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Veröffentlicht am 18.09.2022

Alles was das Back-Herz

Das große Brotbackbuch
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"Das große Brotbackbuch" macht seinem Namen alle Ehre. Auf 350 Seiten werden mehr als 120 Rezepte für Brot und Gebäck vorgestellt. Von klassischem Brot über süße und herzhafte Varianten, ist alles dabei ...

"Das große Brotbackbuch" macht seinem Namen alle Ehre. Auf 350 Seiten werden mehr als 120 Rezepte für Brot und Gebäck vorgestellt. Von klassischem Brot über süße und herzhafte Varianten, ist alles dabei was das Herz begehrt.

Auf den ersten Seiten gibt es eine kleine Einführung in die Welt des Brotbackens. Christina ermuntert dazu, direkt mit einem einfachen Rezept zu starten. Sie stellt verschiedene Zutaten, Mehlsorten, Hefe und Gewürze vor und veranschaulicht verschiedene Knet- und Formvarianten in Schritt-für-Schritt Anleitungen und Bilder-Serien.

Sowohl für Neulinge, was das Backen betrifft, als auch für bereits erprobte Bäcker*innen sind hier tolle Rezepte dabei, die nicht zuletzt Dank der appetitanregenden Bilder zum Backen und Ausprobieren einladen. Neben Broten sind in diesem Buch auch Rezepte für Snacks und süße Verführungen zu finden. Vielleicht traue ich mich demnächst auch endlich an meinen ersten Sauerteig. Das Rezept für den Laugenkranz habe ich sofort ausprobiert. Zuvor hatte ich noch nie mit Lauge gearbeitet, aber es war gar nicht so schwer wie befürchtet. Ich weiß gar nicht, welche Rezepte ich als nächstes ausprobieren werde, die Auswahl ist so groß! Ein Backbuch, an dem ich sicher noch einige Zeit meine Freude haben werde.

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Veröffentlicht am 05.09.2022

Ganz großes Tennis!

Carrie Soto is Back
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Der neue Roman von Taylor Jenkins Reid hat mich von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann gezogen!
Carrie Soto hat in ihrer aktiven Zeit als Tennis Profi einen Rekord von 20 Grand-Slam-Titeln ...

Der neue Roman von Taylor Jenkins Reid hat mich von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann gezogen!
Carrie Soto hat in ihrer aktiven Zeit als Tennis Profi einen Rekord von 20 Grand-Slam-Titeln im Einzel aufgestellt. Doch dann taucht Nicki Chan auf. Die ambitionierte Britin stellt Carries Rekord bei den US Open ein, während diese auf der Tribüne sitzt und nur tatenlos zusehen kann. Augenblicklich beschließt Carrie, ihre Profi-Karriere wieder aufleben zu lassen und sich ihren Rekord zurückzuholen. Doch der Weg zurück auf den Court ist als 37-jährige alles andere als einfach.
Taylor Jenkins Reid hat eine unvergleichliche Gabe, ihre Protagonisten so lebensecht darzustellen, sodass ich beim Lesen immer wieder vergessen habe, dass Carrie Soto nur eine fiktive Person ist.
Carries Weg zurück ins Profi-Tennis, zurück auf den Platz, ist so mitreißend geschrieben, dass es keine Sekunde und auf keiner Seite des Buches langweilig wurde. Ich selbst bin sehr sportbegeistert und habe bei jedem Spiel förmlich mitgezittert und mitgefiebert.
Von Kindesbeinen an, war es Carries Ziel die Beste zu sein: erste der Weltrangliste, die meisten Siege und Rekorde. Mir ihrer direkten und auch kalten Art polarisierte sie. Während ihrer aktiven Zeit wurde sie als "Die Kampfmaschine" bezeichnet, nicht zuletzt aufgrund ihres schier unerschöpflichen Ehrgeizes. Doch hinter dieser Fassade steckt ein Mensch, der verstanden und geliebt werden möchte. Durch die Ich-Perspektive, habe ich tief in Carries Gefühls- und Gedankenwelt schauen können und ihre Stärken und Schwächen kennen lernen dürfen. Ihr Weg zurück in die Welt der Profis ist hart. Gemeinsam mit ihrem Vater Javier, der sie schon als Kind trainierte, und mit dem Profi Bowe, arbeitet sie sich Schritt für Schritt zurück und nähert sich auch im hohen Alter ihrer Bestform.
Ein mitreißender Roman, in dem es um mehr als nur Tennis geht. Hauptsächlich aber um Tennis und davon bin ich vollkommen begeistert!

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Veröffentlicht am 07.08.2022

Tod durch Hunger

Denk ich an Kiew
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Es sind die 1930er Jahre. Katja wächst in einem Dorf bei Kiew auf. Der lange Arm Stalins hat, von der Sowjetunion aus, die Ukraine erreicht und hält sie mit eiserner Hand fest im Griff. Für Katja und ihre ...

Es sind die 1930er Jahre. Katja wächst in einem Dorf bei Kiew auf. Der lange Arm Stalins hat, von der Sowjetunion aus, die Ukraine erreicht und hält sie mit eiserner Hand fest im Griff. Für Katja und ihre Familie beginnt damit nicht nur eine Zeit der Entbehrung, sondern des nackten Überlebens. Wer nicht dem Kollektiv beitritt, seinen Besitz und die Entscheidung über das eigene Leben aufgibt, wird als Verräter erschossen. Schon bald gibt es nichts mehr zu Essen. In der gesamten Ukraine sterben die Menschen zu Millionen.
Dieses dunkle Kapitel der Geschichte kennen viele nicht. So auch Cassie, die Enkeltochter von Katja. Sie entdeckt viele Jahrzehnte später Aufzeichnungen ihrer Großmutter. Sie beginnt, die Tagebucheinträge zu übersetzen und ist zutiefst betroffen.
Dieser Roman hat mich unfassbar traurig und wütend gemacht. Ich fühlte mich beim Lesen gleichzeitig hilflos und ohnmächtig, angesichts der Grausamkeit in dieser Welt.
Die Geschichte wiederholt sich, das ist eine der vielen schrecklichen Erkenntnisse dieses Romans. Aber es gibt auch Hoffnung. Das mag angesichts der Geschehnisse pathetisch klingen, aber Menschen sind stark. Sie machen immer weiter.
"Du kannst immer noch ein Leben haben, auch wenn du denkst, dass nichts übrig ist, denn es gibt immer etwas, für das es sich lohnt zu leben."
In einem beiliegenden Brief betont die Autorin, dass die Idee zu diesem Roman schon vor dem Einmarsch Russlands auf der Krim im Jahr 2014 entstanden ist.
Dieses Buch ist die vielleicht schwerste Kost, die ich je gelesen habe. Gerade jetzt angesichts des Krieges in der Ukraine.
Mein Fazit: Absolut lesenswert, aber auch sehr schwer zu verkraften.

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Veröffentlicht am 30.07.2022

Schokolade, Zuversicht und Menschlichkeit

Drei Tage im August
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Berlin im August 1936: Die Olympischen Spiele sind das Hauptgesprächsthema in der Stadt, doch in der Chocolaterie Sawade geht der Alltag seinen gewohnten Gang. Elfie Wagner arbeitet schon viele Jahre in ...

Berlin im August 1936: Die Olympischen Spiele sind das Hauptgesprächsthema in der Stadt, doch in der Chocolaterie Sawade geht der Alltag seinen gewohnten Gang. Elfie Wagner arbeitet schon viele Jahre in dem Laden Unter den Linden, der diverse Kreationen süßer Köstlichkeiten an seine Kunden, ja bis hin an den ehemaligen Kaiserhof, zu bringen weiß. Veränderung liegt in der Luft, das spüren alle. Um einige Bewohner zieht sich die Schlinge der Nationalsozialisten immer enger.
Anne Stern gelingt es, nur mit Worten eine unglaublich vielfältige Welt voller Pralinen, Aromen und der Sehnsucht nach kleinen Köstlichkeiten zu kreieren. Über einen Zeitraum von drei Tagen, begleiten wir verschiedene Protagonisten und Protagonistinnen in Berlin. Sie alle haben mehr oder weniger mit Veränderungen zu kämpfen. Politisch und gesellschaftlich ist es eine hochbrisante Zeit. Ich bin begeistert davon, wie es der Autorin gelungen ist, diese im Nachhinein historischen Veränderungen in eine Erzählung aus dem Alltag einzuflechten. Ein Roman, nicht nur über Schokolade, sondern über so viel mehr, über Zuversicht und Menschlichkeit.
"Für den Genuss und die Schönheit lohnt es sich, weiterzukämpfen, es sind die kleinen Lichtpunkte in diesem unsteten Dasein der Menschen."

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Veröffentlicht am 12.07.2022

Lese-Highlight

Die versteckte Apotheke
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Gegenwart: Ohne ihren Ehemann reist Caroline nach London. Anlässlich ihres zehnten Hochzeitstages hatten die beiden eigentlich einen Grund zu feiern, doch es kam anders.
Um ihren Kopf frei zu bekommen ...

Gegenwart: Ohne ihren Ehemann reist Caroline nach London. Anlässlich ihres zehnten Hochzeitstages hatten die beiden eigentlich einen Grund zu feiern, doch es kam anders.
Um ihren Kopf frei zu bekommen und auch ihrer wissenschaftlichen Neugier geschuldet, schließt Caroline sich an den Ufern der Themse einer Gruppe Schatzsucher an und entdeckt im Schlamm eine kleine, alte Phiole. Die studierte Historikerin möchte sofort mehr herausfinden und begibt sich in London zwischen Archiven und unheimlichen Gassen auf historische Spurensuche.
London, Ende des 18. Jahrhunderts: Die Apothekerin Nella ist für viele Frauen zu einer Retterin in der Not geworden. Ihre offizielle Apotheke gibt es nicht mehr, stattdessen werden auf Bestellung die gewünschten Gifte hergestellt und an die Kundinnen zur weiteren Verwendung übergeben. Nella hat dabei ihre Prinzipien: Sie hilft ausschließlich Frauen, einer Frau wird kein Leid zugefügt und jede Kundin sowie deren Auftrag wird in einem Buch verewigt. Als das junge Mädchen Eliza eines Tages ihre geheime Kammer betritt, spürt Nella sofort, dass dieser Auftrag etwas verändern wird.
Dieser Roman liest sich stellenweise wie ein Krimi oder ein Thriller. Ich war von der ersten Seite an gebannt und konnte das Buch einfach nicht zur Seite legen. Die beiden, sich jedes Kapitel abwechselnden Zeitebenen, erzeugen eine unglaubliche Spannung. Ich wollte herausfinden wieso Nella sich dazu entschlossen hat, Gifte herzustellen und damit indirekt zur Mörderin zu werden. Ihr Handlungsstrang hat mir dabei noch besser gefallen als der von Caroline in der Gegenwart.
Sarah Penner hat Vergangenheit und Gegenwart perfekt kombiniert. Die Mischung aus wissenschaftlichen Untersuchungen von Quellen in der Gegenwart und der fiktiven Geschichte rund um Nella und ihre Apotheke ist wunderbar gelungen. Ein Plädoyer für Frauen in jeder Epoche. Für mich ein Lese-Highlight!

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