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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.08.2022

Nichts für schwache Nerven!

Der Insasse
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Nachdem der Sohn von Feuerwehrmann Till Berkhoff spurlos verschwindet, lässt sich dieser unter einem Vorwand und auf der Suche nach Antworten in den Hochsicherheitstakt der Psychiatrie einweisen.
Denn ...

Nachdem der Sohn von Feuerwehrmann Till Berkhoff spurlos verschwindet, lässt sich dieser unter einem Vorwand und auf der Suche nach Antworten in den Hochsicherheitstakt der Psychiatrie einweisen.
Denn dort sitzt seit kurzem ein Kindermörder, der mit hoher Wahrscheinlichkeit auch seinen Sohn Max auf dem Gewissen hat, bisher aber keine weiteren Taten gestanden hat.


Das erste Kapitel bildet einen genialen Auftakt für das, was in den weiteren noch auf den Lesenden wartet.
Die Entwicklungen in der Story ist voller unvorhersehbarer Kniffs und Wendungen und bis zum Schluss wird man vom Autor schön an der Nase herumgeführt.
Der konstant hochgehaltene Spannungsbogen, der Schreibstil und die recht kurz gehaltenen Kapitel, haben mich das Buch geradezu verschlingen lassen!
Und das, obwohl ich zunächst die Befürchtung hatte, das Buch vorzeitig abbrechen zu wollen, da es in der Handlung auch um einen Kindesmörder geht und mir diese Thematik momentan nicht sonderlich liegt.
Die Sorge erwies sich letztlich als unbegründet, trotzdem ist das Buch nichts für Zartbesaitete!

Mit „Der Insasse“ habe ich nun meine Fitzek-Premiere gefeiert, heißt auch, ich konnte vollkommen unvoreingenommen an die Story herangehen und bin schlussendlich wirklich begeistert!
Ich freue mich auf die weiteren Ausgaben, die bereits auf meinem SuB auf mich warten!

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Veröffentlicht am 28.07.2022

Absolut lesenswert!

Intensiv
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Das Thema Gesundheit: Es geht uns alle an und Hauptthematik hier ist nicht etwa Corona oder die Intensivstationen, sondern die Auswirkungen des Pflegekräftemangels auf unser staatliches Gesundheitssystems, ...

Das Thema Gesundheit: Es geht uns alle an und Hauptthematik hier ist nicht etwa Corona oder die Intensivstationen, sondern die Auswirkungen des Pflegekräftemangels auf unser staatliches Gesundheitssystems, für das die Uhr schon längst auf 5 nach 12 steht.
Ricardo Lange, Intensivpfleger, spricht in diesem Buch schonungslos, offen und direkt an, wie krank unser Gesundheitssystem ist und zeigt auf, wie spätestens die Corona-Pandemie, ein Umdenken in der Politik hätte bewirken müssen, um die Versorgung in Krankenhäusern und Pflegeheimen wieder auf Kurs zu bringen!
Neben seinem persönlichen Werdegang berichtet er vor allem von seinem beruflichen Alltag und den Beweggründen, die ihn als Privatperson in die Öffentlichkeit u.a. zur Bundespressekonferenz katapultiert haben.
Für seine Courage, die Missstände klar beim Namen zu nennen, erntet Ricardo Lange leider nicht nur Applaus und Unterstützung, sondern bekommt neben beruflichen Konsequenzen, auch reichlich Gegenwind aus den eigenen Reihen.
Ricardo findet, meiner Meinung nach, genau die richtigen Worte und an vielen Stellen möchte ich ihm beipflichten und sagen: „Ja, genauso geht es mir auch“ oder „In der gleichen Situation war ich auch“!
Denn der „Ausnahmezustand“ ist für Masse unserer Kollegen schon seit Jahren Alltagsroutine. Es wird geackert bis zur Erschöpfung, in der Hoffnung, dass es am nächsten Tag vielleicht nicht ganz so schlimm wird.
Die mediale Präsenz der Pflegekräfte, ist nach den großen Corona-Wellen inzwischen längst verebbt, doch die schlechten Arbeitsbedingungen sind geblieben und auch nicht durch Klatschen von Balkons, Lavendel-Pflanzungen vor Kliniken oder vereinzelter Bonuszahlungen verbessert worden.

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Veröffentlicht am 04.01.2026

Vorhersehbare Story

The Pumpkin Spice Latte Disaster (Lower Whilby 1)
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Lower Whilby Band 1
In dem Auftakt der neuen RomCom-Reihe von Autorin Kyra Groh, geht es um Musik-Podcasterin Jude, die anlässlich der bevorstehenden Hochzeit ihrer kleinen Schwester Olive, für ein paar ...

Lower Whilby Band 1
In dem Auftakt der neuen RomCom-Reihe von Autorin Kyra Groh, geht es um Musik-Podcasterin Jude, die anlässlich der bevorstehenden Hochzeit ihrer kleinen Schwester Olive, für ein paar Tage zurück ins englische Lower Whilby kehrt. Eigentlich möchte sie ihren alten Heimatort und die damit verbundenen Erinnerungen so schnell wie möglich wieder verlassen, doch kann sie Olive in ihrer momentanen Situation unmöglich im Stich lassen und außerdem lockt die unwiderstehliche Aussicht, über den grumpy Cafébesitzer James, an ein Interview mit seinen Eltern zu kommen, einem legendären Musiker-Ehepaar. 
Anfänglich ist James alles andere als begeistert von seiner neuen Angestellten, die nicht nur seinen Laden aufmischt, sondern ganz nebenbei auch seine Gefühlswelt auf den Kopf stellt. 

Die Entwicklung der Story ist natürlich im Großen und Ganzen vorhersehbar, allerdings verlässt sich Kyra Groh nicht auf oberflächlichem Liebesgeplänkel, sondern lässt uns stattdessen genauer hinter die Fassaden der bindungsscheuen Hauptprotagonisten blicken und strickt ganz nebenbei an einigen interessanten Nebenschauplätzen und -Charakteren für die noch folgenden Bände weiter.

Da mich die Printvariante nicht sofort fesseln konnte, bin ich zur Hörbuchversion gewechselt, die mich erst so richtig in die Geschichte hat eintauchen lassen. Die Charaktere waren mit einer eigenen Stimme und der sich abwechselnden Erzählperspektive um einiges greifbarer und konnten mich so auch auf der emotionalen Ebene deutlich mehr überzeugen. Einzig die spicy Szenen hätten gerne noch ein bisschen entschärft werden können - das waren mir zu viele Details.

Dennoch kann ich euch das Hörbuch sehr empfehlen und werde beim zweiten Band wohl direkt die Hörversion zurückgreifen!

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Veröffentlicht am 01.01.2026

Eindrückliches Leseerlebnis!

Die Ausweichschule
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Dieser Titel stand in diesem Jahr auf der Shortlist für den deutschen Buchpreis - zu Recht?

Zwanzig Jahre nachdem Robert Steinhäuser an seiner ehemaligen Schule, dem Erfurter Gutenberg-Gymnasium bei ...

Dieser Titel stand in diesem Jahr auf der Shortlist für den deutschen Buchpreis - zu Recht?

Zwanzig Jahre nachdem Robert Steinhäuser an seiner ehemaligen Schule, dem Erfurter Gutenberg-Gymnasium bei einen Amoklauf 16 Menschen und anschließend sich selbst erschoss, werden auch bei Kaleb Erdmann Erinnerungen an diese Zeit wachgerüttelt.

Erdmann selbst war damals elf Jahre alt und ebenfalls Schüler an der Schule. Und obwohl er nicht unmittelbar Zeuge der Gewalttaten wurde, wird in dem Buch deutlich, wie prägend ein solches Ereignis auch für diejenigen war, die „nur“ am Rand standen.
Bereits zwei Wochen nach dem Amoklauf erfolgt die langsame Rückkehr in den Unterrichtsalltag an einer provisorischen „Ausweichschule“, während das Gutenberg-Gymnasium nach der Tat beinahe kernsaniert wird.

In diesem autofiktionalen Roman lässt uns der Autor aus Sicht eines Erzählers auf den Schreibprozess, eigenen Zweifeln und der Auseinandersetzung mit den Ereignissen rund um die schreckliche Tat teilhaben, die auch letztlich dazu führen, dass seine eigene Erinnerung ihm einen Streich spielt.
Er selbst hat im Rahmen der psychologischen Aufarbeitung des Traumas mehrere Therapien durchlaufen und stellt sich nun trotz allem selbst die Frage, ob er als Randfigur überhaupt das Recht hat, den Amoklauf in literarischer Form zu verarbeiten und damit möglicherweise erneut alte Wunden bei den Betroffenen aufzureißen.
Tatsächlich beleuchtet Erdmann in diesem Buch auf reflektierte Art ein unfassbares Attentat, die Ereignisse die dazu führten, aber auch darauf folgten und bewahrt gleichzeitig eine sensibles Andenken an die Opfer.

Für mich durch und durch interessant und absolut lesenswert.

Einziger Kritikpunkt ist für mich eine Passage, in der der Erzähler über die ideale Getränkeflasche zum Hineinurinieren sinniert. Das empfand ich in diesem Buch als unangenehm, deplatziert und auch überflüssig.
Trotzdem finde ich das Buch sehr wichtig, vielleicht auch als Schullektüre, die Nominierung für die Shortlist des deutschen Buchpreises ist meiner Meinung nach vollkommen gerechtfertigt.

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Veröffentlicht am 24.11.2025

Klamaukig & Liebenswert

Miss Merkel: Mord unterm Weihnachtsbaum
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Angela und ihr Achim stellen sehr schnell fest, dass sie schon bessere Ideen hatten, als ihren Weihnachtsurlaub bei den Obamas auf Hawaii zu verbringen!
Unter einem Vorwand kehren sie daher kurz vor dem ...

Angela und ihr Achim stellen sehr schnell fest, dass sie schon bessere Ideen hatten, als ihren Weihnachtsurlaub bei den Obamas auf Hawaii zu verbringen!
Unter einem Vorwand kehren sie daher kurz vor dem Fest ins heimische Kleinfreudenstadt zurück, wo sie zur Begrüßung eine Leiche erwartet. Die steckt ausgerechnet als Weihnachtsmann verkleidet, kopfüber in ihrem Kamin!
Bei dem handelt sich bei dem Toten um niemand geringeren als Egon Kerner, der wie sich herausstellt, sich bei einigen ziemlich unbeliebt gemacht hat. Da der unfähige Kommissar Hannemann die gewohnt falschen Schlüsse zieht und das Ganze als Unfall abtut, ist nun wieder Angelas Spürnase gefragt, um dem Täter auf die Spur zu kommen.
Und auch Bodyguard Mike hat alle Hände voll zu tun, spätestens, als die Alt-Kanzlerin auf dem Weihnachtsmarkt zu tief ins Glühweinglas schaut.

Als großer Fan der Miss Miss Merkel- Reihe habe ich so sehr gehofft, dass David Safier seine Titelheldin endlich mal in der Weihnachtszeit ermitteln lässt und nun ist es endlich so weit! Das Setting passt perfekt in die Jahreszeit und Humor ist wieder on Point und manchmal ein bisschen drüber, aber die treffenden Seitenhiebe auf die Politprominenz sorgen jede Menge Lacher!

Der 5. Fall für Miss Merkel ist deutlich kürzer als die vorherigen und kommt diesmal in einem schmalen Hardcover daher und passt damit nicht so recht in das bisherige Format der Reihe, es sei denn, man nutzt die EBook-Variante.

Dafür hat mich die Story inhaltlich wieder voll und ganz begeistern können und für Cosy Crime-Fans wäre dieses Buch das ideale Weihnachtsgeschenk!

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