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Veröffentlicht am 01.03.2023

Wenn der Tod genug vom Leben hat

Jetzt ist Sense
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In Gestalt eines attraktiven Mannes klingelt der Gott des Todes an Olivias Tür und das ausgerechnet an ihrem 50. Geburtstag. Es stellt sich heraus, dass er sich in der Tür geirrt hat und eigentlich nicht ...

In Gestalt eines attraktiven Mannes klingelt der Gott des Todes an Olivias Tür und das ausgerechnet an ihrem 50. Geburtstag. Es stellt sich heraus, dass er sich in der Tür geirrt hat und eigentlich nicht zu der Psychologin wollte. Zino, wie der Sensenmann sich nennt, sucht dennoch Konakt zu Olivia und bittet sogar um ihre Hilfe. Bereitwillig nimmt Olivia sich des neuen Patienten an und begleitet ihn sogar zu seinen 'Klienten'. Aber hat der Tod sich wirklich in der Tür geirrt?
Der griechische Gott des Todes, Thanatos, schlägt sich in seiner menschlichen Gestalt mit sehr menschlichen Problemen wie Alkohol und Selbstzweifel herum. Er ist es leid, die Menschen am Ende ihres Schicksals auf die andere Seite zu begleiten und selbst keinerlei Einfluss nehmen zu können. Seine Darstellung gefiel mir sehr gut, ebenso wie die vielen mythologischen Fakten und Anspielungen auf die antiken Götter und die Unterwelt. Aber nicht nur hier bin ich voll auf meine Kosten gekommen. Das Buch habe ich quasi in einem Rutsch gelesen, es ist schön kurzweilig und das meine ich keineswegs als Kritik. Die Protagonistin Olivia und ihre Freundin Conny sind, ebenso wie ihre alltäglichen Probleme, scheinbar direkt aus dem Leben gegriffen und waren mir beide sehr sympathisch.
Der Schreibstil des Autors ist locker, gespickt mit viel Humor und doch werden auch immer wieder ernste Töne angeschlagen.
Wie geht man mit seinem Schicksal um? Möchte man wirklich wissen, wann das eigene Leben endet? Und welche Rolle spielt der unausweichliche Tod dabei? Auf sehr unterhaltsame Weise wurde ich beim Lesen mit vielen tiefgründigen Fragen konfrontiert.
Ein Buch zum Genießen und zum Nachdenken.
Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 17.11.2022

Eine Liebeserklärung an die Welt der Bücher

Die Bücher, der Junge und die Nacht
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Im Dezember 1943 wird die Stadt Leipzig Ziel eines Bombenangriffs der Alliierten. Viele Antiquariate werden zerstört, doch ein ganz besonderes Buch wird Dank eines zehnjährigen Jungen und eines Bücherdiebes ...

Im Dezember 1943 wird die Stadt Leipzig Ziel eines Bombenangriffs der Alliierten. Viele Antiquariate werden zerstört, doch ein ganz besonderes Buch wird Dank eines zehnjährigen Jungen und eines Bücherdiebes gerettet.
Mit dieser Szene beginnt der neue Roman von Kai Meyer. Es ist das erste Buch, das ich von dem Autor gelesen habe. Von Beginn an war ich gefesselt von dem beeindruckenden Erzählstil, von der Sprache, von den Figuren und dem Gesamtbild.
Ein weiterer Handlungsstrang setzt etwa dreißig Jahre nach den oben geschilderten Ereignissen ein. Robert Steinfeld ist Bibliothekar und hat sich auf die Auflösung von privaten Sammlungen spezialisiert. Als seine Kollegin, Konkurrentin und gleichermaßen On-off-Beziehung Marie ihn um einen Gefallen bittet, folgt Robert ihr nach München. Gemeinsam kommen die beiden einem Geheimnis auf die Spur, das seinen Anfang in den 1930er Jahren nahm. Damals war Roberts Vater, Jakob Steinfeld, Buchbinder im Graphischen Viertel. Er und ein weiterer Charakter, Grigori Gromov, sind mir besonders ans Herz gewachsen. Sie in einer Zeit zu begleiten, in der die Nationalsozialisten nicht nur die Politik sondern auch die Gesellschaft immer mehr unter ihre Kontrolle bringen, in der Zivilisten von Angehörigen der SA terrorisiert werden, war sehr bedrückend und erzählerisch einfach mitreißend.
Mehrere Handlungsstränge erzeugen über verschiedene Zeitebenen einen Spannungsbogen, der bis ganz zum Schluss anhält. Ich habe mitgerätselt, mitgefiebert, wollte immer weiterlesen und dann war das Buch viel zu schnell zu Ende.
Ich habe keine Kritik an diesem Roman. Eine absolut lesenswerte Geschichte, die für alle Bibliophilen ein Genuss ist!

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Veröffentlicht am 28.10.2022

Eine Hommage an die Queen

Queen of Our Times
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Queen Elizabeth II. oder einfach nur 'Die Queen', jedem ist die am 8. September 2022 verstorbene britische Monarchin ein Begriff. Geboren am 21. April 1926 als Elizabeth Alexandra Mary. Mehrere Generationen ...

Queen Elizabeth II. oder einfach nur 'Die Queen', jedem ist die am 8. September 2022 verstorbene britische Monarchin ein Begriff. Geboren am 21. April 1926 als Elizabeth Alexandra Mary. Mehrere Generationen sind mit ihr als Staatsoberhaupt groß geworden.
Mit "Queen of Our Times: Das Leben von Queen Elizabeth II." hat Robert Hardman eine umfassende Biografie geschaffen, die die Queen nicht nur als Person würdigt, sondern sie und ihr Wirken auch in einen historischen Kontext einordnet. Robert Hardmann ist Autor, Journalist und Adelsexperte. Für diese Biografie durfte er mehrere Mitglieder der Royal Family interviewen und außerdem auf Informationsmaterial zurückgreifen, das den meisten Journalisten und der Öffentlichkeit verschlossen bleibt. Entstanden ist ein akribisch und sehr detailliert aufgeführter Lebenslauf der Queen, der sich trotz der vielen Personen und politischen Ereignisse spannend lesen lässt. Chronologisch und ohne überflüssig viele Jahreszahlen zu nennen, führt Hardman durch das Leben von Queen Elizabeth II. und durch mehr als 70 Jahre Regentschaft.
Auf Politisches möchte ich hier gar nicht zu sprechen kommen, denn das tut auch der Autor stets nur objektiv. Allgemein möchte ich betonen, dass mich die Objektivität des Autors beeindruckt hat. Ich persönlich habe mich ein wenig wie im Geschichtsunterricht gefühlt, einem unterhaltsamen und, in Bezug auf Wissen, nachhaltig geprägten Geschichtsunterricht.
Über die Queen als Person durfte ich ein klein wenig mehr erfahren, ebenso wie über andere Mitglieder des britischen Königshauses. Die ein oder andere amüsante Anekdote hat mich wirklich zum Schmunzeln gebracht, I'm very amused!
Eine beeindruckende Biografie über Queen Elizabeth II., über eine unvergleichliche Frau, die ihr Leben der Krone und ihrem Volk gewidmet hat. Dieses wunderschöne Buch wird einen besonderen Platz in meinem Bücherregal bekommen.

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Veröffentlicht am 03.10.2022

Ein Auftragsmörder, der keiner sein will

Monsieur le Comte und die Kunst des Tötens
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Am Sterbebett seines Vaters muss Lucien schwören, die Tradition der Familie fortzusetzen. Daran wäre nichts ungewöhnlich, wenn diese Tradition nicht bedeuten würde, Auftragsmorde zu begehen und sein Vater ...

Am Sterbebett seines Vaters muss Lucien schwören, die Tradition der Familie fortzusetzen. Daran wäre nichts ungewöhnlich, wenn diese Tradition nicht bedeuten würde, Auftragsmorde zu begehen und sein Vater nicht bei einem dieser Aufträge tödlich verletzt worden wäre. Die Adelsfamilie de Chacarasse entstammt einer Reihe von Assassinen, die bereits im Dienste der Medici und des Vatikans standen. Jetzt also soll Lucien diese Tradition fortsetzen. Der Lebensstil des jungen Mannes sieht jedoch ganz anders aus. Er betreibt ein Restaurant, das P'tit Bouchon, ist gutem Essen, Wein und auch den Frauen nicht abgeneigt, kurzum: Lucien genießt das Leben. Nach dem Tod seines Vaters sieht Lucien sich mit Herausforderungen konfrontiert, die er gerne vermieden hätte, aber kann er sich seiner Bestimmung einfach so entziehen?
Ein ausgebildeter Auftragsmörder, der sich weigert zu töten. Was ist das bitte für eine Grundlage für einen Kriminalroman? Eine unglaublich faszinierende, muss ich sagen. Schon nach wenigen Seiten hat mich nicht nur das südfranzösische Flair in seinen Bann gezogen, auch Lucien war mir direkt sympathisch. Ja, er ist jemand, den man durchaus als Frauenheld bezeichnen könnte, aber er ist grundsätzlich ein anständiger junger Mann, dem die Familie sehr viel bedeutet und der sehr viel Humor besitzt. Mit der Haushälterin Rosalie verbindet ihn eine enge Freundschaft. Die alte Dame weigert sich partout ein Hörgerät zu tragen und ist einem Gläschen Hochprozentigem nie abgeneigt.
Hier stimmt einfach das Gesamtpaket: eine Story mit viel Potential, sehr unterhaltsamer Umsetzung und vielschichtigen Charakteren.
Ich freue mich sehr, dass dies der erste Teil einer neuen Serie ist. Hoffentlich lässt der zweite Teil nicht lange auf sich warten. Womit Lucien sich dann beschäftigen könnte, wurde am Ende dieses Buches bereits angedeutet.

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Veröffentlicht am 18.09.2022

Alles was das Back-Herz

Das große Brotbackbuch
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"Das große Brotbackbuch" macht seinem Namen alle Ehre. Auf 350 Seiten werden mehr als 120 Rezepte für Brot und Gebäck vorgestellt. Von klassischem Brot über süße und herzhafte Varianten, ist alles dabei ...

"Das große Brotbackbuch" macht seinem Namen alle Ehre. Auf 350 Seiten werden mehr als 120 Rezepte für Brot und Gebäck vorgestellt. Von klassischem Brot über süße und herzhafte Varianten, ist alles dabei was das Herz begehrt.

Auf den ersten Seiten gibt es eine kleine Einführung in die Welt des Brotbackens. Christina ermuntert dazu, direkt mit einem einfachen Rezept zu starten. Sie stellt verschiedene Zutaten, Mehlsorten, Hefe und Gewürze vor und veranschaulicht verschiedene Knet- und Formvarianten in Schritt-für-Schritt Anleitungen und Bilder-Serien.

Sowohl für Neulinge, was das Backen betrifft, als auch für bereits erprobte Bäcker*innen sind hier tolle Rezepte dabei, die nicht zuletzt Dank der appetitanregenden Bilder zum Backen und Ausprobieren einladen. Neben Broten sind in diesem Buch auch Rezepte für Snacks und süße Verführungen zu finden. Vielleicht traue ich mich demnächst auch endlich an meinen ersten Sauerteig. Das Rezept für den Laugenkranz habe ich sofort ausprobiert. Zuvor hatte ich noch nie mit Lauge gearbeitet, aber es war gar nicht so schwer wie befürchtet. Ich weiß gar nicht, welche Rezepte ich als nächstes ausprobieren werde, die Auswahl ist so groß! Ein Backbuch, an dem ich sicher noch einige Zeit meine Freude haben werde.

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