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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.09.2022

Ein schlüssiges und wunderschönes Ende entschädigt hier für ein paar kleine Längen zwischendurch ....

Der verborgene Garten - Sonderausgabe
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Sehr stimmungsvoll vorgetragen erzählt dieses Hörbuch die Geschichte von Nell und Cassandra, Enkelin und Großmutter, die beide auf der Suche nach der Wahrheit sind bzw. waren. Ein von Nell geerbtes Cottage ...

Sehr stimmungsvoll vorgetragen erzählt dieses Hörbuch die Geschichte von Nell und Cassandra, Enkelin und Großmutter, die beide auf der Suche nach der Wahrheit sind bzw. waren. Ein von Nell geerbtes Cottage im fernen England spült Cassandra nach England. Was aber verband ihre Großmutter mit diesem für sie fernen Land und wer war die geheimnisvolle „Autorin“, auf die Nell auf ihrem Sterbebett aufmerksam zu machen versucht?

Immer wieder führt uns Kate Morton auf vermeintliche Pfade der Aufklärung und immer wieder scheinen wir uns im Kreis zu drehen bei der Aufdeckung des Geheimnisses um die Herkunft Nells und somit auch Cassandras. Man muss schon sehr aufmerksam lauschen, um hier nicht den Faden zu verlieren, was mir – ich gestehe – dann doch ein paar Mal passierte. Entschädigt wurde ich jedoch immer wieder durch den angenehmen Stil, mit dem mir die Sprecherin Doris Wolters die Geschichte näherbrachte. Durch die vielen Zeitsprünge wäre hier vielleicht die Printversion angebrachter gewesen, dennoch habe ich mich bestens unterhalten gefühlt und vergebe für „Der verborgene Garten“ sehr gerne wohlverdiente vier von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 22.09.2022

Die schmerzhafte Aufarbeitung eines jungen Lebens ...

Der Klang der Erinnerung
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Gleich zu Anfang meiner Rezension möchte ich anführen, dass ich den Klappentext zu diesem Buch nicht wirklich passend finde. Er suggeriert, so meine ich, dass es um eine Geschichte rund den Haldenrutsch ...

Gleich zu Anfang meiner Rezension möchte ich anführen, dass ich den Klappentext zu diesem Buch nicht wirklich passend finde. Er suggeriert, so meine ich, dass es um eine Geschichte rund den Haldenrutsch in Aberfan geht, doch während dieser eine wichtige Rolle spielt, geht es eigentlich um viel mehr im Leben des einstigen Chorknaben William Lavery. Früh im Leben verliert dieser seinen geliebten Vater, wodurch seine Mutter ihn mehr denn zu lieben scheint, ihn regelrecht vergöttert. Sie schickt William, der eine engelsgleiche Stimme hat, ins Gesangsinternat nach Cambridge, wo er beginnt, eine steile Karriere hinzulegen. Dort findet er auch einen nicht minderbegabten Freund namens Martin, der ihm stets beschützend zur Seite steht. Doch dann geschieht das Unglaubliche, es kommt zum Bruch zwischen den beiden Freunden und kurz darauf überwirft sich William auch mit seiner Mutter. Der einst blütengesäumte Pfad in eine sonnige Zukunft nimmt eine unverhoffte Wendung und beschert William Albträume, die schließlich sein Erwachsenenglück zu zerstören drohen …

Ich tat mich anfänglich, tatsächlich eigentlich bis fast zur Hälfte des Buchs, ein wenig schwer, eine echte Leselust für das Buch zu entwickeln, ja fand es sogar fast zäh. Doch dann plötzlich hatte mich die Autorin Jo Browning Wroe abgeholt, um nicht zu sagen, mitgerissen. Ich fand mich zwischen Bedauern und Wut für und mit dem Protagonisten, der sich immer selbst im Weg zu stehen und mit seiner Hoffnung auf Glück im Leben abgeschlossen zu haben schien. Selbstmitleid und die mangelnde Bereitschaft Hilfe anzunehmen ärgerte und faszinierte mich gleichermaßen. Wenn auch der Schluss des Buchs drohte ins Kitschige abzudriften, schaffte es die Autorin mich vom Gegenteil zu überzeugen und ließ mich sogar ein paar Tränen zu vergießen. Schade, für die Bestnote hat es für mich nicht ganz gereicht, dennoch vergebe ich gerne wohlverdiente vier von fünf Sternen verbunden mit einer absoluten Leseempfehlung. Die Welt der Balsamierer war mir bis dato fremd und ich habe mich gefreut, dass die Autorin mir diese – tatsächlich aus eigener Erfahrung sprechend – nähergebracht hat. Ich bin gespannt, ob wir uns noch auf weitere Romane aus ihrer Feder freuen dürfen.

Veröffentlicht am 22.09.2022

Harte Zeiten für Mensch und Tier in Schönbrunn ...

Die Frauen von Schönbrunn (Die Schönbrunn-Saga 1)
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Von der talentierten Autorin Beate Maly nach Wien entführt zu werden, ist doch immer wieder eine Reise wert. Diesmal nimmt sie mich mit in die Tierwelt, eine Welt mit der ich mich bis dato recht selten ...

Von der talentierten Autorin Beate Maly nach Wien entführt zu werden, ist doch immer wieder eine Reise wert. Diesmal nimmt sie mich mit in die Tierwelt, eine Welt mit der ich mich bis dato recht selten auseinandergesetzt hatte. Ich lerne die beiden Moser Schwestern Emma und Greta sowie ihren Vater Karl kennen. Während Greta von der Liebe und einer eigenen kleinen Familie träumt, hat die forsche Emma ganz andere Ambitionen. Ein Medizinstudium möchte sie absolvieren, möchte wie ihr Vater Arzt werden, aber dazu ist die Wiener Welt noch nicht bereit. Doch so schnell gibt sie sich nicht geschlagen und erkämpft sich einen Platz im schon damals ältesten Zoo der Welt, der mitten in der kaiserlichen Sommerresidenz Schönbrunn in Wien liegt. Die Arbeit als Tierpflegerin ist keine Zuckerschlecken, doch sie liebt sie allesamt, des Kaisers Tiere im Zoo. Inzwischen ist der Erste Weltkrieg ausgebrochen und macht auch vor den Männern in ihrer Peripherie keinen Halt. Als erst Gretas Verlobter Gustav und schließlich sogar der Vater eingezogen werden, ringen die Schwestern um das tägliche Überleben. Auch im Zoo hinterlässt der unsägliche Krieg seine Spuren, und das nicht nur bei den Tieren …

Das Buch liest sich so flüssig und flott, dass ich fast Mühe hatte, die Seiten schnell genug umzublättern. Die Autorin hat einfach ein Händchen dafür den Leser schnell für eine Geschichte einzunehmen und ihn das Drumherum vergessen zu lassen. Ich erlebte neben der Geschehnisse rund um Emma und Greta tolle Einblicke in die Geschichte des Tierparks in Schönbrunn, die definitiv Lust auf einen Besuch in der österreichischen Hauptstadt machen. Gerne vergebe ich hier deshalb verdiente vier von fünf Sternen und eine Empfehlung für alle diejenigen, die auch mal eintauchen wollen in das Reich der Tiere in Schönbrunn. Erfreut habe ich gelesen, dass es nächstes Jahr mit „Die Kinder von Schönbrunn“ ein Wiedersehen in Wien geben wird. Bin heute schon gespannt darauf!

Veröffentlicht am 22.09.2022

Nun heißt es langsam Abschied nehmen ...

Der achte Tag
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Lange habe ich mir dieses Hörbuch aufgespart, doch einmal muss das Ende kommen und so freute ich mich sehr darauf, dieses letzte Buch der Reihe um Frieda Klein, geschrieben von Nicci Gerard und ihrem Mann ...

Lange habe ich mir dieses Hörbuch aufgespart, doch einmal muss das Ende kommen und so freute ich mich sehr darauf, dieses letzte Buch der Reihe um Frieda Klein, geschrieben von Nicci Gerard und ihrem Mann Sean French, hören zu dürfen. Nachdem ich die vorherigen sieben Bücher der Reihe genossen hatte, hoffte ich, dass dieser Teil sie zu einem befriedigenden Finale bringen würde. Nun, ich hätte mir keine Sorgen machen müssen. In „Der achte Tag“ gerät die beratende Psychologin Frieda Klein in eine schwierige Situation, als eine Studentin der Kriminologie sich ausgerechnet ihre Person als Thema für einen Aufsatz aussucht. Frieda hat sich nämlich vor der Welt, vor allem aber vor dem Serienmörder Dean Reeve versteckt. Doch wie wir Dean inzwischen kennen, gibt er nicht auf sie zu finden und fängt an scheinbar willkürlich ausgewählte Personen zu töten um ihren Aufenthaltsort aufzudecken. Die Flüsse Londons scheinen dabei in den Mittelpunkt zu rücken …
Auch dieser letzte Teil konnte wieder überzeugen und bot einen zufriedenstellenden Abschluss einer Geschichte, die viele von uns von Buch zu Buch verfolgt haben. Das Buch ist düster, mysteriös und macht süchtig, und diese Reihe ist es wert, von Anfang an gelesen, bzw. gehört zu werden, um das volle Frieda-Klein-Erlebnis zu bekommen. Frieda ist vielleicht kein Charakter, der Sie sofort überzeugen wird, aber nach und nach wird sie Ihnen ans Herz wachsen und sehr real werden. Fast meinte ich beim Hören, ein wenig zur Familie zu gehören. Ich vergebe für diesen finalen Band satte vier von fünf Sternen und möchte die gesamte Reihe allen Fans spannender Krimireihen ans Herz legen, natürlich der Reihe nach!

Veröffentlicht am 22.09.2022

Wer verbirgt sich hinter der Fotografin Amory Clay - hätten Sie's gewusst?

Die Fotografin
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Was für ein genialer Einfall aus einem auf dem Flohmarkt gefundenen Foto einer namenlosen Frau eine Geschichte zu stricken, die dem Leser/Hörer das Gefühl vermittelt, einer bekannten Persönlichkeit zu ...

Was für ein genialer Einfall aus einem auf dem Flohmarkt gefundenen Foto einer namenlosen Frau eine Geschichte zu stricken, die dem Leser/Hörer das Gefühl vermittelt, einer bekannten Persönlichkeit zu folgen. Immer wieder juckte es mich in den Fingern im Internet mal nach Amory Clay zu suchen und vielleicht einige ihrer Fotos zu entdecken, doch die engagierte Fotografin gibt es nur im Kopf des Autors William Boyd. Er haucht ihr Leben ein und schickt sie ihr Leben lang auf eine spannende Reise, die sie durch viele Länder und Zeiten führt. Sie beginnt ihre Karriere zunächst als Gesellschaftsreporterin in der High Society Londons, dann dokumentiert sie in skandalisierender Absicht die Berliner Sex- und Schwulenszene. Schließlich findet sie sich in Amerika wieder um später im Zweiten Weltkrieg als Journalistin mit den alliierten Truppen nach Deutschland zu ziehen. Ihr Leben ist bunt doch einiges an Familienleben bleibt auf der Strecke, so dass sie sich immer wieder fragt, ob es das wert ist …

Die angenehme Stimme und Art der Hörbuchsprecherin Elisabeth Günther ließen mich Amorys Abenteuer über zehn Stunden lang genießen, wenn ich auch ein kleines Sternchen für einige Längen abziehen muss. Von mir gibt es vier von fünf Sternen für eine brillante Idee des Autors William Boyd.