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Veröffentlicht am 11.03.2023

Spannender Knobelkrimispaß

Die Cobra-Bande und der geheimnisvolle Sprayer (Die Cobra-Bande-Reihe Band 1)
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Bea und Otto leben eigentlich in Hamburg, aber da ihre Eltern ständig nur arbeiten, verbringen sie ihre Sommerferien bei Opa in Berlin. Die meiste Zeit tummeln sie sich im Freibad und machen anschließend ...

Bea und Otto leben eigentlich in Hamburg, aber da ihre Eltern ständig nur arbeiten, verbringen sie ihre Sommerferien bei Opa in Berlin. Die meiste Zeit tummeln sie sich im Freibad und machen anschließend Lagerfeuer mit Stockbrot in Opas Laube. Als sie abends einpacken wollen, bemerkt Bea, dass ihr „neues“ Smartphone aus ihrem Sneaker gestohlen wurde. Cem hat aus der Nähe alles beobachtet und sie folgen dem Rascheln im Gebüsch. Der Dieb, der kaum älter ist als sie, kann über den Zaun abhauen. Doch den drei Beobachtern ist ein auffälliges Geräusch aus seinem Rucksack aufgefallen und Bea findet einen zerrissenen Entwurf für ein Graffitti. Es war das Geräusch von Lackdosen, dass ihnen aufgefallen war. Cem stellt sich ihnen und schlägt vor, gemeinsam nach dem Dieb zu suchen, denn da er von hier ist, ist ihm sofort eingefallen, dass er die Zeichnung auf den zusammengesetzten Schnipseln schon mal in der Nähe gesehen hat. Sie verabreden sich für den nächsten Tag, wobei natürlich auch Beas Rabe Rabbit nicht fehlen darf! Gemeinsam folgen sie den Spuren des Täters und seiner Auftraggeber quer durch die Stadt. Bist Du dabei?

Im Gegensatz zu Bea und Otto ist ihr neuer Freund Cem ein echter Tüftler und hat schon immer davon geträumt, mal einen echten Fall zu lösen. In seinem geheimen Versteck, dem Cem-Lab hat er auch schon so einiges dafür vorbereitet, wenn auch noch nicht alles ganz fertig ist, sondern noch den letzten Schliff benötigt. Aber dabei kannst Du gerne helfen, denn sämtliche Probleme vor denen Bea, Otto und Cem stehen teilen sie auch mit Dir, so dass Du mit knobeln kannst. Lediglich Rabbitsaufgaben der Beobachtung aus der Luft, steht Dir nicht zur Verfügung, aber sie teilen ja ihre Erkenntnisse mit Dir. Die Aufgaben die sich hier stellen sind viellfältig: vom Puzzeln (die zerrissenen Teile befinden sich alle auf einer Seite, die Du heraustrennen kannst, um die Teile auszuschneiden und zusammenzusetzten, ohne das Buch zu zerstören), über Codes und Irrgärten bis zu Suchrätseln.

Anders als in anderen Escape-Krimis wird hier auch wirklich Wert auf die Geschichte als solche, die Entwicklung der jungen Helden, die erst noch zu einem Team zusammenwachsen müssen (Geschwister sind ja auch nicht immer einer Meinung) gelegt. Dazu kommt, dass es hier wirklich eine überraschende Wendung gibt, die sogar ich als erfahrene Krimileserin und Juristin, nicht habe kommen sehen. Es geht nämlich um eine verblüffende menschliche Wendung, die auch Kindern Mut macht und sie vielleicht auch zum Nachdenken über 2. Chancen anregt. Schließlich begehen viele Kinder und Jugendliche Dummheiten, die sie später nicht nur bereuen, sondern auch nicht mehr wiederholen werden.

Die Illustrationen stammen vom Autor, der ursprünglich selbst Graffittikünstler war, ehe er Computerspiele illustrierte und später Escape-Games.... Dies ist ein Detektivkrimi zum miträtseln ähnlich einem Escape-Spiel. Der Illustrationesstil ist gleichermaßen detailliert, wie plakativ, durch seine Großflächigkeit, wobei ich die von Kapitel zu Kapitel variierenden Illustrationsbordüren am unteren Seitenrand nicht unterschlagen will. Die passen nämlich immer thematisch genau zum jeweiligen Kapitel und lockern somit jede Seite auf, die ansonsten nicht illustriert ist. Die Schriftgröße ist angenehm groß mit einem komfortablen Zeilenabstand, so dass es auch Lesemuffeln mit wenig Übung nicht allzu schwer fallen sollte, den Fließtext zu lesen. Vielleicht überwindet ja der eine oder andere dank der COBRA-Bande seine Unlust am Lesen. Na habt Ihr schon erraten wofür „COBRA“ steht? Einen Lösungsteil gibt es am Ende des Buches, einige Lösungen findet ihr aber auch unmittelbar auf der nächsten Seite, je nach Umfang des Rätsels.

Spannend sympathische neue Rätselkrimi-Reihe ab 8 Jahren, die junge Ermittler lieben werden!

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Veröffentlicht am 10.03.2023

Super witzig!

Crazy Family - Die Hackebarts räumen ab!
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Walter Hackebart (Klempner) und seiner Frau Adrijana ist klar, dass sie etwas ganz Besonderes sind und auch ihre Kinder es sein werden, daher brauchen sie ganz besondere Namen. Nachdem sich die Standesbeamtin ...

Walter Hackebart (Klempner) und seiner Frau Adrijana ist klar, dass sie etwas ganz Besonderes sind und auch ihre Kinder es sein werden, daher brauchen sie ganz besondere Namen. Nachdem sich die Standesbeamtin beim der 13 jährigen Brooklyn noch durchsetzen konnte, kapitulierte sie, als sie 2 Jahre später Zosch (11) und schließlich Mönkemeier (8) eintrug, bei Lulu (6) einigten sie sich wieder. Doch es stimmte, alle Familienmitglieder sind etwas ganz Besonderes. Mönkemeier liebt die abstrakte Kunst so sehr, dass er ein Spätwerk seines Lieblingsmalers im Museum „verbessert“ und alles Gegenständliche abstrakt übermalt. Auweia, das wird teuer! Doch die vernünftige, durchstrukturierte Brooklyn hat einen Plan: Sie gewinnen einfach beim Großfamilienspecial von „Wer wird Millionär?“ immerhin ist Lulu nicht nur mit seltsamen Humor, sondern auch mit einem fotografischen Gedächtnis gesegnet. Sie plant also ihrer aller Lernpensum und eigentlich stünden ihre Chancen super, wenn sie nicht nur ein Mitglied einer dritten Generation bräuchten. Da Adrijanas Eltern in Kroatien leben und Walters Mutter schon verstorben ist, bleibt nur der griesgrämige Opa Kuno, ein echter Umweltaktivist und Kämpfer für Gerechtigkeit. Von einer exzentrischen Familie, die auszog Günter Jauch das Fürchten zu lehren!
 
Ich war ja anfangs etwas skeptisch, ob es als Story ausreicht, eine schräge Familie zu Günter Jauch zu schicken und wie witzig kann es schon sein, wenn der überforderte Hausmann Walter Klobürsten sammelt und die Mutter Truckerin ist und auf der Balkanroute auch noch klassische Klavierkonzerte gibt, wenn sie die männliche Konkurrenz nicht gerade im Armdrücken schlägt? Ich habe mal auf den guten Geschmack der Hörcompany vertraut und wurde nicht enttäuscht. Diese Geschichte ist nicht nur schräg, sondern auch auf clevere Art witzig. Sie treibt so viele liebe Gewohnheiten auf die Spitze, dass es nicht nur absurd komisch, sondern irgendwie auch unglaublich ehrlich ist. Markus Orth erzählt absolut auf den Punkt von den Alltagssorgen einer Großfamilie, in die sich auch Günter Jauch meint einfühlen zu können – bis er sie trifft! Ich habe mich gefragt, wie oft er wohl die Sendung gesehen hat, oder ob er live im Publikum saß, um diese Stimmung so gut einzufangen. Dabei erhält man auch noch wirklich informative und kurzweilige Infos, sollte man sich selbst mal bewerben wollen, was ja einfacher sein soll, als eine Karte fürs Publikum zu ergattern…
 
Großartig wie Stefan Kaminski als Ein-Mann-Show die „Wer-wird-Millionär?“-Studio-Atmosphäre einfängt, angefangen bei den Jingels, über den Einheizer, das Publikum bis hin zu Herrn Jauch persönlich, dessen Tonfall er sehr gut trifft. Man sieht die Verzweiflung des Moderators förmlich vor sich! Dabei spricht er aber irgendwie stets liebevoll für diese Chaosfamilie, die man irgendwie gernhaben muss! Ich habe auf jeden Fall, jeden/jede einzelne von ihnen in mein Herz geschlossen. Eine wirklich super Kombi, die mich bestens unterhalten hat!
 
Aber wer meint, das sei es nun gewesen, der irrt, denn in den Hackebarts steckt noch viel mehr und damit meine ich nicht nur Zoschs Daddeltalent, das ihn noch weit bringt, nein, die Showteilnahme hat ihnen neue Möglichkeiten eröffnet, leider nur mit und dank Opa Kuno und sie werden schon bald ihre neue Nachbarschaft das Fürchten lernen! Das lasse ich mir auf keinen Fall entgehen! Für die ganze Familie ab 6 Jahren!
 

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Veröffentlicht am 10.03.2023

Finde Deine persönliche Note

Bake
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Paul Hollywood ist in England ein bekannter TV-Bäcker und Juror in Backsendungen. Hier hat er seine 80 Lieblingsrezepte mit all seinen speziellen Kniffen und Tipps zusammengefasst. Nach dem Inhaltsverzeichnis ...

Paul Hollywood ist in England ein bekannter TV-Bäcker und Juror in Backsendungen. Hier hat er seine 80 Lieblingsrezepte mit all seinen speziellen Kniffen und Tipps zusammengefasst. Nach dem Inhaltsverzeichnis beginnt er mit einer persönlichen Einführung in die Welt des Backens mit allgemeinen Hinweisen zu speziellen Backwaren wie Broten, Süßwaren, Backen weltweit und der persönlichen Note beim Backen.

Das Buch ist unglaublich strukturiert! Rezepte, die mehr als einen Handgriff benötigen, sind nummeriert bebildet, so dass man die einzelnen Schritte und Handgriffe genau sieht und verfolgen kann, ohne besondere Fachbegriffen kennen zu müssen. Das finde ich ausgesprochen praktisch und nimmt einem auch die Hemmungen vor komplexerem Gebäck wie Croissants.

Unterteilt ist dieses Backbuch in 6 Abschnitte:
Kuchen
Plätzchen und Kekse
Brote und Fladenbrote (sehr ausführlich und umfangreich)
Pizzas und Krapfen
Pies und Pasteten
Desserts

Spätestens bei Pies und Pasteten merkt man, dass es sich um ein angelsächsisches Werk handelt, was für uns auch eine gewisse Abwechslung bedeutet. Allerdings entführt uns Paul Hollywood rund um den Erdball, hat er sich doch bei seinen Engagements an Filmsets und auf Reisen auch von der dortigen Küche inspirieren lassen, so dass es auch einige wirklich exotische Rezepte gibt, wie eine thailändische Pie oder spanische Empanadas.

Sehr gut gefällt mir, dass neben süßem Gebäck hier auch Brote, Pizza und andere herzhafte Gebäcksorten nicht zu kurz kommen. Natürlich werden süße Sünden nicht vergessen und unglaublich appetitlich präsentiert, aber es muss nicht immer etwas Süßes sein und gerade herzhaftes Gebäck ist alltagstauglich.

Da gerade Fastenzeit ist, bzw. ich mit diesem Buch zu Karneval begonnen haben und dann bei uns ja eh Süßigkeiten vom Himmel fallen, habe ich mich an das herzhafte Gebäck herangewagt, insbesondere Käsebrot, Chiabatta und Käsecracker. Schließlich muss man ja auch in der Fastenzeit mal etwas knabbern, aber dann bitte herzhaft ohne Zusatzstoffe! Die Käsecracker sahen nicht nur im Buch verlockend aus. Sie waren gut beschrieben und getreu Paul Hollywoods Aufforderung seine persönliche Note zu finden, habe ich Gruyere gegen Cheddar getauscht (einfach weil ich Cheddar lieber mag) und Pfeffer gegen italienische Kräuter, passend zum Parmesankäse. Die Angabe zur Backdauer über die Gradzahl und Minuten hinaus, waren sehr hilfreich, weil ja doch jeder Backofen etwas anders ist und diese Angaben sich bei uns oft als relativ erweisen Aber die Angabe, dass man die Cracker lieber länger im Ofen lassen solle, bis sie bräunen, war absolut perfekt! Genauso haben wir es bei der Pizza gehandhabt. Der Teig wurde schön locker und gleichzeitig knusprig. Allerdings scheint Paul Hollywood bevorzugt von Hand zu arbeiten und allenfalls zum Handrührgerät zu greifen. Das ist natürlich sehr sinnlich, bei Knetteigen aber auch anstrengend. Mit der Küchenmaschine sind die Rezepte auch sehr gut gelungen, da mit in der Küche kein Personal zur Verfügung steht und es auch keinen Platz hätte, knete ich erst zum Schluss per Hand.

Alle ausprobierten Rezepte waren wirklich gut nach zu backen, mit normalen, gut erhältlichen Zutaten, sind definitiv gelungen und wurden nicht nur einmal gebacken und waren somit offensichtlich super lecker!

Natürlich gibt es zum Abschluß ein umfangreiches Register, das so ziemlich kein Schlagwort auslässt!

Dieses Buch verführt mit Fotos, die das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt und überzeugt mit gut beschriebenen, alltagstauglichen Rezepten und Einladungen zu Tortenschlachten. Das Buch ist sehr ansprechend gestaltet und überzeugt ebenso in seiner Handhabung, wie in seiner Optik und eignet sich daher auch bestens als Geschenk.

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Veröffentlicht am 07.03.2023

Bildgewaltig

Julia und der Hai
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Julia (10) lebt mit Katze Noodle und ihren Wissenschaftlereltern in Cornwall. Doch diesen Sommer siedelt die Familie in einen Leuchtturm auf den einsamen Shetlandinseln um, da ihr Vater ein Programm entwickeln ...

Julia (10) lebt mit Katze Noodle und ihren Wissenschaftlereltern in Cornwall. Doch diesen Sommer siedelt die Familie in einen Leuchtturm auf den einsamen Shetlandinseln um, da ihr Vater ein Programm entwickeln soll, das den Leuchtturm automatisch steuert. Ihre Mutter als Meeresbiologin ist begeistert, hofft sie doch auf spannende Forschungen an ihrem Lieblingstier, dem Grönlandhai, welcher nur ganz selten von Menschen gesichtet wird. Julia ist nur mäßig begeistert von dem dortigen rauen Klima, den Ferien ohne ihre Freunde, aber sie möchte sich ihrer Mutter zu liebe Mühe geben. Niemanden bewundert sie mehr, als ihre fröhliche, enthousiastische Mutter, die voller Tatendrang und Begeisterung die Bewilligung von Forschungsgeldern beantragt. Bis es soweit ist, zieht sie auf eigene Kosten los und erzählt Julia die spannendsten Infos über die raue See und die uralten Grönlandhaie. Während Julia langsam Freundschaft mit einem gleichaltrigen Außenseiter schließt, dessen Eltern aus Indien stammen und eben noch nicht seit Generationen auf den Shetlandinseln leben, verliert sich ihre Mutter immer mehr in ihren Forschungsträumen.

Julia befindet sich zu Beginn der Pubertät, dem Alter in dem Eltern beginnen peinlich zu werden. Aber irgendwie findet sie die Exzentrik ihre Mutter immer bewunderswert und aufregend, während ihr vernünftiger, Zahlen liebender Vater echt peinlich wird. Ein bisschen kann ich es verstehen, ja, er macht schon mal „alte-Leute-Dinge“ aber er ist auch sehr vernünftig und verantwortungsbewußt, gleichzeitig aber auch liebevoll. Ich mag den Herrn-der-Zahlen, auch wenn Julia und ihre Mutter es mehr mit Worten haben. Ich finde ja beides gleich wichtig. Auch wenn ich Worte liebe, verkenne ich nicht den Reiz unbestechlicher Zahlen. Die Vorliebe für die Mutter empfinde ich als ungerecht, da ich sie schon zu Beginn manchmal etwas überdreht finde und somit mindestens so peinlich, wie den Vater mit seinen Muskellockerungsübungen. Die Kontaktaufnahme zwischen den zwei jungen Außenseitern wird sehr senibel und vorsichtig beschrieben und ich habe mich lange gefragt, was denn Adrian für ein Problem mit ihnen hat, denn die Kinder werden nicht über ihre Optik, sondern über ihre Worte und Taten beschrieben. Als Heransgehensweise finde ich es sehr interessant. Während sich ein Mobbingszenario langsam zuspitzt, wird auch Julias Mutter immer eigenwilliger und ihr Vater deutlich besorgter. Lange fragte ich mich, ob es in einem Kinderbuch über Bi-Polare-Störungen wirklich noch eines Mobbingthemas bedarf, oder ob das nicht etwas zu viel des Guten sei. Hier kam dann allerdings eine interessante These im Umgang mit Mobbern von Julias Mutter ins Spiel, die ich wirklich überlegenswert finde und deren Umsetzung eine ungeahnte und unbeabsichtigte Eigendynamik auslöst, die die Geschichte erst so richtig rund macht. Denn seien wir ehrlich, das Thema der psychischen Gesundheit kann man Kinder nicht im vollen Umfang deutlich machen. Man ahnt es und es nimmt eine gefährliche Wendung, geht aber gut aus. In all seinen Facetten wäre das Krankheitsbild der manischen Depression für Kinder auch zu viel, zu Mobbing finden sie einen anderen Zugang. Da aber nicht nur immer mehr Eltern, sondern auch Kinder unter der Krankheit leiden, sind es zwei wichtige Themen die miteinander verwoben werden und nebenbei lernen wir noch spannnendes über Meereslebewesen und die klare Struktur von Zahlen.

Birte Schnöink mag ich eigentlich als Interpretin sehr gerne, allerdings empfinde ich sie hier nicht auf der Höhe ihres Könnens. Sie spricht mir teilweise zu teilnahmslos, obwohl sie ja auch Julias Perspektive erzählt, so könnte sie die Schrullen ihres Vaters durchaus humorvoller präsentieren, denn nicht Julia ist depressiv... Das würde dem Hörbuch bisweilen eine erholsame Leichtigkeit verleihen. Ihr Stimme klingt angenehm und jung, durchaus passend für ein Kind.

Die Atmosphäre auf den windumtosten Shetlandinseln passt sehr gut zum Thema der inneren Kämpfe dieser Familie und macht die Stimmungen gut spürbar.


Das Buch ist mit zahlreichen, sehr emotionalen drei-farbigen Illustrationen von Tom de Freston bereichert. Diese sind genau wie das Cover ungewöhnlich emotional ausdrucksstark mit leuchtend gelben Elementen in einer schwarz-grau-weißen Umgebung. Es gibt halt auch in den dunkelsten Momenten immer einen Lichtschimmer. Je emotionaler die Szenen der Geschichte, desto dichter und zahlreicher die Illustrationen, das finde ich wirklich beeindruckend!

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Veröffentlicht am 05.03.2023

Aufregender Lesestart

Leselöwen 2. Klasse - Drei Freunde retten die Schule
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In der 3. Klasse werden die Kinder deutlich reifer und brauchen keine Kuscheltiere und Klassenmaskottchen mehr – glauben sie. Als Ben Geburtstag hat, würde er den Klassendino doch gerne mit nach Hause ...

In der 3. Klasse werden die Kinder deutlich reifer und brauchen keine Kuscheltiere und Klassenmaskottchen mehr – glauben sie. Als Ben Geburtstag hat, würde er den Klassendino doch gerne mit nach Hause nehmen, aber seine Mitschüler lachen ihn aus und er traut sich dann doch nicht. Ein schwerer Schlag für Klassenmaskottchen Dino, der sich wie seine Kumpels aus den Parallelklassen Einhorn Hörnchen und Hase Mümmel immer einsamer und nutzloser vorkommt. Also ziehen sie nachts gemeinsam los und spielen Streiche, um auf sich aufmerksam zu machen. Als sie in der 2. Nacht so richtig in Fahrt kommen, hören sie eine Scheibe klirren und sind sofort in Alarmbereitschaft!

Ich mag die Illustrationen und Geschichten von Kai Pannen sehr und meine Tochter hat sie als Leseanfängerinnen total geliebt, so dass wir gespannt auf dieses neue Abenteuer mitten aus dem Schulleben waren. Sein typischer Zeichenstil war sofort zu erkennen und es hat sofort ein vertrautes Gefühl geweckt, zusätzlich zu dem vertrauten Themen „Schule“ und „Abschied von Kuscheltieren“. Es ist ja nicht nur für die Eltern ein Thema voller Wehmut, wenn die eigenen Kinder glauben zu alt für Kuscheltiere zu werden, es trifft auch diese mitten in ihr flauschiges Herz!

Dino, Hörnchen und Mümmel fühlen sich total einsam und verlassen, total ausgeschlossen. Aber immerhin sind sie ja zu dritt und nicht auf den Kopf gefallen. Denn gemeinsam lässt sich alles besser ertragen und so schaffen sie es anfangs nicht nur selbst in dieser deprimierenden Lage Spaß zu haben, sie zeigen, dass in ihnen echte Helden stecken! Ja, eigentlich steckt das ja schon in jemden, man muss den inneren-Helden nur rauslassen! Zusammen ist das aber wirklich leichter und das verstehen auch Grundschüler schon und ich bin mir sicher, dass sie fast alle davon träumen, zeigen zu können, was in einem steckt! So ist diese Geschichte nicht nur witzig, sondern auch richtig spannend und trifft genau die Kindersehnsüchte. Absolut gelungen für die Zielgruppe und absolut hilfreich um Freude am Lesen zu entwickeln, trotz aller Schwierigkeiten!

Gerade für Kinder, die zwar alle Buchstaben schon kennen, sich mit dem Lesen aber immer noch schwer tun, ist der zweifarbige Druck, der die Silben farbig voneinander absetzt absolut hilfreich, um sinnverstehend zu lesen. Ja, in der 2. Klasse sind eben noch nicht alle Kinder die Superleser, mögen sie auch noch so clever sein! Hier finden sie durch die Silbenfärbung echte Unterstützung zusammen mit der schönen großen Fibelschrift, den sprachlich und inhaltlich an ihr Niveau angepasste Sprache und altersgerechte Geschichten und Themen! Die fröhlichen, vollfarbigen Illustrationen auf allen Seiten fördern die Motivation, ebenso wie die Sprachverständnisfragen nach jedem Kapitel. Die Kapitellängen sind extra auf das Niveau der 2. Klasse abgestimmt, um die Leseanfänger nicht zu ermüden. Durch die Comic-Blasen zwischendrin in den Illustrationen wird die Geschichte noch weiter aufgepeppt und der Spaßfaktor erhöht. Kinder lieben Comics, ihre Direktheit, die auf Emotionen und Action abzielen. Da Lesen ja auch schlau macht und den Horizont erweitert, haben die Leselöwen mit den Relaunch auch noch einen „Schon gewusst?“-Teil erhalten. Einige Begriffe sind im Text besonders fettgedruckt und werden im Glossar in leichter Sprache mit spannenden Infos kindgerecht erklärt. Hier sind es: „Klassen-Maskottchen“, „Krims-Krams-Kiste“, „Fantasie“, „Einbrecher“ und „Schutzengel“. In diesen Erklärungen sind Buchstaben versteckt, die man in ein Lösungsgitter eintragen muss, dass einem im Internet als Code Zugang zur Leseloewenseite mit weiteren Spielen und Rätseln speziell für diese Lesestufe führt. Eine tolle und zeitgemäße Sache für einen sinnvollen Einstieg zum verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet.

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