Profilbild von MartinS

MartinS

Lesejury Star
offline

MartinS ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit MartinS über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.11.2022

Enttäuschend

Der schwarzzüngige Dieb (Schwarzzunge, Bd. 1)
0

Im Verlag Hobbit-Presse/Klett Cotta erscheinen seit Jahrzehnten anspruchsvolle Fantasyromane, die ich im Großen und Ganzen gerne gelesen habe und auch weiterhin gerne lesen werde, da meistens eine gute ...

Im Verlag Hobbit-Presse/Klett Cotta erscheinen seit Jahrzehnten anspruchsvolle Fantasyromane, die ich im Großen und Ganzen gerne gelesen habe und auch weiterhin gerne lesen werde, da meistens eine gute Qualität und viel Lesespaß garantiert wird. Manchmal ist es anspruchsvoller, als das was man auf dem Fantasysektor zu lesen bekommt, oder auf angenehme Art und Weise ungewöhnlich. DER SCHWARZZÜNGIGE DIEB besticht durch ein ansprechendes Cover und eine vielversprechende Inhaltsangabe. Positiv hervorzuheben sit die Kreativität, die Christopher Buehlmann bei der Erschaffung seiner Welt an den Tag gelegt hat. Uninteressant ist das nicht. Nur ... ein Buch überzeugt nicht nur durch Cover, Inhaltsangabe und eine mehr oder weniger interessante Welt. Es gehört mehr dazu um sich unterhalten zu fühlen und ich gebe zu, dass mich das Buch in großen Teilen nicht gefallen hat, auch wenn es einige interessante und ungewöhnliche Ideen aufweist. Allerdings ist meiner Meinung nach die Umsetzung nicht ganz gelungen. Auf den ersten Blick wimmelt es vor interessanten Charakteren, aber diese bleiben sehr farblos und wirken nicht sehr lebendig. Auch die Dialoge wirken nicht immer sehr authentisch, teilweise sogar sehr erzwungen und oft mit blöden Sprüchen garniert, die es Meiner Meinung nach nicht gebraucht hätte und den Unterhaltungen oft etwas Plattes geben.
Die Geschichte selber hat durchaus einige interessante Ansätze, die jedoch auch durch die Erzählweise zerstört werden. Eigentlich ist egal was passiert und was die Protagonisten machen, denn so emotionslos wie erzählt wird fehlt der Zugang zu den Charakteren. Fast glaubt man eine Art Tatsachenbericht zu lesen. Leidlich interessant, aber Begeisterung konnte sich nicht einstellen. Im Großen und Ganzen ein enttäuschender Anfang. Mir fehlt der Reiz die Fortsetzung zu lesen.
Und dabei hätte es so gut werden können ...

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.10.2022

Nicht überzeugend

Die Meerjungfrau von Black Conch
0

Meerjungfrauen … ein Thema das durchaus interessant ist und auch zeitlos präsentiert werden kann. Monique Roffreys Roman DIE MEERJUNGFRAU VON BLACK CONCH ist eine klassische Geschichte, die dem Mythos ...

Meerjungfrauen … ein Thema das durchaus interessant ist und auch zeitlos präsentiert werden kann. Monique Roffreys Roman DIE MEERJUNGFRAU VON BLACK CONCH ist eine klassische Geschichte, die dem Mythos Meerjungfrau nichts neues hinzufügen will, aber ihre Geschichte auch um die Schicksale derer erweitert, die mit der Frau aus dem Meer verbunden sind. Es könnte eine schöne Geschichte sein, fast schon ein Märchen, aber so ganz hat mich die Geschichte nicht fesseln können. Es gab gute Ansätze, aber ich konnte mich nicht in die Protagonisten hineinversetzen und auch wenn einige ernste Themen angesprochen wurden, die nichts märchenhaftes an sich haben sondern durch die Natur der menschlichen Rasse bedingt sind, haben auch diese mich nicht berührt.
Die Geschichte wird aus drei sehr unterschiedlichen, aber miteinander verflochtenen Perspektiven erzählt, was auch das Lesen etwas schwierig macht. Man muss sich auf die verschiedenen Sichtweisen einlassen. Dadurch werden die entsprechenden Erzähler zwar auch zu individuellen Persönlichkeiten, aber ich habe mir schon schwer getan, die ungebildete Sprache des Fischers und die Reime der Meerjungfrau zu lesen, ohne dabei nachdenken zu müssen, was damit gemeint ist. Die Ungewöhnlichkeit des Romans, der dadurch eine klassische Geschichte aufwerten möchte, geht bei mir dadurch verloren.
Ich konnte mich nicht in die Geschichte hineinfühlen und dadurch fehlt mir auch das Verständnis warum gerade dieser Roman ein Bestseller wurde.
Die Geschichte selbst hätte mir durchaus gefallen können, wäre sie anders geschrieben worden.

Veröffentlicht am 23.09.2022

Enttäuschend

Der Kristallkönig
0

DER KRISTALLKÖNIG ist ein Buch, das eine ungewöhnliche Story präsentiert, die auf der einen Seite Märchenhaftes (und in entfernter Art und Weise etwas an DIE EISKÖNIGIN erinnert) mit Realismus (die Frage ...

DER KRISTALLKÖNIG ist ein Buch, das eine ungewöhnliche Story präsentiert, die auf der einen Seite Märchenhaftes (und in entfernter Art und Weise etwas an DIE EISKÖNIGIN erinnert) mit Realismus (die Frage nach dem Wert eines Lebens und die Gier, die mächtige Menschen bewegt) verbindet. Der Schauplatz und die Zeit sind ebenfalls faszinierend und es hätte sich viel Potential entfalten können. Leider schafft es die Autorin nicht, mich mit ihrem durchaus flüssigen Schreibstil zu begeistern.
Erst gegen Ende zeigt Ria Radtke zu was sie fähig ist und was ich vorher vermisst habe. Ich erwarte keinen Actionreißer, Spannung kann auch auf andere Weise erzeugt werden, aber in der Kristallgeschichte steckt so viel Potential, das meiner Meinung nicht vollkommen ausgenutzt wurde. Und so zog sich die Geschichte meiner Meinung nach etwas, wobei auch nicht hilfreich war, dass mir die Protagonisten nicht sehr sympathisch waren und ich ein Problem damit hatte, dass sich aus Beryl und Kornelian eine Liebesbeziehung entwickelt. Ich weiß, dass vor allem viele LeserInnen darauf abfahren, aber für mich war das in dieser Hinsicht nicht nachvollziehbar, zu unterschiedlich sind die Charaktere. Und gerade diese Unterschiedlichkeit hätte mehr geboten als eine sich laaaaaaangsam anbahnende LoveStory.
Ich hätte eine gänzlich andere Geschichte erwartet, aber manchmal lässt man sich auch mit anderen Geschichten überzeugen ... nur in diesem Fall ... DAS war nichts für mich, trotz einiger netter Ideen (und ja, auch ein Kornelian ist ein Edelstein)

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.09.2022

Enttäuschend

Der Gesang der Flusskrebse
0

Was ein Filmtrailer so ausmachen kann… Nachdem ich die Inhaltsangabe zu DER GESANG DER FLUSSKREBSE gelesen habe, war ich mir sicher, dass ich das Buch nicht lesen werde. Selbst nachdem ich ständig und ...

Was ein Filmtrailer so ausmachen kann… Nachdem ich die Inhaltsangabe zu DER GESANG DER FLUSSKREBSE gelesen habe, war ich mir sicher, dass ich das Buch nicht lesen werde. Selbst nachdem ich ständig und überall über den Titel gestolpert bin konnte er mich nicht reizen. Dann habe ich den Filmtrailer gesehen und meine Meinung schlagartig geändert. Das sah interessanter aus als ich dachte. Und über netgalley habe ich das Hörbuch angefragt (und wie man sieht wurde es mir auch zur Verfügung gestellt).
Luise Helm (Synchronsprecherin u. a. von Scarlett Johannsson) macht zumindest einen guten Job. Es macht Freude ihr zuzuhören und sie schafft es alleine mit ihrer Stimme der Situation Atmosphäre einzuhauchen und den Charakteren eine glaubwürdige Persönlichkeit zu geben.
Das Buch selbst wirkt auf mich sehr philosophisch und langatmig, auch in der Erzählweise, was ich teilweise sehr ermüdend finde (und ich weiß nicht, ob ich das Buch zu Ende gelesen hätte, wenn ich es als Printausgabe vor mir hätte). Wirklich spannend fand ich die Gerichtsverhandlung, in der Kyas Schuld (oder Unschuld) bewiesen werden sollte. Ein bisschen erinnerte mich das an WER DIE NACHTIGALL STÖRT, und das war der Moment, in dem ich dachte, das Buch würde gut werden und würde die Beschreibungen von Kyas Kindheit (und Jugend) entschädigen. Denn auch wenn diese wichtig für das Verständnis von Kyas Charakterentwicklung ist (und Kya ist ein durchaus interessanter Charakter), so war diese mir zu lang. Leider war die Gerichtsverhandlung nur ein kleiner Ausschnitt aus Kyas Lebensgeschichte und danach verfiel das Buch wieder in langatmige Beschreibungen …. bis zu Kyas Tod.
Einzig und allein Luise Helm kann ich den Verdienst anrechnen, durchgehalten zu haben. Der Mordfall, der sowohl im Klappentext als auch im Trailer zum Film hervorgehoben wurde, kam mir zu kurz und der Rest war mir zu langatmig und konnte mich nicht so fesseln, wie es bei vielen anderen Lesern der Fall war.
Den Film werde ich wohl auch nicht sehen.

Delia Owens ist Zoologin. Ihr Debütroman war 2019 mehrere Wochen lang auf der Bestsellerliste der New York Times. In Deutschland wurde er zum Lieblingsbuch der Unabhängigen 2019 gewählt. Im deutschen Buchmarkt stand der Roman ab der 31. Woche 2019 über 80 Wochen lang auf der Spiegel-Bestsellerlist. Wobei sich mir wieder gezeigt hat: Bestseller treffen selten meinen Geschmack …
Delia Owens schrieb übrigens zusammen mit ihrem Mann Mark Owens auch einige Sachbücher, allerdings liegt davon meines Wissens nur DER RUF DER KALAHARI auf deutsch vor. Noch kenne ich das Buch nicht, aber ich werde es im Auge behalten.

Kya Clark ist eine fiktive Person, könnte aber, so wie sie im Buch beschrieben wird auch eine reale Person sein (oder gewesen sein). Irgendwie finde ich es schade, dass uns so die anscheinend schönen Bücher Kyas vorenthalten bleiben.

Und noch eine abschließende Nebenbemerkung: Flusskrebse können nicht singen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.07.2022

Zu viel des Guten

Schmelzpunkt
0

Es beginnt unterhaltsam, bzw. mysteriös und ein bisschen fühlte ich mich an Schätzings Schwarm erinnert. Aber die Bedrohung scheint real und so dachte ich, einen spannenden Ökothriller serviert zu bekommen ...

Es beginnt unterhaltsam, bzw. mysteriös und ein bisschen fühlte ich mich an Schätzings Schwarm erinnert. Aber die Bedrohung scheint real und so dachte ich, einen spannenden Ökothriller serviert zu bekommen … nur … irgendwann war es dann zu viel des Guten. Inuit, Deutsche, Tschechen, Amerikaner und natürlich Russen und Chinesen … sie alle mischen mit und haben das eine oder andere Geheimnis, dass sie zu wahren wünschen. Leider wurde es dadurch auch unübersichtlich und die Spannung blieb etwas auf der Strecke. Fischsterben, Spionage, Klimawandel, alte Weisheiten der indigenen Bevölkerung, Radioaktivität, gewürzt mit dem einen oder anderen persönlichen Problemen … da verliert man leicht den Überblick und das zerstörte dann auch den Hörgenuß. Hinzu kam der eine oder andere leicht kitschige Dialog, ein romantisches Techtelmechtel, Intrigen und und und … Stellenweise hatte man das Gefühl einer Ökosoapopera zu lauschen und keinem Thriller.
Irgendwie schade, denn das Thema ist brisant und aktuell und hätte nicht durch zu viel Drumherum verwässert werden dürfen. Zu viel des Guten und so zeigt sich: Zu viele Köche verderben den Brei … oder machen erst aus einem Fünf Sterne Menü Brei.
SCHMELZPUNKT beginnt ambitioniert und wirklich interessant, aber leider verliert man als Leser schnell den Überblick.
Zu viele Katastrophen, zu viele Protagonisten, zu viel, zu viel zu viel.
SCHADE!!!!!!
Uve Teschner kann man aber keinen Vorwurf machen, er haucht dem Hörbuch Leben ein und sorgt für die passende Atmosphäre. Manchmal gelingt es einem Sprecher auch eine mittelmäßige Geschichte spannend zu interpretieren … bei SCHMELZPUNKT ist das nicht der Fall.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere