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Veröffentlicht am 02.07.2022

Schriftstellerin

Die Liebenden von Bloomsbury – Virginia und die neue Zeit
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Das Buch „Die Liebenden von Bloomsbury / Virginia und die neue Zeit“ von Stefanie H. Martin handelt von der berühmten Schriftstellerin Virginia Woolf.

Da ich bisher wenig über die Schriftstellerin wusste ...

Das Buch „Die Liebenden von Bloomsbury / Virginia und die neue Zeit“ von Stefanie H. Martin handelt von der berühmten Schriftstellerin Virginia Woolf.

Da ich bisher wenig über die Schriftstellerin wusste – außer ihren Namen als Synonym für gute Literatur – hat mich der Roman sehr interessant, um mehr über die Hintergründe zu erfahren.

So wurde in dem Roman viel über die Herkunft von Virginia, ihre große Familie, die vielen Bekannten und ihr gesellschaftliches Leben berichtet. Die Details sind sicher gut recherchiert, allerdings enthielt das Buch manchmal Längen, wenn z.B. Beschreibungen von Gesprächsrunden o.ä. zu detailreich wurden.
Interessant war die sehr enge Verbindung zu ihrer Schwester Vanessa, die ebenfalls künstlerisch als Malerin tätig war. Aber auch diese Beziehung war Schwankungen unterlegen, als Vanessa heiratet und einen Sohn bekommt. Auch die Beschreibung von Vanessas Mann Clive ist für meinen Geschmack etwas zu ausführlich und zeigt seine Sprunghaftigkeit.
Ob es mit dem potentiellen Ehemann noch etwas wird, erfährt man in diesem Buch (noch) nicht, aber es gibt zumindest Andeutungen, dass es auch in Liebesfragen unterschiedliche Sichten auf die Welt gibt…..
Was gut gelungen ist, sind die Beschreibungen ihrer gesundheitlichen Verfassung, die nicht immer stabil war und die Erläuterungen, wie Virginia immer mehr Freude an der Literatur und der eigenen Schreiberei fand und sich darin letztendlich auch erfolgreich ausleben konnte. Auch das Interesse an feministischen Themen sowie das Annehmen und Mitentwickeln der neuen modernen Zeit ist gut wiedergegeben.

Für einen ersten Einblick in das Leben der Schriftstellerin Virginia Woolf sicher ein interessantes Buch, das für meinen Geschmack aber leider nicht in jedem Abschnitt fesseln kann.

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Veröffentlicht am 28.03.2022

Ein nettes Buch zur Zerstreuung

Mörderische Brise
1

Das Buch Mörderische Brise von Christian Humberg nennt sich Küstenkrimi, in dem eine Geschichte rund um die zukünftige Pfarrerin von Travemünde erzählt wird. Clara Clüver kann umständehalber ihren neuen ...

Das Buch Mörderische Brise von Christian Humberg nennt sich Küstenkrimi, in dem eine Geschichte rund um die zukünftige Pfarrerin von Travemünde erzählt wird. Clara Clüver kann umständehalber ihren neuen Job nicht direkt antreten und freundet sich durch einige Zufälle mit zwei Frauen aus der Region an. Dadurch ergibt es sich, dass sie sich an der Mordermittlung zu Gastro-König Erich Konstantin beteiligt, der im Nachbarort Niendorf tot am Hafen aufgefunden wurde.

Bei dem Buch handelt es sich nicht um einen Krimi im eigentlichen Sinne, bei dem ein Mord oder anderes Verbrechen im Mittelpunkt stehen würde. Hierbei steht viel eher die Geschichte von Clara Clüver, ihre beginnende Freundschaft mit Frieke und Jule und die Landschaft rund um Travemünde im Vordergrund. Man verfolgt, wie Clara in Travemünde ankommt, beruflich erstmal enttäuscht wird – da sie gar nicht erwartet wurde – und wie sie dann zusammen mit den anderen Frauen auf Detektivtour geht, um sich an den Ermittlungen rund um den ermordeten Gastro-König Konstantin zu beteiligen. Die Ermittlungen schwanken zwischen dreist und naiv und man staunt, dass die Methode trotzdem zum Erfolg führt.
Auch die Familie rund um Erich Konstantin wird beschrieben und man erfährt schnell, dass nicht alles so positiv und ehrlich zuging wie es vermittelt werden sollte. Von daher spielt man als Leser:in auch mit dem Gedanken, ob sich hier vielleicht der Mörder finden lässt.
Wer letztendlich tatsächlich der Mörder ist, wird erst kurz vor Schluss überraschend aufgelöst.
Die Roggenbuk-Saga wird immer wieder angeschnitten, hat aber keinen Einfluss auf den Verlauf der Geschichte.

Die Beschreibungen der Landschaft und Orte sind sehr realistisch und machen Lust, gleich wieder hinzufahren. Die Geschichte plätschert dahin, lässt sich aber angenehm lesen. Die Bezeichnung Küstenkrimi ist jedoch irreführend, da zu einem echten Krimi doch ein paar Zutaten fehlen und das wäre allem voran Spannung. Die baut sich nur sehr langsam auf und eigentlich gibt es im Buch auch nur zwei Stellen, an denen man vor Spannung die Luft anhalten möchte. Die Roggenbuk-Saga dient als etwas gruseliger Einstieg in das Buch, hat aber sonst nur eine geringe Bedeutung. Insgesamt also ein nettes Buch für ein wenig Zerstreuung.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 08.08.2022

Ausbaufähig

Wie ein Stern in dunkler Nacht
7

Das Buch WIE EIN STERN IN DUNKLER NACHT von Violet Thomas mit einem wunderschönen Cover handelt von der deutschen Ärztin Christina, die nach einer Fehlgeburt Abstand braucht und vorübergehend eine Praxis ...

Das Buch WIE EIN STERN IN DUNKLER NACHT von Violet Thomas mit einem wunderschönen Cover handelt von der deutschen Ärztin Christina, die nach einer Fehlgeburt Abstand braucht und vorübergehend eine Praxis in Schottland übernimmt.

Die Idee zur Geschichte ist eigentlich sehr schön – eine Ärztin will auf der Isle of Mull Abstand von ihrer Fehlgeburt und der schwierigen Beziehung zu ihrem Freund gewinnen. In Schottland lernt sie dann recht schnell den eher verschlossenen Dorfbewohner Aidan kennen, der sich liebevoll um seine Fohlenpflegestation kümmert. Aus beiden wird ein Paar und es kommt zu einer turbulenten Beziehung…..

Leider gibt es in der Geschichte aber auch ein paar Ungereimtheiten bzw. Ungenauigkeiten, die das flüssige Lesen manchmal stören. Auch ist die zeitliche Abfolge mitunter nicht gut erkennbar.

Es wird viel über das Innenleben von Christina berichtet, während man sich manchmal mehr Infos zu Land und Leuten wünschen würde.

Insgesamt ein nettes Buch zum Zeitvertreib, allerdings ohne in die Tiefe zu gehen. Aus dem Stoff hätte man vermutlich noch viel mehr herausholen können.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Schreibblockade

Doppelspiel
9

Der Kriminalroman DOPPELSPIEL von Arne Dahl und Jonas Moström handelt vom Nordic Noir-Autor Tom Borg, der nach großen Erfolgen inzwischen an einer Schreibblockade leidet.


Er versucht alles, um die Blockade ...

Der Kriminalroman DOPPELSPIEL von Arne Dahl und Jonas Moström handelt vom Nordic Noir-Autor Tom Borg, der nach großen Erfolgen inzwischen an einer Schreibblockade leidet.


Er versucht alles, um die Blockade zu lösen und erwacht plötzlich in seinem eigenen Albtraum: Die ersten Seiten seines neuen Buches werden zur Realität und er wird Zeuge eines Mordes und zugleich auch Tatverdächtiger. Was genau steckt dahinter? Tom begibt sich auf die Suche und ist schon bald mitten in einem unentwirrbaren Netz gefangen und sucht verzweifelt nach einem Ausweg.


Die ersten beiden Drittel des Buches haben mir gut gefallen und es wurde eine besondere Spannung kreiert und man fieberte auf die Lösung hin. Diese kam dann im letzten Drittel des Buches und ließ mich ratlos und enttäuscht zurück, da ich dieses Ende nicht so recht nachvollziehen konnte. Aber das ist ggf. auch einfach Geschmacksache.

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  • Charatere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 22.03.2026

Leider nicht mein Fall

Der letzte Leuchtturm
1

Der Roman DER LETZTE LEUCHTTURM von Michael Pedersen spielt auf der abgelegenen Shetland-Insel Muckle Flugga, auf der nur der Leuchtturmwärter und sein Sohn Ouse wohnen. Nach dem frühen Tod der Mutter ...

Der Roman DER LETZTE LEUCHTTURM von Michael Pedersen spielt auf der abgelegenen Shetland-Insel Muckle Flugga, auf der nur der Leuchtturmwärter und sein Sohn Ouse wohnen. Nach dem frühen Tod der Mutter haben sich Vater und Sohn in der kargen Einsamkeit arrangiert, jeder auf seine eigene Art. Der Vater grummelig und mit dem Schicksal hadernd, der Sohn neugierig, phantasievoll und künstlerisch begabt. Zu seinen Freunden gehört unter anderem der Geist eines großen Dichters.

Um Geld zu verdienen, wird ein kleines Haus auf der Insel vermietet - diesmal an den sentimentalen, aber erfolglosen Dichter Firth. Er erkennt das Potential von Ouse und es wird Zeit, das Leben neu zu überdenken.

Ich hatte mich sehr auf das Buch gefreut, da ich die Faszination der Shetlands durch einen Besuch vor Ort gut nachvollziehen kann. Nur die erzählte Geschichte konnte mich leider gar nicht abholen. Dass es prosaisch sein würde, war mir klar, erschien mir beim Lesen aber teilweise als kitschig und nicht zielführend. Schade.

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