Melancholie in Kalifornien
Von hier bis zum AnfangSehr prägnant beschriebene Charakterfiguren in einer tragischen Erzählung lassen einen als Leser etwas melancholisch über den Alltag in einer kalifornischen Kleinstadt nachdenken. Mit einer Mischung aus ...
Sehr prägnant beschriebene Charakterfiguren in einer tragischen Erzählung lassen einen als Leser etwas melancholisch über den Alltag in einer kalifornischen Kleinstadt nachdenken. Mit einer Mischung aus Drama und Krimi hat der Autor eine interessante Grundstory in eine fast dystopisch anmaßende Erzählung weiterentwickelt. In der Handlung geht es um den Polizisten Walk, welcher sich in seinem Heimatort mit größtenteils kleinen Bagatelldelikten auseinandersetzen muss. Kurze Zeit später wird seine ehemalige Jugendfreundin Star tot aufgefunden. Gleichzeitig ist sein bester Freund Vincent nach 30 Jahren wieder aus dem Gefängnis freigekommen. Die schon sehr belastete Psyche von Walk wird auf eine harte Probe gestellt. Bald werden erste Verdächtigungen zu Tage gefördert, dass Vincent Schuld an dem Tod von Star haben könnte. Wird er es schaffen den Mord aufzuklären und die beiden Waisen Duchess und Robin zu beschützen? Oder muss er sich selbst beschützen? Eine tragische und spannende Geschichte beginnt. Der Hauptdarsteller Walk ist eine sehr gespaltene Persönlichkeit. Er ist aufgrund seines Alkoholkonsums und seinen Problemen aus der Vergangenheit oft von schweren Gewissensbissen gezeichnet. Er ist aber ein von Grund auf ehrlicher und aufrichtiger Menschen und setzt sich für seine Mitbürger selbstlos ein. Als stark prägenden Nebendarsteller können Duchess und Robin (die Kinder der ermordeten Star), die Anwältin Martha sowie Vincent genannt werden. Dabei hat mir der Charakter der Duchess am besten gefallen. Sie agiert wie eine Ersatzmutter für Robin und leidet gleichzeitig unter dem Gefühl überall die Außenseiterin zu sein. Dies führt bei ihr zu einer verstärkten Gewaltbereitschaft und sie führt einen Kampf gegen sich selbst. Gerade die sehr prägnant beschriebenen Charaktere sind eine absolute Stärke dieses Romans. Der Aufbau der Erzählung ist geradlinig und wird nur durch rudimentäre Zeitsprünge unterbrochen. Die Story spielt in den USA in der heutigen Zeit und ist somit für die Leser gut einordbar. Der Schreibstil des Autors ist sehr direkt, flüssig und dialogorientiert. Die Übersetzung in das deutsche ist gut gelungen. Als Zielgruppe kommen Anhänger von Erzählungen mit äußerst starken Charakteren und emotional tiefgründigeren Geschichten in Frage. Das Fazit ist positiv. Mit einer spannenden aber auch emotional berührenden Story ist dem Autor ein guter Roman gelungen.