Sehr mühsam zu lesen
Frau des Himmels und der StürmeIm aufgetauten Permafrostboden in Russland entdeckt der Schamane Num aus dem Nomadenvolk der Nenzen das Grab einer Schwarzen Frau, das mehr als 10.000 Jahre alt ist. Nun stellt sich ihm die Frage, ob die ...
Im aufgetauten Permafrostboden in Russland entdeckt der Schamane Num aus dem Nomadenvolk der Nenzen das Grab einer Schwarzen Frau, das mehr als 10.000 Jahre alt ist. Nun stellt sich ihm die Frage, ob die sibirischen Völker Vorfahren aus Afrika haben und er sieht die Möglichkeit, die Ausbeutung der Tundra durch ein gefundenes Erdgasvorkommen zu verhindern. Daher kontaktiert er einen befreundeten Wissenschaftler aus Frankreich, der sofort ein Forschungsteam zusammenstellt, bestehend aus einer deutsch-japanischen Rechtsmedizinerin und einem Anthropologen mit kongolesischen Wurzeln. Gemeinsam brechen sie zu einer geheimen Expedition auf.
Während ich - ausgehend von Cover und Klappentext - eine mystische, ökologisch-wirtschaftlich-kritische Geschichte mit spirituellen Elementen erwartet habe und nach den ersten Seiten von Wilfried N'Sondés sehr poetischem Schreibstil angetan war, ließ die Begeisterung recht schnell nach. Spätestens nach dem ersten Drittel bzw. der Hälfte fehlte mir der Fokus. Es gab zig Nebenschauplätze, die Figuren blieben für mich blass und ich konnte ihr Denken und Handeln nicht nachvollziehen. Gerade was die Rolle der Frau anging bzw. die (Liebes)Beziehung zu Num, in die sie gestellt wurde, hat sich der Autor an Klischees abgearbeitet und sich meines Erachtens darin verrannt.
Was ich zu Beginn als mystisch und poetisch wahrgenommen habe, ist schnell umgeschwungen in wirr, skurril und anstrengend. Ich empfand es als mühsam, mich durch die einzelnen Passagen zu arbeiten, die verschachtelten, langen Sätze immer wieder zu lesen und doch immer wieder mit meinen Gedanken abzuschweifen.
Mich konnte "Frau des Himmels und der Stürme" leider überhaupt nicht abholen und ich konnte gerade den Switch in das Gewaltvolle, Actionreiche nicht nachvollziehen und habe auch das Ende im Gesamtkontext gar nicht verstanden.