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Veröffentlicht am 09.05.2023

Ins gelobte Land

Polnischer Abgang
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Jarek reist mit seinen Eltern aus Polen aus nach Deutschland. Ermöglicht wird ihnen dies durch eine Einladung von Jareks Großmutter, die schon Jahre zuvor nach Deutschland verschwunden war. Eigentlich ...

Jarek reist mit seinen Eltern aus Polen aus nach Deutschland. Ermöglicht wird ihnen dies durch eine Einladung von Jareks Großmutter, die schon Jahre zuvor nach Deutschland verschwunden war. Eigentlich haben Jareks Eltern mit ihr keinen Kontakt mehr, weil sich Jareks Vater von ihr verraten würde. Nun erhofft sich Jarek, seine Großmutter endlich wieder sehen zu können. Doch die Einreise nach Deutschland und der Neustart dort gestalten sich schwerer, als die Familie gedacht hat. Zunächst stranden sie in einem Auffanglager und müssen sich erst als „gute Deutsche“ erweisen, die sie als Schlesier einst gewesen sind. Dabei stellt sich Jarek immer mehr die Frage, ob Deutschland wirklich das gelobte Land ist, von dem er und seine Freunde in Polen immer geträumt hatten.
Die Erzählung ist gerade zu Anfang sehr episodenhaft angelegt. Sie wechselt zudem zwischen verschiedenen zeitlichen Ebenen: die Ausreise der Sobotas, ihr Leben zuvor in Polen, das Leben und die Ehe von Oma Agnieszka und ihre Flucht. Auch sind die Figuren anfänglich noch ein wenig klischeehaft und bisweilen zu sehr komikerhaft angelegt. Da gibt es den deutschen Schlepper, den polnischen Aussiedler mit Westware und -wagen auf Heimaturlaub, den versoffenen Onkel, den schlitzohrig-pfiffigen Freund von Jarek. Und Jarek selbst sowie sein Vater wirken bisweilen sehr naiv und komisch ungeschickt.
Aber spätestens mit dem Erreichen des Auffanglagers entfaltet sich eine Handlung, der man besser folgen kann. Der Leser begleitet die Familie in eine für sie ungewisse Zukunft in einem doch mehr als erwartet fremden Land. Die Aufnahme sowohl von Seiten der Behörden als auch der Bewohner ist nicht immer herzlich, und es schlagen ihnen viele Vorurteile und typische Klischees entgegen. In der Erzählung klingen nun auch nachdenkliche und mal ganz dezent versteckte, mal recht offen formulierte kritische Zwischentöne an. Und Jareks ganz eigene Art, die Dinge zu sehen und einzuordnen, mal naiv staunend, mal etwas schalkhaft, aber immer großherzig und ohne bösen Hintergedanken lässt ihn das Herz des Lesers dann doch gewinnen. Und am Ende vermisst man ihn und wüsste dann doch gerne, wie seine Geschichte und die seiner Famile weitergeht in Deutschland, dem einst so gelobten Land.
Nachbemerkung: Das Cover ist einfach umwerfend. Solch wunderschöne Farben! So ein sattes, warmes Gelb und Braun der Streifen des weiten Feldes. Das schafft eine ganz tolle Atmosphäre!

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Veröffentlicht am 09.05.2023

Eine böse Saat auf fruchtbaren Boden

Josses Tal
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Der kleine Josef, der sich später Josse nennt, findet in seiner Familie nur Kälte, Ablehnung und Gewalt, da er unehelich geboren ist und der Großvater ihn für den sozialen Niedergang der Familie verantwortlich ...

Der kleine Josef, der sich später Josse nennt, findet in seiner Familie nur Kälte, Ablehnung und Gewalt, da er unehelich geboren ist und der Großvater ihn für den sozialen Niedergang der Familie verantwortlich macht. Bei seinen neuen Nachbarn findet der kleine Junge, der trotz allem lebensfroh, aufgeweckt, freundlich und aufgeschlossen ist, das, was er im eigenen Haus entbehren muss: Zuwendung, Fürsorge und Interesse. Insbesondere Wilhelm ist dem Jungen sehr zugetan, nimmt sich seiner an und fördert ihn. Allerdings ist Wilhelm auch Anhänger der aufkommenden nationalsozialistischen Bewegung und macht Josef zu seinem Instrument, ihrer beider Heimatdorf auszuspionieren und somit auf Linie der neuen Partei zu bringen. Josef steigt dabei in der Hitlerjugend immer weiter auf, beginnt aber zugleich auch immer wieder zu hinterfragen, ob das, was Wilhelm von ihm verlangt und was Josef aus Bewunderung und Liebe zu ihm immer wieder tut, wirklich das Richtige ist. Dann macht er eines Tages eine Entdeckung, die seine ganze Existenz und seine Beziehung zu Wilhelm infrage stellt.
Aus der Sicht des Jungen schildert die Autorin, wie sich der lange Schatten des Nationalsozialismus über das Land ausbreiten, wie die giftige Saat langsam gerade in den Köpfen der Unschuldigen ausbreitet. Von Anfang an begleitet den Leser, der sich zunächst darüber freut, dass es jemanden gibt, der sich für Josef einsetzt, ein unangenehmes Gefühl, das umso bedrückender wird, je offensichtlich die Parolen der Nazis Eingang finden in die Lebenswelt des Jungen. Die Bücherverbrennung ist ein erster Höhepunkt in der Fanatisierung der Anhänger der Bewegung. Dabei bezieht sich die Autorin vielfach auf originale Quellen, was das Geschehen authentischer wirken lässt. Keimen in Josef erst langsam kleine Zweifel, so gibt es in seinem Dorf doch auch viele beeindruckende Beispiele für Zivilcourage, die sich dem unmenschlichen Regime in vielen kleinen Akten der Humanität entgegenzuwerfen versucht.
Sehr anschaulich, lebendig und gut nachvollziehbar zeigt Angelika Rehse mit ihrem Buch auf, wie so etwas wie der Nationalsozialismus „passieren“ konnte. Es ist ein wichtiges Buch, das nachfolgenden Generationen deutlich macht, wie das Gefühl des Ausgestoßenseins, der Unzulänglichkeit und der Demütigung den Nährboden bereitet für die verführerischen Parolen eines Regimes, das seinen Anhängern auf Kosten anderer, ausgewählter Sündenböcke und Feindbilder das Gefühl von Stärke, Macht, Überlegenheit, Stolz, Zusammengehörigkeit und Volksgemeinschaft vermittelt. Diese Bewegung verstand es auf sublime Art, ihre böse Saat in einen nahrhaften Boden zu legen. Und nur das Wissen darum kann verhindern, dass eine solche Saat zukünftig noch einmal aufgehen kann. Von daher ist der Roman „Josses Tal“ ein wichtiges Buch, weil es dieses Wissen nicht einfach nur zu vermitteln sucht, sondern es anschaulich, erlebbar und nachvollziehbar macht und somit umso beeindruckender ist.
Einzig der Schluss, der für mein Gefühl die Geschichte zu schnell zu einem Ende führt und die Dinge zu unvermittelt auflöst und die Fratze des Bösen zu demonstrativ bloßlegt, lässt Wünsche offen.

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Veröffentlicht am 11.04.2023

Ende offen

Seemann vom Siebener
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Im Freibad in Ottersweiler laufen an einem der letzten warmen Sommertage die Schicksalsfäden ganz verschiedener Leute zusammen, die hier mit ihren Erinnerungen an ganz unterschiedlich lange vergangene ...

Im Freibad in Ottersweiler laufen an einem der letzten warmen Sommertage die Schicksalsfäden ganz verschiedener Leute zusammen, die hier mit ihren Erinnerungen an ganz unterschiedlich lange vergangene Zeiten konfrontiert werden: Bademeister Kiontke, der einen schweren Unfall vom Siebenmeterturm noch nicht verwunden hat. Josefine, die eigentlich heute ihren Mann, der bei einem Autounfall starb, beerdigen soll. Lennart, ihr Jugendfreund und weitgereister Fotograph, der für die Beerdigung zurückgekommen ist und, weil eine Sinnkrise seine Fotographiererei in Frage stellt. Isobel, deren Mann einst das Freibad baute und die nun immer mehr in die Vergangenheit abzugleiten droht. Renate, Kassiererin an der Kasse. Und die Ich-Erzählerin, die nach langer Abstinenz von der Welt aufgrund psychischer Probleme in Schwimmbad kommt, um dort einen ganz bestimmten Sprung vom eigentlich gesperrten Siebenmeter zu wagen, mit dem sie den Erinnerungen an das, was ihre Welt aus den Fugen brachte, die „Stirn zu bieten“, wie sie es ausdrückt. Denn die Stirn ist es, was bei diesem bestimmten, „Seeman“ genannten Sprung als erstes auf die Wasseroberfläche trifft. Kann das aus einer Höhe von mehr als sieben Metern gut gehen?
Der Leser fühlt sich anfänglich auch so, als sei er vom Sprungturm mitten ins kalte Wasser gesprungen oder eher geworfen worden. Er muss sich erstmal orientieren in den unterschiedlichen Geschichten der unterschiedlichen Figuren, die alle spannend sind, thematisieren sie doch unbewältigte Vergangenheit, auf deren Auflösung hin die Erzählfäden streben. Allerdings muss der Leser, den es fortdrängt, zu erfahren, was die Figuren antreibt, was sie erlebt und erlitten haben, das sie jetzt in ihren Erinnerungen immer wieder nur andeuten, sich stets aufs Neue gedulden, weil die Erzählstränge sich immer wieder abwechseln und somit die Fortsetzung immer wieder aufs Neue verschoben wird. Dabei kann es schon mal vorkommen, den Faden zu verlieren oder sich in den Fäden zu verheddern, zumal gerade die Erinnerung z. B. von Isobel sich seltsam mit der Gegenwart vermischen und auch nicht alle Erinnerungsfäden zielführend sich zu einem stringenten Erzählstrang verdichten lassen. Der ein oder andere findet sich, manche verlaufen einfach weiter und manche laufen ins Nichts. Einige finden an ein Ende, dass die Neugier des Leser befriedigt. Aber gerade der zentrale Faden der Ich-Erzählerin bricht einfach ab. Der Leser kann ihn in die ein oder andere Richtung weiterspinnen, aber ohne eine Gewissheit. Und so fühlt er sich am Ende selbst ein wenig wie einer, der nach großer Anspannung beim Erklimmen eines eigentlich gesperrten Siebenmeters ins Nichts fällt und nicht weiß, wie er aufkommt. Das muss man aushalten können.
So kunstvoll und letztlich auch verblüffend die Komposition auch ist, so spannend die Charaktere und so interessant der Erzählstil, so hat der Leser doch am Ende das Gefühl, er könnte da etwas überlesen haben und müsste vom Ende her die Geschichte noch einmal lesen, damit ihm sich die ein oder andere Merkwürdigkeit erschließt. Ohne zu viel verraten zu wollen, sei nur die Frage gestellt, wie viele Personen denn nun letztendlich auf dem Siebenmeterturm zu sehen waren?
Auf jeden Fall keine simple Sommer-Freibad-Strandlektüre, sondern wie ein konzentriert langsam freier Fall vom Turm mit heftigem Aufprall und verwirrendem Gefühl, in einem Wirbel aus Wasser und Blasen nicht unterzugehen.

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Veröffentlicht am 06.04.2023

In einen Künstlerkreis hineingeboren

Samuels Buch
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Samuel Finzi erzählt in seinem autobiographischen Roman „Samuels Buch“ in locker gefügten Anekdoten von seiner Kindheit und Jugend im sozialistischen Bulgarien, von der Künstler-Familie, von der Schule, ...

Samuel Finzi erzählt in seinem autobiographischen Roman „Samuels Buch“ in locker gefügten Anekdoten von seiner Kindheit und Jugend im sozialistischen Bulgarien, von der Künstler-Familie, von der Schule, den Freunden, vom Urlaub, vom Kino, von der Zeit beim Militär, von der Schauspielschule bis hin zu seiner Übersiedlung nach Berlin, um an einem Schauspielprojekt teilzunehmen und zugleich dem zu eng gewordenen Bulgarien den Rücken zu kehren.
In leichtem Plauderton gewährt der Schauspieler und jetzt auch Autor Finzi aus der Sicht eines neugierigen, aufgeweckten Jungen Einblick in seine Familiengeschichte, bereits der Großvater ist Musiker, die Mutter Pianistin, der Vater Schauspieler, aber auch in die Geschichte Bulgariens, Sattelitenstaat der Sowjetunion, kommunistisch geprägt, von der Stasi überwacht. So manche Freiheiten sind dem jungen Finzi zwar gewährt, kann er doch mit seiner Familie eine Urlaubsreise über Italien nach Paris machen, wohin es Teile der jüdischen Familie verschlagen hat. Auch seine schulische Karriere ist eher die Ausnahme als die Regel: Besuch einer experimentellen weiterführenden Schule, bei dem er engen Kontakt zur Enkelin des Staatschefs gewinnt, dann einer Schule für alte Sprachen, mit der er auf Exkursion in Griechenland ist, um Ausgrabungen zu unterstützten. Darüber hinaus ermöglichen die Kontakte in die Künstlerszene, die Besuche von Konzerten und Theateraufführungen des Vaters, aber auch die Liebe zum Kino Blicke in die weite Welt, die stark kontrastiert mit der Enge des sozialistischen Alltags, die ihren Höhepunkt in seinem Militärdienst erreicht. Kein Wunder, dass es den Erzähler in die Freiheit drängt.
Neben allerlei teils lustigen, teils erstaunlichen Geschichten aus der Familie Finzi mit und ohne t erfährt der Leser auch immer wieder interessante historische Details aus der Geschichte Bulgariens, seiner politischen Entwicklung, des Schicksals der jüdischen Bevölkerung, die ursprünglich von Spanien kommend unter stalinistischem Terror auch wieder in alle Welt verstreut wurden, aber auch aus der Geschichte des Kinos und aus der Mentalitätsgeschichte eines Jugendlichen, der sich nicht von kommunistischer Doktrin den Blick verstellen lässt auf die Vorzüge einer kapitalistischen Welt, angefangen von Adidasschhuhen bis hin zum Erotikkinobesuch auf Klassenfahrt.
Unterhaltsam, amüsant, lehrreich und kurzweilig zu lesen, wenn man das Anekdotische mag, das bewusst auf so etwas wie Vollständigkeit und vertiefte Zusammenhänge verzichtet und in diesem Zusammenhang vielleicht bisweilen doch ein wenig auf Vorkenntnisse setzt.

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Veröffentlicht am 03.04.2023

Ein lohnenswertes Ende

Fine und die Zeit der Veränderung
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Im vorläufigen letzten Band der Reihe „Eine Familie in Berlin“ von Ulrike Renk führt die Geschichte zu Fine, Ullas Tochter, Enkelin der Künstler Richard und Paula Dehmel. Ihrer Mutter Ulla droht das Leben ...

Im vorläufigen letzten Band der Reihe „Eine Familie in Berlin“ von Ulrike Renk führt die Geschichte zu Fine, Ullas Tochter, Enkelin der Künstler Richard und Paula Dehmel. Ihrer Mutter Ulla droht das Leben immer mehr zu entgleiten: ihre Ehe mit dem Arzt Heinrich ist erkaltet, das Geld ist knapp, als Mutter von drei kleinen Mädchen muss sie sich zwischen ihrer künstlerischen Arbeit und dem Haushalt aufteilen. Und dann ist da noch ihr Engagement für die Politik, für den Kommunismus und seine soziale Projekte in Berlin, was mit dem Erstarken der Nationalsozialisten immer gefährlicher wird. Als Tochter einer mehr als unkonventionellen Mutter muss Fine bald lernen, selbständig zu sein und für sich und ihre beiden jüngeren Geschwister zu sorgen. Sie empfindet bewundernde Liebe für die Mutter und eifert ihr nach in ihrer Begierde nach Leben und Teilhabe an der Gesellschaft. Doch zugleich sehnt sie sich nach der Geborgenheit einer Familie, nach Ritualen und Sicherheit, die ihre Mutter ihr nicht geben kann. In Zeiten der Inflation müssen Fine und ihre Geschwister tagsüber oft ohne Mutter auskommen, die auf Arbeitssuche ist. Und trotzdem bleiben die Mägen der Kinder häufig leer. Bis von unerwarteter Seite Hilfe naht, die Fine und ihren Schwestern aber ein großes Opfer abverlangt.
Im ersten Teil – zum Glück nicht ganz die Hälfte des Romans – steht noch Ulla im Mittelpunkt. Die Dialoge mit Familie und Freunden kreisen ermüdend lang und redundant immer wieder um erkaltete Liebe, um den Konflikt zwischen Muttersein und unerfüllter künstlerischer Selbstverwirklichung und um kommunistische Weltverbesserungsparolen, denen die Autoren zum Glück auch gemäßigtere und kritische Stimmen entgegensetzt. Gepackt hat mich das Buch erst, als es ab Seite 180 endlich um Fine geht, die bis dahin gänzlich in einer Erwachsenenwelt untergeht. Nicht nur die Eltern, sondern auch die Autorin scheint bisweilen zu vergessen, dass es sich um eine 8jährige handelt, die aber wie die Erwachsenen von politischem Aktivismus träumt. Stimmiger wird das Bild erst, als sich ihr die Aufmerksamkeit ganz zuwendet. Zuerst die Schilderung einer Reise mit ihrer Mutter und Heinrich Vogeler zu einem kommunistischen Urlaubsprojekt in Italien versöhnt mit der Hürde des Anfangs. Anschaulich und packend begleiten wir Fine in eine für sie gänzlich unbekannte Welt. Der Höhepunkt für mich ist die Erzählung des Abschnittes in Fines Leben, der sie in das Heim der Familie Sperling nach Tabarz führt. Hier sehen wir die Welt aus den Augen eines jungen Mädchens, das mit 12 Jahren schon eine Menge gesehen und erlebt hat, aber jetzt eigentlich erst erfährt, welche Sicherheit und Geborgenheit ein geregeltes Familienleben bringen können, die die Kraft der Familiengemeinschaft und eines Lebens im Rhythmus der Jahreszeiten erlebt. Dankbar ergreift sie die Möglichkeit eines einfachen, bodenständigen Lebens als Ausgangspunkt für ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben später, wenn der Nationalsozialismus ihr als Vierteljüdin diese Chance ließe, ohne aber die bewundernde Liebe zu ihrer unkonventionellen Mutter jemals aufzugeben. Damit ist Fine für mich bereits eine trotz ihres jungen Altes beeindruckende, reife Persönlichkeit.

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