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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.08.2022

Sehr schöner, historischer Roman

Die Champagnerfürstin
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Im Roman „Die Champagner Fürstin“ von Annette Fabiani geht es um gleich zwei sehr starke Frauen, die sich im 18. Jahrhundert gegen die Männerwelt und auch den in Frankreich herrschenden Kriege behaupten ...

Im Roman „Die Champagner Fürstin“ von Annette Fabiani geht es um gleich zwei sehr starke Frauen, die sich im 18. Jahrhundert gegen die Männerwelt und auch den in Frankreich herrschenden Kriege behaupten müssen. Sowohl die Witwe Barbe-Nicole Cliquot, als auch die erst kürzlich zur Witwe gewordene Jeanne Pommery sind in ihren Leben fest mit dem Weingeschäft verwurzelt. Diese Gemeinsamkeit verbindet die beiden Frauen sehr. Besonders in einer Zeit, in der Frauen eigentlich noch nicht die Führung von Unternehmen übernommen haben.

ACHTUNG SPOILER! BITTE AB HIER NICHT WEITERLESEN; FALLS DER INHALT DES BUCHES UNBEKANNT BLEIBEN SOLL.

Jeanne Pommery ist erst seit kurzem Witwe. Ihr geliebter Mann Alexandre verstarb recht unerwartet und hinterlässt ihr nun sein Unternehmen, welches sich voll und ganz auf den Wein- und Champagnerhandel spezialisiert hat. Keine leichte Aufgabe für eine so junge Witwe, die auch nicht wirklich etwas vom Geschäft versteht. Die Frage, die sich doch immer mehr aufdrängt, lautet nun: Wird sie das Geschäft ohne ihren Mann weiterführen und alles übernehmen? Jeanne ist sich unsicher, bekommt dann aber von ganz unerwarteter Seite Hilfe und Unterstützung. Die sogenannte „Champagner Fürstin“. Barbe-Nicole Cliquot sucht die junge Witwe auf und erzählt ihr alles, was sie über das Geschäft weiß. Denn auch Barbe-Nicole erlebte vor so vielen Jahren das Gleiche, was nun auch Jeanne durchmachen muss: Sie verlor ihren Mann Francois auch als recht junge Frau und führte dann sein Unternehmen in seinem Namen weiter. Die ältere Frau spricht der Jüngeren gut zu und ermutigt sie sogar das Geschäft weiterzuführen (auch wenn die beiden dann Konkurrentinnen wären). Natürlich klärt sie sie auch über die schwierigen Seiten des Geschäftslebens auf und macht ihr klar, dass es ohne einen starken Willen und die richtigen Menschen in ihrem Leben schwer werden kann. Sie beleuchtet nicht nur die schönen Seiten, den Ruhm und den Erfolg, den die junge Jeanne erlangen kann, sondern auch die Schattenseiten. Was hat Barbe-Nicole alles für Geschichten zu erzählen? Und wie wird Jeanne Pommery sich am Ende entscheiden?

Der Roman hat einen schönen Schreibstil, der sich trotz der oft altertümlichen Sprache, gut lesen ließ. An manchen Punkten habe ich zwar gestockt, da viele Begriffe des Krieges und natürlich auch der französischen Sprache dabei waren. Alles in allem, kam ich aber gut durch den Text und hatte das Buch mit 523 Seiten innerhalb von zwei Tagen durchgelesen. Die Geschichte hinter Barbe-Nicoles Erfolg und dann auch später Jeanne Pommerys Werdegang, sind sehr spannend zu verfolgen und geben einen guten Einblick in das Frankreich und generell Europa im 18. Jahrhundert. Sehr interessant fand ich vor allem den geschichtlichen Teil des Buches. Es wurde viel über den Krieg zwischen den Franzosen mit Napoleon und den Mächten in Preußen, Österreich und Russland gesprochen. Für mich ein spannendes Thema, welches ich so gar nicht mehr auf dem Schirm hatte. Da ist aus dem Geschichtsunterricht wohl nicht mehr so viel hängengeblieben. Für die kleine Auffrischung war ich somit sehr dankbar. Der Krieg damals ist auch einer der Gründe, warum es für die beiden Frauen so schwer wurde ihre Geschäfte richtig und erfolgreich zu führen.

Alles in allem ist dieses Buch sehr erfrischend gewesen und ich bin dankbar einen kleinen Einblick in das Geschäftsleben in Frankreich im 18. Jahrhundert bekommen zu haben. Wer es eher etwas historischer mag, aber auf eine gute Geschichte nicht verzichten möchte, sollte sich „Die Champagner Fürstin“ auf jeden Fall einmal genauer ansehen.

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Veröffentlicht am 02.08.2022

Eine inspirierende Geschichte!

Aufbruch
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„Aufbruch“, der Roman über Elly Ka und ihr bizarres Leben von Susann Blum ist der erst von drei Bänden, die die Geschichte über die junge Elly behandeln. Ein wahrhaft erstaunlicher Roman mit einer eindrucksvollen ...

„Aufbruch“, der Roman über Elly Ka und ihr bizarres Leben von Susann Blum ist der erst von drei Bänden, die die Geschichte über die junge Elly behandeln. Ein wahrhaft erstaunlicher Roman mit einer eindrucksvollen Geschichte, mit der ich so gar nicht gerechnet hätte.

Elly führt ihr Leben nicht wie andere Jugendliche in ihrem Alter. Eigentlich führt sie ihr Leben gar nicht selbstständig und selbstbestimmt. Sie ist eine Gefangene in dem Haus der Familie Bling. Die Blings bestehen aus zwei hartherzigen Menschen, einem Mann und dessen Frau. Die beiden scheinen es sich zur Aufgabe gemacht zu haben Elly und ihre „Ziehgeschwister“ zu tyrannisieren und ihnen ihr Leben zur Hölle zu machen. Denn neben Elly gibt es außerdem noch Freya, den kleinen Loris und Ellys Bruder Lenny. Die Blings sperren die vier in ihrem Haus ein und schotten sie so vom Rest der Welt ab. Im und um das Gebäude müssen die Jugendlichen Arbeiten verrichten und dürfen nicht miteinander kommunizieren. Elly ist es jedoch leid und sie möchte aus diesem Leben ausbrechen. Auch wenn dies äußerst gefährlich werden kann, wagt sie den Schritt und schließt sich mit ihren Ziehgeschwistern zusammen. Im Roman selbst dauert es auch gar nicht so lange, bis die vier ihre Fluchtpläne in die Tat umsetzen und sich gemeinsam auf in ein besseres Leben zu machen. Auf ihrem Weg dorthin werden ihnen aber einige Steine in den Weg gelegt, mit denen sie so nicht gerechnet hätten. Einem selbstbestimmten und freien Leben kommen sie nur langsam näher, aber sie geben nicht auf.

Vorab: Nachdem ich die Leseprobe zum Roman gelesen hatte, war ich natürlich sehr neugierig, wie es mit Elly und den anderen Dreien weitergehen würde. Schaffen sie es wirklich unbeschadet auszubrechen? Wie wird ihr neues, freies Leben sein? Können sie sich Hilfe suchen und nehmen sie diese überhaupt an? Das Vertrauen zu Erwachsenen ist sehr geschwächt und es lauert auch immer hinter jeder Ecke die Angst, dass sie doch geschnappt und wieder zurück zu den Blings gebracht werden.

Die Handlung im Roman geht zu Beginn wirklich schnell voran. Dieses Tempo verliert sich leider zwischendurch etwas, das hätte ich mir anders gewünscht. Jedoch finde ich die Geschichte sehr spannend und ich bin drangeblieben. Deshalb hatte ich den Roman auch innerhalb kürzester Zeit fertiggelesen. Ellys Geschichte ist sehr inspirierend, denn man kann gar nicht glauben, dass ein so junges Mädchen eine solche Weitsicht hat. Und das, obwohl sie fast ihr gesamtes Leben lang in einem Haus eingesperrt war und die Welt nicht kannte. Einen kleinen Hauch von Stephen King’s Magie spüre ich in dem Roman auch. Auch wenn das jetzt komisch klingt, erinnern mich Ellys Visionen und Vorstellungen doch ein bisschen an den Meister des Horrors. Vielleicht können andere King-Fans das beim Lesen dieses Buches etwas nachvollziehen. Elly ist ein richtiger Freigeist und das mag ich so an ihrem Charakter. Dass sie sich nicht unterkriegen lässt, für alles eine Lösung finden möchte. Andere Kinder in ihrer Lage würden sicher schneller die Flinte ins Korn werfen und aufgeben. So nicht Elly. Freya ist auch stark in ihrem Tun, jedoch nicht so beherrscht wie Elly und macht sich doch eher Gedanken über die Zukunft. Lenny ist mir auch nicht so nahegekommen, wie Elly es geschafft hat. Ihn umgibt ein Geheimnis und er versucht alles, damit dieses nicht ans Licht kommt. Den kleinen Loris kann man nur liebhaben. Glücklicherweise muss er nicht so lange in dieser Hölle leben und bekommt die Chance auf ein schöneres Leben.

Dass die einzelnen Kapitel nochmals in kleinere Absätze aufgeteilt sind, finde ich sehr angenehm. Ich mag das sehr. Das Lesen war dadurch noch einfacher und ging noch schneller. An manchen Stellen fand ich diese kleinen Unterbrechungen zwar nicht so angebracht, da im nächsten Absatz der Dialog direkt weiterging, aber darüber kann ich hinwegsehen. Alles in allem bin ich jedoch sehr angetan von diesem Buch in seiner Geschichte. Der Roman war spannend und inspirierend zugleich. Eine tiefe Geschichte, die gut zu Papier gebracht wurde und mir einige, schöne Schmöker Stunden beschert hat. Am meisten begeistert hat mich Ellys starker Wille und Kampfgeist um zu überleben und vor allem selbstbestimmt zu leben.

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Veröffentlicht am 26.07.2022

Erschreckend wahr

Baumschläfer
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Der Roman „Baumschläfer“ von Christian Duda ist für mich mal ein völlig anderes Buch gewesen. Es behandelt ein ernstes Thema unserer Gesellschaft, bei dem wir auch heute wirklich noch nacharbeiten müssen. ...

Der Roman „Baumschläfer“ von Christian Duda ist für mich mal ein völlig anderes Buch gewesen. Es behandelt ein ernstes Thema unserer Gesellschaft, bei dem wir auch heute wirklich noch nacharbeiten müssen. Der Roman ist so erschreckend wahr geschrieben, dass man es an manchen Stellen gar nicht fassen kann.

Der 24. Januar soll für Marius der Tag sein, an dem sich sein Leben komplett verändern soll. Und das nicht zum Positiven. Denn an diesem Tag stirbt Marius Mutter. Ihr Tod ist kein normaler Tod, denn sie wurde kaltblütig ermordet. Von ihrem eigenen Ehemann und Vater ihrer Kinder. Marius versucht noch mit allen Mitteln ihr zu helfen und sich gegen den Vater zu wehren, doch seine Mühe ist vergebens. Auch er wird bei dieser Attacke schwer verletzt und schafft es gerade noch sich in eine Versicherungsfirma in seiner Straße zu schleppen. Für seine Mutter kommt jedoch jede Hilfe zu spät. Von diesem Tage an sind seine Schwester Esther und er auf sich allein gestellt. Sein Vater geht für dieses Verbrechen ins Gefängnis und die Verwandtschaft schert sich nicht groß um die beiden. So landen sie gemeinsam in einer Wohngruppe/einem Heim, das besonders für Marius keine große Hilfe darstellt. Immer mehr kapselt er sich ab, versucht den blöden Sprüchen der anderen Kinder zu entgehen und reißt sich dann letztendlich komplett los und lebt auf der Straße. Dort ergeht es ihm nicht gut und er erfährt, was es heißt obdachlos zu sein.

Als ich zuerst den Klappentext las, sprach mich das Buch ein bisschen an. Wenn man nur diesen liest und das Cover sieht, erscheint das Buch nicht besonders aufregend. So ging es mir jedenfalls. Der Leseprobe wollte ich trotzdem eine Chance geben und muss gestehen, dass sie mich schon gepackt hatte. Vor allem, als ich dann realisierte, dass ich den Inhalt des Buches bereits kenne… Denn auch wenn hier die Namen der Protagonisten fiktiv sind, handelt es sich doch um eine wahre Begebenheit. Dies gibt dem Ganzen natürlich einen faden Beigeschmack, denn was die Story aussagt ist schon wirklich heftig. Aufmerksam wurde ich im letzten Jahr auf den Fall, der sich bereits vor einigen Jahren zugetragen hat, durch einen bekannten True Crime Podcast. Dieser behandelte in einer Folge den Fall des Marc S., dessen Leben anders als geplant verlief und mit gerade einmal 17 Jahren ein jähes Ende fand. Seine Mutter wurde, wie in Christian Dudas Geschichte auch, mit 33 Messerstichen von seinem Vater getötet. Danach lief für den jungen Mann gar nichts mehr gut und er lebte letztendlich auf der Straße. Der Fall ist wirklich grausam, da man immer im Hinterkopf diesen einen Gedanken hat. Wieso hilft diesem jungen Menschen niemand aus seiner Notlage? Man merkt auch in diesem Buch direkt, dass der Junge einfach zu wenig Hilfe und Unterstützung bei der Aufarbeitung dieser schlimmen Erlebnisse erhalten hat. Es hätte vieles anders laufen können und vielleicht hätte das „Marius“ (in diesem Fall) irgendwie geholfen sein Leben wieder in die richtige Bahn zu bringen. Der Schreibstil Dudas in diesem Buch ist etwas gewöhnungsbedürftig, macht aber auch die Situation rund um Marius deutlich. Man taucht sehr oft in dessen Gedanken ein, die meist wirr und unzusammenhängend sind. Dass Gefühl, dass Marius sich nach und nach selbst verliert, ist fast zu greifen. Er verliert sich und seinen Versand immer ein Stückchen mehr.

Für mich war das Buch, welches ich in nicht einmal zwei Tagen durchgelesen hatte, sehr interessant, aber auch sehr verstörend. Da ich den Fall rund um diesen armen Jungen bereits kannte, hatte ich ein gewisses Vorwissen und habe mir im Nachhinein auch noch einmal die Podcastfolge dazu angehört.

Das Buch hat mich total gefesselt und ich kann es wirklich empfehlen. Auch wenn es sich hierbei um etwas schwerere Kost handelt. Geschichten, die auf wahren Begebenheiten basieren, hinterlassen bei mir immer einen Klang, den ich auch Tage später nicht so leicht losbekomme.

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Ein Business Trip der es in sich hat

The Business Trip
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Was stellt ihr euch unter dem Titel "The Business Trip" vor? Habt ihr eine Ahnung, was sich für eine Geschichte hinter einer Geschäftsreise verstecken könnte, die dann auch noch ein Thriller sein soll? ...

Was stellt ihr euch unter dem Titel "The Business Trip" vor? Habt ihr eine Ahnung, was sich für eine Geschichte hinter einer Geschäftsreise verstecken könnte, die dann auch noch ein Thriller sein soll? Mir ging es ähnlich - ich hatte keine große Vorstellung und habe mich ahnungslos aus die Geschichte von Jessie Garcia eingelassen. Kann ein Business Trip so gefährlich sein, dass man sogar sein Leben dabei verlieren könnte?

Zwei Frauen, zwei Leben - und diese könnten unterschiedlicher nicht sein. Stephanie ist eine angesehene und sehr erfolgreiche Geschäftsfrau auf dem Weg zu einem Kongress. Jasmine ist das genaue Gegenteil von ihr. Sie hat es im Leben nicht weit geschafft, hat bei ihrer Geburt nicht die besten Karten ausgeteilt bekommen und ist jetzt sogar auf der Flucht vor ihrem gewaltbereiten Ex-Freund. Die beiden treffen sich rein zufällig auf dem selben Flug. Die eine soll dieser im Job weiterbringen, bei der anderen ist er die Fahrkarte raus aus ihrem alten Leben. Beide werden jedoch nicht dort ankommen, wo sie es eigentlich geplant hatten. Denn einige Tage nach deren Flug bekommen Freunde und Bekannte der beiden Frauen rätselhafte SMS. Von den Frauen selbst. So scheint es zumindest auf den ersten Blick. Hinter diesen Nachrichten versteckt sich aber jemand, mit keiner gerechnet hätte. Und es fällt ein Name. Beide Frauen nennen diesen in ihren Textnachrichten. Was hat es mit dem geheimnisvollen Mann auf sich? Steckt er hinter dem Verschwinden von Stephanie und Jasmine? Hat er den Frauen vielleicht sogar etwas angetan?

Zu einem guten Thriller sage ich nie nein und "The Business Trip" fand ich gleich sehr ansprechend. Der Klappentext machte schon Lust auf mehr und so habe ich mich in die Story rund um Stephanie und Jasmine fallengelassen. Es geht direkt sehr spannend und aufregend los. Man wird also sofort ins Geschehen hineinkatapultiert. Da die Kapitel an sich recht kurz gehalten sind, kommt man beim Lesen auch gut voran. Spannung baute sich gleich schon zu Beginn auf, da man einfach wissen wollte, wie es entweder bei Stephanie oder Jasmine weitergeht. Die beiden Charaktere finde ich auch sehr gut gewählt. Die eine hat ein tolles Leben (auf den ersten Blick) mit einem gut bezahlten Job, Freunden und zumindest dem Ansatz einer guten Familie. Die andere jedoch hatte nur Pech bisher und nicht einmal eine liebevolle Familie oder gar viele Freunde hinter sich. Es gibt nur ihren Partner, von welchem sie sich aber schnellsten lösen möchte. Dass die beiden im selben Flugzeug landen, ist der pure Zufall. Was ihnen im Anschluss an ihren Flug aber passiert keineswegs. Ich finde den ganzen Aufbau schon richtig klasse gemacht. Man steht dann irgendwann in der Mitte des Buches da und weiß plötzlich gar nicht mehr, was man glauben soll. Wem kann man hier vertrauen? Wer lügt? Wer führt was im Schilde? Toller Spannungsaufbau! An dieser Stelle und auch noch weit darüber hinaus war ich mir sicher, dass ich es mit einem 5/5 Sterne-Buch zu tun habe. Plot Twists kommen hier nämlich auch nicht zu kurz und das mag ich sehr. Das Ende jedoch hat mir nicht ganz so gut gefallen. Es lies mich etwas unbefriedigt zurück, wobei es schon Sinn ergibt. Ich hätte mir allerdings einen anderen Ausgang gewünscht. Wie dieser aussehen sollte, kann ich euch aber leider auch nicht sagen. Ich habe mich bei diesem Buch komplett treiben lassen und war immer sehr gespannt, was im nächsten Kapitel wohl passieren wird. Vielleicht geht es mir auch alleine so mit dem Ende des Buches. Es ist auf jeden Fall eine spannende und sehr aufregende Lektüre, die ich euch empfehlen kann. Das Buch war auch innerhalb kürzester Zeit ausgelesen und ich hatte großen Lesespaß währenddessen.

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Veröffentlicht am 21.10.2025

Der letzte Teil - die letzte Stunde

Ever & After, Band 3 - Die letzte Stunde
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Diese Reihe verfolgt mich nun schon seit zwei ganzen Jahren - "Ever & After" von Stella Tack. Hier treffen vorlaute Teenager auf uralte Märchenfiguren, Vor- und Nachfahren der grausigsten Geschichten und ...

Diese Reihe verfolgt mich nun schon seit zwei ganzen Jahren - "Ever & After" von Stella Tack. Hier treffen vorlaute Teenager auf uralte Märchenfiguren, Vor- und Nachfahren der grausigsten Geschichten und einen dunklen Prinzen des es wach zu küssen gilt. Wer Märchen und die Figuren darin liebt, ist mit dieser Reihe gut versorgt. Nach Band 1 aus dem Jahr 2023 und Band 2 in 2024 konnte ich den dritten Teil in diesem Jahr nicht erwarten. Die Cliffhanger waren zu böse! Aber konnte das Ende dieser Reihe mich zufriedenstellen und war es der Geschichte würdig?

Rain fällt und fällt und fällt ganz tief. Bis sie plötzlich in einem fremden Wald aufwacht und sich nur zu gut an die vorherigen Ereignisse erinnert. Sie, im Thronsaal, zusammen mit ihren Freunden, ihrem Cousin, dem dunklen Prinzen und Rumpelstilzchen. Ihr Wunsch, der einzige und letzte, den sie sich gestatten kann. Und nun das: Sie ist quasi aus dem Himmel gefallen und auf der Erde aufgeschlagen. Mit nichts als ihrem Hochzeitskleid am Leib und dem Spiegel in ihrer Hand. Dieser berichtet Rain außerdem, dass sich ja ihr Wunsch erfüllt hätte und sie nun wieder am Anfang vom Ende steht. Ganz anders, als diese sich das allerdings erhofft hatte. Sie wollte doch nur, dass dieser ganze Spießrutenlauf endlich vorbei ist, sie ihre Familie und Freunde wieder hat und die Welt sich normal weiterdreht. Aber nichts da! Während sie nun hilflos im Wald umherwandelt, schicken andere ihre Soldaten aus um nach ihr zu suchen. Denn ihre Anreise auf der Erde ist alles andere als unbemerkt geblieben. Jemand hohes und wichtiges möchte sie für sich beanspruchen. Rain scheint wirklich am Anfang gelandet zu sein, denn nach Stunden des Umherwandels trifft sie auf Cole. Oder zumindest das, was sie für Cole hält. Ein junger Mann, wie Cole aus dem Gesicht geschnitten, der allerdings keine Ahnung zu haben scheint, wer sie ist. Wird Rain es schaffen Coles Erinnerung an sie zu wecken und wird er ihr helfen diese Geschichte zu einem zufriedenstellenden Ende zu bringen? Wer ist Cole eigentlich wirklich? Ist er mehr Cole oder Black? Oder vereint sich in diesem Junge vielleicht beides gleichermaßen?

Ich muss gestehen, dass ich den dritten Band der Reihe nicht erwarten konnte. Schon nach Band 1 war dieses eine Jahr quälend lang und ich wurde richtig kribbelig, was den Erscheinungstermin für Band 2 anging. Band 2 konnte auch auf ganzer Linie überzeugen und war so spannend, dass ich das dicke Buch nicht aus der Hand legen konnte. Umso schlimmer war natürlich wieder die Wartezeit von einem Jahr auf den dritten und abschließenden Band der Ever & After-Reihe. Nun konnte ich ihn aber endlich in Händen halten und kann zum Cover sagen, dass es echt gut gelungen ist und auch den Inhalt des Buches wieder hervorragend widerspiegelt. Das ist bei Band 1 und 2 ja auch schon sehr gut gelungen. Auch die Märchenfiguren und die Zitate zu jedem Kapitelanfang haben natürlich nicht gefehlt und versetzten mich wieder in eine nostalgische Stimmung. Ich liebe ja Märchen und als Kind habe ich diese regelrecht verschlungen. Auch wenn man heute selbstverständlich weiß wie brutal diese eigentlich sind. Und das ist wieder einer dieser Knackpunkte, die ich auch bei Band 1 und 2 schon angemerkt hatte. Aber nicht nur mir ging es so. Auch andere empfanden die Buchreihe als sehr brutal, blutrünstig und teilweise nichts für schwache Nerven. Dass es sich hierbei um eine Reihe für "jüngere" LeserInnen handelt, ist schwer nachzuvollziehen. Auch mir stockte das ein oder andere Mal der Atem bei den detaillierten Beschreibungen der Autorin. Trotzdem habe ich die Reihe sehr geliebt und die Geschichte rund um Rain, Avery, Cole, Holly und Co. genossen. Diesem Buch fehlt es genauso wenig an Irrungen und Wirrungen, wie seinen Vorgängern. An mancher Stelle kam ich gar nicht mehr richtig mit. Das ist mir in diesem Teil noch extremer aufgefallen, als in den beiden anderen. Am Ende war die Geschichte natürlich rund und es hat sich alles eingefügt. Man hat auf jedes noch so kleine Detail, welches irgendwann im Laufe der Geschichte erzählt wurde, gedacht und am Ende wurde alles für den Leser/die Leserin zufriedenstellend aufgeklärt. Da die Geschichte durch viele Zeitsprünge für mich aber manchmal zu unübersichtlich war, ist dieser Band für mich der schwächste. Gemocht habe ich ihn trotzdem. Sprachlich kann man nicht meckern. Die fast 700 Seiten sind nur so dahin geflogen. Auch machen die Bücher optisch einiges her. Jetzt, wo ich alle drei zusammen mit Farbschnitt besitze, sehen sie im Regal richtig toll aus. Natürlich sind sie auch einzeln ein Hingucker. Ich freue mich, dass diese Reihe zu einem guten Ende gekommen ist und werde sicherlich noch eine ganze Weile an Rains und Coalblacks Geschichte zurückdenken.

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