Zu abgedreht, zu viel Gewalt
Nimms nicht persönlichNimms nicht persönlich von Tom Hofland, erschienen im Kein & Aber Verlag am 18. April 2025.
Lute, Mitte 30, eher der Typ Führungskraft, die keine Verantwortung übernimmt und nur durch seine engagierten ...
Nimms nicht persönlich von Tom Hofland, erschienen im Kein & Aber Verlag am 18. April 2025.
Lute, Mitte 30, eher der Typ Führungskraft, die keine Verantwortung übernimmt und nur durch seine engagierten Mitarbeiter überlebt, soll seine Abteilung so auflösen, dass die Firma, für die er arbeitet, verkauft werden kann. Das heißt also, die Leute, die mit viel Engagement gearbeitet haben, in andere Jobs bei der Firma zu transferieren, oder sie ohne Abfindung durch Selbstkündigung gehen zu lassen. Lute ist völlig überfordert, hat Panik und der Zufall bringt ihn mit Reiner und Lombard zusammen, die Personalexperten sind und sich der Sache geräuscharm annehmen. Schnell zeichnet sich ab, dass die zwei Experten seltsame Arbeitsmethoden haben und selbst Lute und seine Vorgesetzte sehen, dass die Personalgespräche nicht einvernehmlich geführt werden, obwohl es Kündigungen hagelt. Sehen heißt nicht handeln. Lute schaut weg und ist nur froh die unangenehme Arbeit ausgesourct zu haben.
Am Ende des Buches fühlte ich mich wie aus einem Drogentaum aufwachend. Die Methoden der Personalexperten sind nicht nur nicht von dieser Welt, schon der Beginn des Buches hat mich etwas ratlos zurückgelassen. Das muss man dem Autor zugutehalten, es klärt sich auf. Ansonsten war ich eher ratlos. Der Schreibstil des Autors ist gut, die Ausflüge in die Geschichte geben zwar an irgendeinem Punkt Sinn, aber die Art von schwarzem Humor finde ich nicht lustig, sexuelle Übergriffe, die einfach geschehen ohne im mindesten aufgearbeitet zu werden und die Brutalität und Rücksichtslosigkeit der Handlung, hilft nicht weiter bei Hinweisen auf eine Arbeitswelt die auf Befehl und Gehorsam aufgebaut ist und in der man Verantwortung einfach an Andere gibt, um sich den Schweiß von der Stirn zu waschen und einfach so weiter zu machen.