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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.02.2026

Unbefriedigend und wenig feministisch

Ich, die ich Männer nicht kannte
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Danke an Vorablesen und den Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Ich habe mich SO sehr auf dieses Buch gefreut. Es ist ein moderner ...

Danke an Vorablesen und den Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Ich habe mich SO sehr auf dieses Buch gefreut. Es ist ein moderner Klassiker, und als großer Fan von Margaret Atwoods Report der Magd hatte ich hohe Erwartungen. Aber die konnten leider nicht erfüllt werden.

Worum geht es?

Die namenlose Protagonistin wächst in einem Keller auf, zusammen mit 39 Frauen. Sie sind eingesperrt und werden von Wärtern beobachtet. Niemand weiß, wieso. Einige der Frauen können sich noch an die Welt draußen erinnern – die Protagonistin kennt nur Geschichten.

Eines Tages ertönt ein Alarm, die Wärter fliehen und lassen den Keller offen. Die Frauen kommen in die Freiheit, doch statt ihrer bekannten Welt ist oben alles ganz anders.

Das Erlangen der Freiheit passiert bei ca. 30% des Buches, und bis dahin hat es mir auch ganz gut gefallen. Ich mochte den Stil, war aber auch umhergetrieben von der Frage nach dem Warum. Dann geht es also nach draußen und die Frauen erkunden eine Welt, in der sich für sie immer mehr Fragen als Antworten ergeben. Sie finden mehr Keller mit 40 eingesperrten Personen, die nicht überlebt haben. Sie suchen Essen, bauen Häuser. Und so vergehen Jahre, Jahrzehnte, die Frauen werden älter… ich denke ich muss das Konzept nicht weiter ausführen.

Was mich an diesem Buch so frustriert hat, sind zweierlei. Einerseits, dass man auf nichts eine Antwort bekommen. Vielleicht ist die Bedeutung des Buches, dass wir selber nicht den Sinn unserer Existenz kennen und dass die Protagonistin deshalb irgendwann auch sterben wird, ohne je eine Antwort zu kriegen. Aber dann habe ich den Sinn nicht verstanden, warum ich das lesen wollen würde. Ich dachte, es wäre irgendwie mehr gesellschaftskritisch.

Zudem sind die Frauen alle sehr heteronormativ angesetzt, in dem was sie über die Welt von damals erzählen und auch worauf sie den Fokus in der Freiheit legen.

Dafür, dass sie alle so viele Jahre nur unter Frauen verbringen, sind queere Beziehungen und Intimität rar. Makeup wird als etwas erklärt, was man für Männer getragen hat. Altern ist etwas Negatives. Die Protagonistin bleibt für immer Jungfrau – denn es sind ja keine Männer da, die ihr diese Jungfräulichkeit nehmen könnten. All diese Themen werden super konservativ behandelt, und deshalb würde ich das Buch auch definitiv nicht als feministisch einordnen.

Ja, es ist ein Buch aus den 90ern. Aber „Der Report der Magd“ kommt aus einer ähnlichen Zeit, und ist in meinen Augen eine deutlich gelungenere Dystopie mit feministischer Gesellschaftskritik.

Dieses Leseerlebnis hätte ich mir eindeutig sparen können… ich wollte wirklich nur weiterlesen, weil ich auf eine Erleuchtung gewartet habe, aber die kam nie. Zumindest bin ich so schnell durchs Buch gekommen…

Von mir gibt es deshalb auch nur 2 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 31.03.2025

Leider nicht das, was der Klappentext verspricht

Mickey und Arlo
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Danke an Vorablesen und den hanserblau Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Auf dieses Buch war ich super gespannt. Mir hat die ...

Danke an Vorablesen und den hanserblau Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Auf dieses Buch war ich super gespannt. Mir hat die Leseprobe sogar so gut gefallen, dass ich auf Vorablesen meine gesammelten Punkte eingelöst habe, um garantiert ein Wunschbuch zugeschickt zu bekommen. Umso trauriger bin ich nach dem Lesen, da die Geschichte meinen Erwartungen nicht gerecht werden konnte und ihr Potential eindeutig nicht richtig ausgeschöpft hat.

Grob gesagt geht es um zwei Halbschwestern, die nichts voneinander wissen. Mickeys Vater hat die Familie verlassen, als sie noch ein Kind war, und hat in ihrem Leben nie wieder eine Rolle gespielt. Deshalb ist es für Mickey umso überraschender, dass sie nach dem Tod ihres Vaters relativ viel Geld vererbt bekommt. Die Auszahlung gibt es unter einer Bedingung: sie muss sieben Therapiesitzungen absolvieren. Den Haken an der Sache ahnen weder sie noch ihre Therapeutin Arlo – diese ist ihre Halbschwester, doch beide wissen nichts voneinander.

Ich habe mir vorgestellt, dass wir hier ausführlich die Therapiesitzungen der beiden erleben, in denen sie langsam, aber sicher die Identität der anderen herausfiltern und sich durch Gespräche über die eigene Kindheit die Lebensumstände der anderen bewusst machen können. Vielleicht hätte es bei der Enthüllung einen großen Knall, einen Konflikt gegeben; denn ich als Leserin habe darauf richtig hingefiebert.

Aber gar nichts davon gab es. Es war unfassbar langweilig, wie die beiden erfahren haben, wer ihre Gesprächspartnerin ist. Ansonsten hat das Buch sehr viele Nebenhandlungen, die etwas konfus und super unauthentisch waren, und ich habe echt ein paar Seiten übersprungen. Der Fokus der Handlung auf Mickeys schlechte mentale Gesundheit hat mir überhaupt nicht zugesagt und hätte ich gewusst, wie sehr es um Depressionen und ihre Probleme mit Alkohol und Geld geht, hätte ich das Buch wahrscheinlich nicht gelesen.
Ich schreibe die Rezension ein paar Tage nach Beenden des Buches und der Fakt, dass ich mich an wenig Handlung erinnern kann, ist auch kein gutes Zeichen.

Das Buch ist jetzt nicht schlecht geschrieben, aber es hält von den Erwartungen überhaupt nicht das, was der Klappentext verspricht. Und so komme ich leider nur auf eine Bewertung von 2 Sternen.

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Veröffentlicht am 06.08.2024

Leider eine totale Enttäuschung

Zwei in einem Leben
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Danke an NetGalley und den Fischer Krüger Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon unabhängig.

Zwei an einem Tag von David Nicholls ist ja aktuell überall, ...

Danke an NetGalley und den Fischer Krüger Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon unabhängig.

Zwei an einem Tag von David Nicholls ist ja aktuell überall, unter anderem wegen der Netflix-Serie. Ich kenne weder Buch noch Serie wirklich, weil es mich nicht zu 100% angesprochen hat. Zwei in einem Leben allerdings klang schon eher nach einem Buch für mich, Roadtrip/Natur-Vibes, und in den Top-Empfehlungen des britischen Booktubers Jack Edwards für dieses Jahr (was schon für Qualität spricht, da er eher „anspruchsvolle“ Literatur und weniger Liebesromane liest).

Was mir direkt aufgefallen ist, ist die schöne Gestaltung mit der Karte, auf der auch die jeweiligen Tagesetappen der Wanderung vermerkt sind. So kann man sich die Orte der Reise besser vorstellen und eventuell auch nachschauen.

„[…] und so hatte Marnie ihre Zukunftsvision in eine von Unabhängigkeit und Selbstgenügsamkeit umgewandelt: Tee aus einer hübschen Tasse, Worträtsel auf ihrem Handy, die alleinige Kontrolle über die Fernbedienung, ihre Bücher, ihr Bett. Essen, trinken, lesen, die Uhr ignorieren, ein Leben, in dem sie von keiner anderen Menschenseele gestört oder beurteilt wurde; so musste sich die letzte Frau auf Erden fühlen.“

Ansonsten muss ich leider zugeben, dass ich nicht so gut in die Geschichte reingefunden habe. Es wechselt immer wieder zwischen zwei Perspektiven, aber angekündigt bzw. vermerkt wird das nicht am Kapitelanfang. Auch finde ich, dass der Schreibstil etwas abgehackt wirkt, sodass es mir schwer fällt, den Geschehnissen zu folgen. Der Humor in dem Buch war überhaupt nicht mein Fall und ich war größtenteils auch gelangweilt von der Geschichte. Es gab z.B. mehrere Kapitel, die nach Songs benannt waren, indem die beiden Protagonisten sich einfach nur über diese Lieder unterhalten haben? Das hat weder zum Verlauf der Handlung, noch zur Charakterentwicklung der beiden beigetragen, und es waren glaube ich 5 oder 6 Kapitel davon hintereinander. Besonders sauer aufgestoßen ist mir eine Szene, wo es um eine verstorbene Person auf dem Trail geht, und dann wird die mit Folie bedeckte Leiche mit einem Braten aus dem Ofen verglichen? Sorry, aber das finde ich wirklich super geschmacklos.

Ich habe während des Lesens leider immer wieder übers Abbrechen nachgedacht, hatte aber gehofft, dass die Geschichte mich noch abholen wird. Ich habe es bis zum Ende geschafft und muss sagen: da kam für mich leider kein Mehrwert mehr. Es gibt nach dem Trail einen wirklich großen Zeitsprung, und sehr befriedigend war das Ende leider auch nicht in meinen Augen.

Die Charaktere, Marnie und Michael, haben mir persönlich auch nicht viel gegeben. Sie waren irgendwie sehr blass und langweilig, und haben sich deutlich älter gelesen als sie sind. Also sie sollen wohl Mitte/Ende 30 sein, aber das ist bei mir überhaupt nicht rüber gekommen, da ihr Reden und ihr Verhalten ältlich gewirkt hat.

So Leid es mir also tut, mir hat dieses Buch nicht gefallen, es hat zwischen uns nicht einfach nicht Klick gemacht. Es gibt von mir einen Pluspunkt für die schönen Ortsbeschreibungen, aber trotzdem komme ich insgesamt nur auf 2 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 13.02.2023

Problematische Täter-Opfer-Umkehr

Für immer ein Teil von dir
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Danke an NetGalley und den Hörbuch Hamburg Verlag, die mir ein Hörbuch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon unabhängig.

Ich habe bis jetzt jedes Colleen Hoover ...

Danke an NetGalley und den Hörbuch Hamburg Verlag, die mir ein Hörbuch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon unabhängig.

Ich habe bis jetzt jedes Colleen Hoover Buch gelesen, und es waren schon alle Bewertungen dabei. Wobei die neueren Bücher mich immer seltener überzeugen konnten, und leider war auch „Für immer ein Teil von dir“ eher eine Enttäuschung für mich.

Ich glaube mein größtes Problem mit dem Buch war, dass wir Kenna als Opfer der Geschichte sehen sollten, statt dem Bösewicht. Und das finde ich… schwierig. Denn Kenna ist Schuld. Sie hatte Schuld an dem Unfall, ist betrunken gefahren, hat Hilfe unterlassen und ist deshalb Schuld an dem Tod eines Menschen. Dafür musste sie ins Gefängnis – und die Autorin versucht einen deshalb, Mitgefühl für sie zu haben und als armes Opfer ihrer Umstände zu sehen. Schwierig. Ich glaube schon, dass Kenna aus ihrer Schuld gelernt hat, aber das wird sie trotzdem niemals unschuldig machen. Dieses unterschwellige Victim-Framing der Autorin empfinde ich schon als moralisch problematisch. Auch dass die Großeltern von Diem (Kennas Kind) so stark als die Bösen gezeichnet wurden, fand ich problematisch, so in Richtung Täter-Opfer-Umkehr der Psychologie…

Der Schreibstil war okay und die beiden Sprecher*innen Marlene Rauch und Sven Macht haben ihren Job echt gut gemacht, sodass ich ihnen bis zur Ende der Geschichte zugehört habe – als Buch hätte ich es sicher abgebrochen.

Der Plot war unglaublich vorhersehbar, ohne Twists, ohne Überraschungen und eher vergessbar. Auch am Ende… diese schnelle Vergebung nach nur einem Brief halte ich für super unrealistisch angesichts des vorherigen Verhaltens der Charaktere.

Deshalb gebe ich 2 Sterne – für mich ein eindeutiger Colleen Hoover Flop.

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Veröffentlicht am 04.01.2023

Weder "Dark" Academia, noch sonderlich tiefgründig

Dark Ivy – Wenn ich falle
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Danke an LovelyBooks, die mir ein Exemplar des Buches zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon unabhängig.

Nikola Hotels Bücher waren für mich immer gemischt. Ich mochte jeweils die ersten ...

Danke an LovelyBooks, die mir ein Exemplar des Buches zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon unabhängig.

Nikola Hotels Bücher waren für mich immer gemischt. Ich mochte jeweils die ersten Bände der Blakelys und Paper Love Reihen gerne, aber It was always love war für mich ein Flop. Bei Dark Ivy hatte ich eigentlich gehofft, dass es mich wieder überzeugen würde. I mean, dark academia, Elite Uni, Insel-Setting. Was kann schiefgehen?

Tja, als erstes wäre mal zu erwähnen, dass dieses Buch vieles ist, aber nicht Dark Academia. Und an sich wäre das auch okay, aber wenn man das Buch so extrem als etwas bewirbt, dann sollte es ja auch den Erwartungen entsprechen. Dark Academia heißt nämlich nicht nur „College Story in regnerischem, herbstlichen Setting“. Da gehören auch irgendeine Art von Mysterium, etwas düsteres, unbekanntes dazu – z.B. ein Mord an der Schule oder zwielichtiges Lehrpersonal. Sowas wie die Ellingham Academy Reihe, in der die Protagonistin zur Detektivin wird und versucht, herauszufinden, wer in den 1930ern die Tochter und Frau des Schulleiters entführt hat – und plötzlich kommt es zu einem Todesfall, und es scheint der selbe Täter zu sein. Oder Ninth House von Leigh Bardugo (ich sag nur toter Hase auf dem Cover von Band 2…). DAS ist Dark Academia.

Und auch wenn ein paar Dinge aus Dark Ivy passen (wie das Setting oder der Fakt, dass die Protagonistin an der Schule eine Art Außenseiterin ist), dann ist das Buch trotzdem kein DARK Academia. Sondern einfach eine College/Academia Romance. Punkt.

Nachdem ich also diese Enttäuschung verdaut hatte, war ich trotzdem gespannt auf die Geschichte, weil Nikola Hotel für mich immer einen guten Schreibstil hatte.
Hier… wirkte vieles sehr kindisch und nervig auf mich. Es gab auch viele Referenzen an Populärkultur, was ich nicht mag, weil die nur funktionieren, wenn man das Buch zeitnah nach Veröffentlichung liest.

Die Charaktere waren für mich unglaublich flach und nicht realistisch, und ich konnte die Liebesgeschichte nicht greifen. Gefühlt aus dem Nichts machen die beiden auf einmal rum und schlafen miteinander. Die ganzen „romantischen“ Szenen haben für mich nie gepasst und wirkten wie eingeschoben in die Geschichte, um den Wunsch nach Spice vieler Leser*innen zu befriedigen.

Im Verlauf der Geschichte hat mir dann auch die Spannung und der rote Faden gefehlt. Sie will da ihren Abschluss machen, und durchs Schuljahr kommen. That’s it.
Die Geschichte beginnt ja auch damit, dass sie sagt, sie hätte ihren besten Freund umgebracht und auch hier fand ich die Auflösung nicht spannend gemacht.

Aber man soll ja auch was positives loben, wenn es was gibt, und das ist hier definitiv die Gestaltung. Es ist nämlich Blackout Poetry enthalten – da geht es darum, dass man auf einer Seite fast alle Wörter schwärzt und die wenig übrig gebliebenen Wörter sind dann ein Gedicht. Außerdem gab es zwischendurch Tagebucheinträge von Eden (der Protagonistin), die mit Illustrationen versehen waren, sodass der Text auch unleserlich war. Schwierig zu erklären irgendwie, aber es sieht auf jeden Fall mega schön aus und sowas hatte ich noch nie in einem Buch!

Fazit:
Auch wenn das Ende ein absoluter Cliffhanger ist, der zum Weiterlesen animieren soll, werde ich diese Reihe von Nikola Hotel nicht beenden. Vom Stil her war das Buch ganz anders und in meinen Augen schlechter als ihre vorherigen Werke. Und ein für mich unübersehbarer Kritikpunkt ist auch dieses komplett falsche Marketing als Dark Academia. In dieser Kombination war das Buch für mich leider eine Enttäuschung und ich kann es nicht empfehlen.

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