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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.12.2022

Ein ungewöhnliches Buch mit einer vielleicht typischen und turbulenten Familiengeschichte

Clarice Bean und die Weihnachtswichtel
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Vielen bekannt sind sicher die Geschichten um Charlie und Lola, die Lauren Child gestaltet hat. Gleich, wenn man das Buch „Clarice Bean und die Weihnachtswichtel“ in die Hand nimmt, kommt einem der Stil ...

Vielen bekannt sind sicher die Geschichten um Charlie und Lola, die Lauren Child gestaltet hat. Gleich, wenn man das Buch „Clarice Bean und die Weihnachtswichtel“ in die Hand nimmt, kommt einem der Stil der Illustrationen vertraut vor. Der Schutzumschlag mit Clarice vor dem Weihnachtsbaum ist vollkommen anders gestaltet als das Buchcover, welches das Wohnhaus von Clarice und ihrer Familie zeigt - das überrascht gleich und ist gelungen. Im Buch selbst zahlreiche schwarzweiße und farbige Zeichnungen, meist ganzseitig und gelegentlich ergänzt durch fotorealistische Illustrationen.
Auch der Schriftsatz überrascht mit seinen hervorgehobenen Wörtern und Sätzen in unterschiedlichen Größen, die den Unterschied in Betonung, lauteres Gespräch und Bedeutung ausdrücken. Daran musste ich mich beim Lesen erst gewöhnen.
Eingeleitet wird das Buch mit dem ursprünglich englischen Kinderlied „Zwölf Tage Weihnachten“. In zwölf Kapiteln plus Prolog und Epilog ist diese Geschichte passenderweise gegliedert.
Der weihnachtliche Geist ist in der gesamten Geschichte zu spüren, denn Weihnachten ist der ganzen Familie Bean wichtig, den Eltern, dem Großvater, Clarices drei Geschwistern und ihr selbst ganz besonders! Die ganze Vorbereitung des Weihnachtsfestes mit den jährlichen Ritualen ist eine einzige Herausforderung: mit wem wird gefeiert, wer bekommt Weihnachtskarten, welche Geschenke für wen, Wunschzettel schreiben, der Baum muss besorgt werden, was wird gegessen? Und was dabei alles ungeplant passieren kann! Dieses heitere Durcheinander wird aus der Sicht von Clarice, der kleinen Heldin dieser Geschichte, erzählt. Viele Situationen bringen einen dabei zu Schmunzeln. Hilfsbereitschaft und das Zusammensein mit Familie und Freunden spielen eine entscheidende Rolle für die letztendlich gelungene Weihnachtsfeier in der Familie.
Ein wunderbares Buch für die Weihnachtszeit in wertiger Aufmachung, auch zum gemeinsamen (Vor-)lesen in der Adventszeit. Mir hat es Freude gemacht, es zu lesen.

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Veröffentlicht am 07.12.2022

Besondere Geschichten und bemerkenswerte Fotografien

Gefährte Hund
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Menschen und Hunde leben und arbeiten auf der ganzen Welt zusammen, dabei bestehen unterschiedliche Beziehungen zueinander, die durch verschiedene Lebensweisen geprägt werden. Diese mannigfaltigen Gemeinschaften ...

Menschen und Hunde leben und arbeiten auf der ganzen Welt zusammen, dabei bestehen unterschiedliche Beziehungen zueinander, die durch verschiedene Lebensweisen geprägt werden. Diese mannigfaltigen Gemeinschaften werden eindrucksvoll in bewegenden Geschichten und ausdrucksstarken Fotografien in diesem Buch dargestellt. Ob es um die gemeinsame Jagd geht, das Engagement zum Erhalt bestimmter Hunderassen, den Einsatz von Therapiehunden, das Kümmern um herrenlose Hunde, die Geschichten, die erzählt werden, sind vielfältig und alle interessant.
Ein Buch, welches man nicht auf einen Rutsch lesen sollte, auch wenn es dazu verführt. Immer mal eine Geschichte, um sich die Zeit zu lassen, das Gelesene sacken zu lassen. Auch muss man nicht eine Geschichte nach der anderen lesen, sondern kann im Buch springen.
Mich hat das Buch berührt und ich empfehle es gerne. Wer nach einem wertigen Geschenk (sowohl inhaltlich als auch in Bezug auf die Ausstattung) für Hundeliebhaber sucht, trifft mit diesem Buch eine sehr gute Wahl.

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Veröffentlicht am 20.11.2022

Wissen unterhaltsam verpackt

Mein Kinderwissen-Comic – Das Leben auf der Erde (Planet Erde, Pflanzen, Tiere, Der Mensch)
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In diesem Buch werden jeweils 15 Fragen zu den Themengebieten Planet Erde, Geheimnisse der Pflanzen, Leben der Tiere und Mensch bunt und kurzweilig beleuchtet. Dabei orientieren sich die Wie- und Warum-Fragen ...

In diesem Buch werden jeweils 15 Fragen zu den Themengebieten Planet Erde, Geheimnisse der Pflanzen, Leben der Tiere und Mensch bunt und kurzweilig beleuchtet. Dabei orientieren sich die Wie- und Warum-Fragen an Fragestellungen, die Kinder beschäftigen und die mit Hilfe dieses Buches anschaulich beantwortet werden können. Das nicht jede mögliche Frage in diesem Buch behandelt werden kann, versteht sich von selbst, würde den Rahmen sprengen und dazu die Leserschaft wahrscheinlich auch überfordern.
Das Buch ist gestaltet wie ein Comic und von daher auch für die Kinder geeignet, die sich von langen Texten gestresst fühlen. Es ist sowohl für das Vorlesen als auch zum Selberlesen geeignet. Jede Doppelseite enthält zudem eine Quizfrage mit 3 Antwortmöglichkeiten als kleiner, witziger Verständnistest. Die Auflösung findet sich am Ende des Buches.
Mir haben sowohl die Illustrationen als auch die Textformulierungen gefallen. Die eine oder andere Info ist auch für die Erwachsenen interessant, sei es wie hoch der größte Baum der Welt ist oder wie weißer karibischer Sand entsteht. Es ist kein Buch, welches an einem Stück gelesen werden muss, im Gegenteil. Es eignet sich gut, um sich mal eine einzelne Frage oder einen Themenkomplex herauszugreifen. Es kann aber auch sein, dass man am Buch hängen bleibt und weiterblättert, weil es so schön gestaltet ist.

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Veröffentlicht am 14.11.2022

Unterwegs auf dunklen Pfaden

Lost & Dark Places Rhein-Main und Frankfurt
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Cornelia Lohs präsentiert uns ein Buch mit Anregungen zum Entdecken. Ich, als gebürtige Frankfurterin, weiß noch lange nicht alles über meine Heimatregion. Und so hat es mich gleich begeistert, durch das ...

Cornelia Lohs präsentiert uns ein Buch mit Anregungen zum Entdecken. Ich, als gebürtige Frankfurterin, weiß noch lange nicht alles über meine Heimatregion. Und so hat es mich gleich begeistert, durch das Buch zu blättern und mich einzulesen. Die Autorin stellt uns 33 Winkel aus der Region vor, die nicht alltäglich sind und von düsteren Geschichten zu erzählen wissen. Das Buch ist reich bebildert und mit Hintergrundinformationen zu den Orten versehen, die sehr aufschlussreich sind. Die Karte zu Beginn ist gleichermaßen hilfreich. Ein Buch, welches man sicher öfters in die Hand nehmen wird, sei es zum Stöbern oder um eine eigene Entdeckungstour vorzubereiten. Auch schön zum Verschenken!

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Veröffentlicht am 01.11.2022

Zeitgeschichte, Familiengeschichte, Liebesgeschichte

Fräulein Wünsche und die Wunder ihrer Zeit
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Der Roman spielt in den 50er Jahren in Frankfurt am Main. Die Buchhändlerfamilie Wünsche ist aus Leipzig nach Frankfurt geflohen und will sich hier eine neue Existenz aufbauen. Sie findet Unterschlupf ...

Der Roman spielt in den 50er Jahren in Frankfurt am Main. Die Buchhändlerfamilie Wünsche ist aus Leipzig nach Frankfurt geflohen und will sich hier eine neue Existenz aufbauen. Sie findet Unterschlupf im Haus von Tante Elvira. Die älteste Tochter, Karin, verliebt sich in den farbigen GI Billy und wird von ihm mit Caroline schwanger. Da er aufgrund der Krankheit seines Vaters kurzfristig zurück in die Staaten musste, erfährt er nichts von seiner Vaterschaft.
Dieses Buch ist nicht nur ein Stück Familiengeschichte, sondern auch eine Liebes- und Zeitgeschichte. Für mich als Frankfurterin war es interessant der Stadt im Wiederaufbau zu folgen und zu lesen, wie die Frauen der Familie anfingen, sich im Berufsleben zu etablieren. Das war damals noch nicht ohne Zustimmung eines männlichen Verwandten möglich. Für mich heute unvorstellbar. Karin ist Jahrgang 1930 und damit die Generation meiner Mutter und ihrer Schwestern, die auch 1950 eine neue Heimat in Frankfurt fanden.
Billy und Karin, beide gleichaltrig, verbindet die Liebe zum Lesen, worüber sie miteinander ins Gespräch kommen. Die sich anbahnende Liebesgeschichte dreht sich auch um die erwachte Lebenslust nach dem Krieg und thematisiert die öffentliche Diskriminierung einer Mischbeziehung. Trotz Anfeindung aus der Nachbarschaft und Problemen mit dem Jugendamt hält die Familie zusammen. Ferner wird deutlich, dass das Leben eines Afroamerikaners zu der Zeit in seiner US-Heimat noch mehr Restriktionen unterlag als bei uns in Deutschland.
Vom Schreibstil her liest sich das Buch sehr gut, die Protagonisten mit ihren unterschiedlichen Charakteren, ihren Wünschen und Hoffnungen sind prima getroffen. Ich war gleich in der Handlung drin und habe das Buch in wenigen Tagen gelesen. Ein guter und authentischer Roman mit Lokalkolorit, dessen Geschichte ich auch aufgrund der eigenen Familiengeschichte gut nachempfinden konnte und den ich gerne weiterempfehle.

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