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Veröffentlicht am 13.11.2022

Ein starker erster Band

The Lost Crown, Band 1 - Wer die Nacht malt
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Nachdem ich 'Her Wish so dark' mit eher gemischten Gefühlen gelesen habe, war ich gespannt, ob mich 'The Lost Crown - Wer die Nacht malt', der erste Band der neuen Dilogie von Jennifer Benkau, ...

Nachdem ich 'Her Wish so dark' mit eher gemischten Gefühlen gelesen habe, war ich gespannt, ob mich 'The Lost Crown - Wer die Nacht malt', der erste Band der neuen Dilogie von Jennifer Benkau, abholen kann. Und das hat sie definitiv!

Jennifer Benkau hat im wahrsten Sinne des Wortes wunderbare Szenen gemalt und mich mit ihrem flüssigen Schreibstil schnell eingenommen.

Vorallem Protagonistin Kaya ist mir sehr ans Herz gewachsen und ich habe sie auf ihrer Reise durch Eshrian und Amisa mit Faszination begleitet. Kaya ist einfach anders, außergewöhnlich, mutig und stark. Die junge Frau arbeitet als Hufschmiedin und sie hat eine ungewöhnliche magische Begabung. Sie kann mit Hilfe von Runen und Farben heilen. Sie malt Magie. Als Kaya und ihr bester Freund Nevan von Rebellen überfallen und gefangen genommen werden, und Rebellenanführer Mirulay schwer verletzt wird, sieht sich Kaya gezwungen ihn zu heilen und ihre Magie dabei zu offenbaren. Sie gibt damit ihr größtes Geheimnis preis. Was Kaya nicht weiß - auch Mirulay besitzt eine gefährliche Gabe.

Da das Buch großteils aus Sicht von Kaya geschrieben ist, konnte ich zu ihr zwar eine engere Verbindung aufbauen. Das heißt aber nicht, dass Mirulay ein weniger spannender Charakter ist. Ganz im Gegenteil. In Mirulays Kapiteln tauchen wir in seine Vergangenheit ab und erfahren von seinem tragischen Schicksal. Miru ist der geheimnisvolle Part; ein Charakter, der Rätsel aufgibt und bei dem ich lange nicht wusste auf welcher Seite er steht.

Ich mochte das Zusammenspiel von Kaya und Miru wirklich sehr gerne. Besonders die langsame Annäherung fand ich sehr authentisch dargestellt und einfach wundervoll mitzuverfolgen.

Beeindruckt hat mich auch das Magiesystem, welches sehr im Einklang mir der Natur und den Sternen steht.

Und natürlich gibt's auch einige überraschende Wendungen bzw. Enthüllungen, die mich zum Teil eiskalt erwischt haben. Umso mehr freue mich jetzt auch den zweiten Band und das große Finale.

Fazit:

Mit einem tollen Worldbuilding, faszinierender Magie und einer starken Protagonistin konnte Jennifer Benkau dieses Mal absolut bei mir punkten. Dazu kommen einige brisante Enthüllungen, mit denen ich nicht gerechnet habe und die mich noch mehr an die Geschichte gefesselt haben. Unbedingt lesen!

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Veröffentlicht am 07.11.2022

Bissige Fortsetzung

This Charming Man
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Nachdem 'The Stranger Times' letztes Jahr ein ganz großes Highlight für mich war, musste natürlich auch 'This Charming Man' unbedingt gelesen werden. Und wie erwartet oder besser gesagt erhofft konnte ...

Nachdem 'The Stranger Times' letztes Jahr ein ganz großes Highlight für mich war, musste natürlich auch 'This Charming Man' unbedingt gelesen werden. Und wie erwartet oder besser gesagt erhofft konnte mich C.K. McDonnell auch mit der Fortsetzung seiner übersinnlichen, sehr humorvollen Reihe überzeugen.

Wie das Cover und der Titel schon erahnen lassen, wird es dieses mal ziemlich blutig und bissig und das im wahrsten Sinne des Wortes. Dieses Mal wird das Redaktionsteam der Stranger Times tatsächlich mit Vampiren konfrontiert, die es eigentlich gar nicht gibt. Oder etwa doch? Und damit es nicht langweilig wird - was Banecroft sein Dank eigentlich eh niemals passiert - will jemand Stella entführen und die Renovierung des Badezimmers in der Redaktion artet vollkommen aus.
Dieses Mal geht's wirklich drunter und drüber und Hannah und Co. haben ordentlich zu tun. Hier kann man beim Lesen schon mal leicht den Überblick verlieren. Trotz des überladenen Plots hatte ich wieder unglaublich viel Spaß beim Lesen. Ich liebe den englischen Humor, die spitzzüngigen Dialoge und vorallem Banecrofts vor Sarkasmus triefenden Charakter. Vincent Banecroft, Chefredakteur der Stranger Times, ist und bleibt einfach ein Unikat. Doch auch das Wiedersehen mit den anderen Charakteren war ein Fest. Während im ersten Band Hannah noch sehr im Mittelpunkt stand, ist es dieses Mal ausgeglichener. Es wird in Zweierteams auf Teufel komm raus ermittelt und so kommen alle mehr oder weniger zum Zug.

Durch die zahlreichen Handlungsstränge habe ich zwar das eine und andere Mal den roten Faden verloren. Für mich wird die Handlung aber ohnehin von dem skurrilen Figurenensemble und dem grandiosen Schreibstil sowie messerscharfen Humor getragen.

Ich kann auch die Fortsetzung sehr empfehlen. Man sollte 'This Charming Man' allerdings wirklich als zweiten Band einer Reihe betrachten und unbedingt mit Band 1 'The Stranger Times' beginnen. Es handelt sich zwar um eigenständige Ermittlungen, allerdings ist Band 1 meines Erachtens für die Figurenentwicklung wichtig. Und außerdem würde einem sonst wirklich viel Spaß entgehen.
Fazit
C.K. McDonnell beweist mit 'This Charming Man', dass ein Mittelband keinesfalls ein Lückenfüller sein muss. Die Handlung war zwar insgesamt etwas zu überladen und unübersichtlich, die herrlich skurrilen Charaktere und die spitzzüngigen und vor Sarkasmus triefenden Dialoge haben dieses Manko aber mehr als ausgeglichen.

Große Liebe und natürlich Leseempfehlung für dieses Buch bzw. die Reihe.

4,5/5 🌟

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Veröffentlicht am 28.10.2022

Eine Mischung aus Drama, Thriller und Märchen...

Hinter den Spiegeln so kalt
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Nachdem ich 'Hinter den Spiegeln so kalt' innerhalb von zwei Tagen gelesen habe, musste ich die Geschichte erst mal einige Zeit sacken lassen. Und auch jetzt fehlen mir noch die richtigen Worte. Nie hätte ...

Nachdem ich 'Hinter den Spiegeln so kalt' innerhalb von zwei Tagen gelesen habe, musste ich die Geschichte erst mal einige Zeit sacken lassen. Und auch jetzt fehlen mir noch die richtigen Worte. Nie hätte ich gedacht, dass mich Liza Grimms Neuinterpretation der Schneekönigin emotional derart berührt. Ganz heimlich, still und leise hat sich das Buch in mein Herz geschlichen, es in zwei Hälften gebrochen, mir einige Tränen abverlangt und mich gefühlsmäßig ziemlich an meine Grenzen gebracht. Doch wie im Märchen wurde am Ende alles gut; mein Herz wieder zusammengesetzt und für mich stand fest, dass ich gerade ein Jahreshighlight beendet habe.

Und darum geht's...

Die alleinerziehende Finja hat ihren über alles geliebten Mann bei einem tragischen Verkehrsunfall verloren. Finjas kleine Tochter Hannah gibt ihr den nötigen Halt, doch dann passiert das wohl Schrecklichste, das einer Mutter passieren kann. Hannah verschwindet spurlos, die Polizei tappt im Dunklen. Der einzige Hinweis, auf das plötzliche Verschwinden liefern die Spiegel und eine Spur aus Eis. Finja, welche schon immer große Angst vor Spiegeln hat, steht nach dem erneuten Verlust kurz davor den Verstand zu verlieren. Es häufen sich seltsame Ereignisse. Finja sieht Dinge, die es eigentlich gar nicht geben kann. Umso mehr ist sich Finja aber sicher, dass Hannah noch lebt und gefunden werden will.

Eine Mischung aus Drama, Thriller und Märchen...

Liza Grimm hat mit 'Hinter den Spiegeln so kalt' eine Geschichte geschrieben, die so komplett anders war, als ich es ursprünglich erwartet habe. Die Autorin greift Themen auf, die nur schwer zu verdauen sind, die aufwühlen und traurig machen. Zu Beginn des Buches gibt es daher eine Triggerwarnung, die ich zwar nicht gelesen habe, die ich aber allen empfehle zu lesen, die durch Themen wie z.B. Kindesverlust getriggert werden könnten. Ich möchte aus Spoilergründen nicht näher darauf eingehen, aber es sind wirklich heftige Themen, welche Liza Grimm verarbeitet hat und die mir vorallem als Mama sehr nahe gegangen sind.

Da 'Hinter den Spiegeln so kalt' mein erstes Buch von Liza Grimm war, wusste ich nicht was mich erwartet. Die Autorin konnte mich mit ihrem flüssigen und unkomplizierten Schreibstil aber schnell einnehmen. Und auch der Aufbau der Handlung hat mir unglaublich gut gefallen. Liza Grimm erzählt Finjas Geschichte auf mehreren Zeitebenen, die sich klar voneinander abheben und denen man sehr gut folgen kann. Es kam an keiner Stelle im Buch Verwirrung auf. Es ist eher so, dass die Wechsel in den Zeitebenen die Spannung in ungeahnte Höhen treiben und eine Sogwirkung entsteht. Ich konnte mich tatsächlich nur schwer von dem Buch lösen und war richtig gefangen in der Geschichte, die wie ein dramatischer Thriller beginnt und zu dem sich nach und nach magische und fantastische Elemente gesellen. Die Richtung, welche das Buch im Verlauf einschlägt, habe ich wie gesagt absolut nicht kommen sehen. Spätestens ab diesem Moment stand für mich fest, dass ich hier ein ganz großes Highlight in den Händen halte.

Mit Finja hat Liza Grimm eine Protagonistin erschaffen die ich unglaublich gerne bei der Suche nach ihrer Tochter begleitet habe. Finja ist so eine starke Frau, die trotz der schweren Schicksalsschläge, der Verluste und ihrer Panikattacken immer weiter kämpft - eine richtige Löwenmutter. Aber auch Elisa, Finjas beste Freundin, habe ich schnell ins Herz geschlossen. Sie ist einfach immer für Finja da und geht mit ihr durch alle Höhen und Tiefen. Und sie glaubt Finja, als diese ihr von den merkwürdigen Geschehnissen und den Stimmen, die aus den Spiegel kommen, erzählt.

Ich bin begeistert von Liza Grimms düsterer, sehr dramatischer Interpretation des Märchenklassikers 'Die Schneekönigin'. Das Buch ist trotz der magischen und fantastischen Elemente unglaublich realistisch, teilweise erschreckend realistisch, die Charaktere allesamt greifbar und authentisch und die Handlung spannend von der ersten bis zur letzten Seite.

Fazit
Düster, mysteriös, magisch, tragisch, erschreckend und sehr emotional!

Liza Grimms Neuinterpretation der Schneekönigin ist für mich das Überraschungshighlight des Jahres 2022. Nie hätte ich damit gerechnet in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt. Die Autorin hat sich an sehr sensible Themen herangewagt. Es geht zum Beispiel um Kindesverlust, Tod, Panikattacken und Angststörungen.

'Hinter den Spiegeln so kalt' ist ein unglaublich emotionales Buch, dass eine richtige Sogwirkung auf mich hatte und dessen Inhalt mich noch länger beschäftigen wird.

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Veröffentlicht am 28.10.2022

Unglaublich süße Teenie-RomCom

Shortbread und Shiva
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'Shortbread und Shiva' ist eines jener Bücher, an die ich völlig unbedarft und ahnungslos herangegangen bin. Der Titel hat mich einfach neugierig gemacht und das knallpinke Cover hat mich regelrecht magisch ...

'Shortbread und Shiva' ist eines jener Bücher, an die ich völlig unbedarft und ahnungslos herangegangen bin. Der Titel hat mich einfach neugierig gemacht und das knallpinke Cover hat mich regelrecht magisch angezogen. Ich habe mich ganz mutig ohne den Klappentext zu lesen in die Geschichte fallen lassen. Und es war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte.

Ziemlich viel unnützes Wissen....

Rebecca Elbs hat mich mit ihrem sehr humorvollen, saloppen Schreibstil sofort für sich eingenommen. Ich habe vorallem die spritzigen Dialoge gefeiert. Und von denen gibt es jede Menge, denn im lila Haus von Emma und ihrer Familie mitten in London ist immer was los. Und Emma ist sowieso nicht auf den Mund gefallen. Egal ob sich der Teenager bei einer ihrer Lieblingsbeschäftigungen, dem Kochen, von ihrem Bruder Josh nicht immer ganz gewollte Tipps in Liebesangelegenheiten holt, oder wieder mal mit ihrer alleinerziehenden Mum darüber debattiert, dass Em auch mal 'Teenager' sein soll - ich wurde durchgehend bestens unterhalten.

Emma hat es aber auch nicht leicht, denn so ein Teenagerleben kann ziemlich kompliziert sein. Vorallem dann wenn man heimlich in den besten Freund, den man schon aus der Sandkiste kennt, verliebt ist. Doch Shiva scheint nur Augen für Pen, Emmas beste Freundin, zu haben....Und wenn dann auch noch die Sterne mit ins Spiel kommen und Shivas Oma Amba mit Weisheiten ankommt, dann wird die Sache nochmals um ein Vielfaches komplizierter.

Ich fand das Buch einfach unglaublich süß und witzig und ich habe es in einem Rutsch durchgelesen. Allein schon die Kapitelüberschriften, die einem "unnützes Wissen" vermitteln, haben mich immer so neugierig gemacht, dass ich einfach weiter lesen musste. Rebecca Elbs hat aber auch einige Wendungen eingebaut, die ich tatsächlich nicht habe kommen sehen. Ich wusste lange nicht, wer jetzt eigentlich wirklich in wen verliebt ist und ich hatte keine Vorstellung davon auf was für eine emotionale und turbulente Achterbahnfahrt der Gefühle ich mich hier einlasse.

Und Emma, Pen, Shiva und die vielen Nebencharaktere habe ich sowieso ins Herz geschlossen. Es ist ein bunt zusammengewürfelter, liebevoll chaotischer Haufen, den ich gerne noch länger begleitet hätte.

Fazit
'Shortbread und Shiva' ist eine unglaublich süße, romantische Teenie-Komödie, die ich tatsächlich in einem Rutsch weggelesen habe. Alles dreht sich im die große Frage "Wer ist eigentlich in wen verliebt?". Haben die Sterne vielleicht auch ein Mitspracherecht? Ich habe vorallem Rebecca Elbs humorvollen Schreibstil und die spritzigen Dialoge gefeiert und wurde sogar mit einigen Wendungen überrascht. Große Empfehlung für alle jene, die gerne RomComs lesen!

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Veröffentlicht am 19.10.2022

Ein riesengroßer Spaß

Der Tag, an dem Tiffany das Wasser aus der Wanne geschaukelt hat
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Marc-Uwe Kling hat mir mit seinem Hörbuch den Tag versüßt. Es waren 20 Minuten (in 1,5-facher Geschwindigkeit), während denen ich wirklich die komplette Zeit lachen musste. "Danke, Merkel!"

Die Vertonung ...

Marc-Uwe Kling hat mir mit seinem Hörbuch den Tag versüßt. Es waren 20 Minuten (in 1,5-facher Geschwindigkeit), während denen ich wirklich die komplette Zeit lachen musste. "Danke, Merkel!"

Die Vertonung ist aber auch wirklich super gelungen. Die musikalische Untermalung passt perfekt, das Wasserplätschern ist richtig gelungen und Marc-Uwe Kling ist einfach ein grandioser Erzähler. Und das meine ich nicht "überonisch".

Wenn du auch wissen willst was ein Küsschen auslösen kann, warum Wellness überbewertet wird, wieso die Waschmaschine um Hilfe piepst, ob ein Mann wirklich Bundeskanzlerin sein kann und wieso Superpapa am Ende des Tages eventuell doch ein Haifischbecken im Keller möchte, dann hör dir 'Der Tag, an dem Tiffany das Wasser aus der Wanne geschaukelt hat' an.

Von mir gibt's eine ganz große Hörempfehlung!

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