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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.02.2023

Kein gutes Blitzgewitter

Berlin Alexanderplatz
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Döblins „Berlin Alexanderplatz“ gehört zu einer der wenigen Lektüren, die ich vorzeitig beendet habe. Ich weiß, das Werk wird als wichtig angesehen und zeichnet eine Großstadt- und damit Gesellschaftskritik ...

Döblins „Berlin Alexanderplatz“ gehört zu einer der wenigen Lektüren, die ich vorzeitig beendet habe. Ich weiß, das Werk wird als wichtig angesehen und zeichnet eine Großstadt- und damit Gesellschaftskritik der Weimarer Jahre, aber mich hat der ganze Stil und die Montagetechnik sehr unruhig gemacht und einen wirklichen Lesefluss nicht ermöglicht. Die Gedanken des Franz Biberkopf, aus dessen Sicht der Roman geschrieben ist, springen innerhalb von Sekunden hierhin und dorthin und sorgen für eine literarische Reizüberflutung, die wohl zwar den reellen Reizüberfluss nachstellen soll, mich jedoch ständig verwirrt hat.

Auf das Buch muss man sich einlassen können und längere Leseepisoden ermöglichen können. Ich habe etwa auf der Hälfte bei Seite 200 aufgegeben. Vielleicht probiere ich es irgendwann nochmal mit diesem Buch. Für Pendler-Leser, die sich 20 Minuten in Bus oder Bahn setzen, ist es absolut nichts.

Veröffentlicht am 27.02.2023

Für Sunny konnte ich mich nicht erwärmen...

Sunny
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"Sunny" ist der dritte Band von Jason Reynolds Reihe um eine jugendliche Laufmannschaft.
Ich hatte Gelegenheit in diesen Band bis etwa zur Hälfte hineinzulesen, was innerhalb kurzer Zeit (vielleicht zwei ...

"Sunny" ist der dritte Band von Jason Reynolds Reihe um eine jugendliche Laufmannschaft.
Ich hatte Gelegenheit in diesen Band bis etwa zur Hälfte hineinzulesen, was innerhalb kurzer Zeit (vielleicht zwei Stunden) zu schaffen ist, denn "Sunny" ist in Tagebuchform vom Protagonisten geschrieben. Dadurch fehlt dem Buch nach meinem Geschmack auch etwas Tiefe, denn wie Sunny sein Tagebuch mit Leben füllt, wirkte auf mich von den ersten Seiten an ziemlich künstlich. Über jeden der Läufer um Ghost weiß man durch den ersten Band ein wenig, so ist dem Leser, sofern er sich noch daran erinnert, bekannt, dass Sunny nicht aus eigenem Engagement läuft, sondern vielmehr den Wunsch seines Vaters erfüllen will. Sunny ist nämlich Halbwaise, seine Mutter selbst war Läuferin, und Sunny wird von seinem Vater dahingehend genötigt, das Vermächtnis der Mutter aufrecht zu erhalten. Allerdings läuft Sunny überhaupt nicht gerne und boykottiert ein wichtiges Rennen, was seinen Vater sehr verärgert. Auch der Trainer ist verärgert, dieser bemüht sich jedoch um eine Lösung für Sunny, welcher der Laufmannschaft nicht mehr angehören möchte, aber gerne weiter zum Team gehören würde. Seine Musik- und Tanzleidenschaft hat Sunny von seiner Tante, die gleichzeitig sein Hauslehrer ist, und als er dem Trainer einen kleinen Tanz vorführt, schlägt er vor, dass Sunny fortan Diskuswerfen sollte. An dieser Stelle muss ich sagen, dass mein Sportverständnis dem eines Regenwurms gleicht, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand, der leidenschaftlich gerne tanzt, sich fürs Diskuswerfen begeistern kann. Irgendwann ab dieser Stelle hatte ich dann keine Gelegenheit mehr das Buch zu beenden, was ich einerseits schade finde (da es mein Anspruch ist begonnene Bücher auch zu beenden), andererseits lag für mich im Lesen dieser Lektüre bis zu diesem Zeitpunkt auch kein Reiz darin. Eigentlich schade, denn Jason Reynolds hat mit den ersten Bänden eine lesenswerte Reihe begonnen, die dieser Titel leider ein wenig eingerissen hat.

Veröffentlicht am 19.02.2023

Leider wieder nix

Dein Verlangen gehört mir 01
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Mir fehlte es bei dieser Story ein wenig an Substanz. Schlecht beginnt es ja nicht: Die Schülerin Rei und ihr draufgängerischer Mitschüler Mahiro sind durch die Heirat ihrer Eltern mittlerweile Geschwister ...

Mir fehlte es bei dieser Story ein wenig an Substanz. Schlecht beginnt es ja nicht: Die Schülerin Rei und ihr draufgängerischer Mitschüler Mahiro sind durch die Heirat ihrer Eltern mittlerweile Geschwister und wohnen im selben Haus zusammen. Mitsamt der Schulleitung und den Eltern wurde beschlossen diesen Umstand zu verheimlichen, und so wissen die anderen Schüler in der Klasse nichts davon.
Rei und Mahiro jedoch können einander nicht leiden, es scheint als würde Rei Mahiro dafür verachten, dass er sich ständig mit unterschiedlichen Mädchen herumtreibt. Es fällt sogar der Satz, dass er nie zweimal Sex mit derselben hat. Eines Nachmittags nach der Schule treibt Rei Mahiro zur Weißglut, dass dieser sich auf sie stürzt und zu vergewaltigen droht. Es kommt raus, dass es eigentlich keine Vergewaltigung gewesen wäre, hätte sie stattgefunden, weil Rei ganz schön heiß auf Mahiro ist, was sie ihm auch sagt. Dieser jedoch fängt sich in letzter Sekunde wieder und stellt daraufhin jegliche Versuche ein mit Rei auszukommen, ganz im Gegenteil meidet er sie ab sofort, geht morgens früher zur Schule als sie und kommt abends als letztes Familienmitglied heim. Rei stellt ihm dennoch weiterhin ständig nach und Mahiro stellt fest, dass er sich nicht von Rei fernhalten kann, also gehen die beiden zusammen auf ein Date und es kommt heraus, dass Rei sich in Mahiro verliebt hat. Während eines klischeehaften Regenschauers suchen die beiden Schutz in einem Love-Hotel (wie könnte es anders sein?), und Mahiro gesteht Rei daraufhin, dass er sie ebenso liebt. Er sagt ihr, dass er künftig keine lose Rumsexelei mehr betreiben will. Somit will er keinen Sex mit Rei haben, solange sie die drei Worte nicht offen sagt (alles andere an sexuellen Spielarten aber macht er, um ihr Liebesgeständnis aus ihr herauszustöhnen...). Der Manga endet mit dem Versprechen, dass er versuchen wird, sie dazu zu bewegen ihm zu gestehen, dass sie ihn liebt und die beiden ein Paar werden.

Die Geschichte könnte an sich ganz nett sein, wenn nicht diese deplatzierten Momente, die wohl gleichermaßen erotisch wie lustig wirken sollen, eingestreut wären. Sex und Erotik erscheinen in diesem Manga wie ein Springteufel, und es wirkt wenig authentisch (zumindest auf mich), dass ein Mädchen sich nicht trauen soll „Ich liebe dich“ zu sagen, aber völlig frei mit Pokerface fordern kann von ihrem Schwarm (anal) benutzt und genommen zu werden.
Ich suche seit einiger Zeit einen Manga wie „Game – Lust ohne Liebe“, der mir wiklich gut gefallen hat, wo Sex ganz natürlicherweise und nicht überzogen reingezwungen vorkommt.Es gestaltet sich wirklich als schwierig einen Manga zu finden, bei dem Erotik niveauvoll in die Geschichte eingearbeitet ist und einem nicht in den unpassendsten Momenten entgegenspringt.

Veröffentlicht am 19.02.2023

Hat leider nicht meinen Geschmack getroffen

Subaru - My Dirty Mistress 01
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Ich bin zufällig auf diesen Manga gestoßen, die Beschreibung ließ eine interessante alternative „Liebesgeschichte“ vermuten.

Akira kennt Subaru seit Kindheitstagen. Subaru ist sehr intelligent, und so ...

Ich bin zufällig auf diesen Manga gestoßen, die Beschreibung ließ eine interessante alternative „Liebesgeschichte“ vermuten.

Akira kennt Subaru seit Kindheitstagen. Subaru ist sehr intelligent, und so hat sie es mittlerweile auf eine Elite-Schule geschafft. So haben sich die beiden Jugendlichen aus den Augen verloren. Akira jedoch kann seine Kindheitsfreundin und Jugendliebe nie vergessen, was ihn dazu antrieb so diszipliniert zu lernen, dass auch er es auf die Elite-Schule geschafft hat. Jetzt ist er Subaru zwar räumlich näher, eine Kluft der Gefühle aber bleibt.
Dies ändert sich, puff!, als Akira dem Gerücht glaubt, man könne sich für einen Tribut von einer Gottheit einen Wunsch erfüllen lassen und äußert, dass das Zimmer von Subaru mit seinem verbunden sein soll. Vermeintlich ein einseitiger Wunsch, stellt sich jedoch heraus, dass die geschäftstüchtige Gottheit lediglich dann einen Wunsch erfüllt, wenn er von allen betreffenden Parteien geäußert wird, und prompt wird Subaru zur Hauptvertragspartnerin erklärt, die täglich für die Dauer von einer Stunde ihre Selbstbeherrschung verliert.
Was mit einem Weinkrampf beginnt, in dem Subaru ihre verheimlichten Gefühle für Akira äußert, mutiert nach dem ersten Tag zu einer anspruchslosen Schmuddelparodie. Subaru hat ihre Libido fortan für die Dauer dieser besagten Stunde nicht mehr unter Kontrolle und wird nicht müde ständig zu betonen wie vor Erregung ihre Unterwäsche immer aufs Neue durchweicht.

Es wird zwar unter „Comedy 18+“ bei Tokyopop geführt, ich hatte mir jedoch eine etwas ernsthaftere Geschichte versprochen, da sie bisher weder lustig noch ästhetisch-erotisch ist, sondern einfach nur flach.
Ich denke daher nicht, dass ich mir den zweiten Band zulegen werde.

Veröffentlicht am 21.06.2025

/schnarch

Elsies Lebenslust
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Letztens war Buchclubtreffen und ich hab nix zu berichten. Gelesen haben wir zwar „Found in the Street“ (dt. „Elsies Lebenslust“) von Patricia Highsmith (dt. Patrizia Hochschmidt), nun ist aber „gelesen“ ...

Letztens war Buchclubtreffen und ich hab nix zu berichten. Gelesen haben wir zwar „Found in the Street“ (dt. „Elsies Lebenslust“) von Patricia Highsmith (dt. Patrizia Hochschmidt), nun ist aber „gelesen“ eine großzügige Formulierung, denn von vier Anwesenden hat es eine Person zu Ende gelesen und alle anderen sind unterwegs eingeschlafen. Mich hat das Interesse bereits zwischen Seite 82 und 83 verlassen. Mit jeder gelesenen Seite habe ich mich gefragt, wann es denn endlich mal anfängt relevant zu werden, aber weder waren die bis dahin aufgetretenen Figuren interessant noch hat mich sonst etwas daran festgehalten weiterzulesen.