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Veröffentlicht am 12.10.2023

Sehr verworrene Geschichte mit plötzlichem Ende

Gameshow – Das Versprechen von Glück
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Das Ende von „Gameshow – Der Preis der Gier“ hatte mich nicht los gelassen und auch, wenn ich hier bereits sehr viele Parallelen zu „Die Tribute von Panem“ oder auch „Die Bestimmung“ gesehen hatte, wollte ...

Das Ende von „Gameshow – Der Preis der Gier“ hatte mich nicht los gelassen und auch, wenn ich hier bereits sehr viele Parallelen zu „Die Tribute von Panem“ oder auch „Die Bestimmung“ gesehen hatte, wollte ich gerne wissen, wie es weitergeht. Dier Fortsetzung hält auch wieder einige Parallelen zu den beiden anderen Reihen bereit, allerdings waren diese nicht mehr ganz so augenscheinlich. Mich hat hier zunächst begeistert, dass es mehr Individualität in dem Roman gibt.

Die Geschichte setzt beinahe nahtlos an den ersten Teil an. Cass hat die Wahrheit über die Gameshow erfahren und versucht nun zusammen mit den NoClans das System zu stürzen. Da sie nun kein aktiver Player mehr ist, sind die Einblicke in die eigentlichen Spiele weniger geworden. Das fand ich eigentlich etwas schade, da diese für mich zu mehr Spannung geführt hatten. Es geht nun eindeutig mehr Details zu dem Aufbau der eigentlichen Gesellschaft und wie es zu dieser Struktur gekommen ist. Das war zwar auch interessant, aber dies führt dazu, dass nun noch mehr Namen auftauchen und dass es mehr Verflechtungen gibt. Für mich war es so teilweise schwieriger den ganzen Handlungssträngen zu folgen.

In meinen Augen ist die Geschichte mit diesem Buch nun in sich abgeschlossen, allerdings habe ich auch immer noch nicht den Eindruck, dass wirklich alle Fragen beantwortet sind. Selbst wenn noch ein weiterer Teil in der Reihe erscheinen sollte, dann würde ich diesen nicht mehr lesen. Es wurde immer mehr Spannung aufgebaut. Damit habe ich auf ein großes Finale mit einer plausiblen Auflösung und vielleicht auch einer Idee, wie es nach der letzten Seite für die Hauptpersonen weitergeht, erwartet. Dies kam allerdings für mich nicht. Es gibt ein genauso plötzliches Ende wie bereits im ersten Teil. Somit bin ich auch wieder etwas frustriert zurückgeblieben. Der Unterschied zum Auftakt war lediglich, dass die schönen Momente zwischendurch gefehlt haben.

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Veröffentlicht am 04.10.2023

Eine schöne Idee, allerdings an vielen Stellen zu oberflächlich und zu gewollt dramatisch

Selbst in dunkelster Nacht
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Jedes Jahr debütieren viele begabten und wundervolle Autoren, sodass ich immer wieder gespannt darauf bin, welche Juwelen die Verläge als nächstes in ihr Programm aufnehmen. Bei diesem Buch hatte mich ...

Jedes Jahr debütieren viele begabten und wundervolle Autoren, sodass ich immer wieder gespannt darauf bin, welche Juwelen die Verläge als nächstes in ihr Programm aufnehmen. Bei diesem Buch hatte mich der Klappentext an einen emotionalen Roman von Nicholas Spark oder Emma Scott erinnert, sodass ich sehr gerne das Debüt von Ali Kassemyar kennenlernen wollte. Ich kann in jedem Fall unterschreiben, dass der Autor sehr gut schreiben kann und sich ein sehr schönes Setting überlegt hat.

Nachdem Liora eine Freundin verloren hat, stürzt sie sich in die Arbeit im Blumenladen. Umgeben von wundervollen Düften und bunten Farben kann man nicht mehr so leicht traurig sein. Ähnlich denkt auch Kieran, der dringend einen Neuanfang benötigt. Allerdings sucht er nicht wie Liora den Kontakt zu anderen Menschen und Dingen, die einen glücklich machen können, sondern eher die Ruhe und die Einsamkeit. Obwohl sie einen gleichen Beruf und damit eine gemeinsame Leidenschaft haben, sind sie ansonsten sehr unterschiedlich.

Das Setting hat mir direkt sehr gut gefallen und ich bin leicht in die Geschichte reingekommen. Da die Handlung aus beiden Sichten erzählt wird, lernt der Leser auch direkt beiden Hauptcharaktere kennen. Zunächst fand ich es auch gut, dass beide ihre Geheimnisse haben und nicht die ganze Vorgeschichte bekannt ist. An manchen Stellen hatte ich so allerdings auch das Gefühl, dass ich einen Teil zwei lesen würde, da der Leser an manchen Stellen einfach mit Namen konfrontiert wird und hier die Vorgeschichte zu fehlt. Es gibt nicht unbedingt zu viele Hintergrundinformationen zu Beginn. Das wird nach und nach allerdings immer besser.

Ab der Hälfte des Romans haben mir allerdings Gefühle gefehlt. Mich hat die Handlung nicht genug emotional mitgerissen. Es ist zwar wirklich schön zu erleben wie Kieran und Liora sich kennenlernen, allerdings hatte ich nicht den Eindruck, dass ihm mit ihnen mitfühlen kann. Beide halten sich lange auf Distanz und ich habe hier kaum Nähe gespürt. Es kommen einfach immer mehr Geheimnisse auf den Tisch und jedes Mal wenn ich mir denke, dass sich jetzt endlich beide öffnen können, kommt noch mehr Drama dazu. Bei einigen Geheimnissen konnte ich auch nicht verstehen, warum man damit nicht offen umgehen kann, weil ich nicht das Gefühl hatte, dass sie so schlimm sind.

Da dies nur der erste Teil einer Dilogie ist, endet die Geschichte relativ plötzlich mit einem Cliffhanger. Zu dem Zeitpunkt war mir schon das Drama zu viel, sodass es mich dann auch nicht mehr sonderlich gestört hat, dass das Ende offen war. Ich habe nicht sonderlich viel Lust auf noch mehr verstrickte Beziehung oder oberflächliches Drama. Außerdem habe ich schon ein guten Eindruck wie die Handlung im zweiten Teil enden wird, sodass auch keine Vorfreude auf eine Fortsetzung geweckt wurde. Da mir der Schreibstil von Ali Kassemyar gefallen hat, würde ich in jedem Fall noch einmal eine andere Geschichte von ihm lesen, aber die von Liora und Kieran endet hier für mich.

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Veröffentlicht am 25.04.2023

Ein Roman, der mich am Ende mit einem schlechten Gefühl zurücklässt

Vergiss uns. Nicht.
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Der ein oder andere hat Aprils und Gavins Geschichte sehnlichst erwartet. Ich habe mich zwar auch über eine weitere Geschichte in diesem Setting gefreut, aber ich habe sie nicht ungeduldig erwartet. April ...

Der ein oder andere hat Aprils und Gavins Geschichte sehnlichst erwartet. Ich habe mich zwar auch über eine weitere Geschichte in diesem Setting gefreut, aber ich habe sie nicht ungeduldig erwartet. April war mir bis dato ein sympathischer, aber auch nicht überdurchschnittlich spannender Charakter. Bis dato hat Laura Kneidl jedoch jeder Figur viele Facetten und eine faszinierende Hintergrundgeschichte eingehaucht, sodass ich sie gerne kennenlernen wollte.

Der Roman wird komplett aus Aprils Sicht geschrieben. Sie hat auf einer Party vor fünf Jahren eine schlechte Entscheidung getroffen, die sie seitdem nicht mehr los lässt. Der Abend hat sie in jedem Fall deutlich vorsichtiger werden lassen und sie ist damit in vielerlei Hinsicht nicht das typische College-Mädchen. Dafür hat sie sich in ihr Studium und den Aufbau einer gemeinnützigen Organisation gestürzt. Ihren Einsatz für weniger gut situierte Studenten fand ich sehr faszinierend und es war für mich spannend mitzubekommen, wie viel Arbeit so eine Organisation macht. In Deutschland hätte man hier mit Sicherheit mit noch mehr Bürokratie rechnen müssen.

Etwas schade fand ich, dass neben Aprils Engagement wenig andere Facetten von ihr offengelegt werden. Ich hatte gehofft, dass ich als Leserin noch mehr über ihre Zukunftspläne, ihre Träume oder auch ihre Ängste erfahren würde. Auch ihre Beziehung zu ihrem Bruder oder zu Sage ist ziemlich in den Hintergrund gerutscht. Somit wirkte ihre Darstellung etwas oberflächlich.

Auch Gavin hat nicht mehr Tiefgründigkeit in die Handlung gebracht. Komplexität, aber keine Tiefgründigkeit. Früher war er Aprils bester Freund, bis er sich immer weiter distanziert hat. Nun kommen sie sich wieder etwas näher. Das neue Aufleben der Freundschaft fand ich ziemlich unrealistisch. Wenn sich quasi ein Kumpel von mir getrennt und dann fünf Jahre nicht mehr gemeldet hat, dann würde ich definitiv wissen wollen, was der Grund gewesen ist. April versucht noch nicht einmal ein Gespräch in diese Richtung zu lenken. Das machte in meinen Augen einfach keinen Sinn.

Am Ende wird der Leser noch einmal mit einer Wendung überrascht. Das Buch ist nur der erste Teil einer Dilogie, sodass zu erwarten war, dass es einen Cliffhanger geben würde. Allerdings hat mich das Ende wirklich aufgeregt. Es ist nicht so, dass ich ein Problem mit offenen Enden oder Cliffhangern haben, es ging darum, dass sich die Figuren richtig blöd verhalten und es so gar nicht zum Rest des Romans passte. Es hat mir die Charaktere komplett unsympathisch gemacht. Das Ende hat mich somit nicht motiviert die Fortsetzung zu lesen, sondern es hat mich davon komplett abgebracht. Die anderen Romane von Laura Kneidl mochte ich echt immer sehr, aber dieses Buch war eine wirkliche Enttäuschung.

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Veröffentlicht am 02.04.2023

Trotz fesselnder Schreibweise kann der Roman nicht überzeugen

Twisted Dreams
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Als ich das erste Mal etwas von dem Buch gehört habe, habe ich noch das erste Cover gesehen und es erst einmal beiseitegelegt. Mit dem neuen Cover, dem floralen, violetten Einband, habe ich mich optisch ...

Als ich das erste Mal etwas von dem Buch gehört habe, habe ich noch das erste Cover gesehen und es erst einmal beiseitegelegt. Mit dem neuen Cover, dem floralen, violetten Einband, habe ich mich optisch etwas in das Buch verliebt und wollte es gerne lesen. Hier hat die neue Verkleidung eindeutig viel bewirkt und sieht viel besser aus. In diesem Fall bin ich leider auf ein schönes Gesicht reingefallen. Der Inhalt konnte nicht mit der Verkleidung mithalten und hatte überhaupt nichts Blümchenhaftes.

Der Roman startet zunächst wie so viele Collegeromane. Ich mochte es, dass Ava zunächst so authentisch gewirkt hat. So viele junge Menschen haben noch keinen perfekten Plan fürs Leben oder treffen immer nur gute Entscheidungen. Das hat mir sie direkt sympathisch gemacht. Auch hat die Autorin ein großes Talent Situation anschaulich und spannend zu beschreiben. Ich war von dem Schreibstil von der ersten Seite an gefesselt. Somit ist mir der Einstieg in den Roman sehr leicht gefallen. Wenn jedes Buch so starten würde, dann würde ich definitiv noch mehr Lesen als ich es ohnehin schon tue.

Ich könnte noch viel über die Charakterentwicklung oder die Wendungen in dem Buch schreiben. Allerdings hätte dies keine Auswirkungen auf meine Meinung zu dem Roman. Egal wie die Handlung war, es gibt einen Punkt, der für mich ausschlaggebend war, dass es von mir keine Leseempfehlung gibt. Es geht um den Umgang mit Ava und wie sie als Frau dargestellt wird.

In meinen Augen ist dies kein Roman, den junge Erwachsene lesen sollten. Das Frauenbild, das hier vermittelt wird, ist nicht mehr aktuell und sollte so auch nicht mehr weitergegeben werden. Auch wenn dies nur beim Sex oder als Vorspiel ist, beleidigt Alex Ava am laufenden Band. Ava scheint zwar damit zufrieden zu sein, dass er sie abfällig behandelt, aber das ist kein schöner Umgang. Außerdem wird Ava immer wieder bemuttert – sowohl von ihrem Bruder als auch von ihrem Freund – und darf keine eigenständige Entscheidungen treffen. Emanzipation ist da noch nicht angekommen. Wenn Frauen so in Büchern behandelt werden, kann irgendwann der Eindruck entstehen, dass dies auch im realen Leben in Ordnung ist. Jede Frau hat eine bessere Behandlung verdient.

Das Miteinander der beiden Hauptpersonen und vor allem das Frauenbild haben mir schlussendlich das Lesevergnügen komplett genommen. Ich denke nicht, dass ich noch einmal ein weiteres Buch der Autorin lesen werde.

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Veröffentlicht am 26.02.2023

Ein netter Ausflug in das kleine Bücherdorf, wenn auch weniger „buchig“

Das kleine Bücherdorf: Frühlingsfunkeln
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Mit „Winterglitzern“ ist der Leser bereits in das kleine, schottische Bücherdorf mit den vierzehn alten Buchhandlungen entführt worden. Ich mochte da die Atmosphäre und die ganzen urigen Winkel sowie die ...

Mit „Winterglitzern“ ist der Leser bereits in das kleine, schottische Bücherdorf mit den vierzehn alten Buchhandlungen entführt worden. Ich mochte da die Atmosphäre und die ganzen urigen Winkel sowie die besonderen Dorfbewohner. So gerne wäre ich einige Stunden durch „The Reading Fox“ gelaufen und hätte mir neue Bücher empfehlen lassen. Ein bisschen traurig war ich, dass es kein wirkliches Swinton-on-Sea gibt und man dieses Dorf wohl nie besuchen kann. Die tolle Atmosphäre hat mich dazu bewogen auch die Fortsetzung zu lesen. Außerdem hatte ich gehofft, dass ich nun erfahren, welcher Dorfbewohner die schönen Bilder und Buchillustrationen geschaffen hat, die Vicky so liebt.

Der zweite Teil handelt von Grahams Schwester Shona, die bereits im ersten Teil als eher verschlossene Persönlichkeit bekannt ist. Sie leitet ein kleines Café in dem Bücherdorf und ist etwas verbittert, seitdem ihre Jugendliebe verstorben ist. Sie würde sich gerne ein eigenes Häuschen kaufen, aber benötigt dafür noch etwas Startkapital, welches sie gerne über den Gewinn bei einem Backwettbewerb erhalten würde. Früher war sie ebenfalls gut mit Nathan befreundet, der nun als Autor arbeitet. Nach dem Erfolg seines Debütromans hat er nun Zweifel, ob er mit seinem zweiten Buch an den Erfolg anschließen kann.

Mit den Voraussetzungen, die über den Klappentext geschaffen werden, habe ich ein sehr gefühlvolles Buch erwartet. Beide Charaktere haben viel erlebt und ein faszinierendes Innenleben. Leider hatte ich den Eindruck, dass dieses Potenzial kaum genutzt wird. Mir war bis zum Ende nicht richtig klar, warum Shona so verschlossen ist und auch die Veränderung, die sie durchlebt war für mich nicht komplett nachvollziehbar. Das war für mich sehr schade, weil es den Charakteren deutlich mehr Tiefgang gegeben hätte.

Außerdem war ich etwas enttäuscht, dass die buchige Atmosphäre gefehlt hat. Shona liest noch nicht mal gerne und hat in ihrem Leben gerade einmal zehn Bücher gelesen. Nathan ist zwar Autor, aber auch zu dem Schreibprozess bekommt der Leser kaum Einblicke. Es gibt somit keine weiteren Besuche im „Reading Fox“ oder weitere Teilnahmen am Lesezirkel. Auch wenn der Titel wieder „Das kleine Bücherdorf“ heißt, könnte die Handlung auch in jedem anderen Dorf stattfinden. Die anderen Dorfbewohner trifft der Leser zwar wieder, aber ihr Anteil ist nicht ganz so groß, wie im Auftakt.

Insgesamt war der Roman ganz in Ordnung, weil es eine nette Geschichte ist. Allerdings waren mir die Charaktere zu oberflächlich und die gewünschte Atmosphäre gab es leider nicht. Das war nicht die Rückkehr in das schottische Bücherdorf, die ich erwartet hatte.

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