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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.02.2023

Der nie empfundene Kinderwunsch

Liebewesen
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„Die Natur musste doch ein Interesse daran haben, dass so jemand wie ich sich nicht fortpflanzte.“

Dies ist die Geschichte von Lio, einer jungen traumatisierten Frau, die in einer Welt lebt „in der Berührungen ...

„Die Natur musste doch ein Interesse daran haben, dass so jemand wie ich sich nicht fortpflanzte.“

Dies ist die Geschichte von Lio, einer jungen traumatisierten Frau, die in einer Welt lebt „in der Berührungen nichts Schönes sind“, und trotzdem eine Beziehung eingeht, ungewollt schwanger wird und dabei viel über sich selbst lernt.

Das ist keine romantische Liebesgeschichte, sondern eine schonungslose Darstellung, wie schmerzhaft und anstrengend Liebe sein kann, wenn man sie nicht einmal für sich selbst empfindet und was gewollte Kinderlosigkeit kein Tabuthema sein sollte. Einerseits wünscht sich Lio Nähe, kann diese aber schwer ertragen. Ihr Kaputt-Gefühl erklärt sich auch aus Rückblicken in ihre Kindheit, in der man einen Eindruck von ihrer lieblosen Mutter und ihrem hilflosem Vater bekommt. Die entstehende Beziehung zu Max ist dementsprechend schwierig. Max arbeitet beim Radio, ist kompliziert, depressiv und verletzend, und doch gibt es schöne Momente, die gut tun.

„Ich wollte meinen Körper vor der Außenwelt beschützen. Vor all denen die keine Ahnung hatten, wie schwierig es war, ihn zu lieben. Vor denen, die sich von Äußerlichkeiten blenden ließen.“

Das zeichnet „Liebewesen" aus. Man kann sich mit Lio identifizieren, ihre Probleme nachvollziehen. Sie steht für das Rebellische und das Kaputte in unserer Realität, über das keiner gern sprechen möchte. Caroline Schmitt schreibt einnehmend intensiv und provoziert gekonnt. Die sachlich eingewobenen Entwicklungsphasen des Embryos waren bedrückend, die Reaktionen des Gesundheitspersonals beispielhaft. Ein Roman der aufwühlt und einen nicht unberührt zurücklässt.

Veröffentlicht am 01.02.2023

Feelgood-„Ideensammlung“ für Selbstversorger mit tollen Fotos

Homefarming: Das Kochbuch
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Begeistert haben mich die vielen tollen Fotos. Die fertigen Gerichte sehen toll aber nicht künstlich aus, die Einblicke hinter die Kulissen fand ich herrlich authentisch und das Pipi Langstrumpf-Feeling ...

Begeistert haben mich die vielen tollen Fotos. Die fertigen Gerichte sehen toll aber nicht künstlich aus, die Einblicke hinter die Kulissen fand ich herrlich authentisch und das Pipi Langstrumpf-Feeling ist deutlich spürbar, wenn Stute Sazou beim Essen vorbeischaut und die niedlichen Katzen sich in Pose schmeißen, möchte man am liebsten dabei sein. Ich mochte Judith Rakers erfrischendem Schreibstil und ihre sympathischen Art, die mich bereits beim Vorwort überzeugt hat. Hier bekommt man beim Durchblättern wirklich gute Laune und Lust, selbst was auszuprobieren. Das ist mir bei einem Kochbuch besonders wichtig. Außerdem ist der sichtliche Spaß am Kochen und Dazulernen eine Freude. Der Aufbau ist dabei gleich: Ein Überblick, was man in dem entsprechendem Monat säen, ernten und zubereiten kann; Rezepte und ein ausführlicher Beitrag mit einem prominenten Profikoch pro Jahreszeit, inklusive Interview und gemeinsamen Kochschritten, mit Gemüse, direkt aus Judith Rakers Garten.

Neben ganz simplen Rezepten wie Pfannkuchen mit Erdbeeren oder Kartoffelsalat bekommen auch erfahrene Hobbyköche ganz neue Inspiration: Kartoffeln in Blumenerde, Wildkräuterrahm und Sommerblumensalat mit Fliederessig-Vinaigrette mit Ideen zum Anrichten beispielsweise. Abwechslungsreich für Anfänger und Fortgeschrittene also. Bereits ausprobierte Rezepte, wie den Rüblikuchen oder die Apfelspalten mit Rosmarin (mit Gartenäpfeln aus dem Wintervorrat) haben meine letzten Zweifel beseitigt. Lecker! Hier hat mir besonders die Anleitung gefallen, die nicht zu knapp ausfällt, verständlich geschrieben ist und auch den ein oder andere Tipp bereithält, der sinnvoll ist.

Fazit: Empfehlung für alle, die sich selbst mit Gemüse, Obst und frischen Eiern versorgen, und sich ein sympathisches, visuell attraktives Buch wünschen, das sie das ganze Jahr über mit Tipps und saisonalen Rezeptideen begleitet. Gelungene Ergänzung zum ersten Buch von Judith Rakers, indem der Grundstein zur Selbstversorgung gelegt wird. Selbst für Nicht-Selbstversorger ist das Buch eine Inspirationsquelle, besonders, wenn sie sich insgeheim auch eine eigene Farm wünschen.

Veröffentlicht am 01.02.2023

Ich sehe eine Nashorn, was du nicht siehst

Ludwig und das Nashorn
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"Ludwig und das Nashorn" ist eine philosophische Gute-Nacht-Geschichte im Retro-Überdruck-Look, die Lust auf das gemeinsame Philosophieren macht.

Und darum gehts:
Es ist Schlafenszeit und Ludwig sitzt ...

"Ludwig und das Nashorn" ist eine philosophische Gute-Nacht-Geschichte im Retro-Überdruck-Look, die Lust auf das gemeinsame Philosophieren macht.

Und darum gehts:
Es ist Schlafenszeit und Ludwig sitzt mit einem Nashorn auf dem Bett, als Ludwigs Vater hereinkommt. Der sieht kein Nashorn und glaubt, Ludwig bildet sich das nur ein. Aber es ist doch eindeutig da, oder nicht? Wie soll Ludwig beweisen, dass da wirklich ein Nashorn ist, wenn nur er es sehen kann? Zwischen Vater und Sohn entsteht ein lehrreiches Gespräch, das ganz neue Sichtweisen eröffnet.

Wirklich toll sind die Illustrationen dazu, wie gekonnt sich das Nashorn „versteckt“ und mit der Einrichtung verschmilzt. Dieses lustige Versteckspiel hält einige Lacher bereit und es ist gar nicht viel Text nötig, um diese Geschichte zu verstehen.
Man kann dieses Bilderbuch auf vielfältige Weise und in jedem Alter entdecken. Es ist eine amüsante und schöne Geschichte und sie wirft eine spannende philosophische Frage auf, die zu einem gemeinsamen Austausch einlädt, weshalb sich das Buch prima für das gemeinsame Vorlesen und Diskutieren in Gruppen eignet. Außerdem ist es eine Hommage an die neugierigen Fragesteller der Welt und den Philosoph Ludwig Wittgenstein, der sich mit Bertrand Russell darüber stritt, das man nicht beweisen könne, dass etwas nich tim Zimmer sei. Ein paar abschließende Informationsseiten dazu, runden dieses gelungene Bilderbuch ab.

Empfehlenswerte Bilderbuch-Entdeckung, die Kinder und Erwachsene zusammenbringt und für interessante Gespräche sorgt.

Veröffentlicht am 14.01.2023

Detailreich und spannend

Atelier of Witch Hat 01
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Im erste Band "Das Geheimnis der Hexen" von der Manga-Reihe "Atelier of Witch Hat" lernt man die Hauptfigur Coco kennen und erfährt einiges über die magische Welt von Witch Hat.

Coco ist ein sehr sympathisches, ...

Im erste Band "Das Geheimnis der Hexen" von der Manga-Reihe "Atelier of Witch Hat" lernt man die Hauptfigur Coco kennen und erfährt einiges über die magische Welt von Witch Hat.

Coco ist ein sehr sympathisches, neugieriges Mädchen mit großen Träumen und einer Faszination für Magie. Als ein Magier ins Dorf kommt, möchte sie am liebsten mit ihm reisen, denn sie wäre nichts lieber als eine Hexe in Ausbildung. Wäre es nicht toll, zaubern zu können? Wie wird sich ihr Wunsch erfüllen und was muss sie dafür aufgeben?

Der Zeichenstil ist detailreich und der Humor ganz typisch für japanische Manga. Allerdings nicht zu aufgedreht oder anstrenengd. Es spiegelt vor allem Cocos Unsicherheit wieder und ihren mutigen Willen, auch das zu erreichen, was ihr niemand zutraut, für die Menschen, die sie liebt. Total begeistert haben mich die magischen Details, zu denen es im Anhang noch mehr Informationen gibt: Magische Tinte, Zauberkreise, ihr Aufbau und die Welt von Witch Hat. Das ist mal was Neues, was mir so noch nicht begegnet ist und wird bestimmt auch unerfahrene Manga Leser und Leserinnen zu Fans machen. Außerdem ist die Handlung mitreißend und spannend. Der Cliffhanger hat es in sich, aber glücklicherweise sind bereits einige Bände erschienen und ich habe mir die Fortsetzungen gesichert, um zu erfahren, wie es weitergeht.

Empfehlenswert für alle Kleinen und Großen Manga-Fans, die Magie und Hexerei mögen und Lust haben, in eine fantastische Welt einzutauchen.

Veröffentlicht am 14.01.2023

Fantasiereiches Gruselabenteuer mit tollen Charakteren

Die Polidoris und der Pakt mit der Finsternis (Bd. 1)
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"Die Polidoris und der Pakt mit der Finsternis" ist Anja Fislages Kinderbuch-Debüt über ein heruntergekommene Spukvilla am Meer. Eine fantasievolle Geschichte voller Rätsel, Familiengeheimnisse, Zusammenhalt ...

"Die Polidoris und der Pakt mit der Finsternis" ist Anja Fislages Kinderbuch-Debüt über ein heruntergekommene Spukvilla am Meer. Eine fantasievolle Geschichte voller Rätsel, Familiengeheimnisse, Zusammenhalt und Abenteuern, mit einem angenehmen Gruselfaktor und großartigen Charakteren.
Heldin der Geschichte ist Petronella Polidori, die mit ihren Geschwistern bei ihrem Großvater lebt, nachdem ihre Eltern bei einer Expedition verschwunden sind. Es geht auch darum, dass Entdecker-Neugier die Angst überwinden kann.
Die eingestreuten Illustrationen von Verena Wugeditsch passen hervorragend zur mystischen Gruselstimmung des Buches und waren immer wieder ein Highlight beim Umblättern. Der Schreibstil von Anja Fislage ist angenehm flüssig und sie versteht es, die Umgebungen bildhaft zu beschreiben, sodass man sich ganz in der Geschichte verlieren kann. Selbst der allmähliche Spannungsaufbau passt sehr gut zum Handlungsverlauf. Ein wundervoller Auftakt, der mich ab der ersten Seite in den Bann gezogen hat und bei dem ich vor allem die geheimnisvolle Atmosphäre beim Lesen geliebt habe.

Fazit: Ein tolles Buch mit ermutigender Botschaft, mitreißender Handlung und interessanten Figuren. Auch sehr gelungen, ist die in sich geschlossene Geschichte, die ganz ohne fiesen Cliffhanger auskommt. Ich kann die Fortsetzung, die im Herbst erscheinen soll, kaum erwarten und würde das Buch auf jeden Fall empfehlen, wenn man gruselige Abenteuergeschichten mag.