Profilbild von Corinne

Corinne

Lesejury Star
offline

Corinne ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Corinne über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.11.2023

Eher zäh

Die Essenz der Königin
0

Als Katta vom Einkaufen nach Hause läuft, begegnet sie einem geheimnisvollen Jungen, der sie in eine Parallelwelt entführt. Hier stehen die Tiere in der Nahrungskette ganz oben und die Menschen ähneln ...

Als Katta vom Einkaufen nach Hause läuft, begegnet sie einem geheimnisvollen Jungen, der sie in eine Parallelwelt entführt. Hier stehen die Tiere in der Nahrungskette ganz oben und die Menschen ähneln Primaten. Katta wird von den Tieren um Hilfe auf der Suche nach einer Essenz gebeten. Überrumpelt stürzt sie sich ins Abenteuer, das noch viele Prüfungen für sie innehalten wird.

„Die Essenz der Königin“ hat grundsätzlich viel Potential: In einem Fantasy-Setting wird Gesellschaftskritik geübt – so zum Beispiel in Bezug auf den Umgang der Menschen mit Tieren, der Umwelt und der Natur. Die Existenz einer Parallelwelt, in der die Tiere herrschen, ist eine interessante Idee. Leider mangelte es für meinen Geschmack an der Umsetzung und der Roman konnte mich nicht überzeugen. Einerseits war mir der Sprachstil zu sperrig und ungelenk. Andererseits fehlte es mir an Spannung und sympathischen Charakteren. Selbst mit der Hauptfigur Katta konnte ich mich nicht so recht anfreunden. Katta lässt sich an vielen Punkten einfach mitreißen und treiben, eine reflektierte Protagonistin ist sie leider nicht. Die gesellschaftskritischen Einwürfe wirkten auf mich oberlehrerhaft und nicht als Denkanstöße. Insbesondere auch die inhaltlichen Sprünge zu Beginn des Romans verwirrten mich sehr und störten meinen Lesefluss. Insgesamt hatte ich Schwierigkeiten, den Roman überhaupt zu beenden, denn ich empfand den Verlauf der Geschichte als sehr zäh. Schade!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.11.2023

Eine Enttäuschung

When The King Falls
0

Inhalt: London, Gegenwart. Seit Jahrhunderten herrschen die Vampire mit harter Hand über die Menschheit. Doch im Untergrund hat sich eine Rebellion gebildet. Eine Gruppe von Menschen, die nicht länger ...

Inhalt: London, Gegenwart. Seit Jahrhunderten herrschen die Vampire mit harter Hand über die Menschheit. Doch im Untergrund hat sich eine Rebellion gebildet. Eine Gruppe von Menschen, die nicht länger bereit ist, diese Unterdrückung hinzunehmen. Auch Florence ist Teil des Widerstands und wurde von Geburt an auf ihre bevorstehende Aufgabe vorbereitet. Mit ihr hat die Rebellion erstmals die Chance, eine Attentäterin ins Crimson Heart, das Schloss des Vampirkönigs, einzuschleusen. An jeder Wintersonnenwende wählt der König eine neue Blutbraut aus, von der er sich nähren wird. Und dieses Jahr gehört Florence zu den Kandidatinnen. Sie soll ihn dazu bringen, sich für sie zu entscheiden, sie zu begehren, ihr zu vertrauen. Und sie wird all das gegen ihn benutzen, um ihn zu töten. Es sei denn, ihr eigenes Herz verrät sie …

Ein so viel versprechender Klappentext - Fantasy mit Vampiren - ich war total angefixt! Leider hat der Roman nicht gehalten, was er verspricht. Im Kern geht es durchgehend nur um die sich entwickelnde Liebesgeschichte zwischen Florence und dem König. Obwohl die Protagonistin sich selbst als Attentäterin beschreibt, ist sie von Anfang an ein vollkommen verunsichertes Mäuschen und fühlt sich zu dem Vampirkönig, den sie ja eigentlich absolut verabscheut hingezogen. Leider kein guter Aufbau und eine platte Story mit viel zu zarten Fantasy-Elementen. Mit Vampiren hatte der Roman mehr oder weniger nichts zu tun. Für mich ein Flop!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.04.2023

Überbewertet

Die Tage in der Buchhandlung Morisaki
0

Die 25-jährige Takako hat einen Job, eine Wohnung in Tokio und einen festen Freund. Als dieser ihr eines Abends freudig eröffnet, er werde heiraten – und zwar eine andere –, fällt sie aus allen Wolken. ...

Die 25-jährige Takako hat einen Job, eine Wohnung in Tokio und einen festen Freund. Als dieser ihr eines Abends freudig eröffnet, er werde heiraten – und zwar eine andere –, fällt sie aus allen Wolken. Vor Kummer verkriecht sie sich und kündigt ihren Job. Als ihr Onkel ihr anbietet, eine Zeitlang in seinem Antiquariat im berühmten »Bücherviertel« Tokios, Jimbōchō, auszuhelfen und dort auch unterzukommen, findet sie das zwar zunächst alles andere als reizvoll, willigt aber ein. Doch in dem kleinen Zimmer über dem Laden, inmitten von Büchern, entdeckt sie ihre Leidenschaft fürs Lesen – und schöpft allmählich wieder neue Kraft.

Nach diversen Rezensionen, Vorschusslorbeeren und Werbungsannoncen war ich auf diesen Roman extrem gespannt. Ich hatte hohe Erwartungen und auf eine inspirierende, berührende und Hoffnung stiftende Geschichte erwartet. Leider wurden meine Erwartungen nicht getroffen. Der Roman wird meiner Meinung nach viel zu sehr gehyped für eine durchschnittliche Geschichte. Die Protagonistin Kakao erschien mir mehrfach ich-bezogen und dadurch nicht sonderlich sympathisch. Die Lebensweisheiten einzelner Figuren wirkten wir Allgemeinplätze und die Liebesgeschichte fand ich traurig. Schade, es hat mich nicht erreicht!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.12.2022

Kann ich eine gute Mutter sein?

MTTR
0

Theresa stellt fest, dass sie schwanger ist – doch Freudentränen wollen nicht so recht aufkommen, obwohl sie seit Wochen Folsäure einnimmt. Als Kind liebloser, teils gewalttätiger Eltern und geplagt von ...

Theresa stellt fest, dass sie schwanger ist – doch Freudentränen wollen nicht so recht aufkommen, obwohl sie seit Wochen Folsäure einnimmt. Als Kind liebloser, teils gewalttätiger Eltern und geplagt von der Frage: „Kann ich eine gute Mutter sein?“ plant sie eine Abtreibung. Ihr Partner Erk unterstützt sie dabei bedingungslos. Doch in der Abtreibungsklinik wirft Theresa alle Pläne um und entscheidet sich, das Baby zu behalten. Wird sie ihrem Kind geben können, was sie sich selbst gewünscht hätte?

In ihrem Roman MTTR stellt Julia Friese ihre Protagonistin Theresa ungeschönt und ohne jeglichen Kitsch vor Fragen und Anforderungen, mit denen sich (nahezu) jede Frau im Leben konfrontiert sieht: Will ich Kinder haben? Wie sehr beeinflusst diese Entscheidung mein berufliches und privates Leben? Kann ich eine gute Mutter sein? Auch, wenn meine Eltern mir selbst keine guten Eltern waren? (…) Ein unglaublich wichtiges und schwieriges Thema. Ich war sehr gespannt auf den Roman, weil mich viele Fragen davon tangierten. Leider wurde ich durch den ungewohnten und doch sehr unbequemen Sprachstil, der aus kurzen Sätzen mit teilweise nur einzelnen Worten und ständigen Gedankensprüngen besteht, sehr abgestoßen. Hierdurch wurden bei mir jegliche Emotionen im Keim erstickt. Auch mit der Protagonistin Theresa konnte ich einfach nicht warm werden, obwohl ihre Zerrissenheit und Gedankenwelt gut dargestellt wurde. Die Nüchternheit, dieses Thema zu betrachten, empfinde ich grundsätzlich als wertvoll, die tatsächliche Umsetzung hat mir leider gar nicht gefallen. Den Roman empfand ich insgesamt als furchtbar sperrig, ein Vorankommen kaum möglich und die Stimmung zu melancholisch. Schade!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.12.2022

Nicht überzeugend

Die rätselhaften Honjin-Morde
0

Inhalt: Es ist der Winter 1937, und der Ort Okamura befindet sich in heller Aufruhr: schon bald wird die renommierte Ichiyanagi-Famile ihren Sohn vermählen. Aber unter den Tratsch über das anstehende Fest ...

Inhalt: Es ist der Winter 1937, und der Ort Okamura befindet sich in heller Aufruhr: schon bald wird die renommierte Ichiyanagi-Famile ihren Sohn vermählen. Aber unter den Tratsch über das anstehende Fest mischt sich ein besorgniserregendes Gerücht: ein maskierter Mann streift durch das Städtchen und fragt die Leute zu den Ichiyanagis aus. In der Hochzeitsnacht dann erwacht die Familie durch einen furchtbaren Schrei, auf den eine unheimliche Melodie folgt. Ja, der Tod ist nach Okamura gekommen und hat keine weitere Spur als ein blutiges Samurai-Schwert hinterlassen, das im reinen Schnee im Hof des Hauses steckt. Der Mord am frisch vermählten Paar gibt Rätsel auf, war doch das Schlafzimmer von innen verschlossen. Doch der private Ermittler Kosuke Kindaichi will den Fall unbedingt lösen.

Als großer Fan von Agatha Christie musste ich diesen Roman unbedingt in die Finger kriegen. Angekündigt als japanische Antwort auf Hercule Poirot war meine Erwartungshaltung dementsprechend hoch. Leider bin ich sehr enttäuscht worden. Die gesamte Geschichte ist regelrecht langatmig, die Figuren überwiegend unsympathisch und Agatha Christies Flair fehlte mir leider vollkommen. Den privaten Ermittler Kindaichi empfand ich zwar als etwas wunderlich, aber nicht uninteressant. Dennoch konnte mich der Plot nicht überzeugen, die gesamte Geschichte war mir viel zu konstruiert und unglaubwürdig. Zudem wirkte der Erzählstil wie ein Polizeibericht, was verhinderte, dass ich mit der Geschichte warm werden konnte. Schade!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere