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Kathi1984

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.10.2022

Kurzweilige Unterhaltung

Was nicht war, kann ja noch werden
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In ihrem Roman „Was nicht war, kann ja noch werden“ begleitet der Leser die fast 30-jährige Freya aus Hamburg auf dem Weg zu sich selbst. Als sie von der Schwangerschaft ihrer besten Freundin Elisa erfährt, ...

In ihrem Roman „Was nicht war, kann ja noch werden“ begleitet der Leser die fast 30-jährige Freya aus Hamburg auf dem Weg zu sich selbst. Als sie von der Schwangerschaft ihrer besten Freundin Elisa erfährt, kann sie sich nicht für ihre Freundin freuen, sondern diese Nachricht mutiert zu einem Schlüsselerlebnis für Freya selbst. Urplötzlich wird ihr vor Augen geführt, wie gefangen sie sich in ihrem eigenen, starren und erwachsen anmutenden Leben ist. Da ist der Job, für den sie sich jeden Tag aufreibt und der langjährige Lebenspartner, der längst auch gern Haus und Kind mit Freya hätte. Freya sieht ihren einzigen Ausweg in einer Flucht in ihre Heimatstadt Werne, in der sie zurückgeworfen wird in ihre Kindheit und Jugend, mit allem, was dazugehört. Als sie schon gar nicht mehr damit gerechnet hat, trifft sie ihre alte Jugendliebe Chris wieder und das Elend nimmt seinen Lauf.

Gerade als Freya in Werne ist, kann der Leser mit ihr mitfühlen, als sie zurückgeworfen wird in die Leichtigkeit der Jugend. Eine Zeit, in der die Dinge sich seltsam von allein fügen ohne große Konsequenzen. Über den gesamten Roman hinweg erscheint Freya als sympathische und lebenslustige junge Frau, die nicht erwachsen werden kann oder will. Nur durch ihre Jugendliebe Chris und ihrer ehemaligen besten Freundin Mara, die sie ebenfalls in Werne wiedersieht, muss Freya sich eingestehen, dass die Jugend nun endgültig vorbei ist. Zunehmend wird ihr bewusst, dass sie Entscheidungen treffen muss. Für sich und für ihren zurückgelassenen Lebenspartner in Hamburg. An vielen Stellen habe ich mich gefragt, wie ich an Freyas Stelle entschieden hätte.

Lydia Schmölzl schreibt ihren Roman in einem wunderbar kurzweiligen Ton, einzig die teilweise umgangssprachlichen Einwürfe wirken manchmal fehl am Platz. Gleichzeitig wird über den gesamten Roman der Humor hochgehalten. Abwechselnd wird aus Freyas Perspektive erzählt, aber auch aus der von Chris oder Episoden aus der Vergangenheit. Dadurch kann der Leser die Gesamtzusammenhänge einwandfrei nachvollziehen.

Auch wenn die Geschichte phasenweise leicht vorhersehbar ist, bereitet die Lektüre des Romans schöne Lesestunden. Von meiner Seite gibt es eine klare Kauf- und Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 07.09.2022

Liebevoll ins Glück

Der kleine Herr Heimlich bastelt am Glück
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Anke Loose hat mit ihrem Nachfolgeband „Der kleine Herr heimlich bastelt am Glück“ eine schöne Geschichte für Kinder ab 5 Jahren geschrieben. Die Kenntnis des Vorgängerbandes ist nicht nötig, um das aktuelle ...

Anke Loose hat mit ihrem Nachfolgeband „Der kleine Herr heimlich bastelt am Glück“ eine schöne Geschichte für Kinder ab 5 Jahren geschrieben. Die Kenntnis des Vorgängerbandes ist nicht nötig, um das aktuelle Buch zu verstehen.

Wir verfolgen hier den kleinen Hauswichtel Herrn Heimlich, wie er in der Familie der Lönneckes viele lustige Abenteuer erlebt. Diese Familie besteht aus 5 Personen sowie einem Kater, der auf den Namen Robinson hört. Die einzelnen Figuren sind jederzeit liebevoll und authentisch.

Herr Heimlich zeigt der Familie Lönnecke immer wieder auf, wie wichtig es doch ist, für einander da zu sein und wertschätzend miteinander umzugehen. Zwischendurch begegnet er Versen, die sehr liebevoll sind. So zeigt zum Beispiel „Du brauchst Zeit für die Arbeit / und auch Zeit für die Liebe. / Unglücklich wirst du, / wenn für beide keine bliebe.“ Herr Heimlich macht sich viele Gedanken über das Glück und auch darüber, was Glück eigentlich für jeden Einzelnen individuell bedeutet.

Das Buch erstreckt sich über 158 Seiten und ist aufgeteilt in 14 einzelne Geschichten. Die Empfehlung für Kinder ab 5 Jahren ist meiner Meinung nach etwas zu tief angesetzt. Phasenweise waren die Geschichten etwas langatmig, bzw. langweilig. Für kleine Kinder im Alter von 5 Jahren wird es eventuell schwierig, über einen längeren Zeitraum der Geschichte zu folgen.
Wunderschön sind die Illustrationen, die sich nicht über den Text lagern, sondern diesen schön abrunden.

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Veröffentlicht am 24.10.2023

Leider nichts für mich

Die Erfindung des Lächelns
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Tom Hillenbrand hat mit „Die Erfindung des Lächelns“ ein neues Meisterwerk geschrieben.
Der Leser findet sich am Anfang des 20. Jahrhunderts in Paris wieder. Aus dem Louvre wurde das Gemälde der Mona Lisa ...

Tom Hillenbrand hat mit „Die Erfindung des Lächelns“ ein neues Meisterwerk geschrieben.
Der Leser findet sich am Anfang des 20. Jahrhunderts in Paris wieder. Aus dem Louvre wurde das Gemälde der Mona Lisa entwendet. Der Kommissar Juhel Lenoir muss unter Beobachtung der gesamten Welt der schwierigen Aufgabe nachgehen, das Gemälde aufzuspüren.
Bereits damals stellt sich die Frage, wie es passieren kann, dass so ein Gemälde verschwindet. Tom Hillenbrand erzählt in diesem Buch eindringlich vom Kunstraub der Mona Lisa, den Gegebenheiten der Zeit, der Leser fiebert in gewisser Weise mit. Darüber hinaus wird durch die Lektüre deutlich, weshalb die Mona Lisa solch ein wertvolles Gemälde geworden ist.

Bücher, die Anfang des 20. Jahrhunderts spielen, üben auf mich stets eine besondere Faszination aus. Die Zeit, die Gegebenheiten und die schillernden Personen lassen den Leser in eine längst vergangene Zeit eintauchen. Auf spannende Art und Weise verwebt Hillenbrand fiktive Figuren mit realen Personen der Zeit. Pablo Picasso und Guillaume Apollinaire stehen für die schillernden Personen der Pariser Boheme und tauchen immer wieder auf.

Für mich war es vor allem am Anfang etwas mühselig, in die Geschichte einzutauchen. Durch die vielen unterschiedlichen Handlungsstränge habe ich mich zunächst sehr schwergetan, überhaupt in die Geschichte eintauchen zu können. Mich persönlich hat das Buch nicht vollends gepackt und konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen.

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Veröffentlicht am 24.10.2023

Kein Must-read

Schwarzvogel
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Der erste Fall für Frederika Storm wird von Frida Skybäck zwar spannend, aber mit einigen Längen erzählt. Die Geschichte spielt im schwedischen Lund, in dem die junge Kommissarin Frederika Storm eine neue ...

Der erste Fall für Frederika Storm wird von Frida Skybäck zwar spannend, aber mit einigen Längen erzählt. Die Geschichte spielt im schwedischen Lund, in dem die junge Kommissarin Frederika Storm eine neue berufliche Heimat findet.
Der Fall beginnt, als eine junge Frau auf einem zugefrorenen See einbricht und in der Dunkelheit des Sees ertrinkt. Die Verstorbene stammte aus dem kleinen Dorf Harlösa, aus dem auch Frederika Storm stammt. Im Laufe der Ermittlungen brechen alte Familiengeschichten wieder auf und Frederika sieht sich mit ihrer eigenen Vergangenheit der Familie konfrontiert. Dunkle Geheimnisse kommen zutage und für Frederika ist es schwierig, die nötige Distanz zu ihrem Job zu wahren.

Wie bei jedem Auftakt in eine neue Krimi-Reihe bedarf es zunächst der Vorstellung der neuen Personen. Frida Skybäck hat hier langen Passagen darauf verwendet, Frederika Storm ein Gesicht und einen Charakter zu geben. Mit ihrem Kollegen Henry Calment wird viel Potential für Folgebände geliefert. Die beiden Protagonisten fühlen sich voneinander angezogen und haben eine vielschichtige Ebene miteinander, die Lust auf mehr macht.

Für mich fehlte es in diesem Krimi an Spannung. Der Fall dümpelt aus meiner Sicht vor sich hin und ich musste mich teilweise zwingen, das Buch wieder in die Hand zu nehmen. Alles in allem ein solider Krimi für mich, aber kein Must-read.

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Veröffentlicht am 06.07.2023

Keine Freibadlektüre

Seemann vom Siebener
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Ein neues Buch von Arno Frank. In „Seemann vom Siebener“ erzählt Arno Frank die Geschichte völlig verschiedener Protagonisten, deren Lebensfäden allesamt in einem Freibad in Ottensweiler zusammenlaufen. ...

Ein neues Buch von Arno Frank. In „Seemann vom Siebener“ erzählt Arno Frank die Geschichte völlig verschiedener Protagonisten, deren Lebensfäden allesamt in einem Freibad in Ottensweiler zusammenlaufen. Über dem gesamten Buch schwebt ein schweres Schicksal, das sich vor vielen Jahren in eben diesem Freibad ereignet hat. Ich möchte an dieser Stelle nicht spoilern, da das Unglück letztlich die Geschichte bestimmt.
Der Titel klang schon vielversprechend, vor allem wenn das Buch von Arno Frank geschrieben ist. Ein Sommerbuch mit einer vielschichtigen Geschichte, die mich am Ende leider nicht ganz packen konnte. Zu langatmig und zu eintönig erschienen mir die einzelnen Lebenswege. Auch Bademeister Kiontke erschien mir nicht sehr authentisch. Durch den ständigen Wechsel der einzelnen Erzählperspektiven läuft der Leser schnell Gefahr, den Faden zu verlieren. Einige der Geschichten werden aus meiner Sicht nicht bis zum Ende erzählt und einzelne Fragen bleiben offen. Das ist unbefriedigend für den Leser. Die Lektüre des Buches erfordernd eine große Aufmerksamkeit und Konzentration des Lesers, damit keine wichtigen oder versteckten Hinweise unbemerkt bleiben.
Arno Frank hat hier eine Art Kammerspiel verfasst, in dem der Leser an vielen Stellen ratlos zurückbleibt und oft das Gefühl haben kann, dass er nochmal ein paar Seiten zurückblättern muss. Auf jeden Fall ist „Seemann vom Siebener“ keine leichte Freibadlektüre für einen Sommertag.

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