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Veröffentlicht am 12.02.2023

Spannend, aber nicht fesselnd genug

Die zehntausend Türen
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„[…] ich glaube nämlich daran, dass jede Geschichte eine Liebesgeschichte ist, wenn man sie auf genau die richtige Weise im Licht der Abenddämmerung anschaut[…].“ (S. 55)

January lebt zu Beginn des 20. ...

„[…] ich glaube nämlich daran, dass jede Geschichte eine Liebesgeschichte ist, wenn man sie auf genau die richtige Weise im Licht der Abenddämmerung anschaut[…].“ (S. 55)

January lebt zu Beginn des 20. Jahrhundert in Haus Locke in Vermont. Als Mündel des reichen Mr. Locke ist sie vor allem eine Kuriosität. „Die Leute sind meinetwegen immer verwirrt. Das liegt daran, dass meine Haut kupferrot ist, als wäre ich von oben bis unten mit Zedernholzstaub bedeckt, ich aber helle, runde Augen habe. Dazu die teuren Kleider … […] Mr. Locke sagte immer, das ich »so eine Art Zwischenwesen« sei.“ (S. 15) Januarys Vater arbeitet für Mr. Locke und reist auf der ganzen Welt umher und bringt Schätze für Mr. Locke nach Hause. Doch den größten Schatz vergißt er dabei: seine eigene Tochter. Bis er eines Tages verschwindet und Januarys Leben völlig aus den Fugen gerät.

Die Zehntausend Türen ist ein Buch im Buch, welches January auf magische Art und Weise in die Finger gerät, ihr Trost spendet und ihr eine Geschichte erzählt, die viel mit ihrem eigenen Leben gemeinsam hat. Es handelt von Türen, die nicht einfach von einem Raum in einen anderen führen. „Diese Türen führen in die Anderswelt, nach Walhalla, Atlantis und Lemuria, in den Himmel und die Hölle, in all jene Richtungen, in die du nicht mithilfe eines Kompasses finden kannst, ins Anderswo.“ (S.8) „Türen lassen Wandel ein. Und daraus entwickelt sich alles Weitere: Revolutionen, Widerstand, Handlungsfähigkeit des Einzelnen, Umstürze, Erfindungen, Zusammenbrüche, Reformationen – kurzum die bedeutendsten Impulse der Menschheitsgeschichte.“ (S. 82)
Doch es gibt auch Leute, die diese Türen geschloßen haben wollen, die sich vor Wandel fürchten und eine beständige, scheinbar sichere Welt wollen. Und sie wollen January.

Ich habe die Geschichte der Türen sehr genossen, January war mir jedoch unsympathisch. Erst auf den letzten 100 Seiten hat sie ihr Potential erkannt und entfaltet, doch dafür ist das Buch einfach zu dick. Bis dahin habe ich jedem weiteren Kapitel über Türen entgegengefiebert und war fast schon gelangweilt von Januarys eigener Geschichte. Sie ist einfach zu brav.
Vor allem hat mich an ihrer Geschichte jedoch die Betonung der Hautfarben gestört. Ich verstehe, daß Schwarze Anfang des 20. Jahrhunderts keine Freude in den USA hatten und daß das eine maßlose Untertreibung ist. Aber es hätte der Geschichte kein Abbruch getan, die Geschehnisse für sich sprechen zu lassen, statt alles mit der Hautfarbe zu erklären. Der Zusammenhang wäre schon deutlich gewesen, da January als Zwischenwesen nirgends richtig hineingepaßt hat. Zeigen, nicht erzählen.

Obwohl Die zehntausend Türen absolut spannend klang, hat es mich nicht durchgängig fesseln können. Trotzdem sollte jeder, der neugierig ist, den Weg zu einer Tür wagen. Und dieses Buch besteht aus zehntausend Türen!

„Später fand ich heraus, dass ihr Volk keine höhere Zahl als Zehntausend kannte. Sagte man, dass etwas zehntausendmal existierte, bedeutete das, es sei zwecklos, es zu zählen.“ (S. 214)

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Veröffentlicht am 28.01.2023

Spannender, aber nicht so sympathische Protagonistin

Jäger der Schatten
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„Eine Geschichte muss von Anfang bis zum Ende erzählt werden. Wenn man den Beginn nicht kennt, kann man das Ende nicht verstehen.“ (S. 254)

„Louise. Das Schattenmädchen. Weißes Haar und weiße Haut; so ...

„Eine Geschichte muss von Anfang bis zum Ende erzählt werden. Wenn man den Beginn nicht kennt, kann man das Ende nicht verstehen.“ (S. 254)

„Louise. Das Schattenmädchen. Weißes Haar und weiße Haut; so bleich, dass jede einzelne rote Ader wirkt wie die erhabene Narbe einer schrecklichen Verletzung. […]
Dort, wo normale Menschen Pupillen haben und eine Iris in jedem Auge, habe ich nichts davon.
Meine Augen sind einfach nur pechschwarz. Durch und durch.“ (S. 29) Im Zirkus Ora ist Louise eine gefürchtete Attraktion, die in einem goldenen Käfig knurrend zur Schau gestellt wird und Frauen in Ohnmacht fallen läßt. Doch in Wirklichkeit ist sie ein ungefähr 17jähriges Mädchen, das einfach nur im Wind tanzen möchte.
Im Zirkus Ora gibt es auch noch die Zwergin Dorothea, die wie eine Mutter für Louise ist, den etwa elfjährigen Jungen Maku, der ein Wilder mit Tattoos im Gesicht und spitzen Zähnen sein soll, Madame Rosa, eine Wahrsagerin, Eli, den Windtänzer, und einige mehr. Abends verzaubern sie die Gäste des Zirkus, und nachts steigen sie bei reichen Menschen in die Häuser ein und rauben sie aus. Doch eines Abends geht etwas schief und Eli wird entführt.

Louise kennt kein anderes Leben als den Zirkus, zu dem sie als Findelkind schon in jungen Jahren kam. Als Eli entführt wird, nimmt sie sich vor, ihn zu retten. Ihr erster Anhaltspunkt sind die Geschichten von der Wahrsagerin Madame Rosa, die sie auf die Spuren der Achai führt.
Die Achai wandelten einst auf Erden und haben die Welt mit Furcht und Schrecken überzogen, bis sie von den Menschen in die Schatten gedrängt wurden. Dort warten sie auf die Rückkehr ihrer Macht, und den Untergang der Menschheit.
Auf ihrer Suche nach Eli trifft Louise auf die Wächter, die endlich Lichts ins Dunkle bringen.

Jäger der Schatten handelt nicht nur von Louise, wie sie auszog, Eli zu retten, sondern ist auch ein Buch voller Geschichten, die erzählt werden wollen. Die Charakterbeschreibungen integrieren sich in den Zirkusalltag und sind sehr detailliert. Die Welt und ihre Politik runden das Gesamtbild ab. Dabei entspinnt sich die Entführung und Suche wie ein roter Faden, der alles miteinander verbindet.
Trotzdem ist Louise eine Träumerin, ohne Sinn und Verstand. Das könnte an ihrem Leben im Zirkus liegen, der fern von jeder Realität existiert, oder von ihren Büchern. Obwohl sie an die Wissenschaft glaubt, scheint sie an die Wirkung von Drogen auf den Körper nicht so sehr zu glauben. Ungeachtet all der Warnungen, und ohne Rücksicht auf (körperliche) Verluste, setzt sie ihren Willen durch. Naiv wirft sie mit Versprechungen um sich, auch wenn die Gründe nobel sind.
Man kann dieses Buch als Liebesgeschichte beschreiben, doch mit ungeahnten Wendungen und völlig ohne Romantik. Es ist auch ein Abenteuerroman, und voller Phantasie und Schatten. Wer über Louises Naivität hinweg schauen kann und ausführlichen Charakterentwicklungen angetan ist, dem kann ich Jäger der Schatten nur empfehlen.

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Veröffentlicht am 19.12.2022

Unterhaltsam

Pünktlich wie die Maurer
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„Umgekehrt wird ein Schuh draus.“ (S. 105)

In diesem Buch finden sich viele Sprichwörter, unterteilt nach Handwerksbereichen, z.B. Maurer, Steinmetze, Bildhauer, oder Zimmerer, Schreiner, Tischler, Drechsler, ...

„Umgekehrt wird ein Schuh draus.“ (S. 105)

In diesem Buch finden sich viele Sprichwörter, unterteilt nach Handwerksbereichen, z.B. Maurer, Steinmetze, Bildhauer, oder Zimmerer, Schreiner, Tischler, Drechsler, oder Weber, Färber und Schneider, um nur drei Kapitel zu nennen. Zu Beginn gibt es ein rotes Deckblatt und daneben eine Einführung auf rosa Grund. In dieser Einführung gibt es eine kleine geschichtliche Einordnung und einige eindeutige oder gängige Sprichwörter. Anschließend folgen die zum Handwerk passenden Sprichwörter, ihre Bedeutung und ein ausführlicherer Hintergrund.
Im Hintergrund sind Informationen erwähnt, wie es zu dem Sprichwort kommt, wie es sich entwickelt hat, woher es ursprünglich stammt und häufig auch geschichtliche Daten. Manchmal ist der Hintergrund jedoch auch nur eine erweiterte Ausführung der Bedeutung, was weder unterhaltsam noch besonders spannend ist (zum Beispiel „ein Rohr verlegen“ auf S. 176). Eins der unnötigeren Sprichwörter.
Zu Beginn wird Gott häufig als Handwerker bezeichnet und erklärt, in wie fern er ebenfalls in die einzelnen Sparten gehört, z.B. weil er die Menschen aus Lehm geformt hat. Nach dem dritten göttlichen Bezug hatte ich schon keine wirkliche Lust mehr weiterzulesen, da der christliche Glaube kein bestehender Bestandteil dieser Sprichwörter ist.
Obwohl es vor allem um ältere und bekannte Sprichwörter geht, gibt es durchaus auch Erwähnung von modernen oder auch englischen Varianten, die nicht explizit übersetzt wurden. Das war schade, denn dies setzt voraus, daß alle Leser Englisch lesen und verstehen können.

Es gibt viele Sprichwörter, die ich sehr interessant fand und auch, woher sie eigentlich kommen. Zum Beispiel wenn etwas für die Katz ist (S. 51), Nägel mit Köpfen machen (S. 53), oder woher der Begriff des billigen Abklatsches (s. 141) stammt.
Doch gab es auch viele, die ich gar nicht kannte, nicht verwende und daher nur grob überflogen habe. Ich kann mir aber vorstellen, wenn jemand großes Interesse an der deutschen Sprache hat, wird er Freude an diesem kleinen Büchlein haben. Wenn diese Person dann noch über den inflationären Gebrauch von „sprichwörtlich“ hinwegsehen kann, umso besser.

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Veröffentlicht am 03.12.2022

Seltsam

Zirkus der Wunder
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„Ihre Schüchternheit ist entwaffnend. Er weiß nicht, wie er sie kontrollieren soll.“ (S. 197)

„Als Victors Geschöpf zu mächtig wurde, musste er es vernichten.“ (S.358, Anspielung auf Victor Frankenstein)

Im ...

„Ihre Schüchternheit ist entwaffnend. Er weiß nicht, wie er sie kontrollieren soll.“ (S. 197)

„Als Victors Geschöpf zu mächtig wurde, musste er es vernichten.“ (S.358, Anspielung auf Victor Frankenstein)

Im Zirkus der Wunder dreht sich nicht alles um Nell, wie es der Klappentext andeutet. Es ist eher eine Dreiecksbeziehung zwischen Nell, dem Impresario Jasper Jupiter und seinem ständig im Schatten stehenden Bruder Toby Brown. Wer eine romantische Zirkusgeschichte mit dem „sensiblen Toby“ erwartet, wird enttäuscht werden. Es ist viel mehr ein großes Drama um Ausgrenzung, anders sein, Schuld, Ehrgeiz und Erinnerungen an einen längst vergangenen Krieg.

Zu Beginn lernt der Leser Nells Leben kennen; die schüchterne 19jährige pflückt Veilchen und kandiert sie für den Weiterverkauf. Ihr ein Jahr älterer Bruder ist ihr liebster Mensch und er verteidigt sie gegen die Dorfbewohner und den Rest der Welt. Zunächst dachte ich, Nell wäre geistig zurückgeblieben, bis wenige Seiten später klar wird, daß etwas mit ihrer Haut nicht stimmt. „Sein Blick gleitet über ihre Hände, ihre Wangen.“ (S. 11) Nell hat sehr auffällige Leberflecken, einen besonders großen im Gesicht. Deswegen hält ihr Vater sie für ein Wechselbalg: „Sie bringt uns Unglück, das habe ich schon am Tag ihrer Geburt gesagt.“ (S.11); deswegen meiden die anderen Dorfbewohner sie, und andere Kinder machen sich über sie lustig.
Als Jasper Jupiters Zirkus der Wunder in Nells kleines Dorf kommt, sieht ihr Vater darin die Chance, sie endlich los zu werden. „Da begreift sie, dass sie nie wieder nach Hause kann. Ihr Leben hat sich unwiderruflich verändert. Ihr Vater hat sie verkauft – wie könnte sie jemals wieder mit ihm unter einem Dach leben?“ (S. 108)

Jasper hat schon als Kind von einem gemeinsamen Zirkus mit seinem Bruder Toby geträumt. Doch der Krieg an der Krim hat alles verändert und Toby steht tief in seiner Schuld. So ist aus Jasper Brown der Impresario Jasper Jupiter geworden, mit dem aufregendsten Zirkus voller Wunder, während Toby körperlich hart arbeitet und manchmal die Künstler photographiert. „Seit er denken kann, hat er es darauf angelegt, seinen Bruder neidisch zu machen.“ (S. 259)

Toby ist sehr in sich gekehrt, der schweigsame, körperlich hart arbeitende Bruder, der immer im Schatten steht. Doch als er Nell zum ersten Mal sieht, löst das etwas in ihm aus. „Irgendwie fühlt sich der Moment intim an, es ist, als hätte Toby hier nichts zu suchen. Aber er ist von der ruhigen Ekstase ihrer Bewegungen gefesselt.“ (S. 15) Er gerät in einen Zwiespalt, ob er Japser von dem Mädchen mit den Leberflecken erzählen soll, oder sie sein Geheimnis bleibt.

Es entsteht eine Energie zwischen diesen drei Protagonisten, die nicht immer leicht zu verfolgen ist. Müßte ich das Buch in einem Wort zusammen faßen, wäre es „seltsam“. Nicht unbedingt, weil die Zirkuskünstler sogenannte Launen der Natur sind, denn menschlich gesehen sind sie sehr viel angenehmer als zum Beispiel Nells Vater. Aber die Bilder, die durch die Wortwahl der Autorin entstehen, haben zuweilen einen Knick. „Auf einmal merkt sie, dass sie zittert, und der Horizont ist so schief wie ein umgekipptes Glas.“ (S. 266)
Spannend war die wechselnde Perspektive zwischen Nell, Jasper und Toby, mit Erinnerungen der beiden Brüder gespickt, war ein roter Faden durchgängig zu erkennen. Und dann haben sie alle eine Eigendynamik entwickelt und alles lief schief.

Ein Satz hat das Buch ziemlich gut zusammengefaßt, da es aber ein dicker Spoiler ist, seid hiermit gewarnt!
„Als das Zelt abbrannte, fing Nells Leben an, und das von Jasper war zu Ende. Und Toby – Toby war irgendwo dazwischen gefangen.“ (S. 420)

Zirkus der Wunder ist ein ganz eigenartiges Buch, spannend, aber irgendwie auch langatmig. Die Charakterentwicklungen sind anschaulich dargestellt und nachvollziehbar. Trotzdem war ich froh, als das Buch endlich zu Ende war.

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Veröffentlicht am 08.05.2022

bestimmt hilfreich für Suchende

Macht des geschriebenen Wortes
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Macht des geschriebenen Wortes ist ein Ratgeber, um Ziele und Wünsche im Leben zu erreichten, und benutzt die Tagebuch-Methode. Er umfasst 12 Wochen mit unterschiedlichen Schreibaufgaben, die von persönlichen ...

Macht des geschriebenen Wortes ist ein Ratgeber, um Ziele und Wünsche im Leben zu erreichten, und benutzt die Tagebuch-Methode. Er umfasst 12 Wochen mit unterschiedlichen Schreibaufgaben, die von persönlichen Geschichten der Autorin näher erklärt werden. Am Ende eines jeden Kapitels für jede Woche gibt es eine Liste mit den Aufgaben der Woche und eine positive Beteuerung.

Woche 1 gilt den Vorbereitungen; die Aufgabe besteht aus dem Kauf eines Notizbuches und das Unterbringen des ersten bejahenden Satzes auf oder in diesem. Außerdem soll man sich überlegen, wann man täglich 15 Minuten zum Schreiben in seine Routine einbringen will. Es werden Vorschläge angeführt, wie diese Verabredung mit sich selbst gestaltet werden könnte, z.B. mit ruhiger Musik, Kerzen, in der Natur oder in einem Café.
In der zweiten Woche gibt es als Aufgabe, alles niederzuschreiben, was man möchte. Und wenn nichts einfällt, kann man auch die Tasse vor einem, die Umgebung oder Menschen beschreiben.
Für jede weitere Woche gibt es neue Aufgaben, mit dem Ziel sich selbst (besser) kennen zu lernen und das Positive in sein Leben zu bringen. Dabei werden Methoden wie Glaubenssätze umwandeln, Dankbarkeit und Perspektivwechsel in Streitgesprächen angewandt.

Es gibt verschiedene Typen von Menschen und dementsprechend auch Schreibern. Es gibt die ausschweifenden, die schwafelnden, die blumig schreibenden und die, die auf den Punkt kommen. Ich gehöre zu den letzten und konnte in der zweiten Woche gut alles aufschreiben, was mir eingefallen ist.
In der dritten Woche sollte man so richtig negativ sein, alles aufschreiben, was einen nervt, aufwühlt, belastet. Das fiel mir recht schwer, weil ich mich eher an „globaleren Problemen“ störe, als an Situationen mit Menschen, zumal ich in dieser Woche gar nicht draußen war und dementsprechend gar keine Reibepunkte hatte. Was ich einmal aufgeschrieben habe, muss nicht wieder durchgekaut werden. Die Autorin hat empfohlen, in dieser Woche ausfallend zu werden und zu fluchen was das Zeug hält, doch das liegt mir einfach überhaupt nicht. Wie soll man schöne Dinge in sein Leben lassen, wenn die eigene Sprache schon nicht schön ist.
Selbst in der fünften Woche, in der wir den perfekten Tag in fünf Jahren wünschen sollten, wurde mein Schreibfluss eher gehemmt. Meine gewünschte Zukunft ist nicht so viel anders als mein Leben jetzt. Jeden Tag das Gleiche aufschreiben, ist langweilig. Auch wenn Wiederholungen durchaus den Wunsch festigen können.
Ab der siebten Woche habe ich die Schreibwochen entweder abgekürzt oder übersprungen, weil ich keine Konflikte habe, in denen ich die Perspektive wechseln könnte, meine Glaubenssätze schon gewandelt sind und ich Komplimente und kleine Dinge im Leben meistens gut annehmen kann.

Dieses Buch ist für Menschen, die etwas an ihrem Leben ändern wollen: schlechte Gewohnheiten ablegen, Geld oder Zeit sparen, den Job und/ oder Partner wechseln, Selbstbewusstsein aufbauen und sich mehr lieben lernen. Es gibt einen Impuls, Zeit mit sich selbst zu verbringen, sich genau zu beobachten und klar zu werden, was man ändern möchte.
Ich bin mir sicher, daß es vielen helfen wird, für mich ist es jedoch nichts. Die Beispiele aus dem Leben der Autorin fand ich für die jeweiligen Wochen hilfreich, die Erzählungen waren mir jedoch teilweise zu umgangssprachlich für einen Ratgeber.

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