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Veröffentlicht am 21.05.2025

Zu abgedreht, zu viel Gewalt

Nimms nicht persönlich
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Nimms nicht persönlich von Tom Hofland, erschienen im Kein & Aber Verlag am 18. April 2025.

Lute, Mitte 30, eher der Typ Führungskraft, die keine Verantwortung übernimmt und nur durch seine engagierten ...

Nimms nicht persönlich von Tom Hofland, erschienen im Kein & Aber Verlag am 18. April 2025.

Lute, Mitte 30, eher der Typ Führungskraft, die keine Verantwortung übernimmt und nur durch seine engagierten Mitarbeiter überlebt, soll seine Abteilung so auflösen, dass die Firma, für die er arbeitet, verkauft werden kann. Das heißt also, die Leute, die mit viel Engagement gearbeitet haben, in andere Jobs bei der Firma zu transferieren, oder sie ohne Abfindung durch Selbstkündigung gehen zu lassen. Lute ist völlig überfordert, hat Panik und der Zufall bringt ihn mit Reiner und Lombard zusammen, die Personalexperten sind und sich der Sache geräuscharm annehmen. Schnell zeichnet sich ab, dass die zwei Experten seltsame Arbeitsmethoden haben und selbst Lute und seine Vorgesetzte sehen, dass die Personalgespräche nicht einvernehmlich geführt werden, obwohl es Kündigungen hagelt. Sehen heißt nicht handeln. Lute schaut weg und ist nur froh die unangenehme Arbeit ausgesourct zu haben.

Am Ende des Buches fühlte ich mich wie aus einem Drogentaum aufwachend. Die Methoden der Personalexperten sind nicht nur nicht von dieser Welt, schon der Beginn des Buches hat mich etwas ratlos zurückgelassen. Das muss man dem Autor zugutehalten, es klärt sich auf. Ansonsten war ich eher ratlos. Der Schreibstil des Autors ist gut, die Ausflüge in die Geschichte geben zwar an irgendeinem Punkt Sinn, aber die Art von schwarzem Humor finde ich nicht lustig, sexuelle Übergriffe, die einfach geschehen ohne im mindesten aufgearbeitet zu werden und die Brutalität und Rücksichtslosigkeit der Handlung, hilft nicht weiter bei Hinweisen auf eine Arbeitswelt die auf Befehl und Gehorsam aufgebaut ist und in der man Verantwortung einfach an Andere gibt, um sich den Schweiß von der Stirn zu waschen und einfach so weiter zu machen.

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Veröffentlicht am 10.07.2024

Konnte mich nicht mitreißen

Mord an der Loire
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Mord an der Loire: Ein Fall für Baron Philippe (Privatdetektiv Philippe du Pléssis 1) von Catherine Duval, erschienen im GMEINER Verlag am 10. April 2024.

Philippe Auguste Louis Vicomte du Pléssis wurde ...

Mord an der Loire: Ein Fall für Baron Philippe (Privatdetektiv Philippe du Pléssis 1) von Catherine Duval, erschienen im GMEINER Verlag am 10. April 2024.

Philippe Auguste Louis Vicomte du Pléssis wurde von seiner adeligen Familie zum Detektiv ausgebildet. Als die alte Schatulle, auf der die Familiengeschichte niedergeschrieben wurde, verschwindet, soll Philippe sie wieder finden. Er befindet sich gerade im Château de Cotignac, als ein Gemälde, welches als Raubkunstgemälde gerade von Deutschland zurückgegeben wurde, gestohlen wird. Dann findet der Baron auch noch eine Tote im Schlossteich. Diese Umstände verbinden ihn und Kommissarin Charlotte Maigret zu einem mehr als ungleichen Ermittlerpaar.

Beginnen wir mit dem, was mich dazu gebracht hat, dieses Buch unbedingt lesen zu wollen: Das Cover. Es handelt sich dabei nicht um das Schloss Cotignac, sondern um Schloss Saumur. Ebenfalls an der Loire gelegen und man kann das Museeum darin auch besichtigen.

Auch mit geschichtlichen Fakten wurde in dem Reihenauftakt recht rüde umgegangen und ein Nachwort indem darauf hingewiesen wird fehlt. Dafür gibt es einige Rezepte.

Mit Philippe du Pléssis erschafft die Autorin einen für mich unsympathischen Menschen, der hauptsächlich vom Geld seiner Familie lebt und Wein, Weib und Spaß sucht. Dabei ist er arrogant, verschwenderisch und überheblich. Als Gegenpol wurde dann die Figur der Charlotte Maigret dagegengesetzt, die vom Adel nichts hält und noch viel weniger von Philippe. Da kommt dann auch die Richtung wohin die Geschichte läuft ins Spiel. Charlotte sieht zwar gut aus, benimmt sich aber wie ein trotziger Teenager und kleidet sich auch so. Größere Gegensätze kann man sich fast nicht vorstellen. Dabei ist Charlotte ebenfalls unsympathisch, oberflächlich und bekommt irgendwann sogar einen Spruch der Ultra-Gelbwesten in den Mund gelegt. Warum die Zwei als Ermittlerduo auftreten, obwohl so etwas niemals vorkommen würde, wird nicht geklärt. Ebenfalls unverständlich bleibt, warum Philippe nach Anerkennung von Charlotte giert. Jemand der keinen Plan von Ermittlungen und Kriminalfällen hat.

Ich bin schon mehrfach an der Loire gewesen und hatte so meine Vorstellungen, wenn es um Beschreibungen ging. So richtiges Urlaubsgefühl kam bei dem Dauerregen, den das Buch beinhaltet aber auch nicht vor. So plätscherte die Geschichte wortwörtlich vor sich hin und konnte mich nicht überzeugen.

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Veröffentlicht am 29.04.2023

Abgebrochen da irrelevant

Das Ende der Ehe
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Das Ende der Ehe: Für eine Revolution der Liebe von Emilia Roig, erschienen im Ullstein eBooks Verlag am 30. März 2023.

Emilia Roig ist aufgewachsen im festen Glauben, dass nur die Arbeitskraft des Vaters ...

Das Ende der Ehe: Für eine Revolution der Liebe von Emilia Roig, erschienen im Ullstein eBooks Verlag am 30. März 2023.

Emilia Roig ist aufgewachsen im festen Glauben, dass nur die Arbeitskraft des Vaters sie davor schützt in Lumpen gehüllt unter der Brücke zu wohnen. Wieder besseren Wissens heiratet sie um dem Bild, dass sie innerhalb der Familie darstellen will und um geschützt zu sein.

Ich habe dieses Buch abgebrochen, da es mir nichts bringt. Ja, sicher ist die Ehe ursprünglich entstanden auch um patriarchale Wünsche zu erfüllen, aber die moderne Ehe ist außerhalb der Rechtsform und der damit anerkannten Lebensgemeinsamkeit kein Hausarrest für Frauen. Ich glaube nicht, dass die alleinerziehende Frau besser dasteht als eine Frau, die sich ihren Partner genau angesehen hat und mit den ab und zu aufblitzenden chauvinistischen Anwandlungen der meisten Exemplare leben kann. Leider hat mich der Klappentext völlig in die Irre geführt.

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Veröffentlicht am 10.04.2023

Freie Liebe, vegane Kost und ziemlich langweilig

Glückstöchter - Einfach leben
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Glückstöchter - Einfach leben von Stephanie Schuster, gesprochen von Elisabeth Günther, erschienen im Argon Verlag als gekürzte Hörbuchversion am 29. März 2023.

1976: Eva Klein wohnt in München und studiert ...

Glückstöchter - Einfach leben von Stephanie Schuster, gesprochen von Elisabeth Günther, erschienen im Argon Verlag als gekürzte Hörbuchversion am 29. März 2023.

1976: Eva Klein wohnt in München und studiert Pharmazie, weil ihre Welt die Welt der Gerüche ist und sie ihre Berufung in der Welt der Heilpflanzen sieht. Durch einen Zufall findet sie Unterlagen auf dem Dachboden die ihre Welt zusammenbrechen lassen.
1910: Anna von Quast, die Tochter des Botanikers Christoph von Quast, lebt mit ihrem Vater auf Gut Dreisonnenquell. Sie sieht sich als Botanikerin und Künstlerin, die mit dem Vater die heimische Pflanzenzucht führen möchte. Nur hat der Vater andere Pläne. Er möchte wieder heiraten, Annas Mutter ist schon lange tot, und so kommt seine Verlobte, die resolute Ruth, die Anna möglichst bald verheiratet sehen möchte, mit ihrem Sohn Dietmar auf das Gut und übernimmt dort schnell das Zepter, was sich ihr zukünftiger Mann gefallen lässt.

Die Sprecherin Elisabeth Günther hat mich mit ihrer Stimme überzeugt und hat akustisch die verschiedenen Temperamente der Protagonistinnen gut herausgearbeitet.

Leider hat das Buch gar nicht meine Erwartungen erfüllt. Während Annas Leben zwar nicht in den Rahmen passte, was eine Frau um die Jahrhundertwende gestattet wäre zu machen, aber wenigstens ist die Aschenputtelgeschichte mit böser Stiefmutter noch nachvollziehbar gewesen und Anna entwickelte sich im Laufe des Buches auch weiter, Evas Story passte da eher zu ihrem Nachnamen: Klein. Eine Entwicklung konnte man nicht sehen und außer freie Liebe und ausschweifende Lebensmitteleinkaufstouren war da nicht viel drin.

Es wurde zu viel darüber geredet, wie die Vegetarische oder Vegane Ernährung der Protagonistinnen gehandhabt wurden, und wie schwierig es 1976 war, ungespritzte Lebensmittel zu bekommen. Schon ziemlich am Anfang gibt es einen Hinweis, dass die beiden Protagonistinnen eine Gemeinsamkeit

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Veröffentlicht am 17.02.2023

Hätte man auch spannend und informativer schreiben können

Die Herrin der Farben
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Die Herrin der Farben von Peter Dempf, erschienen im Bastei Entertainment Verlag am 27. Januar 2023.

Schon früh bricht die junge Anna Barbara Koppmair aus den im 18. Jahrhundert geltenden Regeln für ...

Die Herrin der Farben von Peter Dempf, erschienen im Bastei Entertainment Verlag am 27. Januar 2023.

Schon früh bricht die junge Anna Barbara Koppmair aus den im 18. Jahrhundert geltenden Regeln für Mädchen und Frauen aus und lernt schreiben. Als sie dann ins heiratsfähige Alter kommt bricht sie Konventionen und bittet darum, dass sie sich ihren Ehemann selbst aussuchen darf. Der Erwählte ist der gleichaltrige Nachbarssohn Johann Friedrich Gignoux, der sie seit Jahren liebt, der aber erst auf die Walz gehen muss, um sein Handwerk zu lernen. Dadurch wird Anna zum späten Mädchen bis sie endlich ihren Johann heiraten kann und sie im Betrieb seines Vaters eine Druckerei starten können und herausfinden, wie man Farbe auf Stoff fixiert.

Leider ist die Begeisterung für das Buch schnell abgeebbt. Anfangs wirkte Anna modern und mit einem starken Willen versehen ihren Weg ins Moderne zu gehen, dabei aber auch die Nöte und das Elend der Tagelöhner, die ihr Mann beschäftigte zu sehen, später ist ihr ziemlich jedes Mittel recht, um gute Geschäfte zu machen ohne Rücksicht und ohne Herz. Am Anfang fand ich die teils großen Zeitsprünge in der Geschichte gut da damit kein Leerlauf mit Nichtigkeiten aufgefüllt wurde, aber irgendwann fehlte dann die Rahmenhandlung und es ging nur noch darum die Eckpfeiler der Anna Gignoux zu erfassen, wobei die Versuche das Patriarchat und die Gilden als Widersacher gegen Anna handeln zu lassen nicht wirklich in etwas Spannung endeten. Die Geschichte hat nur Annas Blickwinkel und unterlässt es die Konkurrenz, einen durchaus interessanten Chemiker oder wirklich mal die Guilden zu Wort kommen zu lassen. So plätschert die Geschichte der Anna Gignoux vor sich hin und das Ende des Buches wurde dann noch so richtig kitschig scheußlich.

Der eigentliche Schreibstil von Peter Dempf ist leicht und flüssig zu lesen, das Ergebnis ist aber eher enttäuschend. Ich habe was über die Handwerkskunst in Augsburg gelernt, aber weder einen wirklichen Einblick in die Gründe, warum das Handwerk so und nicht anders handelte, erhalten, noch wirklich das Leben von Anna verstanden.

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