Profilbild von satzliebe

satzliebe

Lesejury Star
offline

satzliebe ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit satzliebe über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.10.2025

Toller Abschluss einer Familiensaga

Blankenese - Zwei Familien
0

Michaele Grünig lässt uns im letzten Teil ihrer Blankenese-Trilogie – Zwei Familien – mit dem Titel “Zeitensturm” wieder teilhaben am Leben der Familien Casparius und Jacobsen. Die Geschichte beginnt im ...

Michaele Grünig lässt uns im letzten Teil ihrer Blankenese-Trilogie – Zwei Familien – mit dem Titel “Zeitensturm” wieder teilhaben am Leben der Familien Casparius und Jacobsen. Die Geschichte beginnt im Jahre 1968 und endet mit dem Epilog 1989.

Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Die Handlungen der Protagonisten sind stimmig und nachvollziehbar.

Der Autorin gelingt es vortrefflich, die drei Erzählstränge von Ulrike und Sabine Casparius einerseits und Kurt Jacobsen andererseits miteinander zu verbinden. Vor unseren Augen entstehen Bilder der sechziger und siebziger Jahre mit all ihren gesellschaftlichen Umbrüchen. Sehr gut herausgearbeitet sind die Konflikte zwischen den Generationen. Einerseits soll an der Tradition festgehalten werden, andererseits steht ein Aufbruch in die Moderne bevor, was zu inneren und äußeren Konflikten führt.

In diesem Roman wird die deutsche Gegenwartsgeschichte so unglaublich spannend geschildert, dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Die Geschichte hat mich unglaublich berührt, wie in diesem Jahr keine andere.

Die Autorin zeichnet ein authentisches Bild der Gesellschaft. Die einen wollen Vergessen und wieder andere suchen Gerechtigkeit für geschehenes Unrecht. Das Erstarken der Studentenbewegung und die furchtbaren Geschehnisse um die RAF sind von der Autorin hervorragend recherchiert und wiedergegeben. Der Roman hat eine tolle Tiefe und ist absolut lesenswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.05.2025

Stella stellt sich ihrer Vergangenheit

Die Trümmerschule – Zeit der Hoffnung
0

Beate Maly nimmt uns in ihrem Roman “Die Trümmerschule - Zeit der Hoffnung” mit nach Wien in das Jahr 1946 und lässt uns teilhaben am Leben der jüdischen Lehrerin Stella Herzig. Es handelt sich um den ...

Beate Maly nimmt uns in ihrem Roman “Die Trümmerschule - Zeit der Hoffnung” mit nach Wien in das Jahr 1946 und lässt uns teilhaben am Leben der jüdischen Lehrerin Stella Herzig. Es handelt sich um den ersten Band einer auf zwei Bände angelegten Reihe.
Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Die Handlungen der Protagonistin sind stimmig und nachvollziehbar.
Die Autorin hat mich von Anfang an abgeholt und ich bin ohne Probleme in die Geschichte eingestiegen, die mich – wie lange keine – sehr berührt hat.
Stella Herzig kehrt nach Ende des zweiten Weltkrieges aus ihrem Exil in London in das zerstörte Wien zurück, um beim Wiederaufbau mitzuhelfen. Sehr am Herzen liegen ihr ihre Schüler, für die sie sich eine bessere Zukunft wünscht. Leider muss sie feststellen, dass das nationalsozialistische Gedankengut nicht mit dem Kriegsende einfach verschwunden ist. Einige ihrer älteren Kollegen zeigen ganz offen ihren Antisemitismus und können mit ihrer Reformpädagogik nichts anfangen. Gut, dass sie im Direktor der Schule einen Fürsprecher findet und sich auf ihre Freundin verlassen kann.
Die Autorin schildet authentisch das Leben in der zerstörten Stadt und alle damit einhergehenden Einschränkungen. Fast jeder hat etwas verloren: Sei es einen geliebten Menschen, sein Zuhause oder einfach nur das Vertrauen in die Zukunft. Viele Menschen sind traumatisiert, sei es nach ihrer Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft oder auch durch Dinge, die sie während des Krieges vor Ort erlebt haben.

Veröffentlicht am 03.04.2023

Blankenese - Eine bewegende Familiengeschichte

Blankenese - Zwei Familien
0

Michaela Grünig nimmt uns mit nach Blankenese und lässt uns teilhaben am Leben und Leiden der Familien Casparius und Hansen in den Jahren 1919 bis 1939. Ihr Schreibstil ist flüssig und es ist mir schwergefallen, ...

Michaela Grünig nimmt uns mit nach Blankenese und lässt uns teilhaben am Leben und Leiden der Familien Casparius und Hansen in den Jahren 1919 bis 1939. Ihr Schreibstil ist flüssig und es ist mir schwergefallen, dieses Buch aus der Hand zu legen.
Das Cover ist sehr schön und soll wohl die Villa der Familie Casparius und die Hauptprotagonisten John und Leni zeigen.
So verschieden wie die beiden Protagonisten ist auch ihr Leben. John, der vom Krieg gezeichnete und mit seiner Zukunft hardernde Reederssohn und Leni, die vor Lebensfreude sprudelnde Tochter einer Kapitänswitwe mit Schankwirtschaft. Als sie sich verlieben und gegen den Widerstand der Familien heiraten treffen Welten aufeinander. Was beide nicht wissen, ihre Familien sind durch ein Geheimnis verbunden, das sich erst nach und nach lüftet.
Bewegend wird geschildert, wie sich die Familien durch die Nachkriegszeit und die Inflation kämpfen und welche politischen Entscheidungen dazu führen, sich den Nationalsozialisten anzuschließen und dabei die jüdischen Teile der Familie ausser Acht zu lassen. Dabei gibt es natürlich nicht nur "die Guten" und "die Bösen " und es bleibt abzuwarten , wer sein Gewissen entdeckt.
Die Charaktere sind gut getroffen, so dass die beschriebenen Handlungen gut nachvollziehbar sind.
Es handelt sich um einen gut recherchierten Roman, der den Zeitgeist, die Moral und die Befindlichkeiten gut wiedergibt.
Ich freue mich schon auf das Erscheinen der Fortsetzung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.10.2025

Irrungen und Wirrungen im Palais Heiligendamm

Palais Heiligendamm - Ein neuer Anfang
0

Michaela Grünig nimmt uns im ersten Teil ihrer Heiligendamm-Trilogie mit dem Titel "Ein neuer Anfang" mit in das gleichnamige Palais in Doberan in das Jahr 1912 und lässt uns teilhaben am Leben der Hotelierfamilie ...

Michaela Grünig nimmt uns im ersten Teil ihrer Heiligendamm-Trilogie mit dem Titel "Ein neuer Anfang" mit in das gleichnamige Palais in Doberan in das Jahr 1912 und lässt uns teilhaben am Leben der Hotelierfamilie Kuhlmann und ihrer Angestellten.
Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Die Handlungen der Protagonisten sind stimmig und für die Zeit nachvollziehbar.
Besonders berührt haben mich die emotionalen Schilderungen über das Leben zu dieser Zeit. Frauen waren hauptsächlich schmückendes Beiwerk und wer etwas anderes wollte, hatte es nicht leicht und stieß auf Unverständnis und Ablehnung.. Das Festhalten an alten Konventionen führte dazu, dass das Leben von Menschen zerstört wurde. Auch die Schilderungen vom Leben während des ersten Weltkrieges sind der Autorin gut gelungen. Die Erlebnisse in den Schützengräben und das Leiden der Zivilbevölkerung in den Städten verleihen dem Roman eine gute Tiefe.
Der Autorin ist ein stimmiger historischer Familienroman gelungen der mich von der ersten. bis zur letzten Zeile gut unterhalten hat.
Das Cover ist schön gestaltet; es zeigt eine junge Frau in zeitgemäßer Kleidung auf der Seebrücke in Heiligendamm.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.06.2025

Johanne reißt das Ruder rum

Die Familienangelegenheiten der Johanne Johansen
0

Dora Heldt nimmt uns in ihrem Roman “Die Familienangelegenheiten der Johanne Johansen” mit nach Hamburg und lässt uns teilhaben am Leben von Johanne, ihrer Cousine Luise nebst Familie und ihren Freunden ...

Dora Heldt nimmt uns in ihrem Roman “Die Familienangelegenheiten der Johanne Johansen” mit nach Hamburg und lässt uns teilhaben am Leben von Johanne, ihrer Cousine Luise nebst Familie und ihren Freunden und Bekannten. Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Die Handlungen der Protagonisten sind schlüssig und nachvollziehbar.

Johanne, gerade in Rente, wird damit konfrontiert, dass die Familienreederei, bei der sie Anteile hält, kurz vor der Pleite steht, da der Geschäftsführer, der Ehemann ihrer Cousine Luise, sich mit vielem, aber nicht mit der Reederei beschäftigt und diese seinem unfähigen Sohn Henner überlassen hat. Eigentlich fühlt sie sich nicht zuständig, wird aber dann in die Rolle der Retterin gedrängt und stellt sich dieser Aufgabe. Zusammen mit ihrer Cousine und zwei weiteren Freundinnen macht sie sich an die Rettung des Traditionsunternehmens. Dabei kommen sie einem Familiengeheimnis auf die Spur und werden in einen Kriminalfall verwickelt.

Die Autorin hat mit Johanne eine Protagonistin geschaffen, die zwar etwas hanseatisch unterkühlt und verschroben daherkommt, das Herz aber am rechten Fleck hat und ihr Handwerk versteht. Ich habe diesen Charakter von Anfang an sehr gemocht.

Der Gegenpart ist ihre Cousine Luise. Die perfekte Elbvorortehefrau, immer top gestylt, mit schickem Haus und ohne Ambitionen. Als Luises Traumwelt zerbricht, ist sie zunächst am Boden zerstört. Dann packt sie mit Johanne zusammen an, überwindet Chaos und Hysterie und bietet ihrem Ehemann die Stirn.

Besonders die Wandlung von Luise hat mir sehr gut gefallen. Die etwas blasse Luise gewinnt im Laufe der Geschichte an Selbstbewusstsein und schafft es, zur taffen Frau zu werden.

Dora Heldt gelingt es vortrefflich, die beiden so unterschiedlichen Charaktere gut zu vereinen, so dass es stimmig wird.

Das Familiengeheimnis und der Kriminalfall, der fast die Rettung der Reederei gefährdet hätte, sind schnell abgearbeitet.

Das Cover ist schön gestaltet, gewährt es doch einen Blick aus dem Fenster auf die Elbe.

Dora Heldt hat mich auch dieses Mal wieder gut unterhalten, so dass die 444 Seiten des Buches schnell durchgelesen waren. Vielleicht hätte sie im Mittelteil etwas kürzen können, das ist aber meckern auf hohem Niveau.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere