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Veröffentlicht am 24.10.2022

Wissenschaft kann so herrlich sexy sein

Das irrationale Vorkommnis der Liebe – Die deutsche Ausgabe von »Love on the Brain«
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Ali Hazelwood holt die Naturwissenschaften aus der verstaubten Schublade und verlieht ihnen mit Herz und Humor neue Attraktivität. Endlich bekommen auch mal die Frauen der Wissenschaft ein Happy End, eine ...

Ali Hazelwood holt die Naturwissenschaften aus der verstaubten Schublade und verlieht ihnen mit Herz und Humor neue Attraktivität. Endlich bekommen auch mal die Frauen der Wissenschaft ein Happy End, eine in Liebesromanen in meinen Augen sehr unterrepräsentierte Gruppe. Über die Covergestaltung kann ja bekanntlich streiten und auch ich gehöre zu denen, die das englische Cover ansprechender finden, aber trotzdem stimmt die Farbgestaltung fröhlich und ist ein Hingucker, gleichzeitig gibt es einen gewissen Wiedererkennungswert.

Zum Inhalt: Neurowissenschaftlerin Bee hat einen der begehrten Jobs bei einem Forschungsprojekt der NASA bekommen. Nachdem ihre Karriere zuletzt stagnierte, könnte das der Anstoß sein, den sie so dringend braucht. Ihre Freude bekommt einen ordentlichen Dämpfer, als sie feststellen muss, dass sie das Projekt gemeinsam mit ihrer alten Nemesis Levi leiten soll. Die beiden sind sich schon an der Uni nicht grün gewesen und nun scheint Levi auch noch ihr Projekt zu sabotieren. Bee, die sich in Zwangslagen immer fragt, was ihr Idol Marie Curie tun würde, sieht sich plötzlich mit uneindeutigen Gefühlen konfrontiert. Was also soll sie tun?

Bee und Levi sind eine typische Liebesgeschichte im Stile von „from enemies to lovers“, auch wenn das vermutlich nur die Sichtweise eines der Protagonisten wiedergibt. Die Geschichte wird komplett aus Bees Sicht in der Ich-Perspektive erzählt und ist damit sehr nahbar. Levi kommt dabei zu Anfang nicht immer ganz so gut weg, vor allem, weil Bee echt kein Blatt vor den Mund nimmt, was ich sehr erfrischend finde. Ich liebe es, wie divers die Figuren bei Ali Hazelwood sind, nicht nur was ihr Aussehen angeht, sondern auch ihre Interessen und Charaktereigenschaften. Ali Hazelwood lässt das Nerd sein sexy aussehen.

Total identifizieren konnte ich mich mit Bees Liebe zu Marie Curie, in der sie ein Vorbild und eine Inspirationsquelle sieht. Besonders auch der Twitteraccount ist mir direkt ans Herz gewachsen, denn den hätte ich in meiner Laufbahn auch das eine oder andere Mal gut gebrauchen können. Der Leser lernt nebenbei ein paar sehr interessante Fakten über Marie Curie kennen, was ich irgendwie einen schönen Nebeneffekt finde.

Die Geschichte ist ehrlich gesagt sehr vorhersehbar. Bereits am Anfang wird dem aufmerksamen Leser klar, was Sache ist. Alle Konflikte wirken dadurch ziemlich künstlich aufgebauscht und von den Figuren selbst provoziert. Es könnte alles so viel einfacher sein… Aber gerade bei Liebesromanen ist diese Vorhersehbarkeit ja gang und gäbe und macht irgendwie auch den Charme dieser Bücher aus.

Nachdem ich „Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe“ absolut geliebt habe, habe ich wirklich auf dieses Buch hingefiebert. Ich finde es toll, wie sichtbar Ali Hazelwood Frauen in der Wissenschaft macht, sie aus ihren verstaubten Laborkitteln befreit und zu Romanheldinnen macht. „Das irrationale Vorkommnis von Liebe“ ist ähnlich humorvoll und herzlich geschrieben wie das erste Buch der Autorin und hat mir wieder sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 17.10.2022

Gelungener Auftakt

The Lost Crown, Band 1 - Wer die Nacht malt
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„The lost crown- wer die Nacht malt“ ist ein Fantasy-Auftaktband von Autorin Jennifer Benkau. Das Cover halte ich ehrlich gesagt für eine Vollkatastrophe, das Design gefällt mir überhaupt nicht und wäre ...

„The lost crown- wer die Nacht malt“ ist ein Fantasy-Auftaktband von Autorin Jennifer Benkau. Das Cover halte ich ehrlich gesagt für eine Vollkatastrophe, das Design gefällt mir überhaupt nicht und wäre der Klappentext nicht schon so spannend gewesen, hätte ich keinen zweiten Blick riskiert. Was wirklich schade gewesen wäre, denn es versteckt sich ein fantastischer, magischer und spannender Reihenauftakt dahinter.

Zum Inhalt:Kaya ist in dem Wissen aufgewachsen anders zu sein als die Dorfbewohner und wurde dazu angehalten, ihre wahre Natur zu verstecken. Denn Kaya kann Magie malen und damit mächtige Zauber wirken. Wie mächtig erfährt sie, als sie mit ihrer Macht den Anführer der Rebellenbewegung von Eshrian heilt, wodurch sie sich angreifbar macht. Aber nicht nur vertraut sie ihm damit ein wichtiges Geheimnis an, sie verliert auch ihr Herz an ihn. Aber kann er es schützen? Oder wird er es seinem Kampf um die Krone opfern?

Im Einband befindet sich eine Karte des Kontinents, wo Eshrian und auch Kayas Heimat Amisa verzeichnet sind. Das finde ich bei Fantasybüchern immer hilfreich um mich besser in der Handlung orientieren zu können. Generell finde ich das Worldbuilding sehr gelungen, es kommt ohne langwierige Beschreibungen aus, vieles wird dem Leser nebenbei gezeigt und beschrieben, was ich gut gelöst finde. Die Welt und die Systeme nach der sie funktioniert sind nah genug an unserer, dass es ohne größeres Vorwissen möglich ist, in die Handlung einzutauchen.

Kaya und ihr Magie finde ich einfach unglaublich spannend und faszinierend. Es ist fast schon betörend, wie sie mit Farben, Symbolen und Gesängen Magie wirkt. Die Szenen in denen sie Miru behandelt, wirken fast schon ätherisch. Der hingegen hat eine raue, wilde Macht in seinem Inneren, die sehr gegensätzlichen zu der von Kaya ist aber gleichzeitig sehr symbiotisch mit ihrer zusammenarbeitet. Beide suchen nach sich selbst, nach ihrem Platz in dieser Welt, einer Art Daseinsberechtigung und finden einander. Die Entwicklung ihrer Beziehung ist gemächlich, vorsichtig tastend und trotzdem sehr intensiv. Es macht einfach Spaß von den beiden zu lesen.

Die Geschichte entwickelt eine echte Sogwirkung, die Mythen und Legenden um Eshian und seine Krone haben mich richtig in ihren Bann gezogen und ich liebe die Lebendigkeit und den Kampfgeist der Wälder.
Das Buch ist ein starker Auftakt und ich kanns kaum erwarten mehr zu lesen

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Veröffentlicht am 17.10.2022

Unglaublich fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite

Rachejagd - Gequält
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Ich kannte das Autorenduo vorher nicht und frage mich jetzt im Nachhinein ganz stark, wie das sein kann. Denn „Rachejagd“ ist ein Hammerbuch. Genau so, wie ein Thriller sein muss. Das Buch ist rasant, ...

Ich kannte das Autorenduo vorher nicht und frage mich jetzt im Nachhinein ganz stark, wie das sein kann. Denn „Rachejagd“ ist ein Hammerbuch. Genau so, wie ein Thriller sein muss. Das Buch ist rasant, nervenaufreibend und genial verzwickt. Klare Leseempfehlung von mir.

Zum Inhalt: Journalistin Anna lebt für ihren Job, hat sich aber ansonsten vor der Welt zurückgezogen, nachdem sie vor drei Jahren das Martyrium einer Entführung durchmachen musste. Als sie einen Brief von ihrem ehemaligen Peiniger bekommt, bricht ihre kleine Welt in sich zusammen. Denn er ist da draußen und er kommt sie holen.

Das Buch ist genial geschrieben. Der personale Erzähler hat zwar einen klaren Fokus auf Anna, gibt aber auch die Perspektiven des Polizisten Nick und des Täters wieder. Besonders die Täterperspektiven sind raffiniert und elektrisierend geschrieben und tragen erheblich zur Spannung bei.

Das gesamte Buch ist ein riesiges Katz-und-Maus Spiel, bei dem Nick den Killer jagt, der Killer Anna und die Autoren den Leser. Denn genauso habe ich mich gefühlt: getrieben, angespannt, unter dem Druck weiterzulesen. Ich konnte das Buch nicht weglegen- ein echter Pageturner, wie ich ihn schon lange nicht mehr gelesen habe. Könnte mir das Buch fantastisch auch als Verfilmung vorstellen.

Die Sprache ist schon eher derb, was aber gut ins Thrillergenre passt, an ein paar Stellen werden Verletzungen und Todesursachen auch etwas bildhafter beschrieben, grundsätzlich kommt das Buch aber gänzlich ohne übermäßigen Ekel aus, der Terror ist zu großen Teilen eher psychischer Natur.

Mir hat das Buch unfassbar gut gefallen und der Twist am Ende macht mich fertig. Ich brauche Band 2 jetzt. Sofort.

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Veröffentlicht am 04.10.2022

Irgendwo zwischen Fakt und Fiktion liegt die Wahrheit

Fake – Wer soll dir jetzt noch glauben?
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Arno Strobel versteht es einfach wie kein zweiter mit dem Leser und dessen Erwartungen zu spielen, weshalb er auch einer meiner liebsten Thrillerautoren ist. Mit „Fakt/Fake“ teasert er gefühlt schon im ...

Arno Strobel versteht es einfach wie kein zweiter mit dem Leser und dessen Erwartungen zu spielen, weshalb er auch einer meiner liebsten Thrillerautoren ist. Mit „Fakt/Fake“ teasert er gefühlt schon im Titel sehr stark an worum es im Buch geht. Und schafft für mich den bisher vorhersehbarsten Thriller aus seiner Feder.

Zum Inhalt: Patrick Dostert ist der Durchschnittstyp schlechthin. Umso überraschter sind er und seine Frau als eines Morgens die Polizei vor der Tür steht und Patrick beschuldigt, an der Entführung einer Frau beteiligt zu sein, mit der er eine Affäre hatte. Eine Frau, deren Namen Patrick nicht kennt und die nun schwere Anschuldigungen gegen ihn ausspricht. Und dann taucht auch ein Video auf, dass Patrick schwerer belasten soll als alles andere.

Fake News und Deepfakes sind ja eigentlich inzwischen nichts neues mehr, dahingehend ist Strobel fast schon spät dran, um mit diesen Themen noch jemanden zu schocken. Aber was er aus der Thema macht, nämlich den Umstand, dass quasi jeder in eine eindeutige, strafbare Situation hineinmanipuliert werden kann, ist ja wieder ein persönlicher Albtraum. Absolut genial, welches Szenario Strobel hier wieder kreiert.

Auch der Erzählstil ist phänomenal. Im Gefängnis in Untersuchungshaft sitzend erzählt Patrick seine Geschichte als Romanform in der dritten Personen, durchbrochen von Zwischenkommentaren. Absolut fesselnd und genial geeignet, um den Leser hinters Licht zu führen, denn es wirkt wie ein außenstehender Erzähler, gibt aber nur Patricks Perspektive und Gedanken wieder.

Trotz allem fand ich die Story sehr durchschaubar. Und zwar bis zum Ende als Strobel dem Leser nochmal so richtig den Boden unter den Füßen wegreißt. Das hab ich nicht kommen sehen und war gleichwohl überrascht und begeistert. Fantastisches Buch

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Veröffentlicht am 04.10.2022

An der Spitze ist es einsam

Carrie Soto is Back
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„Carrie Soto is back“ ist mein inzwischen drittes Buch von Taylor Jenkins Reid, die mich mit ihren Büchern bisher immer absolut fasziniert und mitgerissen hat. Tennis ist eigentlich überhaupt nicht mein ...

„Carrie Soto is back“ ist mein inzwischen drittes Buch von Taylor Jenkins Reid, die mich mit ihren Büchern bisher immer absolut fasziniert und mitgerissen hat. Tennis ist eigentlich überhaupt nicht mein Thema, weshalb ich die erzählte Inhalte nicht bezüglich Korrektheit bewerten kann, aber die Story selbst war wieder grandios.

Zum Inhalt: Carrie Soto ist eine Tennislegende und Rekordhalterin was gewonnene Grand Slam Titel anbelangt. Bis 1994 ein Tennistalent droht diesen Rekord zu brechen. Carrie Soto beschließt also im Alter von 37Jahren auf den Tennisplatz zurückzukehren und es allen zu zeigen. Aber kann sie noch einmal die Kampfmaschine werden, die sie hinter sich zurückgelassen hat?

Ich liebe die Farbgebung und das Cover. Taylor Jenkins Reid schreibt über Ikonen und Idole und genau das spiegeln die Cover auch wieder. Der Großteil der Geschichte wird es Carries Sicht erzählt, es gibt aber auch Zeitungsartikel und Interviews, die über Carrie berichten. Carrie Soto selbst ist ein Charakter, der zwar schwierig zu mögen ist, den man aber einfach für ihre Durchsetzungskraft und ihren eisernen Willen bewundern muss.

Das Buch beschreibt Carries Werdegang bis hin zum absoluten Tennisstar und dann die Zeit ihren Comebacks mit allen Höhen und Tiefen. Dabei fällt immer wieder auf, dass es bei Carries Traum weder um Ruhm und Geld, noch um den Spaß am Tennis geht. Es geht darum, die Beste zu sein und es allen zu beweisen. Trotzdem finde ich, dass man den Wandel den Carrie durchmacht absolut sehen kann, ihre persönliche Entwicklung ist direkt greifbar und und mündet in einen Epilog, der mich als Leser zufrieden und beruhigt zurückgelassen hat.

Auch hier werden wieder interessante Themen angesprochen, wie Ethnien der Spielerin und resultierende Nachteile bei Werbepartnern, Sexualität und wie die Sportlerinnen in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Ja, es ist ein Roman mit Fokus auf Tennis, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass ich durch meine Unkenntnis des Sports Nachteile hatte der Handlung folgen zu können. Denn im Kern geht es eben nicht um Tennis. Es geht um Ehrgeiz, Erwartungen, um Erfolg und Niederlage, um Familie, Freundschaft und Liebe. Und darum, dass es an der Spitze sehr einsam sein kann.

Für mich wieder ein sehr gelungener Roman mit mehr als nur einer starken Frauenfigur im Zentrum.

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