befriedet. Doch auch äußere Feinde bedrohen den Frieden. So kämpft Octavius gegen die Piraten, die das Mittelmeer unsicher machen und Unterstützung durch den korrupten Statthalter von Sicilien finden. Auf Marc Anton kann er dabei nicht zählen, denn dessen Truppen sind gebunden im Krieg gegen die Parther. Und dabei droht ihm Verrat aus den eigenen Reihen.
In diesem Buch wimmelt es von unzähligen Schlachtgetümmeln, zu Lande und zu Wasser. Diese sind für sich immer packend geschrieben. In ihrer Häufung wurden sie mir zum Schluss hin allerdings etwas viel.
Die Atmosphäre ist gut eingefangen und das römische Leben in seinen üppigen sowie entbehrungsreichen Zeiten in farbigen Bildern beschrieben. Das Glossar enthält einige, wenn auch nicht alle Fachbegriffe, die hier kundig einfließen. Schön wäre dazu noch eine Karte gewesen, denn die Einzelheiten, die sehr häufig wichtig sind, wenn die Bewegung der Truppen oder die Feldzüge aus verschiedenen Richtungen gegen den auf Sizilien verschanzten Sextes, werden zwar detailliert beschrieben, sind ohne Karte aber bisweilen auch verwirrend.
Gerade mit ihren fiktiven Figuren, wie z. B. den Piraten, hat die Autorin schon sehr lebendige Charaktere erschaffen. Auch den realen Personen, die die Vorlage für die hier handelnden Charaktere bieten, kommt der Leser sehr nah, manchmal schon ein wenig zu nah: Man kann sich bei dem großen Octavius manchmal nur schwer vorstellen, dass er selbst hinter einem in Seenot geratenen „Matrosen“ herspringt, um ihn aus dem Meer zu ziehen, oder sich mit wenigen Getreuen durch die Büsche schlägt, um einem Hinterhalt zu entgehen. Aber es macht den späteren Divus Augustus durchaus etwas menschlicher.
Die Figur der Mara ist als solche ganz interessant, auch wenn ich eher glaube, dass die Ehefrauen oder Geliebten der Herrscher mehr Einfluss auf diese haben, als eine Frau, die noch dazu aus einer anderen Zeit kommt. Dieser Teil der Geschichte, die Möglichkeit der Zeitreise durch das Portal eines Amuletts ist für mich ein wenig befremdlich. Zum Glück kommt er hier nur marginal vor, denn die Geschichte läuft auch prima ohne diesen Part. Da erscheint mir eine gewogene Gottheit, die einen Pfeil lenkt oder ein Heilmittel schickt, plausibler oder eher passender als durch ein Zeitportal eingeschleustes Penicillin oder Satellitenkarten.
Wer auf Schlachtbeschreibungen steht und antiken Stoff à la Gladiator oder den Untergang von Pompeji sowie Kleopatra mag, wird hier sicherlich auf seine Kosten kommen.