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Veröffentlicht am 20.09.2022

Tolle Fortsetzung

Achtsam morden im Hier und Jetzt
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Ach, was soll ich sagen: Ich habe das Buch aufgeschlagen, angefangen zu lesen und mich sofort wohlgefühlt. Wie immer gibt es vor jedem Kapitel Zitate von Achtsamkeitscoach Joschka Breitner, die immer gut ...

Ach, was soll ich sagen: Ich habe das Buch aufgeschlagen, angefangen zu lesen und mich sofort wohlgefühlt. Wie immer gibt es vor jedem Kapitel Zitate von Achtsamkeitscoach Joschka Breitner, die immer gut zum Inhalt des jeweiligen Kapitels passen. Diese Kleinigkeiten finde ich super.

Auch wenn die Ereignisse in sich abgeschlossen sind, empfehle ich, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Denn nur so kennt man alle Anspielungen, weiß was vorher passiert ist und man weiß einfach mehr, was es mit der ganzen Sache, achtsam Leute zu töten, auf sich hat.

Erzählt wird wieder aus der Sicht von Björn Diemel. Ich mag den Protagonisten sehr, vor allem seine Art und wie er auf Ereignisse in seinem Leben reagiert - durch seine Achtsamkeitsübungen. Hier musste ich oft schmunzeln, er ist sehr sympathisch. Natürlich ist alles auch etwas überspitzt, aber genau das macht den Witz dieses Buches bzw. dieser Reihe aus. Man muss den Humor mögen, bei mir trifft Karsten Dusse damit aber echt einen Nerv.

Inhaltlich beginnt das Buch mit dem Thema Tantra. Das hat mich erst nicht so sehr angesprochen, aber wie es dann umgesetzt wurde, war wieder super. Auch hier wird mit vielen Klischees gespielt, auf die man sich einlassen sollte.

Toll fand ich, dass diesmal der Achtsamkeitscoach Joschka Breitner und dessen Leben noch mehr im Vordergrund steht. Er ist eine sehr wichtige Figur in dieser Reihe und kam bisher fast ein bisschen zu kurz. Deswegen ist es nur recht und billig, auch etwas mehr über ihn und seine Vergangenheit zu erfahren. Dabei darf man sich vom Prolog nicht verwirren lassen. Der hat mich ziemlich irritiert, aber wenn man das weiterliest, klärt sich alles auf.

Insgesamt war ich mal wieder begeistert. Ich hoffe, der nächste Teil lässt nicht zu lange auf sich warten! Von mir gibt es 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung für die ganze Reihe!

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Veröffentlicht am 15.09.2022

Verschwunden und getötet

Das siebte Mädchen
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Ich mag Thriller, in denen sich die Vergangenheit mit der Gegenwart vermischt. Allerdings sind das meistens Cold Cases, deswegen fand ich die Herangehensweise der Autorin hier sehr interessant und spannend.

Denn ...

Ich mag Thriller, in denen sich die Vergangenheit mit der Gegenwart vermischt. Allerdings sind das meistens Cold Cases, deswegen fand ich die Herangehensweise der Autorin hier sehr interessant und spannend.

Denn es geht um Morde, die vor zwanzig Jahren geschehen sind - aber auch um einen aktuellen Fall. Der Klappentext nimmt hier schon einiges vorweg, was mich im ersten Moment etwas gestört hat. Denn dass beispielsweise Chloe selbst ihren Vater überführt, das kommt im Buch erst später vor. Der Spannung tut das aber keinen Abbruch, denn für mich war das Buch ein echter Pageturner.

Geschrieben ist der Thriller aus Sicht der Protagonistin Chloe. Das ist sehr gelungen, denn es sind vor allem ihre Erinnerungen, die die beiden Zeitebenen miteinander verknüpfen. Außerdem nimmt man so sehr stark an ihrem Gefühlsleben teil und erfährt, wie es ist, die Tochter eines Mörders zu sein. Dadurch, dass man die Infos immer nur häppchenweise bekommt, wird auch die Spannung gesteigert und man möchte immer weiterlesen.

Auch der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Obwohl es viel um Erinnerungen und Gefühle geht, ist es zu keiner Zeit langweilig oder gar langatmig. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und ich konnte das Buch nicht oft aus der Hand legen, weil ich einfach wissen wollte, wie es weitergeht.

Denn wenn der Mord in der Gegenwart passiert, dann weiß man Gefängnis sitzt und dafür nicht verantwortlich sein kann. Also kann man sich beim Lesen seine eigenen Gedanken machen und Theorien aufstellen. Ich habe wirklich versucht, den Mörder zu finden - aber keine Chance. Bis zum Ende bin ich im Dunkeln getappt und wurde durch die Wendung zum Schluss richtig überrascht. Wie alles aufgeklärt wird und zusammenhängt, hebt die Geschichte nochmal auf eine andere Ebene. Einfach nur WOW!

Ich bin immer noch richtig begeistert und kann euch diesen Thriller nur ans Herz legen! Von mir gibt es 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 12.09.2022

Mörderische Banken

Die Filiale
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Dass Banken eher die Bösen sind, das ist ja ein Klischee, mit dem man sie verbindet. Genau dieses Thema greift auch Veit Etzold in seinem neuen Buch auf.

Ich lese den Autor sehr gerne, weil mir sein flüssiger ...

Dass Banken eher die Bösen sind, das ist ja ein Klischee, mit dem man sie verbindet. Genau dieses Thema greift auch Veit Etzold in seinem neuen Buch auf.

Ich lese den Autor sehr gerne, weil mir sein flüssiger und lebendiger Schreibstil sehr gefällt. Es ist alles sehr anschaulich, ohne in die Länge gezogen zu werden. So auch hier.

Außerdem merkt man, dass er sehr gut recherchiert hat bzw. sich mit der Thematik auskennt. Ich beschäftige mich gar nicht mit Investitionen oder ähnliches, das ist ein Buch mit sieben Siegeln. Etzold hat es geschafft, auch Unwissenden näher zu bringen, was Fonds usw. sind. Alles hat Sinn gemacht, aber hat auch dafür gesorgt, dass ich an der ein oder anderen Stelle fast etwas eingeschüchtert war.

Letztendlich ist das Buch aber natürlich kein Ratgeber, sondern ein Thriller. Dieser kommt nicht so blutig daher, wie man es sonst von Etzold kennt. Das hat der Spannung aber gar keinen Abbruch getan - im Gegenteil. Die Spannung ist hoch und bleibt es auch.

Alles beginnt eher gediegen, fast schon aus dem Alltag gegriffen. Damit kann sich der Leser sehr identifizieren. Die Hauptperson Laura arbeitet in einer Bank und lebt zur Miete - wird aber gekündigt, denn das Gelände, auf dem das Haus steht, geht an einen Investor.

Wie skrupellos hier gehandelt wird und dass für Geld sogar über Leichen gegangen wird, war sehr erschreckend, aber der perfekte Stoff für spannende Lesestunden.

Ich habe das Buch gar nicht mehr aus der Hand gelegt und Lauras Kampf und ihre Zerrissenheit zwischen der Verbundenheit zu ihrem Arbeitgeber, der Bank, sowie dem Wunsch, ihr Haus zu behalten, verfolgt.

Geniale Umsetzung, super Schreibstil, Spannung bis zum Schluss: von mir 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 31.08.2022

Sehr berührend

Töchter der Speicherstadt – Der Geschmack von Freiheit
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Vorweg: Man kann diesen zweiten Teil auch ohne Vorkenntnisse des ersten Bandes lesen, aber ich empfehle, die Reihenfolge einzuhalten. Es ist einfach schöner, wenn weiß, was vorher geschehen ist. Die Protagonistin ...

Vorweg: Man kann diesen zweiten Teil auch ohne Vorkenntnisse des ersten Bandes lesen, aber ich empfehle, die Reihenfolge einzuhalten. Es ist einfach schöner, wenn weiß, was vorher geschehen ist. Die Protagonistin ist hier nämlich Cläre, die Tochter von Maria Brehmer, die man im ersten Teil begleitet hat. Es ist aber auch möglich, das Buch unabhängig davon zu lesen, alles wichtige wird nochmal kurz angerissen. Das hilft auch, wenn man zwischen den beiden Teilen andere Bücher gelesen hat und nicht mehr alles frisch im Gedächtnis ist.

Schon der ersten Teil hat mir sehr gut gefallen, deshalb war ich gespannt, wie es weitergeht. Auch "Der Geschmack von Freiheit" zeichnet sich dadurch aus, dass die Hintergründe sehr gut recherchiert wurden und dadurch alles sehr schlüssig ist.

Es handelt sich hier um einen historischen Roman, der während der Zeit des Nationalsozialismus spielt. Das ist an sich keine leichte Kost und auch wenn man durch den Geschichtsunterricht weiß, was damals passiert ist, war es doch heftig, das nochmal auf diese Weise ins Gedächtnis gerufen zu bekommen. Was ich sehr interessant fand, war der Aspekt, dass nicht die Juden im Mittelpunkt stehen, sondern der "normale" Bürger. Man bekommt eine Perspektive, die man in Romanen so selten hat. Mir hat gut gefallen, dass aufgezeigt wurde, dass es nicht so leicht war, sich gegen die Nazis zu stellen - auch wenn man mit ihrem Handeln nicht einverstanden war. Mich hat das sehr bewegt.

Natürlich geht es auch wieder um Kaffee und den Kaffeehandel in Hamburg. Auch hier fand ich es interessant, wie sich dieser unter den Nationalsozialisten und während des Zweiten Weltkriegs verändert hat. Alles wirkte sehr gut recherchiert, war gespickt mit Fakten und Begebenheiten, ohne dass es zu langatmig wurde.

Bewegend war natürlich auch die Geschichte der Protagonistin Cläre Brehmer. Ich habe mitgelitten, mitgefiebert, mitgehofft - alles zusammen. Sie war mir sehr sympathisch, denn sie ist mutig, stark und geht ihren eigenen Weg. Ich empfand ihr Leben auch als realistisch für die Zeit. Es wurde nicht zu rosarot gezeichnet.

Aufgrund der Emotionalität hat mir dieser zweiten Teil sogar noch ein bisschen mehr als der erste gefallen: Von mir gibt es 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 31.08.2022

Was bringt die Zukunft?

Der Klon
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Dass jemand wie Hitler wieder die Macht in Deutschland an sich reißen könnte, ist für mich eine gruselige Vorstellung. Dass man Menschen klont auch. Und diese beiden Horrorvorstellungen werden in "Der ...

Dass jemand wie Hitler wieder die Macht in Deutschland an sich reißen könnte, ist für mich eine gruselige Vorstellung. Dass man Menschen klont auch. Und diese beiden Horrorvorstellungen werden in "Der Klon" vereint.

Angesiedelt ist die Story in unserer nahen Zukunft im Jahr 2033. Deutschland ist gespalten, die Corona-Krise wirkt immer noch nach und die Alt-Partein verlieren immer mehr an Rückhalt in der Bevölkerung. Dafür gewinnen radikale Gruppierungen immer mehr an Einfluss. Klingt leider gar nicht so sehr nach Fiktion...

Darüber hinaus gibt es auch immer wieder Rückblenden in die Vergangenheit. Hier wird geschildert, wie es zu der im Buch aktuellen Situation kommt. Mir hat dieser Mix sehr gut gefallen. Er hat immer wieder für kleine Cliffhanger während des Lesens gesorgt.

Auch wenn das Buch als Roman beschrieben wird, hat er doch sehr viele erschreckende und spannende Momente. Natürlich nicht wie bei einem Krimi, aber dadurch, dass so mit der Realität gespielt wird und ich während des Lesens immer wieder das Gefühl hatte, es könnte so passieren, hat dafür gesorgt, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Zugegeben: Man muss es mögen und man muss es aushalten können. Das Buch ist sicher nicht für jeden etwas. Ich bin aber total begeistert von der Idee und der Umsetzung. Es ist erschreckend und provozierend, aber vielleicht sorgt es auch für ein kleines bisschen "Wachrütteln".

Von mir gibt es daher 5 Sterne!

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