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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.03.2023

Bauchgefühl

Südlich von Porto lauert der Tod
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"Nur bei einem gemeinsamen Essen war man so richtig zusammen."

Eine olfaktorische und kulinarische Reise in das spätsommerliche Portugal.
Torreira, ein kleiner verschlafener Küstenort südlich von Porto, ...


"Nur bei einem gemeinsamen Essen war man so richtig zusammen."

Eine olfaktorische und kulinarische Reise in das spätsommerliche Portugal.
Torreira, ein kleiner verschlafener Küstenort südlich von Porto, Ende September. Die Sommer Saison ist fast beendet, es wird ruhig: Jeder kennt in Torreira jeden, das Leben geht einen beschaulichen Weg. Bis die Leiche einer Kunstgutachterin in einem Ferienhaus gefunden wird und diese sogleich wieder verschwindet: wo ist Raquel Martins de Souza? Was steckt hinter ihrem Tod?

Eine sehr entspannt und gemächlich erzählte Kriminalgeschichte vor einer Postkartenidylle fernab von Hektik und Stress. Mit sehr viel Gelassenheit und Ruhe wird die Handlung langsam entwickelt und die einzelnen, liebevoll gezeichneten Charaktere vorgestellt.
Der etwas naive Dorfpolizist João, die Stuttgarter Polizistin und Urlauberin Ria Almeida, sowie ihre Cousine Mariposa, der Inhaber des örtlichen Bestattungsinstituts Nuno, aber auch der cholerische Comissário Joaquim Baptista. Das emotionale Beziehungsgeflecht zwischen diesen Protagonisten wird vorsichtig geknüpft ist zeitweise aber durchaus auch gespannt.

Die Lektüre lässt direkt Urlaubsstimmung aufkommen: der Schreibstil ist äußerst unaufgeregt, flüssig und gut zu lesen, ohne jemals Langeweile aufkommen zu lassen.
Die Lösung des Falles kommt ohne größere Überraschungen aus und ist in sich schlüssig.

Auch das Buchcover mit den blau-weiß
gemusterten Keramikfliesen, der bunten Häuserfassade und den traditionellen Fischerbooten hat mich direkt sehr positiv angesprochen.

Ein lohnenswerter Trip an die portugiesische Atlantikküste: Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 20.03.2023

Schuld vergeht nie

Mörderfinder – Mit den Augen des Opfers
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"Manchmal verschwinden hier Menschen und tauchen nie wieder auf. "

Was ist vor über zwanzig Jahren in Klotten wirklich passiert? Fallanalytiker Max Bischoff ist wieder im Einsatz und macht sich wenig ...


"Manchmal verschwinden hier Menschen und tauchen nie wieder auf. "

Was ist vor über zwanzig Jahren in Klotten wirklich passiert? Fallanalytiker Max Bischoff ist wieder im Einsatz und macht sich wenig beliebt bei den Einwohner des kleinen Moseldorfes, wie auch bei den ermittelnden Kriminalbeamten des KK Koblenz.
Geheimnisse sind in Klotten gut aufgehoben: niemand erzählt irgendwas. Max dreht sich im Kreis: das kollektive Schweigen behindert mehr und mehr seine Ermittlungsarbeit.

Unterstützt wird Max v.a. von seinem Expartner und Freund Horst Böhmer aus Düsseldorf, sowie auch von einer ehemaligen Studentin von ihm: Jana Brosius, inzwischen Kriminalkommissarin auf Probe.
Und schließlich steht ihm der forensische Rechtspsychologe Dr. Marvin Wagner zur Seite; dessen äußerst sprachgewaltige Ausdrucksweise mir sehr gefallen hat. Es macht Spaß ihm wieder "zuzuhören".

Die Handlung des Thrillers ist klar strukturiert und dadurch angenehm flüssig zu lesen. Arno Strobel liefert mit dem neuen Mörderfinder einmal mehr bewährte, routinierte Lesekost ab.

Zwischen einzelnen Kapiteln gibt es mehrfach in kursiver Schrift gehaltene Abschnitte, die Gedanken und Beweggründe aus der Sicht des Täters oder der Täterin schildern.

Größere Wendungen und Überraschungen gibt es nicht, teilweise ist die Handlung durchaus vorhersehbar und hat einige ungewohnte Längen. Zum Ende hin wirkt die Handlung zunehmend konstruiert. Insgesamt ist Band 3 mehr Krimi als Thriller: für den nächsten Mörderfinder ist in puncto Spannung noch Luft nach oben.

Mich hat das Buch dennoch gut unterhalten, ich möchte gerne weiterhin mit Max Bischoff auf Mördersuche gehen. Aber unbedingt (nur) zusammen mit Dr. Wagner:
"Gehaben Sie sich wohl. Auf bald."

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Veröffentlicht am 16.03.2023

Eine Liebe im Strandcafé

Wo der Seewind flüstert. Die St.-Peter-Ording-Saga
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"Die eigene Familie darf man nicht im Stich lassen."

Deutschland in den späten 50er Jahren: der Discounter heißt noch Kolonialwarenladen, anstatt bei Amazon bestellt man beim Otto Versand Hamburg. Schalke ...

"Die eigene Familie darf man nicht im Stich lassen."

Deutschland in den späten 50er Jahren: der Discounter heißt noch Kolonialwarenladen, anstatt bei Amazon bestellt man beim Otto Versand Hamburg. Schalke 04 spielt in der Glückaufkampfbahn, der Bikini steht gerade hoch im Kurs. Es ist heiß im Sommer 1959 und das Leben geht seinen Weg.

Viele träumen von Bella Italia und einem Urlaub am Gardasee. Auch das junge Fräulein Sabine aus Gelsenkirchen-Bismarck, doch das Schicksal hat andere Pläne für sie: die deutsche Nordseeküste.

Sprachlich wird man von der Autorin Tanja Kanz ganz wunderbar und einfühlsam in die Mentalität und das Lebensgefühl der Jahre 1959/1960 mitgenommen. Die Lektüre versprüht viel Zeitgeist und der bildhafte Erzählstil läßt die große Kulisse St. Peter Ording präsent sein und lebendig werden. Fast hört man das Geschrei der Möwen und kann die Kraft der Brandung spüren.

Es ist eine sommerleichte Geschichte um wahre Gefühle, eine erste große Liebe, aber auch Sehnsucht, Enttäuschung und Kummer.
Das Schicksal zweier junger Menschen zu einer Zeit, in der Entfernungen noch schier unüberbrückbar scheinen.

Familäre Verpflichtungen zwingen die Hauptcharaktere immer wieder, ungeliebte Entscheidungen zu treffen und einen gänzlich anderen als den erträumten Lebensweg einzuschlagen.

Locker leichte Sommerunterhaltung:
Der Auftakt in die große St.-Peter-Ording-Saga ist gelungen, ich habe mich sehr wohlgefühlt und bin gespannt was die Dünen verheißen und die Gezeiten versprechen...

Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 14.03.2023

Jeder Mensch hat Fragen

Wo ist die Mitte des Weltalls?
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"Nun ja wir leben in einer seltsamen Realität..."

Es ist sehr lange her, dass ich das letzte Mal ein populärwissenschaftliches Buch in der Hand gehabt habe, das so viel Spaß gemacht hat. Selbst die Fußnoten ...

"Nun ja wir leben in einer seltsamen Realität..."

Es ist sehr lange her, dass ich das letzte Mal ein populärwissenschaftliches Buch in der Hand gehabt habe, das so viel Spaß gemacht hat. Selbst die Fußnoten sind extrem unterhaltsam und sehr witzig geschrieben.

In den 60er Jahre geboren, habe ich die Anfänge der Raumfahrt bis hin zur ISS miterlebt. Deshalb interessieren mich Astronomie und Astrophysik von jeher.

Das Prinzip von Ursache und Wirkung: im Buch werden Fragestellungen behandelt, die wir uns sicherlich alle schon mal gestellt haben. Wieso sind Reisen in der Zeit nicht möglich? Wenn es unendlich viele Planeten gibt, auf denen intelligentes Leben möglich ist, weshalb ist die Erde dann immer noch nicht von Außerirdischen besucht worden?

Die Themen sind alles andere als trivial (die Lektüre setzt ein gewisses Interesse im Fach Physik voraus), die Erklärungen erscheinen immer schlüssig; viele AHA-Momente inklusive. Natürlich liefert die Lektüre aber keine allumfassende Weltformel die unser Universum erklärt. Leider etwas zu oft lautet die Erklärung: was die moderne Physik nicht ausschließen kann, ist demnach faktisch möglich und somit sogar mehr als wahrscheinlich. Auch wird mir zu oft mit unendlich großen (alternativ unendlich kleinen) unvorstellbaren Dimensionen und Zahlen argumentiert.

Trotzdem schafften es die Autoren mehrfach, mich bei der Erläuterung von komplexen Sachverhalten mit viel Wortwitz zu verblüffen. Es macht einfach Spaß den Gedankens zu folgen und sich auf die formulierten Thesen einzulassen.

Aber mal ehrlich: Spielen eigentlich ehrlich Bananen und eine sehr bekannte Nuss-Nougat-Creme eine so entscheidende Rolle bei der Erklärung unserer Welt? Und wie viele Liter Kaffee haben die Autoren beim Schreiben dieses Buches tatsächlich verschüttet?

Den mehr als 300 Cartoons hätte ich gerne - im wahrsten Sinne des Wortes - mehr Platz eingeräumt. Sie sind gut gelungen, nicht nur Zugabe, aber teilweise unscheinbar klein.

Eine Leseempfehlung für alle, die sich zumindest ansatzweise für Physik interessieren (sollten) und ganz weit über den Tellerrand hinaussehen möchten. Sie sollten bereit sein, viel Vorstellungsvermögen und Fantasie mitzubringen.

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Veröffentlicht am 10.03.2023

Codewort Krabbenbrötchen

Ostfriesengier
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Drei Schritte, eine Kehrtwendung, drei Schritte...
"Hauptsache, der Deich hält"

Nach Ubbo Heide und Martin Bücher nun bereits die dritte Chefin für Ann Kathrin Klaasen in der Polizeiinspektion Aurich: ...

Drei Schritte, eine Kehrtwendung, drei Schritte...
"Hauptsache, der Deich hält"

Nach Ubbo Heide und Martin Bücher nun bereits die dritte Chefin für Ann Kathrin Klaasen in der Polizeiinspektion Aurich: Elisabeth Schwarz ist die neue Polizeidirektorin.
Gleich zu ihrer Amtseinführung wird sie mit ihrem ersten Fall konfrontiert: eine Bombe explodiert auf dem Parkplatz der Polizeistation...
Das Verhältnis zwischen diesen beiden Alpha-Frauen ist von Anfag an sehr angegespannt und von gegenseitiger
Provokation geprägt.

Sehr abwechslungsreich wird die Geschichte durch zahlreiche Handlungsstränge entwickelt, die jeweils aus der Sichtweise verschiedener Charaktere erzählt werden. Dennoch behält man jederzeit die Übersicht und alle Handlungsstränge werden nach und nach logisch zusammengeführt.
Als Leser bekommt man das, was man vom 17ten Band der Ostfriesen-Serie um Ann Kathrin Klaasen erwartet: solide Krimikost mit einer gehörigen (an manchen Stellen etwas überspitzten) Portion Humor und jeder Menge Lokalkolorit.

Besonders spannend finde ich es in jedem "Ostfriesen "-Buch, dass eben nicht alle Personen und Orte frei erfunden sind.
Wie zum Beispiel das Café ten Cate mit den Besitzern Jörg und Monika Tapper.
Auch der Nachbar im Distelkamp, der Maurer Peter Grendel, ist eine reale Person. Selbst der amtierende Bürgermeister von Norden, Florian Eiben, hat in "Ostfriesengier" seinen Auftritt und würde für den Chefredakteur des Ostfriesland Magazins, Holger Bloem, seine "Hände ins Feuer legen".
Und natürlich nicht zu vergessen: Bettina Göschl.

In Ostfriesengier treffe ich eine Vielzahl liebevoll gezeichneter Charaktere wieder, die mich schon seit vielen Jahren (Band 1 Ostfriesen KILLER erschien 2007) begleiten.

Unbedingte Leseempfehlung für alle, die Ostfriesland lieben und die Menschen dort mögen.
Piraten Ahoi!

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