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Veröffentlicht am 09.02.2023

Mutig stark und selbstbewusst

Wieso? Weshalb? Warum? Mutig, stark und selbstbewusst
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Mit dem neusten Band der Ravensburger- Reihe, wieso? weshalb? warum?, "mutig, stark und selbstbewusst", sollen kleine Leser für den Alltag stark gemacht werden. Hierbei werden Themen wie Angstbewältigung, ...

Mit dem neusten Band der Ravensburger- Reihe, wieso? weshalb? warum?, "mutig, stark und selbstbewusst", sollen kleine Leser für den Alltag stark gemacht werden. Hierbei werden Themen wie Angstbewältigung, Selbstvertrauen aufbauen und Diversität aufgegriffen und kindgerecht an Alltagssituationen beschrieben. Strukturell bleibt die Reihe seiner typischen Aufmachung, von vielen bunten Illustrationen, einem sachlichen Schreibstil und vielen interessanten Klappen, treu. Allerdings werden so viele Rubriken in diesem Band aufgegriffen, dass der Inhalt und die Gestaltung für Kinder etwas erschlagend wirkt. Immerhin sind es nicht einfache Sachinformationen, sondern eher kleine Ratgeber für den Alltag, die man gern auf mehrere kleine Bände hätte verteilen und dafür ausführlicher und individueller beschreiben hätte können. Besonders gefallen hat mir das Thema "wann ist es wichtig NEIN zu sagen". Schwieriger, bzw. zu oberflächlich finde ich die Seite "was macht mich stark, wie werde ich selbstbewusst. So einem wichtigen Thema hätte mehr Beachtung geschenkt werden sollen. Alles in allem dennoch ein schönes Sachbuch.

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Veröffentlicht am 22.06.2022

Steck mal in meiner Haut

Steck mal in meiner Haut!
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Ein wunderschönes Buch über Antisemitismus, Aufklärung und Empowerment für Kinder ab 5 Jahren, mit separaten Tipps, zum Umgang und der Aufarbeitung, für Eltern und Pädagogen. Hierbei wird eines der wichtigsten, ...

Ein wunderschönes Buch über Antisemitismus, Aufklärung und Empowerment für Kinder ab 5 Jahren, mit separaten Tipps, zum Umgang und der Aufarbeitung, für Eltern und Pädagogen. Hierbei wird eines der wichtigsten, leider immernoch weit verbreiteten und zugleich schwer zu behandelnden Themen behandelt: Rassismus. Anhand kindgerechter Illustrationen, ganz ohne Gewaltszenen, Aggression oder Vorurteile, wird auf unbeschreiblich ruhige und verständnisvolle Weise für dieses Thema sensibilisiert. Der Schreibstil ist leicht verständlich und sachlich, aber zugleich ergreifend und feinfühlig und begleitet gemeinsam mit perfekte abgestimmten Illustrationen, durch die verschiedenen Kapitel und Bereiche des Lebens. Jede Doppelseite weist eine neue Rubrik zum Thema Rassismus und Diversität auf. Die Einführung über Kinderrechte ist eine sehr gut gelunge Einleitung in dieses Thema. Auch sind die ersten Kapitel sehr greifbar für Kinder allen Alters. Kinder bekommen Seite für Seite liebevoll aufgezeichnet, wie unterschiedlich Menschen, Familien, Lebensgeschichten und Religionen sein können und was es für Vorteile mit sich bringt, anders zu sein oder von den Stärken des anderen zu profitieren. Dabei wird aber auch mit Vorurteilen aufgeräumt - so ist in etwa ein blondes Mädchen Muslima und ein schwarzes Mädchen in Deutschland geboren.
Als Pädagogin freue ich mich über diese aufklärende Kinderliteratur. Dennoch ziehe ich einen Punkt ab, da in Summe einfach zu viele Unterthemen behandelt werden und so die Tiefgründigkeit verloren geht. Themen wie Stolpersteine, Statuten und Straßen von ehemaligen Rassisten sollten angeschafft werden oder Gastarbeiter und Kolonialismus, sind für dieses Lesealter einfach noch nicht greifbar oder gehören zur aktuellen Lebenswelt der Kinder. Alles in allem aber ein sehr gelungenes und empfehlenswertes Werk zum Thema.

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Veröffentlicht am 15.03.2022

Allein auf dem Meer

Allein auf dem Meer
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Eigentlich ein wunderschöner Tag. Das perfekte Wetter für eine Challenge mit der Jacht. Doch plötzlich schlägt das Wetter um. Ein unerbittlicher Sturm zieht auf und die Jacht steht kurz vor dem Untergang. ...

Eigentlich ein wunderschöner Tag. Das perfekte Wetter für eine Challenge mit der Jacht. Doch plötzlich schlägt das Wetter um. Ein unerbittlicher Sturm zieht auf und die Jacht steht kurz vor dem Untergang. Dem 15 jährigen, englischen Jungen Bill, gelingt es nur knapp, sich mit ein paar Konserven in das Beiboot zu retten, bevor die Jacht kentert. Drei Tage schippert er allein auf dem offenen Ozean, kämpf unermüdlich gegen die beißende Sonne, das unergründliche weite Nichts (Meer) und um das Überleben. Dann plötzlich findet er Aya, eine weitere Schiffbrüchige, bewusstlos auf dem Wasser treiben. Er rettet das junge Berbermädchen und es beginnt eine Abenteuerreise, die die beiden an ihre Grenzen und weit darüber hinaus bringen wird. "Wir waren nicht mehr die Herren des Meers. Wir waren verlorene Kinder in einem Boot".
In diesem überaus packenden Roman, der den Leser bereits auf den ersten Seiten mitten ins Geschehen mitnimmt, geht es neben dem zentralen Thema, des Überlebenskampfes, um das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Kulturen und Sprachen, um Hoffnung, um Vertrauen aber auch Misstrauen, um Zusammenhalt und schließlich auch um Verbundenheit.
Es wird aus der Ich- Perspektive (Bill) erzählt, was es dem Leser ermöglicht, sich in die Protagonisten, und somit auch in deren (Not)Lage auf dem Boot, zu versetzen. Die Geschichte der beiden Jugendlichen wird einzig durch die, von Aya erzählten Geschichten, die denen aus Tausend und einer Nacht ähneln, kurzzeitig unterbrochen. Zusammen ergeben sie aber eine Symbiose und wirken mehr und mehr miteinander verwoben.
Die sehr dramatischen und detaillierten Beschreibungen der Szenerien, geht es doch um blanke Überleben, sind teils sehr gewaltsam und schonungslos erzählt, was ich für die Altersangabe ab 11 Jahren zu brutal empfinde. Der Schreibstil ist sehr komplex und hat teilweise etwas Poetisches, was ihn dadurch manchmal schwerer verständlich macht. Das Buchcover erzählt die Geschichte in nur einem Bild und ist somit ansprechend und perfekt gestaltet und hält was es verspricht. Eine Leseempfehlung gibt es für Jugendliche ab 14/16 Jahren auf jeden Fall. Eine sehr lebhafte, spannende und mitreißende Geschichte über und für Jugendliche, mit realistischen Beschreibungen und Darstellungen, sowie realen Orten und Gegebenheiten, mit einem unerwarteten Ende. "Es gab keinen Kiel und wir hatten nur ein behelfsmäßiges Ruder und ein einziges Segel. Alles war denkbar einfach und unser Schicksal lag in den Händen des Windes. Aber es funktionierte".

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Veröffentlicht am 09.09.2021

Griech. Mythologie neu erzählt

Der Sohn des Odysseus
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"Der Sohn des Odysseus" - das ist ein Klassiker der griech. Mythologie, der hier weitestgehend kindgerecht und auf fantastische, fesselnde und faszinierende Weise, ganz neu erzählt wird. Ein spannendes ...

"Der Sohn des Odysseus" - das ist ein Klassiker der griech. Mythologie, der hier weitestgehend kindgerecht und auf fantastische, fesselnde und faszinierende Weise, ganz neu erzählt wird. Ein spannendes Abenteuer für junge und junggebliebene Leseratten.
Der 11 jährige Telemachos, Sohn von Königin Penelope und König Odysseus, hat seinen Vater, der vor 10 Jahren in den trojanischen Krieg zog und auch nach dessen Ende nicht zu seiner Familie zurückgekehrt ist, nie wirklich kennengelernt. Eben jenen Odysseus, der bspw. den glorreichen Einfall mit dem Trojanischen Pferd hatte und zu dem alle Menschen weit und breit aufsahen. Sehnsucht macht sich bald in Telemachos breit. Und so begint er sich auf abenteuerliche Reise, um seinen Vater endlich wiederzufinden und die in ihm brennenden Fragen loszuwerden.
Schon das einzigartige Cover, mit der prunkvoll silberglänzenden Darstellung zweier Schiffe auf rauer See, von Ishtar Bäcklund Dakhil, machen es wert in dieses Buch reinzuschnuppern. Die kunstvollen Illustration lassen sich auch im Buch selbst auf vielen Seiten wiederfinden und ergänzen das geschichtsträchtige Werk und die eigene Fantasie.
Eingebettet in die griech. Mythologie erzählt die Autorin, Annika Thor, aus Sicht des jungen Telemachos, der anders als sein Vater, eher schüchtern und schwächlich wirkt und unter Gleichaltrigen kein hohes Ansehen genießt. Thor fokussiert sich in der Beschreibung des Hauptprotagonisten auf zwei entscheidende psychologische Thematiken - einerseits der Sehnsucht nach seinem Vater und ihm als Vorbildfunktion; auf der anderen Seite beleuchtet sie Telemachos Selbstzweifel, niemals mit seinen Vater mithalten und ihm geredet werden zu können. Gern hätte ich mehr über Telemachos selbst, außerhalb seiner Beziehung zu seinem Vater, erfahren. Für junge Menschen, die sich selbst in der (Persönlichkeits-) Entwicklung befinden, sicher spannend zu erlesen, wie sich Telemachos von Gesellschaft und Vater löst und emanzipiert und endlich seinen eigenen Weg geht. Wenn auch sehr spannend zu begleichen, aus meiner Sicht mit einer Altersangabe ab 14 Jahren weitaus besser bedient. Obwohl in einem lockeren Schreibstil und auf sehr poetische Weise erzählt, gehören Themen wie Beischlaf, Schwängern von Sklavinnen oder auch die blutigen Darstellungen von Krieg und Schlachtfeld, nicht in die Lebenswelt eines jungen Menschen. Wer sich für Mythologie interessiert oder etwas über die Odyssee lernen möchte, ist mit diesem Werk jedoch sehr gut bedient.

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Veröffentlicht am 04.07.2021

Die Frau im Park

Die Frau im Park
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"Vielleicht ist das Leben tatsächlich spannender, wenn man nicht alles über andere Menschen weiß. Dann sind die Möglichkeiten, die man sich ausmalt, fast grenzenlos."
Dies ist die romantische Lebensvorstellung ...

"Vielleicht ist das Leben tatsächlich spannender, wenn man nicht alles über andere Menschen weiß. Dann sind die Möglichkeiten, die man sich ausmalt, fast grenzenlos."
Dies ist die romantische Lebensvorstellung der Protagonistin und ehemaligen Schauspielerin Eva Rosenberg, welche auf dem Höhepunkt ihrer Karriere in einen schicksalhaften Autounfall verwickelt wird, der ihre erst fünf jährige Tochter Alisa für immer an den Rollstuhl fesselt. Doch was, wenn diese grenzenlosen Möglichkeiten irreführend sind und die schmerzlich- unaussprechliche Wahrheit durch Hirngespinste ersetzt, die einen vom rechten Weg ankommen lassen.
Ella Janeks neuster Roman 'Die Frau im Park', erzählt die bewegende Geschichte einer liebenden Mutter, die sich aufopferungsvoll der Betreuung ihrer Tochter widmet, um dieser ein erfülltes und aufregend- abwechslungsreiches Leben zu ermöglichen. Als Alisa dann urplötzlich verkündet, dass sie für ein Kunststudium von München nach Berlin zieht, bricht für Eva eine Welt zusammen. Eine Leere tut sich auf, die ihr unverblümt aufzeigt, dass sie ihre eigenen Ziele und Bedürfnisse die letzten 15 Jahre völlig außer Acht gelassen hat. Auch das Band ihrer Ehe mit Johannes, einem erfolgreichen Geschäftsmann, wurde scheinbar nur noch durch die gemeinsame Tochter, zusammengehalten und gerät nun deutlich ins Wanken. Es gibt keine Nähe, kein Verständnis, keine Gemeinsamkeiten, sie leben nur noch nebeneinander her. Einzig die Spaziergänge im Englischen Garten und die damit verbundenen Erinnerungen, sind Eva aus ihrem früheren Leben geblieben. Erst die unerwartete Begegnung mit dem jungen und lebensbejahenden Lehrer Ben, bringt endlich die Wende.
"Mit Ben war ihr Leben wieder bunt geworden. [...] Er hatte sie zum Leben und zum Träumen gebracht." Eva fasst neuen Mut in ihren alten Beruf zurückkehren zu wollen, Veränderungen zuzulassen sowie spontan und offen fürs Neue zu sein. Doch diese Offenheit entfernt sie unbewusst immer weiter von ihrem Mann und ihrer Ehe und lässt Eva augenblicklich in eine abenteuerliche Affäre mit dem einige Jahre jüngeren Ben gleiten. "Ihr war [...], als wäre sie in ein völlig anderes Leben gestolpert, weitab von dem, das sie die letzten Jahre geführt hatte." Als Eva denkt endlich angekommen zu sein, wird ihr Leben und ihre Liebe erneut auf die Probe gestellt.

Der Klappentext spricht vom 'Scheideweg einer Ehe' - ich hingegen empfand es eher als eine Suche nach sich selbst und dem Sinn des Lebens. Denn die Protagonisten erfährt eine völlige Wandlung und beginnt sich und alles um sie herum zu hinterfragen. Der Einstieg in die Geschichte ist auf verschiedenen Ebenen sehr aufwühlend und spannend gestaltet. Persönlich fand ich aber erst in den letzten Kapiteln einen Zugang zu den einzelnen Charakteren. Zugang im Sinne von Sympathie und Empathie für deren individuelle (Lebens)Umstände und daraus resultierende Verhaltensweisen. Erst auf den letzten Seiten wurde es immer mitreißender, emotional und aufklärend. Zuvor wird eine interessante aber nicht allzu aufregende Geschichte ohne größere Höhepunkte oder Gänsehautmomente erzählt. Es gibt Romane die einen catchen und diese, die sich einfach gut lesen lassen. Die Frau im Park fällt eindeutig unter zweiteres. Ein leicht lesbarer Schreibstil und keine schwere Kost, perfekt für einen verregneten Tag, aus dem man optimistisch rausgehen möchte.

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