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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.12.2022

Gefühlvoll geschrieben

We Are Like the Sea
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Lavender kehrt nach Jahren zurück nach Malcolm Island, dort hat sie von ihrem Onkel das Haus geerbt. Als Kind war sie jeden Sommer bei ihrem Onkel, doch seit zwölf Jahren hat sie die Insel nicht mehr betreten. ...

Lavender kehrt nach Jahren zurück nach Malcolm Island, dort hat sie von ihrem Onkel das Haus geerbt. Als Kind war sie jeden Sommer bei ihrem Onkel, doch seit zwölf Jahren hat sie die Insel nicht mehr betreten. Selbst an der Beerdigung ihres Onkels hat sie nicht teilgenommen. Auf der Insel lernt sie den freundlichen Jonne kennen, doch der zeigt sich voller Wut, als er erfährt, wer sie ist. Und doch muss Lavender erstmal im geerbten Haus wohnen bleiben…

Es ist eine alte Geschichte, die Lavender und Jonne daran hindert, Freunde zu werden. Was viel früher mal geschehen ist, das weiß der Leser anfangs noch nicht, erst nach und nach wird das Geheimnis um Lavenders Vergangenheit gelüftet. Das ist spannend zu lesen, fragt man sich doch von Anfang an, warum Jonne so wütend auf sie ist. Abwechselnd aus Lavenders und Jonnes Sicht erzählt, kann die Geschichte ihre beiden Protagonisten so gut beschreiben, dass man in die Gefühlswelt der beiden eintauchen kann. Insgesamt hat die Erzählung doch ein paar Längen, da hätte man so manches kürzen können. Insgesamt aber entsteht ein gefühlvoller New-Adult-Roman, der Lust auf eine Fortsetzung macht.

Trotz der Kritikpunkte empfehle ich das Buch gerne weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 24.12.2022

Eine interessante Zeitreise

Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit
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Joe Tournier kommt 1898 in die psychiatrische Klinik, nachdem er am Bahnhof Gare du Roi in Londres ohne jede Erinnerung angekommen ist. Wenig später erhält er eine rätselhafte Postkarte, die 90 Jahre lang ...

Joe Tournier kommt 1898 in die psychiatrische Klinik, nachdem er am Bahnhof Gare du Roi in Londres ohne jede Erinnerung angekommen ist. Wenig später erhält er eine rätselhafte Postkarte, die 90 Jahre lang unterwegs zu ihm war. Die Postkarte zeigt einen Leuchtturm auf einer Insel der Äußeren Hebriden, auf der Rückseite bittet ihn eine M, nach Hause zu kommen, wenn er sich erinnert. Doch woran soll er sich erinnern, und wer ist M? Joe lässt sich nach Schottland zu dem Leuchtturm versetzen – und ist unversehens auf einem Weg in die Vergangenheit. Plötzlich findet er sich wieder in der Schlacht zwischen England und Frankreich, die doch lange vor seiner Geburt entschieden wurde.

Wie hängen Vergangenheit und Zukunft zusammen? Was geschieht, wenn sich in der Vergangenheit etwas ändert, was eigentlich in der Zukunft schon stattgefunden hat? Die Geschichte schickt Joe auf eine interessante Zeitreise, in der er sich genau mit diesen Fragen beschäftigen muss. Genauso wie er auf der Suche nach sich selbst ist. Die Ereignisse sind für ihn äußerst verwirrend, und auch ich musste mich immer wieder sehr konzentrieren beim Lesen, um mit den verschiedenen Personen und den Veränderungen in der Zeit den Durchblick zu bewahren. Die Geschichte gerät zuweilen auch etwas langatmig, manches hätte man zusammenkürzen können. Der Plot hinter der Geschichte ist allerdings äußerst überzeugend, es ist ein spannendes Spiel mit verschiedenen Identitäten und Ereignissen.

Trotz aller Kritikpunkte hat mich die Geschichte mit der spannenden Idee dahinter in ihren Bann ziehen können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 22.12.2022

Spannende Schattenwelt

Book of Night
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Charlie Hall lebt in einer Welt, in der Schatten gestohlen werden können und sogar ein Eigenleben führen können. Charlie arbeitet als Barkeeperin und manchmal auch als Betrügerin, sie hat bereits einen ...

Charlie Hall lebt in einer Welt, in der Schatten gestohlen werden können und sogar ein Eigenleben führen können. Charlie arbeitet als Barkeeperin und manchmal auch als Betrügerin, sie hat bereits einen festen Namen in dem Bereich. Doch plötzlich findet sie sich wieder in einem Strudel aus Geheimnissen, Mord, Schattendieben und merkwürdigen Milliardären. Welche Rolle spielt dabei Charlies Freund?

Anfangs habe ich mich etwas schwer getan mit dieser Schattenwelt, konnte ich doch auf Anhieb nicht wissen, welche Regeln aus unserer Welt dort auch gelten und welche nur in einer Welt, in der Schatten so eine ganz andere Funktion haben als bei uns. Überhaupt hat das Buch so manche Länge, die gemeistert werden wollte. Hier hat die Geschichte einiges an Potential verschenkt. Der Plot selbst ist äußerst spannend angelegt, so dass ich mich gerne in Charlies Welt eingelesen habe. Mit ihr habe ich mich gefragt, wem sie überhaupt trauen kann, habe mich in äußerst gefährliche Situationen begeben, deren Ausgang völlig unklar war. Überrascht hat mich das Ende des Buches, das zwar in sich abgeschlossen ist, aber eigentlich nach einer Fortsetzung schreit.

Meine Erwartungen an dieses Buch waren recht hoch, leider ein bisschen zu hoch. Trotz einiger Anfangsschwierigkeiten hat die Geschichte es geschafft, mich in ihren Bann zu ziehen, so dass ich gerne eine Fortsetzung lesen werde. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 20.12.2022

Leben mit einer alten Schuld

Der Sturm
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Kieran kehrt mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter zu einem Besuch zu seinen Eltern zurück. Da wird eine tote Frau am Strand aufgefunden. Erinnerungen tauchen auf an einen Sturm vor zwölf Jahren, ...

Kieran kehrt mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter zu einem Besuch zu seinen Eltern zurück. Da wird eine tote Frau am Strand aufgefunden. Erinnerungen tauchen auf an einen Sturm vor zwölf Jahren, als Kierans Bruder durch seine Schuld starb und ein Mädchen verschwand. Und plötzlich erhält alles, was damals geschah, erneut eine Bedeutung…

Es ist nicht einfach, mit der Schuld zu leben, am Tod zweier Menschen schuld zu sein. Mit dem Auffinden der Toten am Strand scheinen sich die Zeiten zu vermischen, Fragen brechen erneut auf, Vorwürfe werden geäußert. Und nach und nach erhalten die Ereignisse von damals eine neue Bedeutung. Es entsteht ein sehr detailliertes Bild des Dorfes mit all seinen dramatischen Ereignissen. Die Erzählung lässt sich dabei viel Zeit, man spürt die lähmenden Auswirkungen von damals. Aus Kierans Sicht erzählt, macht sich der Leser auf, die Schuld aufzuarbeiten – und dabei ergeben sich völlig neue Wendungen in der Geschichte. Die Spannung steigert sich, je mehr die Erzählung voranschreitet.

Das Buch hat mich gut unterhalten können, so dass ich es sehr gerne weiter empfehle. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 12.12.2022

Die rebellische Prinzessin

Die schreckliche Adele im Land der unerzählten Märchen
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Adele hat es satt, dass in den Märchen die Prinzessinnen immer wohlerzogen und gut gekleidet sind. Da träumt sie sich in ein Märchen hinein, und plötzlich ist sie die schreckliche Adele, die sich gegen ...

Adele hat es satt, dass in den Märchen die Prinzessinnen immer wohlerzogen und gut gekleidet sind. Da träumt sie sich in ein Märchen hinein, und plötzlich ist sie die schreckliche Adele, die sich gegen die alten Regeln auflehnt - und dabei entdeckt, dass die ach so wohlerzogenen Prinzessinnen sich dabei übertrumpfen, den Hauptpreis im Gewinnspiel zur Sternenprinzessin zu ergattern. Dass dabei hintenrum die Fetzen fliegen, merkt Adele erst bei genauerem Hinsehen. Die kämpferische Prinzessin ist fest entschlossen, eine ganz neue Geschichte zu erzählen, eine, in dem die dummen Regeln keinen Wert mehr haben.

Adele ist ganz schön „schrecklich“ drauf, denn in einer Welt, in der Schönheit und gutes Benehmen zählt, gibt sie keinen Pfifferling darauf. Im Gegenteil, sie sucht nach einer Welt, in der Prinzen und Prinzessinnen gleichberechtigt sind. Ein ganz schön feministischer Ansatz für ein Comicbuch! Doch ganz bis in die letzte Konsequenz ist die Geschichte nicht fertiggedacht, denn Adele findet sich plötzlich wieder im Wettkampf um den ersten Preis. Natürlich schon, um die Welt zu ändern, aber sie muss doch mitmachen im Wettstreit der Prinzessinnen, der mit Fairness überhaupt nichts mehr zu tun hat. Das ist zwar witzig zu lesen, hat dann aber mit dem feministischen Ansatz überhaupt nichts mehr zu tun. Dennoch gibt die Geschichte ganz schön viel Stoff zum Nachdenken, und das auf kindgerechte Art und Weise, das finde ich wiederum gelungen.

So ganz überzeugt hat mich die schreckliche Adele nicht, dennoch zeigt das Buch einige interessante Ansätze. Deshalb möchte ich es gerne weiter empfehlen und vergebe 4 von 5 Sternen.

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