Platzhalter für Profilbild

Sonja2609

Lesejury Profi
offline

Sonja2609 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Sonja2609 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.09.2025

Tierisch guter Schulspaß mit Juli - und ihrer Bande natürlich!

Schule mit Juli
0

Das Buch „Schule mit Juli“ von Petra Eimer ist der mittlerweile 6. Band der Reihe. Wir sind Juli-Fans der ersten Stunde und haben alle Bände zu Hause, darum war die Freude groß, auch bei diesem neuen Abenteuer ...

Das Buch „Schule mit Juli“ von Petra Eimer ist der mittlerweile 6. Band der Reihe. Wir sind Juli-Fans der ersten Stunde und haben alle Bände zu Hause, darum war die Freude groß, auch bei diesem neuen Abenteuer dabei zu sein. Besonders schön finde ich, dass es zu Beginn eine kleine Zusammenfassung der vergangenen Ereignisse gibt. So können auch neue Leserinnen und Leser leicht einsteigen und alle, die die Reihe kennen, werden schnell wieder in die Geschichte hineingezogen. Das Buch kann unabhängig gelesen werden, da aber immer wieder Bezug auf vorherige Geschichten genommen wird, ist es einfacher, wenn man die Vorbände kennt.

Schon beim ersten Lesen mussten wir ständig kichern – es ist einfach herrlich, wie chaotisch und lustig es bei Juli und ihren Freunden zugeht. Unser Lieblingscharakter ist diesmal ganz klar Anna, die starke und liebe Nachbarin, die immer ein offenes Ohr hat und eine tolle Freundin ist. Ganz besonders bildlich konnten wir uns die Szene vorstellen, wie Juno und Watson durch den Garten rollen – die Illustrationen dazu sind wie immer witzig und voller Details. Durch die vielen Zeichnungen ist das Lesen für jüngere Kinder einfacher, es gibt bunte Unterbrechungen, Sprechblasen und es ist einfach viel los auf den Seiten. So werden auch Lesemuffel zu begeisterten Lesern.

Sehr spannend fanden wir das Thema Assistenzhund. Dass Kinder durch diese Geschichte etwas darüber lernen können, ist ein echter Mehrwert. Bei uns zu Hause ist Diabetes ein Thema, und so konnten wir uns gleich noch einmal mehr in die Situation hineinversetzen – und bei unserer Tochter ist der Wunsch nach einem Hund damit noch größer geworden. Aber auch ohne persönlichen Bezug finden wir es klasse, dass solche wichtigen Themen kindgerecht aufgegriffen werden.
Die Idee, alle Tiere in die Schule zu bringen, verspricht Chaos pur – und genau so kam es auch. Diese Szenen sind turbulent, lustig und für Kinder sehr nachvollziehbar. Auch die Projekttage sind ein gelungenes Thema, denn viele Kinder kennen solche Wochen aus der Schule. Ebenso wichtig sind die ernsteren Töne, etwa das Thema Sitzenbleiben oder schlechte Noten. Schön zu sehen, wie die Freundschaft zwischen den Kindern trägt und wie sie sich gegenseitig unterstützen.

Die Aufführung im Buch ist ein echtes Highlight – voller Humor, bunt und lebendig. Besonders die Szene, in der Juno durch den Reifen springen will, gehört zu unseren Favoriten. Auch die Bilder selbst laden immer wieder zum Blättern und Schauen ein, sodass selbst jüngere Kinder, die noch nicht lesen können, ihren Spaß haben.
Sehr gelungen finden wir zudem die Idee des Therapiezentrums, auch wenn das vielleicht ein wenig „drüber“ erscheint.
Dass Kinder mit Hilfe von Tieren gut lernen, ist sicherlich nicht zu hinterfragen. Wir kennen aus der Realität Lesehunde in der Schule, die Kinder ermutigen, laut vorzulesen, weil sie nicht kritisieren oder lachen. Geschichten, die solche Konzepte aufgreifen, sind wertvoll und zeigen, wie wichtig Tiere für Kinder sein können – in der Schule genauso wie im Alltag.

Alles in allem ist Schule mit Juli“ ein rundum gelungenes, lustiges und herzliches Buch, das nicht nur unterhält, sondern auch Themen aufgreift, die Kinder wirklich bewegen. Eine Geschichte voller Freundschaft, Chaos und guter Laune – und definitiv ein weiterer Lieblingsband bei uns im Regal. Und vielleicht schaffen wir es ja eines schönen Tages auch einmal zu einer Lesung „mit Juli“ von Petra Eimer…

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 08.09.2025

Macht, Intrigen, Liebe - wieder ein packender Ausflug ins Mittelalter!

Rabenthron
7

Rabenthron von Rebecca Gablé ist der dritte Band ihrer Helmsby-Reihe, obwohl dieser zeitlich davor spielt. Im Mittelpunkt von Rabenthron steht Aelfric, ein junger Angelsachse, der nach einem tragischen ...

Rabenthron von Rebecca Gablé ist der dritte Band ihrer Helmsby-Reihe, obwohl dieser zeitlich davor spielt. Im Mittelpunkt von Rabenthron steht Aelfric, ein junger Angelsachse, der nach einem tragischen Vorfall mit seinem kleinen Sohn Penda aus Helmsby flieht – und dadurch ungewollt in die Machtkämpfe des frühen 11. Jahrhunderts hineingezogen wird.
England ist zu dieser Zeit politisch zerrissen: Dänische Angriffe, ein schwankender Königsthron, wechselnde Allianzen – und mittendrin Aelfric, der mit seinem dänischen Gefangenen Hakon, einem Mönch namens Eilmer und später Königin Emma und ihren Kindern nach Frankreich reist, Intrigen überlebt, Schlachten erlebt und immer mitten in das politische Geschehen hineingezogen wird.
Obwohl Rabenthron der dritte Band der Helmsby-Reihe ist, spielt er zeitlich vor „Das zweite Königreich“ und „Teufelskrone“ und kann somit auch unabhängig gelesen werden.
Normalerweise „fliege“ ich durch Gablés Bücher – diesmal habe ich für den Einstieg länger gebraucht. Warum? Die Vielzahl an Charakteren, die alle mit „E“ anfangen, machte es mir nicht leicht, den Überblick zu behalten – insbesondere unter den zahlreichen Königskindern. Doch sobald ich in der Geschichte angekommen war, hat mich die typische Gablé-Magie wieder gepackt.
Wie immer gelingt es Rebecca Gablé, das mittelalterliche England unglaublich plastisch und lebendig zu zeichnen. Die politische Lage ist unübersichtlich, grausam und von Machtgier durchzogen – doch genau das macht es so spannend.
Freunde können plötzlich zu Feinden werden, Zufälle entscheiden über Leben und Tod, und Loyalität wird auf eine harte Probe gestellt. Besonders eindrücklich fand ich die Begegnungen Aelfrics mit seinem Cousin Offa – teilweise wirklich verstörende Momente, die zeigen, wie stark persönliche Geschichte und politische Verantwortung miteinander kollidieren, die aber besonders zeigen, welche Art von Persönlichkeit Aelfric ist.
Aelfric ist ein starker Protagonist, der viele innere Konflikte austrägt – und dennoch immer wieder aufsteht. Aber auch Emma, die Königin, sticht hervor: strategisch klug, politisch versiert, und trotz vieler persönlicher Opfer eine beeindruckende Figur.
Penda, der zunächst kindlich-verspielte Begleiter, entwickelt sich über die Jahre hinweg zu einer zentralen Figur, dessen Konflikte mit der Familie und der Liebe sehr greifbar sind – auch wenn er manchmal ein bisschen „zu schlau für sein Alter“ wirkt. Und von dem wir in zukünftigen Bänden doch wenigstens ab und an lesen werden…
Wunderbar pointiert sind auch die kleineren Charaktere – Bruder Eilmer, Hakon, Rowena, Offa, die Prinzen Edward und Alfred – Gablé lässt auch Nebenfiguren glänzen. Wobei ihre Rollen gar nicht so klein sind und ohne sie die Geschichte nicht so humorvoll und gleichzeitig spannend ist. Hier wirkt wieder der Mix aus historischen Persönlichkeiten und viel Fiktion.
Wie in vielen Gablé-Romanen spielt auch hier der „Kommissar Zufall“ eine große Rolle – nicht immer realistisch, aber typisch für ihren Stil. Wenn in letzter Minute eine Figur auftaucht, um das Ruder herumzureißen, fühlt man sich an frühere Werke erinnert – ein Element, das man mögen muss, aber das für mich einfach dazugehört.

Mit Zeitsprüngen geht die Autorin gewohnt souverän um – wenn auch nicht immer mit Vorwarnung. Ob es nun ein Jahr ist oder gleich neun – die Geschichte bleibt trotzdem nachvollziehbar, auch wenn man manchmal kurz Luft holen muss.
Politische Umbrüche, Attentate, Allianzen, Intrigen, Exil, Rückkehr, Verrat – Rabenthron bietet alles, was man an historischen Romanen liebt. Der Showdown mit König Knud, die Rivalitäten um die Thronfolge und das tragische Ende einiger Figuren haben mich zum Teil wirklich mitgenommen.
Rabenthron ist ein würdiger weiterer Teil der Helmsby-Reihe – und eine spannende Ergänzung, wenn man sich für die politische Geschichte Englands im 11. Jahrhundert interessiert.
Ich werde nun nicht gleich völlig aus Helmsby verschwinden, sondern mit „Das zweite Königreich“ noch ein bisschen da bleiben, denn die Geschichte spielt direkt im Anschluss…

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Atmosphäre
  • Cover
Veröffentlicht am 01.01.2024

Starke Spannung aus Finnland

Waiseninsel
6

Das Buch "Waiseninsel" von Max Seeck ist der mittlerweile vierte Band um die finnische Kommissarin Jessica Niemi. Aufgrund eines Fehltritts außerhalb des Dienstes wird sie beurlaubt und sucht Ruhe und ...

Das Buch "Waiseninsel" von Max Seeck ist der mittlerweile vierte Band um die finnische Kommissarin Jessica Niemi. Aufgrund eines Fehltritts außerhalb des Dienstes wird sie beurlaubt und sucht Ruhe und Erholung auf einer kleinen Schäreninsel.
Doch vor Ort stolpert sie in einen Mordfall und erfährt vom geheimnisvollen Mädchen im blauen Mantel, welches ihr keine Ruhe lässt. Jessica beginnt privat zu ermitteln und dringt tiefer in die Geheimnisse der Insel vor. Dass das nicht ganz ungefährlich ist, versteht sich beinah von selbst, da Jessica in der Vergangenheit immer wieder in gefährliche Situationen geraten ist.
Wie immer gelingt es Max Seeck, den Leser bis zuletzt an der Nase herumzuführen und wild spekulieren zu lassen, wer der Täter ist und was genau passiert. Waiseninsel ist von der ersten Seite an packend geschrieben und bietet viele Möglichkeiten, mitzuraten.
Im mittlerweile vierten Band lernt man Jessica noch besser und von einer anderen Seite kennen und ist man ist wieder einmal verwirrt von ihrer Gedankenwelt. Doch gerade das macht sie als Protagonistin so spannend und unberechenbar, wenn auch ein wenig unglaubwürdig.
Ich mochte das Buch sehr gerne lesen und konnte es nicht aus der Hand legen. Wieder einmal wusste ich bis zuletzt nicht, wer der Täter ist und war von der Auflösung überrascht. Genau diesen Twist in der Geschichte kriegt Max Seeck unheimlich gut hin.
Ich kann das Buch nur empfehlen, allerdings sollte man meiner Meinung nach die anderen Bände zuvor gelesen haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 16.12.2022

Let´s rock - Der 17. Greg Band rockt!

Gregs Tagebuch 17 - Voll aufgedreht!
1

Das Buch „Gregs Tagebuch – Voll aufgedreht“ von Jeff Kinney ist der mittlerweile 17. Band um den chaotischen Greg, der seinen Alltag in einer Art Comic-Tagebuch festhält.
In diesem Band geht es um das ...

Das Buch „Gregs Tagebuch – Voll aufgedreht“ von Jeff Kinney ist der mittlerweile 17. Band um den chaotischen Greg, der seinen Alltag in einer Art Comic-Tagebuch festhält.
In diesem Band geht es um das Berühmtwerden, denn das will Greg wohl schon sehr gerne. Er hat jedoch verstanden, dass selber berühmt zu sein schon sehr anstrengend sein kann. Und somit möchte er seine Freunde dabei unterstützen, berühmt zu sein und echte Rockstars zu werden.

Roderick ist Teil der Band „Folle Vindl“, die im Rockbusiness Fuß fassen möchte, was bei diesem Namen nicht gerade einfach ist. Greg wird zum unbezahlten Band-Rowdy, versucht Instrumente zu organisieren, die Band bekannt zu machen und versucht, die Gruppe zusammenzuhalten.
Schließlich steht nichts geringeres als der Sieg im großen Bandwettbewerb auf dem Spiel.

Auch wenn es mittlerweile der 17. Greg-Band ist, besticht Jeff Kinney noch immer mit tollen, witzigen Ideen, die durch die genialen Zeichnungen noch untermalt werden. Die Texte sind leicht zu verstehen, aber voller Humor und man sich selbst in die kurzen Texte hineinversetzen und sich vorstellen, dass das alles wirklich so oder so ähnlich passiert und ein chaotischer Teenager darüber berichtet.

Mir gefällt, dass das Thema Berühmtsein auch durchaus kritisch betrachtet wird und aufgezeigt wird, dass der Weg nicht einfach ist und es vor die Füße fällt. Viele der Band-Bemühungen würden vermutlich in echt auch so passieren (können), was die Story zwar überzogen, aber doch irgendwie authentisch wirken lässt.

Das Rockstar Thema ist super aufgegriffen und ein cooles Thema für etwas ältere Greg-Fans. Mir hat es sehr gefallen, das Buch zu lesen, meinen Neffen erst recht. Wir sind uns alle einig, dass dieser Band lustig, cool und gut erzählt ist und können das Buch empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Thema "Gregs Tagebuch - Voll aufgedreht"
  • Cover "Gregs Tagebuch - Voll aufgedreht"
  • Bastelspaß
Veröffentlicht am 28.07.2022

Packender Roman auf einer Reise zu sich selbst

Wir sehen uns zu Hause
0

Christiane Wünsches Buch "Wir sehen uns zu Hause" ist ein echter Roadtrip-Roman. Erschienen ist das Buch im S.Fischer Verlag.

Anne und ihr Mann Peter haben eigentlich den Urlaub ihres Lebens geplant. ...

Christiane Wünsches Buch "Wir sehen uns zu Hause" ist ein echter Roadtrip-Roman. Erschienen ist das Buch im S.Fischer Verlag.

Anne und ihr Mann Peter haben eigentlich den Urlaub ihres Lebens geplant. Ein Jahr lang mit ihrem Oldtimer-Camper Willi durch Skandinavien reisen. Doch alles kommt anders als geplant, Peter verstirbt überraschend und plötzlich ist Anne ganz allein auf sich gestellt. Sie entschließt sich dennoch, die Reise zu unternehmen und sich ohne Peter auf den Weg zu machen.
Doch die geplante Reiseroute wird recht schnell über den Haufen geworfen, denn Anne bricht nicht nach Skandinavien auf, sondern in die Vergangenheit ihres Mannes. Sie begibt sich auf eine Spurensuche in die Zeit der ehemaligen DDR. Denn obwohl sie mehr als 20 Jahre mit ihrem Mann verheiratet war, stellt sie fest, dass sie über sein Leben in der DDR im Grunde gar nichts weiß.

Unterwegs auf ihrer Reise begegnet Anne unheimlich liebevoll gezeichneten Fremden, ob auf dem Campingplatz, auf der Landstraße oder am Rastplatz. Die Autorin hat all diese Bekanntschaften so wunderbar beschrieben, dass sie vor meinem Auge lebendig wurden. Einige davon vielleicht auch mit zu viel Klischee belegt, aber dennoch raubeinig, herzlich, verrückt und liebevoll beschrieben. Ich konnte sie mir rege vorstellen, so lebendig waren sie geschildert.

Die zahlreichen Nebencharaktere und -schauplätze machen das Buch unheimlich lebendig und bringen Energie in die Geschichte. Die ganze Story wirkt sehr authentisch und echt.

Insgesamt gefällt mir der Schreibstil der Autorin super, ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. An den spannenden Stellen gibt es Brüche, so dass wir die Geschichte aus Annes Perspektive, aber auch von Alinas Seite, Annes Tochter, miterleben. Und dann ist da noch der geheimnisvolle Ronny, dessen Rolle im Roman sich nach und nach erschließt. Alle diese Geschichtsstränge verbinden sich einer schönen, manchmal sehr traurig und nachdenklich machenden Geschichte. An vielen Stellen ist das Buch auch ein wenig vorhersehbar, aber das schadet der Story nicht und ändert auch nichts an der Spannung.

Ich fand es besonders toll, mit dem Buch auch wieder historisch dazu zu lernen. Denn von zahlreichen Aspekten aus der DDR-Geschichte hatte ich noch nie zuvor gehört und fand es faszinierend und gleichzeitig erschreckend, davon zu lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere